Forum: Kultur
Foto-Ausstellung in Essen: Der US-Marine, der zärtlich sein Gewehr umfasst
Don McCullin, courtesy Hamiltons Gallery

Was zeigen uns Kriegsfotos eigentlich? Was bleibt von den Bildern, wenn fünf, zehn oder gar hundert Jahre vergangen sind? Was lehren sie uns über das Leid und die Gründe eines Konflikts? Eine Schau in Essen sucht Antworten.

BrunoGlas 18.04.2015, 17:21
1. Möglichst zur Ausstellung hingehen.

Habe die Ausstellung in London in der Tate gesehen und war tief betroffen. Zum einen, weil die eher bräsig-schicke und dem konventionellen kuratorischen Stil folgende Tate erstmalig in ihrer Geschichte einen wirklichen Bruch in ihrem musealen Selbstverständnis erwirkt hatte. Das Ausstellungskonzept fasst all das zusammen, wes eben nicht landläufig als Kunst gilt.

Nämlich aus hunderten zeitlich versetzter Einzelereignisse des Krieges wird ein Gesamtdokument der realen zeitgeschichtlichen Gewalt erstellt, was dem darauf unvorbereiteten Betrachter sichtlich unter die Haut geht.

Im Grunde ist die Ausstellung ein zeitlich versetztes Spiegelbild der aktuellen globalen Ereignisse, sie ästhetisiert genau das, was heute Realität in der Welt ist, mit bekannten Folgen, welche die rechtslastigen Pegida-Anhänger nicht akzeptieren wollen.

Ein Hinweis noch, wer Schüler und Jugendliche in die Ausstellung mitnehmen möchte, sollte unbedingt eine Nachbereitung vorbereiten, da das Gesehene wirklich unter die Haut geht. Für Kinder bis etwa 10 Jahren ist mir persönlich die Ausstellung einfach zu krass

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grashalm 18.04.2015, 18:51
2. Aug um Aug Zahn um Zahn

hinter jedem Kriegsfoto stehen Menschen die abgekoppelt von persönlicher Freiheit, Zwangsbefehlen
ausgeliefert wurden, abgespiesen mit dem Sold von Verzweiflung und Hoffnungsschimmern.

sich gegenüberstehende Kämpfer sind sich gleich.
Soldat gegen Soldat.

Das Verkaufen von Waffen, durch obere Rang- Hirarchien sollte verboten werden.

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ut-e 18.04.2015, 23:33
3. emotional response

Was mir das Bild sagt? ich kann Gesichter aus den Augen eines Freundes, einer Geliebten, einer Mutter, eines Bruders, einer Schwester ... anschauen und einfach nichts verstehen.

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TomRohwer 18.04.2015, 23:59
4.

Übrigens: Laut Don McCullins eigener Bildunterschrift in seinem Bildband "Die im Dunkeln" umfasst der US-Marine sein Gewehr nicht "zärtlich", sondern im "Bombenschock".

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schriftsetzer 19.04.2015, 02:37
5.

Als Essener darf ich hinzufügen, weil das im Artikel fehlt:

10. April bis 5. Juli 2015 im Museum Folkwang in Essen.

Eintritt (Sonderausstellung + ständige Sammlung) 8,-€, erm. 5,-€).

Di, Mi, Sa, So 10-18 Uhr, Do, Fr 10-20 Uhr.

Eintrittsfreier Samstag am 18. April, 16. Mai und am 20. Juni.

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phoenix68 19.04.2015, 05:56
6. Weder

im Artikel noch in den Bildern habe ich einen Hinweis auf Kriegsbeute ... vergewaltigte Frauen und Kinder gesehen. Dies ist ein unzertrennbarer und tot geschwiegener Teil aller Kriege. Gebaeude, Infrastruktur kann neu erbaut werden; die Seelen der Kriegsbeute nicht.

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BrunoGlas 19.04.2015, 17:01
7. ... im Artikel noch in den Bildern habe ich einen Hinweis auf Kriegsbeute ... vergewaltigte Frauen und Kinder gesehen.

Ehe Du wieder eine Klagelarmoyanz gegen die Journalistin Karin Schulze loslässt, oder gegen die Ausstellung, fahre nach Essen, da wirst Du es sehen. Zumindest die Bilder von traumatisierten Kindern, weit abseits vom üblichen Fernsehgenre, werden die Setlist deines "kritischen" Weltbildes sicherlich über den Haufen werfen.

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