Forum: Kultur
Fünfzigerjahre-Epos "Ku'damm 56": Sex, Elektroschocks und Rock'n'Roll
ZDF/ Stefan Erhard

Saalschlacht in der Tanzschule! Der furiose ZDF-Dreiteiler "Ku'damm 56" erzählt von sexueller Unterdrückung und Rock'n'Roll-Aufbruch im Berlin der Fünfzigerjahre.

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tomquixote 17.03.2016, 16:38
1. Quatsch mit Soße

Also, als 33er kann ich da nur lachen - kein Wort über die Kajüte oder die Badewanne, nichts über den Faschings-Zinnober an der HfbK, Na ja, heute wissen wir ganz genau, wie es früher mal war. Und Nierentische - na nu wirklich…

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abandonedasylumb 17.03.2016, 16:40
2. Heino Ferch

Die Film ist mit Heino Ferch und von daher sehenswert.

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Rockaxe 20.03.2016, 20:49
3. nach

den ersten 30 Minuten muss ich feststellen, dass es eine typische ZDF-Produktion ist, die eher auf die Darsteller gearbeitet ist, als den Zeitkolorit der ausklingenden Nachkriegszeit und des Wirtschaftswunders darstellt.
Auch die Ausstattung lässt - im Vergleich zu Filmen aus der damaligen Zeit - etwas zu wünschen übrig.
Berlin dafür zu nehmen war natürlich taktisch geschickt, da die Stadt ja einen Sonderstatus für lange Zeit besaß. Also eher typische Standartkost wobei man sich fragen muss, mit welcher (nicht vorgeschobenen) Berechtigung jeder Haushalt in Deutschland diesen Rundfunkbeitrag zu zahlen hat.
Siehe folgendes Thema: http://www.spiegel.de/forum/kultur/u...-433938-1.html

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Rockaxe 21.03.2016, 09:13
4. Nachtrag

ebenfalls sehr verwunderlich, dass die Autos bzw. deren Kennzeichen alle schon die damals "neuen" KFZ-Kennzeichen aufweisen deren Umstellung erst im Juni oder Juli 1956 begann.
Nichts zu sehen von den "alten" Kennzeichen der Besatzungszone die es auch in Berlin gab.
Schaut man sich Wochenschauen aus späteren Jahren an, gibt es noch sehr viele Fahrzeuge mit den alten Kennzeichen zu sehen. Soviel zur Gründlichkeit einer entsprechenden Recherche.

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cathichou 21.03.2016, 09:54
5. @Rockaxe

Tatsächlich liegen Sie da falsch. In einem Artikel in der Zeit konnt man diese Woche lesen, dass es während der Dreharbeiten aufgefallen ist, dass beide Kennzeichen in der Zeit in der der Film spielt auf den Straßen zu sehen waren. Man hat deswegen sowohl alte als auch neue verwendet. Vermutlich waren nur noch nicht Kennzeichen beider Art in dem ersten Teil zu sehen.

Ich persönlich habe mich beim Lesen des Artikels gefragt, wem solche Kleinigkeiten eigentlich auffallen und wer sich, FALLS sie auffallen sollten, eigentlich ernsthaft stören . . . .aber naja....

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reflexxion 21.03.2016, 10:11
6. Ku'damm 56, da wäre mehr drin gewesen!

Die Requisite hat da massiv geschlampt, teilweise werden Gegenstände gezeigt die erst in den 60er Jahren erhältlich wurden. Auch seltsam, in Berlin - schon immer die Stadt der Taxen, fährt ausgerechnet am Kurfürstendamm kein einziges davon herum (die waren da übrigens noch schwarz). Der fiese Fabrikantensohn hat einen Porsche 356 Spider, wenn ich das richtig gesehen habe: B- A 18, das wäre eine der niedrigsten Autonummern nach der damals neuen Regelung für weiße Schilder nach dem 1.7.1956

Wenn der Film 1956 spielen soll dann mag das ja gerade so passen, aber wie schon andere beschrieben haben, man sieht keine alten Kennzeichen mit heller Schrift auf schwarzem Schild und IA für Berlin.

Zur Handlung an sich kann ich nur sagen, so herzlos wie im Film war diese Zeit nicht. Ich habe damals noch nicht in Berlin gewohnt, aber die meisten Familien in meinem Umfeld waren auch da "netter" und nicht so roh wie diese Tanzschulbesitzerin. Ich weiß aber sehr genau das in Familien mit klassischem Lebensmodell, also Vater verdient das Geld, Mutter ist zu Hause und betreut Kinder und Haushalt mitunter kleine männliche Despoten herangezüchtet worden sind. Das waren die Familien deren Kinder man besser nicht besuchte, wenn die Gefahr bestand der Vater käme gleich nach Hause von der Arbeit.

Meine Familie war anders, meine Mutter hat immer gearbeitet und was ihr besonders wichtig war, sie hat immer mehr verdient als mein Vater. Da aber arbeitende Mütter anderen Müttern im eher ländlichen Umfeld suspekt waren durfte ich eben nicht mit vielen meiner Schulkameraden spielen, weil ich ja das Kind mit der Rabenmutter war. Ich wuchs aber nicht als Schlüsselkind auf, denn meine Großeltern lebten im gleichen Haus und anfangs war meine Tante auch noch da.

ende 1.Teil

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reflexxion 21.03.2016, 10:12
7. 2. Teil

Da die Einheimischen mich schnitten freundete ich mich mit den anderen "Exoten" an, der Junge dessen Vater bei der Zeitung arbeitete und dessen Vater immer erst um 15:00 an die Arbeit ging (obendrein waren das Flüchtlinge, und ja auch damals war man denen nicht so wohl gesonnen in meinem Dorf, aber gebrannt hat da nichts). Die Nachbarstochter war auch so ein Exot, Vater aus Schlesien und Mutter aus Süddeutschland mit Akzent von da, den sie nie abgelegt hatte. Auch diese Frau hat gearbeitet, wenn auch zu Hause.

Im Vergleich zum Film bin ich zu jung, weil Tanzschule hatte ich erst später. Die sah dann aber genauso altmodisch innen aus wie die im Film und der alte männliche Tanzlehrer gehörte eigentlich auch schon in den Ruhestand.

Die 50er Jahre waren eine spießige Zeit, keine Frage, aber als Kind kannte ich nichts anderes und auf die Idee etwas könnte anders sein kam ich nicht. Als Nachkriegskind habe ich das zum Glück nicht erleben müssen, wohl aber die Folgen gesehen. In der Kreisstadt gab es noch viele Ruinen von Bombenangriffen, ich wusste aus Erzählungen was da passiert war, aber es war trotzdem eine fremde wenn auch nicht allzu lang zurückliegende Zeit. Trümmergrundstücke kamen uns damals gelegen, zum Wege abkürzen aber auch zum spielen - was man natürlich nicht durfte. In meinen heutigen Garten im Dorf ist damals eine Granate eingeschlagen, 5 m weiter südlich und mein Elternhaus wäre auch eine Ruine gewesen. 1956 war das gerade mal 11 Jahre her, dieser Teil der 50er kam bis jetzt im Film aber gar nicht vor.

Ich hätte mir gewünscht der 3-Teiler wäre etwas lockerer und ohne so was wie Elektroschockbehandlung für Menschen mit Problemen. Bitte nehmen sie es mir nicht übel, aber ich schau da lieber die alten Filme mit Heinz Erhardt an. Wenn man den Kitsch rausdenkt zeigen die auch genug über den Alltag der Zeit und das authentischer weil sie damals gedreht worden sind.

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bach-herbert 21.03.2016, 11:31
8.

Zitat von reflexxion
Da die Einheimischen mich schnitten freundete ich mich mit den anderen "Exoten" an, der Junge dessen Vater bei der Zeitung arbeitete und dessen Vater immer erst um 15:00 an die Arbeit ging (obendrein waren das Flüchtlinge, und ja auch damals war man denen nicht so wohl gesonnen in meinem Dorf, aber gebrannt hat da nichts). Die Nachbarstochter war auch so ein Exot, Vater aus Schlesien und Mutter aus Süddeutschland mit Akzent von da, den sie nie abgelegt hatte. Auch diese Frau hat gearbeitet, wenn auch zu Hause. Im Vergleich zum Film bin ich zu jung, weil Tanzschule hatte ich erst später. Die sah dann aber genauso altmodisch innen aus wie die im Film und der alte männliche Tanzlehrer gehörte eigentlich auch schon in den Ruhestand. Die 50er Jahre waren eine spießige Zeit, keine Frage, aber als Kind kannte ich nichts anderes und auf die Idee etwas könnte anders sein kam ich nicht. Als Nachkriegskind habe ich das zum Glück nicht erleben müssen, wohl aber die Folgen gesehen. In der Kreisstadt gab es noch viele Ruinen von Bombenangriffen, ich wusste aus Erzählungen was da passiert war, aber es war trotzdem eine fremde wenn auch nicht allzu lang zurückliegende Zeit. Trümmergrundstücke kamen uns damals gelegen, zum Wege abkürzen aber auch zum spielen - was man natürlich nicht durfte. In meinen heutigen Garten im Dorf ist damals eine Granate eingeschlagen, 5 m weiter südlich und mein Elternhaus wäre auch eine Ruine gewesen. 1956 war das gerade mal 11 Jahre her, dieser Teil der 50er kam bis jetzt im Film aber gar nicht vor. Ich hätte mir gewünscht der 3-Teiler wäre etwas lockerer und ohne so was wie Elektroschockbehandlung für Menschen mit Problemen. Bitte nehmen sie es mir nicht übel, aber ich schau da lieber die alten Filme mit Heinz Erhardt an. Wenn man den Kitsch rausdenkt zeigen die auch genug über den Alltag der Zeit und das authentischer weil sie damals gedreht worden sind.
Danke, dieser 3 Teiler ist typisch für das deutsche Fermnsehen.
Teil 1 zeigt wieder einmal, wie albern doch heutige Menschen, die weit nach 1945 geboren wurden, dieser Zeit sahen. Lächerlich die Darstellung der Tanzschulenleiterin durch Michelsen, vollkommen unnantürlich. Auch die Episode mit dem Vater bei den Kommunisten in Ost-Berlin, der von der Tochter (wie immer süß die kleine "von der Müllkippe" Emilie Schüle)
erkannt wird, sie dies der Mutter erzählt und sich dann von dieser eine Ohrfeige einhandelt.

Aber so ist das, wenn kranke 68er einen Film über das deutsche Wirtschaftswunder drehen, da erpeßt auch schon einmal ein Jurist, der keinen hoch bekommt, einen Professor, der als Assistent im Kz an Menschenversuchen
während der Nazizeit arbeitete.

Und natürlich ein fieser Unternehmer mit einem kranken Sohn, der glaubte Frauen seien Freiwild.

Oh Gott, welche Klischees und das von Nico Hoffmann!

Dann lieber die Hesselbachs, die Schölermanns usw. in der Wiederholung.

Die Unverbesserlichen, das waren die 50er mit Meysel und Offenbach!

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AugenzuundDurch 21.03.2016, 13:45
9. ZDF und moderne Serien

Nach all der Vorschusslorbeeren über die neue Serie: Besser als das, was in USA so viel Erfolg hat usw, usw.
gestern das ernüchternde Ergebnis mit einer Dokumentation hinter her, damit auch jeder Minderbemittelte deutsche TV-Konsument kapiert, worum es hier ging.
Aber im Ernst, es war wie immer, wenn das ZDF was neues machen will. Vollständig daneben. Die Ausstattung top, der Rest hanebüchen. Die guten Schauspieler taten einem schon leid. mein Gott, da wurde aber auch keine Plattitüde ausgelassen. Alles , aber auch alles an Allgemeinplätzen kam hier auf den Bildschirm und das war erst der 1. Teil. man ahnt was noch kommt, aber ohne mich.
ich bin in der Zeit groß geworden. Ja, war nicht einfach und leider altbacken und führte dann gottseidank in das große Rebellieren Ende der 60er.
Verschont uns bitte, liebes ZDF, mit diesem Mist, ansonsten stimme ich auch noch in den Gesang ein: Gebührenkürzung sofort.

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