Forum: Kultur
Fremdenfeindlichkeit: Wenn der Buhmann umgeht
Corbis

In der aktuellen Debatte über Flüchtlinge werden uralte Ängste vor dem Fremden geschürt.

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postman pat 12.11.2015, 21:17
100. Fakten versus Mythen

Wo beginnt Fremdenfeindlichkeit? ich kenne keine fremdenfeindlichen Personen und zähle mich auch nicht dazu, dennoch gibt es Fakten, die es zu berücksichtigen gilt. Es gibt grossartig integrierte Ausländer, deren Integration möglich war, weil sie es WOLLTEN. Es gibt aber auch eine grosse Zahl derer, die en auch nach jahrzehnten nicht schafften. Hinzu kommt die grosse Zahl krimineller Ausländer. Die Zahl Krimineller Ausländer ist de facto höher als unter den Deutschen, und zwar nicht weil sie Ausländer sind, sondern weil die Integration scheiterte. Was Deutschland seit Jahrzehnten nicht schaffte kann niemals mit den zusätzlichen Flüchtlingen gelingen, damit ist das Land schlichtweg überfordert. Man sollte sich erst einmal auf diejenigen konzentrieren, die schon seit Jahrzehnten hier sind. Oder man muss knallhart sage: Sorry, aber wenn man nach 20 Jahren Germany noch immer kein Deutsch spricht (woran die Integration hängt), bitte gehen.

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maxuli 12.11.2015, 21:17
101.

Zitat von at.engel
"Dabei ist gerade Deutschland eine historisch eher inkludierende Gesellschaft..." Das ist allerdings grundlegend falsch. Mangels politischer Einheit, mangels in irgendeiner Weise definierbarer Grenzen, haben sich die Deutschen letztendlich immer ethnisch definiert. Im 19. Jahrhundert ging weniger um die deutsche Einheit als um die Einheit der Deutschen. Was aus den anderen auf - künftig - deutschem Boden lebenden, werden sollte - die zum Teil ja nicht mal Deutsch sprachen - stand eigentlich nie wirklich zur Debatte. Und noch heute gibt es offiziell "Minderheiten" in Deutschland: In Deutschland geborene, die deutsche Staatsbürgerschaft besitzende "Dänen", oder "Sorben", usw. was ja nichts anderes bedeutet, als dass sie "ethnisch" eben keine Deutschen sind. Ebenso könnte man den Begriff "Heimat" diskutieren, der ja auch mehr ausschließt als integriert - und in Deutschland ja eine besondere Bedeutung hat: Deutscher oder Hamburger kann man im Zweifelsfall werden, Franke oder Schwabe "ist" man... oder eben nicht. "Heimat" teilt man nicht mit Menschen, die eine andere haben. Kann man gar nicht. Das Bewusstsein, dass zu dieser Gesellschaft auch Menschen gehören, die kulturell andere Wurzeln haben bzw. "ethnisch" eben keine Deutschen sind, ist relativ neu. Meiner Meinung nach, ist das gerade mal 20 Jahre her, dass sich das geändert hat.
Jetzt haben Sie sich aber auf Glatteis begeben! Versuchen Sie mal zu definieren, woran man "ethnisch deutsch" erkennt. An der Sprache? Sagen sie das mal den Österreichern und Schweizern! Am Aussehen? Huch. (Loki Schmidt, Konrad Adenauer, Franz Josef Strauss, etc.). Am Namen? (De Maizière, Buschkowski, Simonis,....). Deutschland ist schon immer eine ethnische Mischung gewesen. Was ist eigentlich mit "deutschen Boden" gemeint, auf dem die Sorben leben. Sie meinen wohl deutsches Staatsgebiet. Das ist einem stetigem Wandel unterworfen, seitdem es dies gibt. Und es gibt es erst seit 1871 und wurde vom preußischen König gegründet, wobei das ursprüngliche Preußen zum polnischen Königsreich gehörte und davor dem slawischen Volk der Prußen.

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KapArkona 12.11.2015, 21:18
102. Die Frage ist berechtigt

Zitat von christiewarwel
... stellt sich eigentlich niemand die Frage, was aus den Ländern wird, aus denen massenhaft Menschen fliehen? Wie sollen diese Länder in Zukunft zu einem funktionierenden Staat werden, wenn alle, die einigermaßen gebildet sind, in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Europa fliehen? Die derzeitige Politik ist kurzsichtig und verantwortungslos, nicht nur gegenüber der eigenen Bevölkerung, sondern vor allem auch gegenüber denen, die unter falschen Hoffnungen zu uns kommen, und gegenüber ihren Heimatländern !
Vielleicht sollte man diese Menschen hier ausbilden und im Asyl oder Flüchtlingsgesetz eine klausel einbauen die eine Verpflichtung enthält in das Herkunftsland zurück zu kehren. Mit einem Vertrag der Staaten der die Flüchtlinge nicht nur zurück nimmt sondern die an besonderen, von uns finanzierten, Aufbauprojekten verpflichtet. Ich weis, Menschenrechte und so aber die Menschen müssen wieder nach hause nicht unseretwegen sondern wegen ihrer Heimat. das Perverse, dass wir hier Ärzte beschäftigen, weil wir sie brauchen die aber in Syrien ausgebildet wurden ist nicht zu beschreiben.
MfG

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ibrahim-solmaz 12.11.2015, 21:23
103.

Die Schwester einer befreundeten Marrokanerin war mit ihrer Familie bei ihren Schwiegereltern in spe zum Essen eingeladen: Die deutsche Familie hatte von Anfang an Vorbehalte gehabt gegenüber der muslimischen Familie. Was sie aber nun verunsicherte, war nicht ihre Andersartigkeit, paradoxerweise war es ihre Ähnlichkeit: Es wäre einfacher gewesen, wenn das, was sie als andersartig bestimmt hatten, auch andersartig ausgesehen hätte. Diese Marrokaner dagegen sprachen so gut deutsch und waren so unauffällig, sie waren so gut integriert, dass die Grenzen zwischen ihnen und Deutschen verschwammen. Von offensichtlich andersartigen, kann man sich erheben, die Vorurteile können bestätigt werden, was ungemein beruhigend sein muss. Was aber, wenn die, denen die Vorurteile gelten sollen, nicht mehr die trennenden Merkmale aufweisen, die man bestimmt und ausgemacht hatte - ohne dass eine Assimilation erfolgt ist? Was dann?

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huettenfreak 12.11.2015, 21:24
104. Es ist ja so

Diejenigen, die dazu aufrufen den Wohlstand zu teilen haben oft gar kein nennenswertes Vermögen. Ergo können sie es auch nicht verlieren. So einfach ist das.

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kyon 12.11.2015, 21:31
105. hinreichend begründete Skepsis

Ich denke, die staatlichen, terroristischen, traditionellen, bürgerkriegslichen und in den westlichen Ländern existierenden parallelgesellschaftlichen Ausdrucksformen des Islams begründen eine hinreichende Skepsis in bezug auf den millionenfachen Zustrom von islamisch sozialisierten Migranten in unsere freiheitlich-aufgeklärte Gesellschaft.

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agua 12.11.2015, 21:44
106. An#106 kyon

Freiheitlich und aufgeklärt?Ist dies wirklich der Fall?Nun nicht gerade in diesem Forum,aber in anderen Foren zum Thema Flüchtlinge,gewinne ich oft einen anderen Eindruck.Und bei Diskussionen zu anderen Themen ebenfalls.Es ist mehr Schein und tief dahinter steckt bei vielen Menschen das,was der Artikel umschreibt,über den wir(die Foristen)gerade diskutieren.

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syracusa 12.11.2015, 21:53
107.

Zitat von luny
Hallo Syracusa, immerhin ist Ihr Paradigmenwechsel interessant. Es gibt also eine Grenze der Aufnahmefähigkeit. Ich gratuliere zu dieser Erkenntnis, an der es Ihnen bislang komplett mangelte.
Wie kommen Sie denn auf dieses schiefe Brett? Ich habe das schon vor Wochen genau so gesagt, und dazu bedarf es keines großen Erkenntnisgewinns, denn dass Ressourcen endlich sind, ist eine triviale Tatsache.

Was Sie aber vermutlich falsch in meine Aussage hineininterpretieren, ist die Annahme, dass eine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen genannt werden könnte. Nein, das geht nicht. Das gilt übrigens gleichermaßen für die Hilfe bei einem Verkehrsunfall wie für die Flüchtlinge: jeder Mensch ist anderen zur Hilfe verpflichtet, solange er zur Hilfe fähig ist, ohne sich selbst zu gefährden. Wer das nicht macht, macht sich strafbar. Sie können nicht zu einem verunfallten Bus kommen und sagen, dass Sie nur zwei Unfallopfern helfen werden und dann zu Ihrem Termin weiter fahren wollen. Sie müssen (!) allen helfen, denen Sie helfen können. Eine Obergrenze dafür gibt es nicht.

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syracusa 12.11.2015, 21:57
108.

Zitat von Überfünfzig
Ich darf bei Interesse einer deutschen Frau den Hof machen ohne, dass ich oder sie den ganzen Clan am Hals hat.
Wie kommen Sie denn darauf, dass Sie so ein Recht hätten? Wenn der ganze Clan das will, dann können Sie gar nix dagegen tun, Und glauben Sie mir: solche Clans gibt es auch in Deutschland bei autochthonen Deutschen.

Ich habe übrigens in der Türkei eine Türkin geheiratet, und ich hatte auch nicht ihren ganzen Clan am Hals. Sie verallgemeinern da also schon wieder auf unzulässige Weise.

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river runner 12.11.2015, 21:58
109. Armenfeindlichkeit ist etwas anderes als Fremdenfeindlichkeit

Zitat von balotelli
Dem Verfasser sei gesagt: Das Szenario, dass er beschreibt, existiert in der Realität als nennenswertes Gesamtphänomen nicht. Mir kommt der Essay reichlich absurd vor. "Psychosexuelle Angstprojektion"? Hatten wir sowas Ähnliches erst neulich nicht schon mal bei Hr. Augstein? Ein Mitforist hat es eben treffend beschrieben: Es geht nicht um "den Fremden", sondern um die unkontrollierte, planlose Masseneinwanderung mit ihren unabsehbaren Folgen. Insofern: Leider Themaverfehlung!
Da kann man noch weiter zurückgehen: Ahnliche Texte gab es im SPIEGEL schon 1977 (siehe Rudolf Augstein über Klaus Theweleits Männerphantasien).

Und gegen diffuse Ängste hilft ein klares Einwanderungsgesetz (Beispiel USA). Das US-Modell hat etwa 40 % Einwanderer aus Deutschland über Ellis Island in die USA gelassen. War doch eine gute Entscheidung.

Nach meiner Einschätzung sind die Deutschen nicht fremdenfeindlich, sondern - wenn man ein einziges Wort sucht - armenfeindlich.

Literatur:
19.12.1977
Frauen fließen, Männer schießen
Rudolf Augstein über Klaus Theweleits Phantasien

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40680546.html

Ellis Island
https://de.wikipedia.org/wiki/Ellis_Island

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