Forum: Kultur
Forderung nach höheren Flugpreisen: Muss man sich leisten können
DPA

Klassenhass ist genauso real wie Rassismus oder Sexismus - und spiegelt sich in Vorurteilen, Gesetzen und politischen Forderungen. Selbst bei denen, die eigentlich die Welt retten wollen.

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lsos 31.07.2019, 16:46
450. CO2-Steuer mit Flug-CO2-Budgets kombinieren

Die Verteuerung beim Heizen, Fleisch- und Milchprodukte essen sowie Autofahren lassen sich denke ich gut über die Rückzahlung der eingenommenen CO²-Steuer abmildern oder sogar überkompensieren. Heizkosten haben viel mit Wohnfläche zu tun und wer wenig verdient, wohnt selten groß. Bei Hartz4-Empfängern werden Heizkosten eh vom Amt übernommen. Beim Autofahren entscheidet die Wahl des Autos mit über den Verbrauch. Klar werden sich dann weniger Menschen die Ignoranz eines hochmotorigen schweren SUV leisten können/wollen, aber das ist auch so gewollt und der Statuswert wird sich wesentlich reduzieren, wenn es sogar gesetzlich "geächtet" ist ein solches Auto zu fahren.
Sollten tierische Lebensmittel einbezogen werden, sind deren Kostensteigerungen gegenüber den ersten Punkten sehr gering. Wer klein wohnt und ein kleines/leichtes/leichtmotoriges oder gar kein Auto fährt, der wird netto vermutlich mehr Erstattung bekommen, als er Mehrkosten hat.

Anders beim Fliegen. Hier werden die Mehrkosten bei einer lenkungswirksamen Steuer erheblich sein. Damit auch die geringverdienende Familie zumindest alle paar Jahre Verwandte in Übersee besuchen kann, würde ich hier eine CO²-Budgetierung statt einer Steuer vorschlagen. Daten dafür gibt es ja bereitsfür nahezu alle denkbaren Verbindungen. z.b. erstmal 1000kg CO²/Jahr. Das ist fast die Hälfte des verträglichen Jahresbudgets für den gesamten Konsum eines Menschen, also eigentlich viel zu großzügig. Aber es ist ein Anfang. Von Düsseldorf nach New York und zurück wäre damit alle 5 Jahre möglich. Wer auf sein Flugbudget verzichtet bekommt einen entsprechenden Steuerfreibetrag und damit einen zusätzlichen Anreiz auch auf seltene Langstreckenflüge zu verzichten. Die Fluggesellschaften und Flugzeugbauer bekommen wiederum einen Anreiz den Kunden für ihr CO²-Budgets möglichst viele Flugkilometer bieten zu können.

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Landei81 31.07.2019, 16:50
451. Sehr guter Beitrag! - Argumente, um AfD-Unterstützer zurückholen?

Die Kolumne leistet einen brillanten Beitrag dazu, wie mit einer sinnvollen Bepreisung von Ressourcen umgegangen werden muss, ohne damit an anderer Stelle neue Probleme zu schaffen. Ich habe die Kolumne übrigens mit ein paar AfD-Anhängern geteilt, die ich auf YouTube mal kritisch angeschrieben hatte, weil sie dort blindwütig unter anderem darüber getobt haben, dass wegen der Umweltpolitik alles teurer würde und deshalb alle Pro-Umweltleute Volksverräter und unverantwortlich seien, weil sie die Lebenshaltungs- und Pendler-Kosten in die Höhe treiben und damit einige Menschen in ihrer Existenz bedrohen würden usw. usf. Vielleicht kommt man ja über diese Kolumne wieder mit ihnen ins Gespräch, sodass sie vielleicht künftig die Finger von der AfD lassen... … die Hoffnung ist gering - aber versuchen kann man es mal.

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im_ernst_56 31.07.2019, 16:59
452. Ihr Glaube an die Einhaltung von Regeln in Gottes Ohr

Zitat von hman2
Dazu sollten Sie wissen, dass die Fluggesellschaften Tickets, die im Ausland gebucht werden, nicht annehmen müssen. Sie tun es meist, aber nur aus Kulanz Eine Verpflichtung gibt es nicht. Wenn Sie in Deutschland abfliegen wollen, müssen sie das auch hier buchen.
Das mag derzeit so sein. Aber glauben Sie, dass diese Regel noch Bestand hat, wenn ein Land (hier: Deutschland) einseitig durch die personengebundene Beschränkung von Flugreisen in den Markt eingreift? Die Fluggesellschaften, so sie Ihren Sitz im Ausland haben, haben doch kein Interesse an der Beschränkung des Luftverkehrs. Die Menschen, die bei diesen Fluggesellschaften arbeiten, übrigens auch nicht. Die Prohibition (das Verbot von Alkohol in den USA von 1920 - 1933) und der schwarze Markt nach dem Krieg hat gezeigt, das sich jedes Verbot oder die Beschränkung des Konsums Wege der Umgehung schafft. Ich bleibe dabei: Die personengebundene Beschränkung von Flugreisen beschränkt auf Deutschland wird sich praktisch nicht durchsetzen lassen. Schon weil es die Möglichkeit gibt, in ein Nachbarland (Niederlande, Frankreich, Belgien, Dänemark, Tschechien ) zu fahren und von dort abzufliegen. Will man deswegen Schengen aufheben, Grenzkontrollen einführen und die Umgehung der Beschränkung von Flugreisen unter Strafe stellen?

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im_ernst_56 31.07.2019, 17:10
453.

Zitat von misterknowitall2
selbst das bisschen, also die 900 mio. Tonnen CO2 Äq. pro Jahr!!!, sollten wir möglichst einsparen. Ich fasse das unter dem Motto: "den eigenen Mist wegmachen" zusammen. Hab ich als Kind mal so gelernt. Sie haben Recht, es ist eine globale Aufgabe..... und Deutschland wird inzwischen völlig abgehängt von anderen Ländern. Wir müssen uns hier nicht vormachen, das wir irgendwo noch ein Beispiel sind. Nein, die Anderen sind längst an uns vorbeigezogen. In der Schweiz z. B. gibt es bereits eine CO2 steuer. Dass man das Fliegen nicht aufgibt, dürfte klar sein, aber wer meint in Deutschland besonders schnell von A nach b zu kommen und fliegen zu müssen, sollte dafür auch entsprechend bezahlen und da hilft ihm auch das Ausland nicht.
Ihr Antwort geht etwas am Thema vorbei. Es geht bei diesem Thread durchgängig darum, klimaschädliches Verhalten nicht über den Preis (CO2-Steuer etc.) zu steuern, weil das unsozial (nach Auffassung der Kolumnistin Margarete Stokowski sogar klassistisch) ist, sondern über für alle gleichermaßen geltende Verbote und personenbezogene Konsumbeschränkungen. Meine Aussage war, dass Verbote und/oder personenbezogene Konsumbeschränkungen national nichts bewirken. Meine Bitte: Lesen Sie meine Ausführungen im Kontext der Beiträge, auf die ich antworte.

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