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Fotograf Crewdson: Das dunkle Unbewusste der USA
Gregory Crewdson/ Gagosian Gallery

Die Fotos von Gregory Crewdson erinnern an David-Lynch-Filme: Sorgsam komponierte Szenen, in denen der US-Fotograf den amerikanischen Alltag inszeniert und seziert. Ihn treibt die Suche nach den eigenen Ängsten, nach einem Weg aus der eigenen Einsamkeit - und nach dem perfekten Bild.

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multi_io 27.02.2014, 18:36
1.

Zitat von sysop
Die Fotos von Gregory Crewdson erinnern an David-Lynch-Filme: Sorgsam komponierte Szenen, in denen der US-Fotograf den amerikanischen Alltag inszeniert und seziert. Ihn treibt die Suche nach den eigenen Ängsten,
Wenn ich die ganzen über wacklige Holzpfähle gespannten Stromkabel auf den Bildern sehe, kann ich die Ängste schon nachvollziehen. :-D

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z_beeblebrox 27.02.2014, 18:55
2. Wollte mir erst die Bilder anschauen...

Zitat von spon
Für seine Fotos muss auch schon mal ein Schulbus auf die Seite gelegt werden: US-Fotograf Gregory Crewdon hat sehr genaue Vorstellungen von seinen Aufnahmen. Seine Fotoarbeiten verschlingen zum Teil so viel Geld wie ein paar Drehtage in Hollywood.
... ab da hats mich nicht mehr interessiert.
Ein Fotograf der Unfälle inszeniert, um Bilder zu machen.
Was bitteschön soll das sein? Etwa Kunst?
Sorry, der Typ gehört auf die Psychocouch, wenn er mit seinem Leben nicht klarkommt.
Abgesehen davon sind die ersten 4 Fotos (hatte mir aus Neugier noch 3 weitere angesehen gehabt, dann wars mir zu öde) nicht besonders toll gemacht. Da habe ich von vielen (wenig berühmten) Fotografen 1.000 mal bessere gesehen.
Nun ja, wers mag ...

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chrome_koran 27.02.2014, 19:02
3.

Zitat von z_beeblebrox
... ab da hats mich nicht mehr interessiert. Ein Fotograf der Unfälle inszeniert, um Bilder zu machen. Was bitteschön soll das sein? Etwa Kunst?
Auch wenn es in Ihr betuliches WeltBild nicht passen mag: Ja, das ist Kunst.

Darf ich denn fragen, was _Sie_ denn für Kunst halten? Vielleicht auch, welche Kunstwerke _Sie_ so alles erschaffen haben, da Sie ja voll den Durchblick zu besitzen scheinen?

Crewdson dürfte als einer der interessantesten Fotografen der Gegenwart betrachtet werden. Wo andere sich ihre 15 minutes of fame damit verschaffen, indem sie Fotos von Supermarktregalen auf Billboard-Größe aufblähen, steckt bei Crewdson ein Narrativ dahinter, das beim Betrachten einfach nur zwischen Begeisterung und Demut schwanken kann.

Immerhin kann keiner der ewigen Besserwisser im Fall Crewdson behaupten, er selber oder sein n-Jähriger hätte es zig mal besser gemacht…**lach*

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mborevi 27.02.2014, 19:05
4. Diese Bilder erinnern mich ...

Zitat von sysop
Die Fotos von Gregory Crewdson erinnern an David-Lynch-Filme: Sorgsam komponierte Szenen, in denen der US-Fotograf den amerikanischen Alltag inszeniert und seziert. Ihn treibt die Suche nach den eigenen Ängsten, nach einem Weg aus der eigenen Einsamkeit - und nach dem perfekten Bild.
... in bedrückender Weise an das irrationale, wissenschaftsfeindliche Lebensgefühl, das ich in weiten Kreisen der US Gesellschaft seit Jehrzehnten in zunehmendem Maße bemerke. Es kann einen gruseln vor der Zukunft dieser Gesellschaft.

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jockel37 27.02.2014, 19:57
5. Parallelen

Einige Bilder, inbesondere die Straßenszenen erinnern sehr an die Bilder von Jeff Wall ("an eviction"). Auch er lässt viel Interpretationsspielraum in seinen Bildern.
Gefallen mir jedenfalls gut.

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insomnium 27.02.2014, 20:14
6.

Natürlich ist das Kunst, das möchte ich diesen Bildern nicht absprechen. Nichtsdestotrotz finde ich sie, von handwerklichen Aspekten, die ich als absoluter Laie nicht beurteilen kann, einmal abgesehen, einfach arg plakativ. Dieser creepy-Kitsch erinnert mich an Werbung für irgendeine US-Fantasyhorrorserie mit sozialkritischem Anstrich und als solche fände ich sie okay, aber für sich alleine gesehen ist das Ganze meiner Meinung nach eher unspannend.

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MartinS. 27.02.2014, 20:16
7. ...

Zitat von multi_io
Wenn ich die ganzen über wacklige Holzpfähle gespannten Stromkabel auf den Bildern sehe, kann ich die Ängste schon nachvollziehen. :-D
Muss schön sein, wenn man sich auf so ein paar simplen Vorurteilen ausruhen kann.
Ist das alles, was sie von Amerika wissen? Ist das alles, wovon sie glauben, dass es wissenswert ist?

Erscheint mir ein wenig arm und oberflächlich.... um nicht zu sagen "deutsch". Hauptsache man hat was, worauf man mit dem Finger zeigen kann, um dann hochnäsig darauf herabzusehen.

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dosmundos 27.02.2014, 20:29
8. :-)

Zitat von z_beeblebrox
Ein Fotograf der Unfälle inszeniert, um Bilder zu machen. Was bitteschön soll das sein? Etwa Kunst?
Nein, genauso wenig wie so Blödsinn wie zerfließende Uhren oder so Banales wie ein Bild von Marylin Monroe im Siebdruck.

Zitat von z_beeblebrox
Abgesehen davon sind die ersten 4 Fotos (hatte mir aus Neugier noch 3 weitere angesehen gehabt, dann wars mir zu öde) nicht besonders toll gemacht. Da habe ich von vielen (wenig berühmten) Fotografen 1.000 mal bessere gesehen.
Nicht jeder Fotograf ist ein Künstler. Erscjließt sich natürlich nicht jedem Laien...

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dosmundos 27.02.2014, 20:34
9.

Zitat von insomnium
Nichtsdestotrotz finde ich sie [...] einfach arg plakativ.
Könnte bewusst Teil des künstlerischen Konzepts sein.

Zitat von insomnium
Dieser creepy-Kitsch erinnert mich an Werbung für irgendeine US-Fantasyhorrorserie mit sozialkritischem Anstrich und als solche fände ich sie okay, aber für sich alleine gesehen ist das Ganze meiner Meinung nach eher unspannend.
Nun ja, mit der vom Himmel kommenden Beleuchtung kann ich mich nicht wirklich anfreunden, aber gerade die realistischeren Werke finde ich äußerst beeindruckend.

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