Forum: Kultur
Freihandelsabkommen mit den USA: "Der Zombie hat mehr Feinde bekommen"
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Ist Alarm angebracht? Ist Kultur eine Ware wie jede andere auch? Matthias von Hartz, Volkswirt und Theateregisseur, über das geplante Freihandelsabkommen TTIP mit den USA - und wie und warum er dagegen Front macht.

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BettyB. 02.07.2014, 12:05
1. Kulturförderung mal anders gesehen

Ohne Förderung weit weniger Kultur und mehr Arbeitslose, die aber auch "gefördert" werden. Interessant bei Beurteilung der Kulturförderung sind deshalb nicht die Bruttoaufwendungen, sondern das was vor Steuerzahlungen der Empfänger und Alternativkosten anfällt. Das dürfte aber nur für wirkliche "Kulturbanausen" von Bedeutung sein in Anbetracht der stattlichen Gesamtausgaben...

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Immanuel_Goldstein 02.07.2014, 12:11
2. Wir bekommen keine bessere Kultur, wenn wir die eigene aufgeben.

Zitat von sysop
Ist Alarm angebracht? Ist Kultur eine Ware wie jede andere auch? Matthias von Hartz, Volkswirt und Theateregisseur, über das geplante Freihandelsabkommen TTIP mit den USA - und wie und warum er dagegen Front macht.
Die Behauptung, die USA hätte die bessere Kultur, die besseren Schriftsteller, die besseren Filme, entbehrt vollkommen jeglicher Grundlage. Sie ist geradezu absurd. Der Autor hat Recht: Kultur ist keine Waren und Dinge wie Theatersubventionen oder Buchpreisbindung schädigen niemanden, sondern nützen allen. Der Buchmarkt in den USA ist ziemlich katastrophal, weil überhaupt nur noch Bestseller verlegt werden. Nischenliteratur gibt es nicht mehr, weil sie sich keiner leisten kann und Fachbücher fürs Studium kosten hunderte Dollar, weil der Markt für sie klein ist. All das ist im kulturellen Europa nicht gerade wünschenswert und darf auf keinen Fall aufgegeben werden. Wir bekommen keine bessere Kultur, wenn wir die eigene aufgeben.

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derandereblick 02.07.2014, 12:14
3. Nichts gelernt

Die abgehobenen EU-Oberen lernen einfach nichts dazu. Warum sind sie denn bei der letzten Wahl abgestraft worden? Weil die Leute in der EU keine Institution mehr sehen, die sie schützt und die ihre Interessen vertritt, sondern sie im Gegenteil den Profitinteressen des Kapitals schutzlos ausliefert. Die Leute sollen "den Gürtel enger schnallen", für Hungerlöhne arbeiten und auf Kündigungsschutz, Tarifbindung und Gesundheitsversorgung verzichten, damit die Konzerne noch mehr Profit auf ihre Kosten machen können. Und was tut die EU? Statt endlich Politik für ihre verängstigten Bürger zu machen, werden mit TTIP und TISA (den Lobbyisten in Brüssel sei Dank) wieder nur die Interessen des Großkapitals bedient und die kleinen Leute weiter entrechtet. Ist es da ein Wunder, wenn sie von dieser EU die Nase voll haben?

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maledicto 02.07.2014, 12:54
4.

Zitat von sysop
Ist Alarm angebracht? Ist Kultur eine Ware wie jede andere auch? Matthias von Hartz, Volkswirt und Theateregisseur, über das geplante Freihandelsabkommen TTIP mit den USA - und wie und warum er dagegen Front macht.
Vielleicht hätte Deutschland nicht schlechtere Buchautoren, aber sicher schlechtere Bücher.
Die Qualität von US-Büchern ist dermaßen schlecht, dass sie schon beim ersten Lesen zerfleddern. Man hat den Eindruck, es wird absichtlich so hergestellt, dass man das gleiche Buch mehrfach kaufen muss.

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manicmecanic 02.07.2014, 13:00
5. Demokratie

Sieht also aktuell so aus daß per GEHEIMEN Verhandlungen über alles mögliche verhandelt wird was JEDEN Bürger mehr oder weniger direkt betrifft.Ich kann nur staunen wie gut die Masse bereits verblendet wurde wenn ich sehe wie es die meisten entweder gar nicht wissen oder es ihnen schlicht egal ist weil sie nicht begreifen wie sie gerade im Moment alle verkauft werden.

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libertarian2012 02.07.2014, 13:41
6.

Zitat von sysop
Ist Alarm angebracht? Ist Kultur eine Ware wie jede andere auch? Matthias von Hartz, Volkswirt und Theateregisseur, über das geplante Freihandelsabkommen TTIP mit den USA - und wie und warum er dagegen Front macht.

Was er eigentlich sagt ist: Kultur ist eine Ware und meine Ware ist so schlecht, dass ich Sorge habe demnaechst keine Steuergelder mehr nachgeschmissen zu bekommen.

Ich kenne beide Kulturplaetze sehr gut. In Deutschland wurde immer viel ueber Kultur geredet (speziell deren "Foerderung") - und was es doch alles noch fuer ein tolles Potential gaebe (wenn denn mal Geld fliesst).
Hier in Amerika finden die Sachen einfach statt. Im Grossen und Kleinen. Viel Mist und viele gute Sachen - auch im Grossen und Kleinen. Manche Dinge sind vermarktbar, andere werden anders gefoerdert, auch ohne grosse staatliche Geldverteilungsbehoerden.
Das Ergebnis ist hier unterm Strich besser und vor allem professioneller - selbst auf ganz kleiner Ebene.

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mcmercy 02.07.2014, 14:23
7.

Unabhängig ob man nun das Freihandelsabkommen gut oder schlecht findet, ist Kultur natürlich eine Ware, war immer schon so und wird immer so sein.

"Die USA hat praktisch gar kein interessantes Theater." Wer definiert denn was interessant ist oder nicht? Im Zweifel der Konsument von Kultur. Ist Theater interessant wird es auch Kunden finden. Die deutsche Denke "gute" Kultur muss subventioniert werden, weil ja die guten Sachen keiner kauft ist völlig widersinnig. Mit dem gleichen Hintergrund könnte man Schokolade finanzieren um die Schokoladenvielfalt zu bewahren, weil schlechte Schokolade keiner kauft.

Das Thema Buchpreisbindung unterliegt dem gleichen Trugschluß, schon längst bekommen große Händler wie Amazon gigantische Rabatte von den Verlagen, verkaufen aber zum gleichen Preis wie der kleine Buchhändler. Warum ist der kleine Buchhändler schützenwert, der kleine Elektroladen oder der tradizionelle Bäcker aber nicht? Beides sind nur Händler und der kleien Buchladen kann auch nicht überleben ohne Bestseller.

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rabenkrähe 02.07.2014, 16:17
8. nene

Zitat von sysop
Ist Alarm angebracht? Ist Kultur eine Ware wie jede andere auch? Matthias von Hartz, Volkswirt und Theateregisseur, über das geplante Freihandelsabkommen TTIP mit den USA - und wie und warum er dagegen Front macht.
........

Schon die Globalisierung mit ihrer Abschaffung des volkswirtschaftlichen Faktors Arbeit war unmöglich und wenig hilfreich, dieses "Freihandelsabkommen" setzt dem die Krone auf, weil es dirigistisch nach US-Maß einebnet und auch noch im stillen Kämmerlein verhandelt wird, unter kardinaler Mißachtung aller demokratischen Tugend. Schon deswegen ist das Abkommen eine Schnapsidee, die höchstens Ignoranten schulterzuckend hinnehmen können...
rabenkrähe

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cococ1 02.07.2014, 16:43
9. immanuel_goldstein

im Gegensatz zu dem Mist den sie beim Thema Fussball von sich geben, ist ihre Einschätzung hier sowas von richtig und gut.dass ich den Hut vor ihnen ziehe.

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