Forum: Kultur
Forderung nach höheren Flugpreisen: Muss man sich leisten können
DPA

Klassenhass ist genauso real wie Rassismus oder Sexismus - und spiegelt sich in Vorurteilen, Gesetzen und politischen Forderungen. Selbst bei denen, die eigentlich die Welt retten wollen.

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k70-ingo 30.07.2019, 20:27
240.

Zitat von Hr. S.
Sehr geehrte Frau Stokoswki, Das Wort Klassismus wird von Microsoft Word vermutlich unterkringelt, weil es auch in der Suche auf duden.de unterkringelt wird - schlichtweg, weil das Wort nicht Teil des offiziellen Sprachgebrauchs ist. Nicht jede 1:1-Übersetzung aus dem trendigen Englisch muss gleich zum Pflichtwortschaft im Deutschen werden. So lange können Sie ja gern "classism" als Fremdwort gebrauchen.
Der Begriff "Klassismus" ist mittlerweile offiziell im deutschen Sprachgebrauch angekommen. Es ersetzt das alte "Standesdünkel", mit dem heute niemand mehr etwas anfangen kann.

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emil7685 30.07.2019, 20:29
241.

Zitat von a_koeln
"Unsere" Gesellschaft und Solidarität kann aber im 21. Jahrhundert nicht mehr an den Landesgrenzen enden. Und wenn wir mir exzessiver und verantwortungloser Nutzung der "Segnungen des Fortschritts" (gehört dazu eigentlich auch ein 5-Tages-Urlaub in der Karibik und ein SUV in derüberfüllten Großstadt ?) anderen Menschen auf der Welt die Lebensgrundlage entziehen,
Es ist genau umgekehrt. 5-Tages-Urlaube SIND die Lebensgrundlage von MILLIONEN Menschen in der Karibik,die vom Tourismus leben! Was glauben Sie denn, was in Mallorca los waere, wenn dort keine Touristen mehr kaemen?
Ebenso das SUV in der Grosstadt das hunderttausenden Menschen den gutbezahlten Arbeitsplatz garantiert und zigtausende Euros an Steuereinnahmen generiert.

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rwachsmu 30.07.2019, 20:30
242. Selbstgerecht?

Zitat von a_koeln
Was für ein selbstgerechter, zynischer und menschenverachtender Kommentar. Mit der Wortwahl "moppelige Umweltministerin" entlarven Sie sich selbst. Immer nur draufhauen auf demokratische gewählte Volksvertreter, keine Lösungen anbieten, und schließlich "braun wählen" als rettende Alternative!
Zynisch? Und überhaupt; was ist an meinem Beitrag menschenverachtend? Zur Sache sagen Sie rein gar nichts. Ich sag Ihnen was. Ihr Kommentar erinnert mich an die rethorischen Taschenspielertricks ala Trump und Konsorten. Der Dieb ruft. Haltet den Dieb. Da ist der Dieb. Und dann wird fleissig weiter geklaut.

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k70-ingo 30.07.2019, 20:31
243.

Zitat von a_koeln
"Unsere" Gesellschaft und Solidarität kann aber im 21. Jahrhundert nicht mehr an den Landesgrenzen enden. Und wenn wir mir exzessiver und verantwortungloser Nutzung der "Segnungen des Fortschritts" (gehört dazu eigentlich auch ein 5-Tages-Urlaub in der Karibik und ein SUV in derüberfüllten Großstadt ?) anderen Menschen auf der Welt die Lebensgrundlage entziehen, ist das nicht auch "eiskalt"? Weniger Umweltschutz oder Leugnung von wissenschaftlichen Erkenntnissen ist dann wohl doch der falsche Ansatz, um mehr soziale Gerechtigkeit zu erzielen.
Mit einem 5-Tages-Urlaub in der Karibik entziehe ich keinem Menschen die Lebensgrundlage, sondern schaffe sie erst - in der Karibik gibt es außer Tourismus so gut wie keine anderen Existenzgrundlagen.

Und wenn ich statt eines SUV ein normales Auto (was dasselbe wie der SUV ist, nur mit kleineren Rädern) fahre, hat das noch weniger Auswirkungen, egal welcher Art und auf wen.

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three-horses 30.07.2019, 20:39
244. Die geklaute Idee.

Zitat von rwachsmu
Man muss der Autorin danken. Das Problem hat sie sehr gut herausgearbeitet. Diese Problematik lässt sich nicht nur aktuell mit dem Kampf gegen die Klimakatastrophe benennen. Man kann es seit 1998 (Rot, Grün) beobachten. Es steht in Verbindung mit der Ökosteuer, der Agenda 2010, mit der Mehrwersteuererhöhung 2005 und mit vielen weiteren Maßnahmen, z.Bsp. EEG und auch Maut, etc.. Dieses asoziale und gefährliche Handlungsmuster dient verschiedenen Begründungsszenarien. Aktuell eben dem Klimaschutz. Ich gehe sogar so weit und sage, dass es die verlogene Haltung der stimmächtigen, maximal saturierten Mittelschicht wiedergibt. Für diese wird diese Politik von eben diesen Politikern gemacht. Da findet zusammen, was zusammen gehört. Man muss sich doch nur die moppelige Umweltministerin ansehen und ihre orgiastische Freude über eine CO2 Steuer oder die stets auf Brandrede und Diktat eingestellte halbe Vorsitzende der Grünen. Dass sind Personen, die mit einer eingebildeten und selbstkultivierten, selbstgerechten Ich weiß Alles besser Attidude die Rechte von wirtschaftlich Schwachen mit Füßen treten, möglicherweise gegen die Verfassung, jedoch mit diesen Maßnahmen stets fernab des ach so moralischen Zielpunktes. Dieses Thema lautet regulieren. Das hat den gleichen Wortstamm wie regieren. Darunter fallen dann so verrückte Ideen, wie das Verbot von spritsaufenden zwei Tonnen SUVPKW, welche bis heute als Firmenwagen noch subventioniert werden, übrigens auch und gerade von all denen, die niemals in den Genuss eines Firmenwagens kommen. Nur so ein Beispiel. Es ist gewiss auch ein Irrtum, dass die doofen Armen nicht wählen oder nicht auf die Straße gehen. Es gibt für Alles einen Grenzwert und den erreichen wir vielleicht gerade. Ich fürchte, dass dies dann eine Wortmeldung aus der Masse der Verarschten und Ausgenommenen sein wird, die auch etwas lauter ausfallen kann, als die französische Variante und, mangels Alternative, auch etwas brauner.
Jeder für sich, aber warum die SPD, Grüne... der echte CO2 Hammer kommt doch aus dem Riegen der CDU. Und gerade der Streit der Kate Perry und des Raper Flame... So die Idee woher die Grundgedanken der CDU..."In the Words we may observe, 1. Our Lord Je∣sus Christ is the Lamb that was slain. 2. He is worthy to receive Power, and Riches, and Wisdom, and Strength"...wo das Lamb die Bürger und das Opfer/die Schöpfung daraus, das Geld, die Lebenszeit deren, die es verdienen und auch gleich verlieren. Und davon kann man gut leben.

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Gottloser 30.07.2019, 20:42
245. Guter Artikel!

Vielleicht sollte man noch deutlicher machen, dass die meisten Kids aus FTD aus betuchten Haushalten kommen. Lehrlinge haben dafür keine Zeit und meistens auch kein Verständnis ihres Lehrbetriebs. Da Regen sich Kinder über Inlandsflüge auf, die noch nie beruflich geflogen sind. Morgens mit dem Flugzeug hin und abends zurück, kann sinnvoller sein als Bahnfahrt und zwei Übernachtungen. 12 Stunden Dienstreisen pro Tag sind zudem verboten!

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Moritz1007 30.07.2019, 20:43
246. Wow Frau Stockowski,

Sie haben es das erste mal seit langer Zeit geschafft, dass ich Ihnen in den Gründzügen zustimmen kann!

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skilliard 30.07.2019, 20:51
247.

Zitat von a_koeln
"Unsere" Gesellschaft und Solidarität kann aber im 21. Jahrhundert nicht mehr an den Landesgrenzen enden. “

Ja super, dann darf ich wohl auch auf Solidarität hoffen?
Ich lebe in Deutschland, mein zu versteuerndes Jahreseinkommen beträgt ca. 15.000 Euro. Davon muss ich fast 600 Euro an Einkommensteuer zahlen und meine Krankenkasse und pflichtversichert in die Rentenkasse.
Ich habe meine Großmutter bis zu ihrem Tod gepflegt und jetzt meine Eltern. Urlaub gibts nicht, nicht mal ein paar Tage frei zuhause weil mir dann das Einkommen fehlt (bin selbstständig). Ich fahre einen VW Polo, aber selten weil ich nicht jeden Tag raus muss sondern von zuhause arbeite. Geflogen bin ich zuletzt so ungefähr 1998. Mein Handy ist ein iPhone 4s, das ist jetzt auch schon 8 Jahre alt.
Also so ziemlich alles was an Einsparung gefordert wird, damit der CO2 Ausstoß sinkt, wird von mir schon gelebt weil es gar nicht anders geht.
Fleisch gibt's zwar ab und zu, aber dafür habe ich keine Haustiere. Da darf ich dann doch zumindest ein bisschen was von dem essen, was mein nicht vorhandener Hund/Kater bekommen würde und was in den veganen/vegetarischen Haushalten aber locker an die Hunde und Katzen verfüttert wird?

Jetzt die Preisfrage: Glauben Sie im Ernst wenn ein paar Wohlstandskids mir vorrechnen was alles verteuert werden müsste damit der CO2-Ausstoß sinkt, dass ich dann begeistert in die Luft springe? Und wenn ich Bedenken anmelde wie das noch weitergehen soll mit dem Einkommen, dass ich dann als Klimawandelleugner und egoistisch tituliert werde? Wisst ihr was? Das ist mir mittlerweile egal.
Von meinem Standpunkt aus gesehen sind Friday for Future für mich nicht weniger gefährlich als der Klimawandel. Und das geht sicher vielen Leuten so die sich den ach so oft beschworenen SUV oder Urlaubsflug nicht leisten können.

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Patrik74 30.07.2019, 20:57
248. Guter Artikel

Sehr vernünftige Aussage, dass der Preis bzw. "der Markt" (über den Preismechanismus) eben nicht alles regeln kann.

Und vielen Dank, dass Sie darauf verzichten, die Kolumne krampfhaft so hinzubiegen, dass Männer daran schuld sind, dass es ärmere Menschen gibt, und die männlich dominierte Mathematik schuld ist, dass ein begrenztes Einkommen keine großen Sprünge zulässt.

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Gleichstrom 30.07.2019, 21:00
249.

Die Weiterentwicklungen der Technologie - oft und auch hier gern gescholten - sind Grundlage aller Grundrechte, die außerhalb des Papiers, auf dem sie stehen, eine Bedeutung haben. Das erstmal vorweg.

Aber ... fragen wir uns doch mal, in welche Zielrichtung das seit wann verläuft und verlaufen sollte. Motoren sind heute effizienter (ein Glück haben wir nicht mehr dieselbe Maschine wie vor 100 Jahren - gern von ahnungslosen Kohleautofahrer in die Runde geworfen, mit gespielter Schockierthiet über die vermeintliche und vermeintlich bornierte Entwicklungsfäule der PKW-Hersteller), aber auch ihre Leistung ist überproportional gestiegen... Aber ... welcher knapp über der Armutsgrenze lebende Zweijob-Arbeiter fährt ein Auto mit 150 kW oder sogar mehr?

Es ist erstaunlich, wieviel Aufpreis noch immer für vergleichsweise stumpfsinnige Leistunggsteigerungen aufgerufen und bezahlt wird, und wie wenig für Effizienzsteigerungen. Man kann für 2 zusätzliche Zylinder, ohne daß noch was anders ist, fünfstellig draufzahlen. Und welche tun das. Aber mit diesem Aufpreis wäre auch technische Weiterentwicklung und Umsetzung drin ... nur wo bleibt denn dann der Profit?

Die Allmacht der BWLer ist wohl der Kern des Problems. Die verderben uns Ingenieuren den Spaß, da wir nicht umsetzen können, was wir gern umsetzen wollen, sorgen für Frechheiten von Aufpreisen bei minimal gesteigerten Herstellungskosten und dafür, daß beim Shareholder auch ja genug ankommt. Es ist wichtiger, Dividende auszuzahlen als noch ein paar Gramm CO2 pro km zu reduzieren, scheint man zu finden ... die Technik ist da, im Hybridverbund gehen da wahre Orgien an Parameterfreiheiten, aufeinander aufbauenden Verbesserungen und Symbiosen, und anders als ein Elektroauto braucht man, hält man alle greifbaren Leistungen schön im Fluß, keine rohstoff- und energieintensiven Akkus.

Aber das führt hier zu weit ins Detail.

Dinge, die Luxus sind, dürfen gerne auch einen Luxuspreis haben. Fernreisen ... tut man nicht jede Woche, eher in einer Größenordnung mehrerer Jahre zwischeneinander. Autos, die 200 fahren, braucht niemand - wieso also sind dreistellige Leistungen in Kilowatt noch immer überhaupt mit anderen Kriterien als maximal möglicher Effizienz im Angebot? Spätestens bei 100 kW ist die Leistung selbst ein Luxusgut, das man für keine Verkehrsaufgabe zwingend benötigt, nur ganz gerne hat (und erstaunlich viele haben diese Leistung gern, nutzen sie aber systematisch selten, es geht darum, zu können, wenn man wollte - womit es doppelt unnütz wird.

Fleisch, jeden Tag in den rauen Mengen, die normal geworden sind - das sollte so teuer sein, daß es gegen den Jahresurlaub abzuwägen ist, und nicht dagegen, ob man in der Kneipe jede Woche oder nur jeden Monat ne Lokalrunde spendiert.

Es können auch Dinge billiger werden, die sinnvollere, verträglichere Option gehört subventioniert, die schädlichere, sinnlosere besteuert, als Umlage, die in Summe und für jeden in jeder Situation zumindest als Möglichkeit bietet, mit durchschnittlichem Verhalten bei denselben Kosten anzukommen wie jetzt ... so würde einzig der Exzess bestraft, und so würde belohnt, was schont. Finde ich sehr vernünftig.

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