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Fragile Rollenbilder: Männlichkeit am Limit
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Männlichkeit ist so zerbrechlich, dass sie permanent symbolhaft gestützt werden muss. Auch deshalb erklären Politiker und Journalisten im Streit über ein Tempolimit so gerne, dass hier eine Freiheit aufgegeben soll.

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oliver_loessl 22.01.2019, 12:44
40. Darum geht's doch garnicht.

Zitat von galyeftherios
@oliver, hat nicht mal 20 Minuten gedauert, und schon haben Sie einen Mann gefunden, der den Artikel gut findet. Wieso auch nicht? Alles, was Frau Stokowski schreibt, kann ich zu 100% unterschreiben.
Es geht doch nicht darum, ob ein Mann oder eine Frau den Artikel gut findet, sondern darum, ob jemand (völlig Gender-Neutral) den Artikel genau so stehen lassen kann. Es geht nicht um Männer gegen Frauen...es geht um unsere Gesellschaft als Ganzes.
Ich bin ja z.B. selbst für ein Tempolimit...aber all die Leute die dagegen sind als männliche Testosteron-Idioten darzustellen ist meines Erachtens mehr als überzogen.
Ich habe einen festen Händedruck...und nicht, weil ich einen soften Händedruck als "schwul" empfinde, sondern weil ich einfach einen festen Händedruck habe.
Und ich könnte nun die Liste beliebig fortsetzen...
Nochmal...es geht nicht um "Männer vs. Frauen" - ausser man will die Feindbilder bewusst schüren.

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manusmanumLavat 22.01.2019, 12:44
41. ?

Liebe Frau Stokowski,
was wollen Sie mit diesem Artikel konkret sagen? An wen ist dieser denn gerichtet? Sie faseln hier etwas von strikten Regeln, Faustschlägen und Umarmungen. Ehrlich gesagt, ich habe Ihr Geschreibsel nicht ganz verstanden. Es scheint wohl an uns Männer gerichtet zu sein ;-).

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Haarfoen 22.01.2019, 12:46
42. Hilfe!

Ich würde gerne sicherstellen, dass ich als Mensch erkannt werde, möchte aber im Sommer keine kurzen Hosen tragen. Ich fühle mich in langen Hosen einfach wohler. Muss ich jetzt einen shield protector kaufen? Wie komme ich aus dem Dilemma raus? Ich gebe mir nämlich sonst sehr viel Mühe human zu wirken, oder ist der Aufdruck "PH-neutral" auf meiner Shampooflasche auch verfänglich? Meine Freundin rasiert sich mit einem Gillette- Rasierer die Beine, irgendwie irritierend ... und sie isst Fleisch (während ich Vegetarier bin). Ich möchte als Mann gerne alles richtig machen und dabei mithelfen, bestehende Umgerechtigkeiten abzubauen. Was mache ich mit den Hosen? Brauche ich ein neues Shampoo und hat meine Freundin ein Gender- Problem? Das Auto ist übrigens kein Problem, es ist schon sehr alt und nicht besonders schnell. Es wäre sehr lieb, wenn Sie mir bei den anderen Problemen helfen könnten!

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lock_vogell 22.01.2019, 12:49
43.

Zitat von karsten.wilke
'Männer müssen sehr strikte Regeln einhalten, wenn sie das alte Bild von Männlichkeit am Leben halten wollen. Sie sollen einander in der Öffentlichkeit nicht anders anfassen als durch festen Händedruck oder Faustschlag, sonst sind sie schwul, sie sollen im Sommer keine kurzen Hosen tragen, sonst sieht man, dass sie Menschen sind.' Das ist alles so unfassbar altbacken, dass ich kaum glauben kann... Offensichtlich ist gerade der Autorin verborgen geblieben, wie weit sich doch die Gesellschaft zwischenzeitlich weiterentwickelt hat, und das - im Rückblick an mehrere ähnliche Beiträge denkend - ohne irgendeinen sinnvollen Beitrag von ihrer Seite. Aber es ist natürlich auch sehr viel leichter, auf Konflikt gebürstet irgendwelche Fahnen hochhalten und Argumente aus dem Museum herunterbeten zu können.... Nebenbei: Ich BIN schwul, und mich ärgert nichts mehr, als wenn Vorurteile wieder und wieder hervorgeholt werden, die schon lange nicht mehr in der genannten Form existieren. Die Gesellschaft ist da schon VIEL weiter als die Autorin selbst, keine Frage.
falsch die gesellschaft WAR schon viel weiter und bewegt sich aktuell mit siebenmeilen stiefeln zurück zu den 50ern.
anfang der 2000er hatte ich wirklich das gefühl, das wir in deutschland bei der gleichberechtigung schon recht weit sind und es nicht mehr allzulange dauern könnte, bis wir endlich von einer echten gleichberechtigung reden können.
aber in den letzten jahren gibts da doch nur noch mist zu verkünden. da wird der unnütze paragraf 219a verteidigt, eine frau hat gefälligst nach der elternzeit maximal noch halbzeit zu arbeiten und muss sich sowieso in selbstaufgabe um jedes bedürfnis ihrer kinder kümmern.
da wird plötzlich wieder gegen die ehe für alle lobbyiert, und tatsächlich studien veranstaltet, ob sich adoptierte kinder in gleichgeschlechtlichen partnerschaften nicht doch schlechter entwickeln als in der "bilderbuchfamilie"...
homosexuelle werden plötzlich auf der straße wieder angefeindet. schwul ist plötzlich kein geflügeltes wort mehr, sondern wieder eine echte beleidigung usw. usw...

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tok1 22.01.2019, 12:49
44. Bloß nicht daran rütteln!

Seien wir mal ehrlich: Wir lesen die Stokowski-Kolumne doch alle nur flüchtig, freuen uns kurz über Pretiosen wie das „Männlichkeitsideal, … das durch Grapschen, Prügeln, Mobben am Laufen gehalten wird" und flitzen dann nach unten, um uns über die boshaften Kommentare zu amüsieren. Immerhin verhelfen wir der Dame so zu einem festen Platz unter den SpOn-Autoren. Bitte nicht daran rütteln!

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im_ernst_56 22.01.2019, 12:52
45.

Zitat von samothrake.von.nike
Ich bin eine Frau und auch gegen das Tempolimit. Und nun?
Verstehe ich Sie richtig, dass Sie der Kolumnistin insoweit widersprechen wollen, als diese die Lust am schnellen Autofahren der toxischen Männlichkeit zuordnen will? Wenn ja, dann stimme ich Ihnen zu. Ich bin der Meinung, dass Frau Stokowski mit diesem Teil ihrer Kolumne über das Ziel hinausgeschossen ist. Das kommt übrigens öfter vor. Zwei Drittel oder Drei Viertel des Beitrags sind nachvollziehbar und dann kommt wieder so ein Schlenker, wo man die Hände vor das Gesicht schlägt und sagt oh nee.....bitte nicht.

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Andraax 22.01.2019, 12:53
46.

Zitat von ahornfreundin
Also was die Ablehnung eines generellen Tempolimits mit toxischer Männlichkeit zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht. Gerade weil Männer und Frauen gleichberechtigt sein sollten, darf auch ich als Frau meinen Spaß daran haben mit meinem dicken, ps-strotzenden SUV über die Autobahn zu düsen. Schneller als 130! Und die Verallgemeinerung, dass Unfälle und gefährliche Situationen nur von rasenden Männern, oder ausschließlich bei Geschwindigkeiten jenseits der 130 verursacht werden, ist meiner Meinung nach auch nicht haltbar.
Die gültige Verallgemeinerung ist, dass Unfälle bei höheren Geschwindigkeiten zu schwereren Verletzungen führen - das ist haltbar.

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lock_vogell 22.01.2019, 12:54
47.

Zitat von meinerlei
Soweit alles ok, was da über Männer und die Herausforderung steht, ihr Selbstverständnis und die damit verbundenen Attribute zu reflektieren. Ausgerechnet das zum Fetisch stilisierte und wieder mal in die Schlagzeile beförderte Tempolimit aber passt nicht als Beleg. Zudem ist auch der beispielhaft ins Feld geführte Unfall offenbar durch die Benutzung eines Handys beim Fahren verursacht worden. Angesichts zahlloser bereits bestehender Tempolimits auf Autobahnen und der hohen Verkehrsdichte würde ein generelles Tempolimit weder den Benzinverbrauch noch die Zahl der Verkehrstoten nennenswert beeinflussen. Andererseits gibt es auch angesichts des im Autobau erreichten Sicherheitsstandards genug Autobahnabschnitte, die ohne Eigen- oder Fremdgefährdung deutlich zügiger als mit Tempo 130 absolviert werden können. Das fühlt sich auch nicht besonders männlich an, ist einfach pragmatisch.
das ist ein "bullsh*t" argument...
eine strecke von 1150 km die ich in meinem leben schon häufiger gefahren bin, ist mit nem schnitt von 137 kmh in einer bewegungszeit von 8std. 45min. bewältigt gewesen, bei einem schnitt von 116 in 9std. 30min... ist jetzt nicht so ein riesiger vorteil, dass ich nicht auf die freie geschwindigkeit verzichten könnte, mal von dem unterschied im gefühlten stresslevel noch gar nicht gesprochen und dass ich am ende sogar nur 30min. schneller, da ich einen stopp mehr brauchte bei der höheren durchschnittsgeschwindigkeit, könnte man auch noch erwähnen...

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tonyhawks 22.01.2019, 12:57
48. Tempo und Unfallgefahr korreliert leider nicht miteinander

Auch wenn man es gerne so darstellt.
Wieso gegen Fliegerei, Landwirtschaft, Heizungen und Schiffe nicht vorgegangen wird, kann einem allerdings niemand erklären (wenn es um die Umwelt geht).
Wenn man das schon so pauschal bedient, warum dann nicht auch das andere Ende beleuchten? Der Logik von Frau Stokowski folgend, sollte man dann vielleicht darüber sprechen, warum alle Frauen auf der Autobahn mit 95 km/h auf die linke Spur wechseln müssen ohne den nachfolgenden Verkehr zu beachten... Ach nee, so herum gibt es ja keine pauschale Verunglimpfung.

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Freier.Buerger 22.01.2019, 12:57
49.

http://www.spiegel.de/panorama/unfaelle-im-haushalt-fast-10-000-menschen-sterben-jedes-jahr-a-1133212.html

Das Risiko einen tödlichen Unfall im Haushalt zu erleiden ist um ein Vielfaches höher als im Straßenverkehr.
Von ca. 3300 Verkehrstoten starben 400 auf den Autobahnen. Davon waren 80 LKW-Fahrer. Denen nützt ein Tempolimit nix. bleiben ca. 320 PKW- bzw. Motorradfahrer. Konkrete Angaben zu den Orten auf der Autobahn sind schwer zu finden. Wenn man andere Statistiken allgemein zu Unfällen an Baustellen u.a. Gefahrenstellen heranzieht muss man jedoch zu dem Schluss kommen, dass mindestens die Hälfte der tödlichen Unfälle an schon geschwindigkeitsreduzierten Stellen passiert.

Ich schlage vor, dass wir die Wohnungsgröße auf max 100qm für eine 4köpfige Familie begrenzen.
Ich müsste z.B. die obere Etage aufgeben. Das reduziert nicht nur die Chance tödlicher Treppenstürze, sondern ist natürlich auch eine CO2 Einsparung um 1/3. In den Städten erhalten wir so freien Wohnraum und damit sicher Mietpreisreduktionen.

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