Forum: Kultur
Fortsetzung von "Das Boot": Das ist der neue Kapitän
imago/Lumma Foto

Die Besetzung für die Neuauflage von "Das Boot" steht: Die Darsteller sind meist Nachwuchs-Talente. Den neuen Kapitän spielt Rick Okon, bekanntester Name ist Robert Stadlober.

Seite 3 von 9
jamon 28.06.2017, 13:00
20.

Zitat von phrasensport
Lieber ein Streifen auf einem Zerstörer oder so. Die Erinnerung an die alten Haudegen der U96 ist zu stark und nicht zu toppen. Jürgen Prochnow und Martin Semmelrogge - ein Schlag Schauspieler, den Deutschland lange nicht mehr zu bieten hat! Der Mix aus altem Film-Charm, Kriegsbrutalität und menschlicher Empathie, kann man so nie wieder drehen.
die meisten der damaligen schauspieler waren auch recht unbekannt. dass der film eine karriere-booster ist, konnte man damals noch nicht wissen.

Beitrag melden
klmo 28.06.2017, 13:05
21.

Zitat von phrasensport
Lieber ein Streifen auf einem Zerstörer oder so. Die Erinnerung an die alten Haudegen der U96 ist zu stark und nicht zu toppen. Jürgen Prochnow und Martin Semmelrogge - ein Schlag Schauspieler, den Deutschland lange nicht mehr zu bieten hat! Der Mix aus altem Film-Charm, Kriegsbrutalität und menschlicher Empathie, kann man so nie wieder drehen.
Vergessen Sie den Zerstörer.
Eine dokumentarische Aufarbeitung über die Funkabwehr der Briten durch Ultra und Enigma wäre auch für diese Thematik (Marine) viel aufschlussreicher und erhellend.

Beitrag melden
David K. 28.06.2017, 13:06
22. Sowas kann aus Deutschland nicht mehr verfilmt werden

Lasse mich gerne eines besseren belehren, aber ich denke, dass so ein Stoff heute nicht mehr in Deutschland verfilmt werden kann. Sobald es zu authentisch wirkt, gäbe es einen Aufschrei, dass das Werk entweder geschichtsrevisionistisch, frauenfeindlich, rassistisch, antisemitisch, kriegsverherrlichend..etc. ist; ergo wird es so abgedreht, dass es in die Zeit passt. Damit wird es aber um Meilen hinter dem Original zurückbleiben.

Beitrag melden
grommeck 28.06.2017, 13:10
23. Was Neues fällt denen nicht ein???

Immer die alten Kamellen. Besser wurde aufgewärmtes bisher selten. Aber irgendjemand muß ja von unseren Steuerzuschüssen und GEZ Gebühren leben können.

Beitrag melden
Max Super-Powers 28.06.2017, 13:12
24.

Liebe Mitkommentatoren, die Ihr euch über das jugendliche Aussehen mokiert, mal ein paar Tatsachen:

1) U-Boot-Kommandanten im 2. Weltkrieg waren meist Kapitänleutnant oder gar nur Oberleutnant, also die unteren Sprossen der Offiziersleiter.
2) Wer den original Boot-Roman gelesen hat, der weiß, dass "der Alte" mit Anfang 30 von Buchheim als einer der mit Abstand Ältesten der Flotille beschrieben wurde. Und das war 1941! Von daher passt ein 28-Jähriger problemlos
3) Später im Krieg, ab '42, als die Verluste wirklich bedenklich wurden, sank das Durchschnittsalter der Crews rapide. Ab '44 waren 20-Jährige Oberleutnante als Kommandant eher die Regel denn die Ausnahme
4) Vielmehr war Prochnow, so sehr er auch in die Rolle passte, mit seinem damaligen 40+ Aussehen eigentlich zu alt für die Rolle. In dem Alter war man in der U-Boot-Kriegsmarine entweder tot weil versenkt oder hatte einen wesentlich höheren Rang und befehligte dementsprechend keine U-Boote mehr. Insofern sieht die bisherige Crew dieses Remakes in meinen Augen zumindest schon mal realisitischer aus, als das Boot-Original.

Und dann: Günther Prien war, als er in Scapa Flow angriff, 31 Jahre, Otto Kretschmer, erfolgreichster U-Boot-Kommandant auf deutscher Seite, beendete mit 29 seine Karriere, als er 1941 gefangengenommen wurde. Engelbert Endrass war bei seiner Versenkung 30.

Diese Liste lässt sich fortsetzen, soll aber nur zeigen: Die waren tatsächlich durch die Bank weg so jung.

Alles weitere muss freilich der Film zeigen.

Beitrag melden
Haarfoen 28.06.2017, 13:14
25.

Wird mit großer Wahrscheinlichkeit nur ein mieser Abklatsch.
Buchheim selbst war schon die Version von Petersen ein Gräuel. Mein Vater war selbst U-Boot Fahrer in der Kriegsmarine und es gab immer wieder lange Debatten mit "Lothar-Günther" über "das Boot". Zu viel spektakuläre Szenen und zu wenig "Gammel". Zu 99,9 % definierte sich diese entsetzliche U-Boot Fahrerei durch "Gammelfahrten", also der systematischen Suche nach feindlichen Geleitzügen oder Einzelfahrern inkl. der damit verbundenen psychischen Probleme und Aggressionen durch Beschäftigungslosigkeit und wochenlanges Herumlungern im Boot. Im Kontrast dazu die 0.1 % "Action" mit dramatischer Todesangst und Adrenalin total. Nicht zu vergessen, die chemischen Beruhigungspillen, die der Mannschaft "unter geschoben" wurden. Authentisch betrachtet, ein schwieriger Stoff für die Leinwand oder den Fernsehschirm. Es ist zu erwarten, dass die Neuinszenierung mit der Intention einer "spannenden Unterhaltung" aufgesetzt wird. Eben das war Buchheim ein Gräuel, da dieser Ansatz die eigentlichen Ereignisse und das Leiden der Besatzungen nie reflektieren kann. Obwohl ich persönlich finde, dass das Petersen streckenweise durchaus ordentlich gelungen war. Die U-Boot Fahrer waren auch keine Helden oder Krieger. Das hatte die NS- Propaganda so inszeniert und viele junge Männer oder Kinder sind dem auf dem Leim gegangen, um sich dann in den stählernen Särgen in einer anderen Realität wieder zu finden. Missbraucht und verheizt. Chancenlos mit veralteter Technik von Dönitz wissentlich in den Tod geschickt - als wertloses Fischfutter. Ob das die Neuinszenierung thematisieren wird? Wohl kaum. Es ist zu befürchten, dass auch dieser Stoff durch das immer weiter fallende Niveau der Film- und Fernsehindustrie bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet wird.

Beitrag melden
order66 28.06.2017, 13:16
26. Naja,

die Latte liegt schon wirklich sehr weit oben, was auch meinen Erinnerungen geschuldet ist. Ich habe erst den Roman gelesen und haben dann den Film gesehen. Zusammen mit den Schauspielern hat sich ein Bild gefestigt, an dem schwer zu rütteln ist.
JOHANN, läuft der Diesel.......

Beitrag melden
eulenspiegel1979 28.06.2017, 13:19
27.

Zitat von stranzjoseffrauss
Wäre ein interessantes Experiment. Aber vermutlich hätte Claude Oliver Rudolph nicht mehr durch die Luke gepasst.
Jürgen Prochnow ist 76. Klaus Wennemann ist leider in 2000 früh verstorben (allein er war einer der tragenden Figuren in Das Boot). Martin Semmelrogge ist mehr besoffen als in der Lage zu schauspielern.

Hubertsu Bengsch, Uwe Ochsenknecht, Herbert Grönemeyer, Erwin Leder, Jan Fedder, Ralf Richter, Heinz Hoenig könnten alle noch, haben aber alle bereist die 60 gerissen.

Und Otto Sander (Kaleun Thomsen) ist not in the condition to (f...) play, weil er ebenfalls verstorben ist.

Keine Angst, ich habe erkannt, dass Ihr Vorschlag Satire war :-)

Beitrag melden
klmo 28.06.2017, 13:20
28.

Zitat von Max Super-Powers
Liebe Mitkommentatoren, die Ihr euch über das jugendliche Aussehen mokiert, mal ein paar Tatsachen: 1) U-Boot-Kommandanten im 2. Weltkrieg waren meist Kapitänleutnant oder gar nur Oberleutnant, also die unteren Sprossen der Offiziersleiter.
Alles richtig. Jetzt nur noch bedenken, WARUM nur solch niedrige Dienstgrade?!

Beitrag melden
permissiveactionlink 28.06.2017, 13:29
29.

Da kann man nur hoffen, dass man den Oberfunkmaat Frank Strasser alias Leonard Scheicher vor Beginn der Dreharbeiten einen Einführungskurs in Sachen Morsetelegrafie und ENIGMA gibt. Bei den Schauspielern des Fernsehfilms "Laconia" war das ja offensichtlich nicht der Fall. Was man da ertragen musste ! Die Bedienung der Morsetaste erfolgte völlig falsch, Morsezeichen kamen dabei nicht heraus. Und das Beste : Der Funker schrieb (mit zehn Fingern !) auf der ENIGMA wie auf einer mechanischen Schreibmaschine. Was so gar nicht geht. Gipfel des Absurden : Der Funker soll auf Befehl des "Alten" (Hartenstein) einen Funkspruch auf englisch im Klartext senden. Ohne Textvorlage. Jeder, der noch telegrafieren gelernt hat, konnte hören und sehen, dass es sich so ganz sicher nicht abgespielt hat. Und im Boot ?
Da gab es (auch im Buch !) einen mysteriösen "Kommandantenspruch", dreifach verschlüsselt. In der Realität hat es so etwas nie gegeben.

Beitrag melden
Seite 3 von 9
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!