Forum: Kultur
Frauenkleidung: Das Bedürfnis, nicht angegafft zu werden
Stephane Mahe / REUTERS

"Talentiert und schön"? Die Berichterstattung über die Fußball-WM zeigt: Die Spielerinnen werden auch immer als Objekte bewertet. Das gilt übrigens für alle Frauen - und wird im Sommer besonders spürbar.

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spon-facebook-10000012354 11.06.2019, 16:11
50. Nach erfolgreichen Endspielen reißt sich der Schönste....

Zitat von nasodorek
Das ist eine vollkommen irrelevante Frage. Die Frage ist warum wird bei Frauen die diese freiwillig Bikini-Bilder ins Netz stellen IMMER auch diese veröffentlicht, wenn sie Leistung vollbringen die mit ihrem Aussehen nichts zu tun hat. Auch männliche Sportler posten gerne Bilder von sich in knappen Hosen (gerne vor schnellen Autos.) Wenn dieser Sportler am Wochenende einen Hatrick erzielt werden diese Fotos nicht veröffentlicht. Haben Sie in Bezug auf Ronaldo z.B. schon mal gelesen: "Der schönste von Juve verschießt Elfmeter!"
Das gibt es natürlich - selbst die SZ schreibt:
"Nach erfolgreichen Endspielen reißt sich der Schönste, Beste und Selbstbewussteste aller Portugiesen, kurz CR7, gemeinhin auf dem Spielfeld das eigene Trikot vom Leib, um sich selbst und allen anderen zu beweisen, dass es seinen Oberkörper nur einmal auf der Welt gibt".
https://www.sueddeutsche.de/sport/nations-league-portugal-ronaldo-1.4480938

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matthias.ma 11.06.2019, 16:12
51. Nicht ganz falsch

Allerdings muss man sich nur Bilder von Ronaldo und Co ansehen, um zu sehen, dass Körperkult im Sport nicht nur bei Frauen zählt. Der Werbemarkt will schöne Menschen sehen. Da wird normalerweise mehr Geld als mit dem eigentlichen Fußballspiel/Sport verdient. Und deshalb werden körperbetonte Bilder durch die Sportler bereitgestellt und gerne kommentiert. Bei Frauen noch mehr, das ist korrekt. Dort können auch sportlich nicht so erfolgreiche viel Geld verdienen. Beispiel Anna Kournikova. Nicht so häufig im Einzel gewonnen, aber heute noch Werbeverträge. Auffallen ist wichtig. Schöne Menschen verdienen mehr als hässliche Menschen. Im Sport und in öffentlichkeitswirksamen Bereich wie den Medien noch mehr als in der "normalen" Wirtschaft.

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mark.muc 11.06.2019, 16:13
52. Die immer gleichen abgedroschenen Klischees...

Natürlich taxieren auch Frauen männliche Körper, Männer männliche Körper, Frauen weibliche Körper. Und das ist schön und gut so. Sicherlich gibt es auch hier und da Menschen (darunter befinden sich z.B. auch Frauen, die auf den Schritt von Männern starren), welche dieses Blicken in ein Starren oder Glotzen ausarten lassen. Und ja das kann unangenehm sein. Ich möchte deswegen aber nicht den gelegentlichen weiblichen Blick auf meine Jeans missen. Und ich möchte nicht dass wir eine Blickpolizei einrichten - angeführt von Frau S- welche noch erlaubte Blicke von schon unerlaubtem Starren scheidet. Die Unehrlichkeit dieser Art von feministischer Diskussion zeigte sich auch bereits in der Pornodebatte, in welcher immer wieder beharrlich übersehen wird, daß auch viele Frauen Pornos schauen und dabei ganz ähnliche nachweisbare Hirnreaktionen zeigen wie Männer. Auch wurde bei dieser Diskussion übersehen, daß der ewig geile allein aufs F... fixierte Mann mindestens genauso herabgewürdigt wird, wie das passive weibliche Sexualobjekt in vielen dieser Filme, Feministinnen a la Frau S. machen aus Engstirnigkeit und Voreingenommenheit eine Tugend und sonnen sich in ihrem feministischen Sexismus.

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troubadero 11.06.2019, 16:17
53. Instagram...

zeigt LEIDER, dass immer mehr jungen Frauen - und nicht nur die bekannten Instagram-Influencer - sich über ihr Aussehen definieren und selbstverständlich gerne das tradierte Rollenbild annehmen. Und das sieht folgendermaßen aus: Sie hübsch - er Versorger, sprich reich. Und genau das macht Herrn Hummels auch so attraktiv: Jung, sportlich und dazu Geld. Und genau diese Kombination sucht ein "Golddigger" ein Leben lang. Das bekommen nur die Hübschesten. Frau Stokowski spricht leider nicht für die junge Generation, sondern nur für (mittel)-alte, weiße Frau.

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im_ernst_56 11.06.2019, 16:17
54.

Zitat von kategorien
Aber nicht vergessen, dass männliche Fußballer von weiblichen Fußballfans nicht nur nach ihren sportlichen Qualitäten bewertet werden. Sport hat immer mit Sex zu tun. Nicht vergessen. Einfach mal eine Umfrage unter den Frauen machen, die männlichen Fußball sehen. Wie viele starren auf den Arsch, den Penis (der sich in der Hose heraussehen lässt), die Muskeln sowieso? Vielleicht ist es auch nur eine besonders männliche Lesart von Fußball, die hier wiederholt wird, dass das andere Geschlecht die sportliche Leistung von männlichen Fußballern bewertet. Wahrscheinlich ist das großer Käse. Wahrscheinlich bräuchte es bloß -- mehr weibliche Sportjournalisten. Denn denen wird es genauso schnuppe sein, ob die Fußballerin einen großen Busen hat, wie den meisten männlichen Fußballfans, ob ein Mann große Muckis und einen leicht erkennbaren Penis hat.
Sehr richtig. Es muss einen Grund dafür geben, dass mehr Frauen zum Männerfußball als zum Frauenfußball gehen und - lt. SPON-Untersuchung - die Mehrheit der Interessenten für Frauenfußball männlich und über 60 ist. An diesen Fakten kommen auch mehr weibliche Sportjournalisten nicht vorbei. Es hätte mich übrigens gefreut, wenn Frau Stokowski sich mehr mit dem überraschenden Ergebnis der Untersuchung befasst hätte als in der Boulevardpresse (die viele in diesem Forum wahrscheinlich gar nicht lesen) nach sexistischen Bemerkungen zu graben.

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muellerthomas 11.06.2019, 16:18
55.

Zitat von florianinlaw
zu betrachten leistet sich doch nur die Sorte Männer, die es nicht anders gelernt haben und das ist nach meiner Erfahrung eine hilflose Minderheit. Frauen als schön und begehrenswert zu empfinden ist hingegen ein schöpfungsimmanentes Prinzip, dessen Erhaltung im Interesse beider Geschlechter sein sollte. Deshalb wird man die Physis und den damit verbundenen sexuellen Bezug immer mitbetrachten, wenn man nicht generell misogyn oder ein vollendeter Heuchler ist. Dass eine Sportlerin also auch sexy ist und dies betont ( Der vielzitierte Ronaldo arbeitet gerade zu mit seiner männlichen Präsenz) ist zu begrüßen. Wann, Madame Stokowski, werden Sie sich damit anfreunden, dass eine hübsche Frau ein erfreulicher Anblick ist? Egal, ob Sportlerin oder, Hmm....Bundeskanzlerin?
Sie wollen aber nicht enrsthaft bestreiten, dass sich Artikel über Frauensport viel, viel stärker auf das Aussehen der Sportlerinnen konzentrieren anstatt auf die sportliche Leistung als dies bei Männern der Fall ist, oder?

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bigbird1 11.06.2019, 16:20
56.

Ist denn schon „Sauere Gurkenzeit“ oder warum ist es dem Spiegel so wichtig Themen aufzugreifen, über die sonst nur von den so ungeliebten Blättern berichtet wird?
Das Bild-Zitat ist so von einer Mitspielerin gegeben worden, also keine Erfindung.
Wenn sich Frau Stokowski über die Kleiderordnung der „Mädels“ ereifert, dann empfehle ich ihr als Ausgleich mal die männlichen Sprinter bei der Leichtathletik! Aber Sport gehört wahrscheinlich nicht zu ihrer Berichterstattung.

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bert1966 11.06.2019, 16:23
57.

Wozu meint Frau / Mann überhaupt, ein öffentliches Instagram-Account betreiben und mit Bildern der Accountbesitzerin / des Accountbesitzers in spärlicher Bekleidung füllen zu müssen? Aus pragmatischen klima- und bekleidungstechnischen Gründen ja wohl kaum, sondern doch eher aus Gründen der narzisstischen Eigenwerbung. Wenn Frau Stokowski dann so plump darauf hereinfällt, und Bikiniselfies von Fußballerinnen auf Biegen und Brechen zu Zeichen der feministischen Selbstbestimmung umdeuten will, dann tut sie mir wirklich leid. Das ist fast so, als wollte man der Öffentlichkeit Coverfotos von Kim Kardashian als Heiligenbildchen einer verkannten Ordensschwester verkaufen. So eine Art von zwangsfeministischen Fehlinterpretationen finde ich mehr als peinlich.

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muellerthomas 11.06.2019, 16:27
58.

Zitat von spon-facebook-10000012354
Das gibt es natürlich - selbst die SZ schreibt: "Nach erfolgreichen Endspielen reißt sich der Schönste, Beste und Selbstbewussteste aller Portugiesen, kurz CR7, gemeinhin auf dem Spielfeld das eigene Trikot vom Leib, um sich selbst und allen anderen zu beweisen, dass es seinen Oberkörper nur einmal auf der Welt gibt". https://www.sueddeutsche.de/sport/nations-league-portugal-ronaldo-1.4480938
Das eine Gegenbeispiel CR7 entkräftet doch die Gesamtaussage nicht.

Nehmen Sie sich einfach einen beliebigen Bild-Artikel zu einem Spiel der Frauen-Nationalmannschaft und versuchen den mal mit männlichen Akteuren zu füllen. Ok, ich finde auf Anhieb gar keinen Artikel...was schon bezeichnend ist. Bei Bildblog finden Sie eine ganze Seire dazu.

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luciust 11.06.2019, 16:29
59. Super!

Klingt alles interessant und wichtig. Doof halt, dass Männer so auf die sekundären Geschlechtsmerkmale von Frauen fixiert sind und sich das wahrscheinlich auch sobald nicht ändern wird. Und Frauen diese sehr gerne betonen, um Aufmerksamkeit zu erhalten (übrigens nicht nur von Männern, Frauen konkurrierrn teilweise recht heftig untereinander) wird sich wahrscheinlich auch nicht ändern. Ich bin nun wirklich kein Freund der selbst-schuld-weil-kurzer-Rock-Argumentation und ich hasse anzügliche Respektlosigkeiten gegenüber Frauen. Die Haltung alle Männer als triebgesteuerte Tiere in einen Sack zu stecken und draufzuhauen mag nicht annähernd so primitiv sein, wie alle Frauen als potentiell benutzbare Objekte anzusehen, trotzdem ist sie nur aus einer selbstgewählten Opferrolle wirklich legitim. Für wen schreibt man eigentlich so eine Kollumne, außer für einen selbst?

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