Forum: Kultur
Forderung nach höheren Flugpreisen: Muss man sich leisten können
DPA

Klassenhass ist genauso real wie Rassismus oder Sexismus - und spiegelt sich in Vorurteilen, Gesetzen und politischen Forderungen. Selbst bei denen, die eigentlich die Welt retten wollen.

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nachtmacher 30.07.2019, 18:56
180. @neutron76 Nr.146

Falsch! Gleiches Gehalt und Sozialismus ergeben keine perfekte Ökologische Gesellschaft! Außer man machts sich so einfach wie im "real existierenden Sozialismus" und bezeichnet die Umweltverschmutzung einfach als Erfindung des Westens. Sozialismus und ökologische Gesellschaft bringt nur einer unter einen Hut der nie die DDR gesehen hat... und ein Haus haben Sie auch noch nie gebaut? Das Opfer, das jeder (außer Reiche und außer D der Rest der Welt) wird der Lebensstandard sein! Es sind einfach zu viele Menschen auf der Welt.

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hoi2 30.07.2019, 18:56
181. Argumentation ist unrichtig, weil

insbesondere die Flugpreise zT so aberwitzig niedrig sind, dass so Bedarf erst generiert wird. Diejenigen, welche Verwandte im Ausland besuchen wolken und das nicht per Bahn oder Auto können oder wollen, werden sich auch zukünftig Flüge leisten können, nur eben weniger oft im Jahr. Das Argument der relativ stärkerer Belastung von ökonomisch Schwächeren durch Umweltmassnahmen bzw steigender Preise ist zwar korrekt, greift aber zu kurz, da ansonsten gar keine notwendigen Steuerungsmassnahmen mehr durchführbar wären. Selbstverständlich sind monetäre oder sonstige Ausgleichsmassnahmen staatlicherseits notwendig, will der Staat ökologisch lenken, aber dabei "Klimaaktivisten" ins Visier zu nehmen, trifft mM den falschen Adressaten und ist kontraproduktiv. Adressat müssen mM auch und v. a. die global tätigen Wirtschaftsateure sein, welche Profite, begünstigt durch Steuerprivilegien und - schlupflöcher - privatisieren und Verluste oft sozialisieren.

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Profdoc1 30.07.2019, 18:58
182. Nein, ...

Frau Stokowski, hier irren Sie. Wenn Dinge jahrelang künstlich verbilligt werden, auf Kosten z.B. Von Mitarbeitenden, um Massentourismus hochzuhalten, ist die Konsequenz daraus, dass es nun zu einer Adaption kommt, u.a. bei Flugtickets. Das hat mit "Klassenunterschieden" nichts zu tun. Nirgendwo steht geschrieben, dass jeder Mensch ein Anrecht auf Reisen jedweder Art hat. Natürlich gönne ich jeder Person seine Reise(n) von Herzen, aber unter Rahmenbedingungen, die sich durch äußere Effekte ergeben. Und wenn das heißt, das Flugtickets sich im Preis z.B. verzehnfachen, dann ist das so! Punkt!

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Wirrrkopf 30.07.2019, 18:59
183. Es gibt kein Recht auf Umweltverschmutzung für Alle!

Wenn die Kosten für die Umweltverschmutzung endlich in Flugreisen, Benzin usw. eingerechnet werden dann kann es gut sein das sich weniger Arme diese leisten können. Das ist aber nur deshlab ein Problem weil der Preis so lange zu niedrig war. Dadurch ist dieser Irrglaube das Arme ein RECHT auf Umweltverschmutzung haben erst entstanden. Arme haben ein "Recht" auf ein Auto, auf Flugreisen, auf billige Produkte aus China die nur durch Umweltverschmutzung dort so preiswert sind. usw. usw.

Damit konnte man sich Jahrzehnte die Grundsatzdiskussion über den Sinn und die Höhe der Reichtumsunterschiede vom Leib halten auf Kosten der Umwelt.

Umweltschutz und Reichtum sind aber zwei Dinge die primär nichts miteinander zu tun haben.

Wenn man Umweltverschmutzung gleicher/gerechter verteilen will dann muss man Reichtum gleicher verteilen. Aber nicht Umweltschutz über den Preis verhindern.

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herkurius 30.07.2019, 19:02
184. Wo war das Problem?

Das Prekariat darf nicht mehr fliegen, mit ihren alten Diesel-Autos nicht mehr zur Arbeit fahren, kriegt keinen billigen Braten aus Importen mehr wegen der furzenden Kühe, zahlt Schickimickipreise für Kleidung (während in Bangladehs oder sonstwo die Arbeiterinnen dann verhungern), die Welt wird gerettet, und die Reichen fliegen, fahren, essen, kaufen natürlich weiterhin alles wie gewohnt. War schon immer so. "Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen?!" - dieser Spruch über Arme, den Marie Antoinette in Wirklichkeit nie getätigt hat, ist doch heute modern. Gerade hat ein Hartz-IV-Empfänger erstritten, daß seine Kinder die in ihrer Schule nach Modell und Hersteller vorgeschriebenen iPads dann auch finanziert kriegen.

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maxuli 30.07.2019, 19:02
185. Ökologie zuerst

Ich kann ja die Argumentation von Frau Stokowski gut verstehen. Der sogenannten Klassismus ist existent in unserer Gesellschaft und war es schon immer.
Das steckt in unseren Genen. Schon als wir Hominiden und noch keine Menschen waren, strebten wir danach als etwas Besseres zu sein als der andere Hominide und ihn damit zu deklassieren. Ich denke ohne diesen Instinkt wären wir nicht den Weg durch die Evolution gegangen, den wir gegangen sind, d.h. uns gäbe es nicht (das Gleiche gilt allerdings auch für den Fürsorgeinstinkt). Das soll aber nicht heißen, dass wir per Vernunft nicht dagegen an gehen sollten. Im Sinne von: ich kann nicht sicher sein, dass es mir selbst auch mal schlecht geht und dann will ich nicht noch zusätzlich diskriminiert werden also tue ich dies auch nicht.
Ich habe aber auch aus anderen Gründen Schwierigkeiten mit dem Begriff Armut. In der EU gilt als armutsgefährdet, wer weniger als 60% des Medians des Netto-Äquivalenzeinkommens bekommt und als arm, wer weniger als 50% dieses Medians bekommt. Armut ist also gemäß dieser von Politikern und Wissenschaftlern gebrauchten Definition relativ. D.h. wenn das Einkommen der Mehrheit höher wird, kann jemand, dessen Einkommen sich nicht geändert hat, plötzlich von nicht arm zu arm werden. Und Kostensteigerungen allein bedeuten gemäß der Definition keine Veränderung des Armutszustands. Die Politiker haben es damit geschickt geschafft, die Frage nach den wirklichen Bedürfnissen eines Menschen zu umgehen, d.h. was ist Luxus und was nicht. Damit spielt die Politik der Konsumindustrie in die Hände, die suggeriert, dass man etwas unbedingt haben muss, was tatsächlich Luxus ist. Frau Stokowski bringt unbewusst dazu ein Beispiel: jede Familie sollte sich einmal im Jahr einen Urlaubsflug ins Ausland leisten können. Ich halte dies für Luxus.
Natürlich bin ich auch dafür, dass die Schere zwischen arm und reich wieder kleiner wird. Das dies weltweit nicht so ist, ist unvernünftig, also triebgesteuert.
Wir sollten aber die ökologischen Probleme und deren Lösungsversuche nicht der sozialen Frage koppeln. Aus folgendem Grund: Die Umweltzerstörung und Klimaveränderung kann zu irreversiblen Schäden unserer Zivilisation (also unser Menschsein) führen. Sie muss daher Vorrang vor der sozialen Frage haben. Soziale Probleme können dagegen immer gelöst werden, sobald unsere Zivilisation einigermaßen funktioniert.

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jarno80 30.07.2019, 19:04
186.

Zitat von nobody_incognito
Da steht doch "wenn man das Klima retten will". Postuliere mal, dass der Zusammenhang mit CO2 Emissionen zweifelsfrei geklärt ist
Im Jurazeitalter war der CO2 Gehlat der Atmosphäre 5mal höher als heute etwa 2000ppm. Die durchschnittliche Temperatur lag bei 2 Grad über heutigem Niveau.
Ich mein ja nur

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harryjamesb 30.07.2019, 19:04
187. Danke, danke, danke

Ihr Text spricht mir aus der Seele. Es gibt in Deutschland genügend Menschen, die gebildet sind, hart arbeiten, ehrgeizig Ziele verfolgen, mit beiden Beinen im Leben stehen, gute Kinder großziehen, und dennoch, aufgrund ihrer Herkunft oder unglücklicher Umstände und dank unserer prima teuren Wohlstandsgesellschaft am Limit leben. Kein schönes Eigentum oder Zuschuss zum Wohnungskauf von den Eltern, stattdessen wohnen zu überteuerten Mieten und mit ständig steigenden Fortbewegungskosten. Und die Perspektive? Weiter abstrampeln im Hamsterrad. Das mit den Kindern wird schon irgendwie. Gerne mal sieht der sorgenlos-Mittelstands-unsgeht’sjagut-Durchschnittsbürger in seiner arroganten Selbstverständlichkeit über diese Mitglieder unserer Gesellschaft hinweg. Klima, Umwelt, ja, wichtig! Aber fair bitte.

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robert_schleif 30.07.2019, 19:04
188. Beifall!

Ich schäme mich nun fast dafür, dass ich immer so hässlich über Sie gedacht habe!
Aber trotzdem eine kleine Kritik: "Nur Ostsee" für arme Leute? Ich war diesmal an der Ostsee und nicht in Übersee. Es ist extrem preisintensiv dort, aber auch vom Erlebnisfaktor her durchaus erstklassig!

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janos71 30.07.2019, 19:05
189. Kapitalismus

Zitat von jomiho
hat sie recht! Wenn man alles, was man als klimaschädlich ansieht, unendlich verteuern will, dann hat man bald wieder die Klassengesellschaft des Mittelalter wieder. Und ob das sozial ist, wage ich zu bezweifeln.
Ob man den Kapitalismus nun, wie in D "soziale Marktwirtschaft" oder sonst wie nennt, es ist eine Klassengesellschaft.
Unabhängig von der Klassendiskussion könnte man den Ansatz verfolgen, dass jedem Erdenbürger nur eine begrenzte Menge an CO2 Ausstoß zusteht egal ob arm, reich, ... Wer mehr benötigt, weil er gerne nach NY fliegen möchte kann es von einem anderem (Armen) über Zertifikate kaufen. Entscheidend für den anthropogenen Klimawandel ist unter anderem die absolute Menge an CO2, Methan, ... die durch den Menschen in relativ kurzer Zeit freigesetzt wird.

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