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Frauen und Sex: Wir frustrierten Kühe
Corbis

Es wäre schön, wenn alle unangenehmen Frauen durch fleißigen und guten Geschlechtsverkehr zu ausgeglichenen Menschen würden. Aber so läuft's nicht.

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Eliza 21.08.2014, 23:09
330.

Zitat von benmartin70
Na dann mal los mit Ihrem reichen Erfahrungsschatz, aber bitte ohne Bibel.
1) Aha, was soll die Ausnahme? Wer sich gegen entscheidende Informationen zu sperren wünscht, sollte sich vor dem Bösen in der Banalität bzw in der selbst verschuldeten Ignoranz in Acht nehmen. Vgl Hannah Arendt. :-(

2) Ich kenne mindestens EINE Person, die erst NACH dem Einsatz ihres (wie sie begeistert versicherte) "befriedigenden" sog. Sexlebens komisch wurde.

Zuvor, während ihres bemerkenswerterweise enthaltsamen Lebens war sie ein patenter Mensch gewesen, mit dem man hätte Pferde stehlen können, handfest, humorvoll und liebenswert.

Danach färbte sie haarsträubend von dem haarsträubenden sozialen Ehrgeiz, den haarsträubenden Lebens-Ansichten bzw -Konventionen ihres (nunmehr) Ehepartners ab, auf den sie jahrelang gewartet hatte, und der keineswegs die herausragende Persönlichkeit war, als der er uns von ihr immer geschildert worden war, sondern ein nervender, langweilender, egoistischer Besserwisser auf allen Gebieten.

Fazit: Der Tag hat 24 Stunden. Wieviel mehr als acht davon will man im Bett verbringen, und wieviel davon...

Kurz, das Verhältnis eines Paars im sonstigen Alltag zueinander und zu andern dürfte bzw KÖNNTE für das Glück und den Seelenfrieden der Beteiligten wichtiger sein als die von Ihnen hochgejubelte und fragwürdiger Weise von allem Übrigen im Leben isolierte Aktivität.

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Eliza 21.08.2014, 23:47
331.

Zitat von mr.feelgood
Die christliche Moral bestimmte Sexualität lediglich als Zeugungsvorgang.
Wie kommen Sie auf diese Idee?

Ich sehe sie oft wiederholt.

Sie trifft nur, bedauerlich für die hierauf basierenden anti-christlichen Denk-Klischees bzw Weltbilder, nicht zu.

Wie gesagt, schon die Bibel lehrt etwas anderes (siehe das Hohelied und die andern in der Bibel dargestellten Liebesgeschichten). Was darüber hinaus die römisch-katholische Sicht betrifft, siehe die Pastoral-Konstitution "Gaudium et spes" aus den Konzils-Dokumenten von 1965.

Die Freude in der Ehe ist für die christliche Moral ein hoher Wert; sie wird von der Kirche gesegnet. auch unabhängig vom Zeugungsvorgang.

Was *nicht* gesegnet wird, ist die absolute Abtrennung und Verselbständigung der Sex-Praktiken von allen übrigen menschlichen Belangen bzw die *komplette Trennung* dieser vom Zeugungsvorgang und die Hochjubelung dieser Akte zu einer Quasi-Pflicht, egal, was sonst passiert und ohne Rücksicht auf Verluste. Ein solches Verhalten wird (nicht nur von der Kirche) als inhuman eingeschätzt.

Eine treffende Karikatur dieser modernistischen Entwicklung hat zB Aldous Huxley [ein nicht-christlicher Intellektueller] in seinem dystopischen Roman Brave New World (1932) gegeben.

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Eliza 26.08.2014, 10:34
332.

Zitat von uncle scrooge
Unsinniges Klischeedenken? Pustekuchen, zumindest in der RKK! Auszug aus dem Katechismus der Katholischen Kirche (Berufung zur Keuschheit): „Unkeuschheit...Unzucht ist...
... das Geschilderte: Die *komplette* Ablösung der Sex-Praktiken vom Zeugungsakt und deren modernistische gesellschaftlich unbedingt vorgeschriebene Verwirklichung ohne Rücksicht auf Verluste, andernfalls einem sonst welches Elend, zumindest aber der Argwohn der ganzen Gesellschaft angedroht wird.---Eben wie in *Brave New World* karikiert.

Die ehelichen Akte sind als der Ausdruck der gemeinsamen Freude und als Unterpfand der ehelichen Treue und zur Stärkung der Bindung gesegnet. Als solche, ohne Wenn und Aber.

Wie könnte es anders sein bei einer Religion der Freude, deren Stifter nach Johannes "den Anfang mit seinen Wundern" ausgerechnet auf einer Hochzeit machte (zu keinem andern Zweck, als der schon fröhlichen Gesellschaft massenhaft besten Wein zu verschaffen, damit sie sich desto besser freuen konnte)?

Der Katechismus ist allerdings mit seiner Formulierung gegenüber einer gewissen modernistischen Isolierung der puren Sexual-Gymnastik von allen übrigen menschlichen belangen, deren ideologische Verhimmelung als das höchste aller Ziele, auf Gegenkurs gegangen.

Näheres dagegen bei Kardinal Ratzinger, dem damaligen Vorsitzenden der Glaubenskongregation und späteren Papst Benedikt XVI,, in dem Interview-Buch mit Peter Seewald *Salz der Erde* http://www.amazon.de/Salz-Erde-Christentum-katholische-Jahrtausendwende/dp/B0027VN7K0/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1409040882&sr=1-1&keywords=Ratzinger+Seewald

Seewald dringt in Ratzinger, als der (unter Berufung auf Huxley) dargestellt hatte, inwiefern es inhuman sei, die ehelichen Akte *komplett* vom Zeugungsakt zu trennen:

Seewald: Wenn ein Ehepaar aber schon gezeigt habe, dass es eine positive Einstellung zu Kindern habe, eben weitere Kinder nicht aufziehen könne, ob dieses dann sündige, wenn es weitere Empfängnis verhüte.

Die Antwort Ratzingers ist ein klares NEIN.

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