Forum: Kultur
"Game of Thrones"-Finale : Alles ist verziehen
Sky/ HBO

Eine Königin hat die Haare schön. Ein Getreuer darf nicht in Rente. Und auch die Frage nach dem Eisernen Thron gerät nochmal gehörig in Bewegung: So war die allerletzte Folge von "Game of Thrones".

Seite 8 von 9
Heinz Pust 22.05.2019, 11:55
70. Vollkommen zerstört

Nach dem mehr als enttäuschenden Verlauf der letzten Staffel habe ich mir nun also gestern die allerletzte Folge angesehen und war auf ganzer Linie enttäuscht. Die faschistoide Dany-Rede war ein Highlight an plumper Inszenierung, bei der ich nicht wusste, ob man hier bei Hitler oder Darth Vader abgekupfert hat. Möglicherweise von beiden... Tausende Unbefleckte (waren das nicht anfangs 100?), die offenbar irgendwo geklont wurden und natürlich auch all die Dotraki, die eigentlich schon bei der Schlacht um Winterfell gefallen waren, haben eine lustige Party gefeiert, während Jon und Tyrion ihre vollkommende Luschigkeit zelebrierten. Logiklöcher ohne Ende, dumme Dialoge und dann noch der große Rat, bestehend aus dem verbliebenen Rest aller Darsteller, die noch nicht gestorben sind und irgendwie auch alle mit abstimmen dürfen, wer nun König wird. Bin ich da in einer Hippie-Kommune gelandet? Zudem lässt man einfach so Handlungsstränge verhungern, die man noch eine Folge vorher aufgemacht hat. Was ist beispielsweise mit dem Brief passiert, den der König der Flüsterer von einem kleinen Mädchen an den Unbefleckten vorbeischmuggeln ließ? Empfänger unbekannt verzogen, oder was? Ich fasse es nicht, wie schlampig und auch optisch billig diese letzte Staffel zusammengerührt wurde. Offenbar war Gewinnmaximierung das alleinige Ziel und dieses wurde gewiss auch erreicht. Die Saga, deren Fan ich lange Jahre war, hat man aber vollkommen zerstört.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hans_Suppengrün 22.05.2019, 12:12
71.

Zitat von MatthiasPetersbach
Wie sonst? Der eine schwört drauf, der andere kann damit nix anfangen. Auch das Letztere gehört dazu und ein Dödel ist man deshalb noch lange nicht. [...]
Dödel
Substantiv, maskulin [der]:
Dödel ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für einen Trottel. Bestes Beispiel für einen Dödel sind Menschen, die beispielsweise eine Serie nicht kennen und dann in Internetforen behaupten, dass dies nur deshalb nicht der Fall ist, weil sie die Serie (die sie nicht kennen) langweilig finden. Meistens erklären sie das mit fehlendem intellektuellen Anspruch oder mit der Vorhersehbarkeit der Serie. Um vollständig als Dödel zu gelten muss dringend noch eine Erhöhung der eigenen Person ("Ich bin toll, weil ich die Serie voll durchschaut habe") und / oder eine Abwertung der anderen Personen ("ihr seid doof, weil ihr die Serie voll nicht durchschaut habt") erfolgen.

So steht es (oder sollte es zumindest) im Duden. Ich finde also, es passt in diesem Zusammenhang ziemlich gut!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schueler79 22.05.2019, 13:57
72. Enttäuschend

Schon ab Staffel 5 wurde ein Niveauabfall deutlich, da das Drehbuch trotz Buchvorlage abgeändert wurde. Ab Staffel 6 ging es schneller bergab, denn nun gab es gar keine Buchvorlage mehr. Staffel 7 und ganz besonders die 8. haben dieses Meisterwerk zu einem 08/15 Hollywood Einheitsbrei verkommen lassen, keiner unserer Lieblinge konnte mehr sterben, denn die Panzerung des Skripts war dafür zu dick... Ausser natürlich Denaerys, was so vorhersehbar war. Warum wurde überhaupt Jon Schnees wahre Identität enthüllt, wenn es am Ende keine Rolle mehr spielte, ja gar nicht mehr angesprochen wurde? Wieso konnten sich die Protagonisten in den letzten Folgen plötzlich teleportieren, so schnell wie sie von A nach B kamen? Waren nicht alle Dotrakis bei der Schlacht um Winterfell gefallen? Was hat eigentlich Bran während der Schlacht gemacht, als er sagte er müsse jetzt gehen? Und so weiter und sofort, will hier nicht alles aufzählen, will ja kein Buch schreiben.. ;) So vieles ergibt kein Sinn oder wurde einfach nicht weitererzählt und das bei einem Werk, wo jeder Handlungsstrang durchdacht, schlüssig und oftmals tragisch endete. Davon war nichts mehr zu sehen. Es geht mir hierbei auch nicht um das Ende, was ja auch so enden darf, mein Gott, aber das WIE ist einfach unwürdig. Denn alles was die Serie groß gemacht hat, hat man am Ende vermisst. Sehr schade.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Jane A. 22.05.2019, 17:47
73. Unglaubwürdiger Schluss!

Ich sehe wenig fern, schon gar nicht langatmige Serien, aber „GOT“ hat mich von der ersten Folge an fasziniert, trotz der manchmal unerträglichen Brutalität. Nur die vollkommen unglaubwürdige Verwandlung der Rächerin der Armen und/oder Versklavten in eine Massenmörderin war für mich ein logischer Bruch. Nicht, dass die Drachenkönigin vorher zimperlich in der Beseitigung ihrer Widersacher gewesen wäre, aber das waren ausnahmslos Bösewichte. Eine ganze Stadt mit völlig unschuldigen Bewohnern zu verbrennen wäre nicht einmal mit dem sprichwörtlichen „Targaryen-Wahnsinn“ zu erklären gewesen. Wahrscheinlich musste die Serie schnell zu Ende gebracht werden, und dass keine/e Targaryen mehr auf dem eisernen Thron sitzen durfte, war von vornherein klar. Am besten war der Drachen, der den vermaledeiten Thron kurzerhand einschmolz. Bran als gewählter König war eine gute Lösung. Schon in Platons Republik dürfen die Wächter nicht heiraten, damit ihre ganze Loyalität dem Staat gilt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
meera91 22.05.2019, 19:33
74. Nein,

das sehe ich als langjähriger GoT-Fab und Leserin der Bücher ganz anders. Ein unwürdiger, unglaubwürdiger und entsetzlich konstruierter Schluss mit lauter Schwachsinn. Armer GRRM, hätte man es doch bei 10 Staffeln gelassen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Alaska_Saedelaere 23.05.2019, 01:34
75.

Zitat von .patou
[...] Und hat Jon, als er Arya mit blutigen Kratzern im Gesicht wiedergesehen hat, wirklich gefragt, was passiert ist? [..]
Eigentlich wollte er wissen, was mit dem weißen Pferd passiert ist. Ich übrigens auch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Alaska_Saedelaere 23.05.2019, 01:39
76.

Zitat von Drachenkind19
Was ich ja nicht verstehe, ist dieser Sprachmix in den Artikeln und hier egal welches Magazin. Mal sind es die Unbefleckten, dann die Unsullied. Night's Watch. Warum nicht Nachtwache? Warum ist es dann die Mauer und nicht die Wall? Bei Namen kann ich es ja noch so halbwegs verstehen (Jon Snow (wobei auch nicht wirklich)), aber Night's Watch, Unsullied, King's Landing etc
Ich weiß nicht, ob Sie es wußten, aber die Serie ist eine amerikanische Produktion, und die Originalversion ist in Englisch. Für das deutsche Publikum gibt es eine deutsche Synchronisation. Manche Zuschauer bevorzugen diese, manche das Original. Jetzt klar?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Alaska_Saedelaere 23.05.2019, 01:53
77.

Ich weiß nicht, ob Sie es wußten, aber die Serie ist eine amerikanische Produktion, und die Originalversion ist in Englisch. Für das deutsche Publikum gibt es eine deutsche Synchronisation. Manche Zuschauer bevorzugen diese, manche das Original. Jetzt klar?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
aquilabianco 23.05.2019, 11:19
78. Immerhin…passende Überschrift

Selbst das große „Haus Spiegel“, sah nach der letzten Folge eine Chance, zu seinen Worten „Schreiben, was ist“ zurückzufinden, nachdem man sich bis zur E5 genötigt sah, dem in Resonanz geratenen Mainstream spöttisch Vorschub zu leisten. Es sei verziehen.

Nahmen sich die GoT-Macher in S8 E1 und E2 noch alle Zeit der Welt, um die Charaktere zueinander finden zu lassen (rührend der „Kaminabend“), waren sie ab E3 erkennbar Getriebene von Zeit und Budget.
Die Logikbrüche, Zeitsprünge und nicht zu Ende erzählten Stränge sind leider nicht aus der Welt der Sieben Königslande zu schaffen (wie hätte Jamie eigentlich das Boot mit Cersei rudern sollen?), aber sollten auch nicht für einen Verriss dieser grandiosen Serie herhalten müssen.

„Alles ist verziehen“ ist daher eine passende Überschrift. Wurde man von den Machern bis E5 noch ordentlich durchgeschüttelt, haben sie es m.E. doch geschafft die wesentlichen Stränge würdig zu beenden, ohne dass man seine halbleere Chips-Tüte vor Wut ins TV werfen muss.

Die stillen Szenen zu Anfang waren so perfekt apokalyptisch gestaltet, dass man sich fast Cersei & Co. zurückwünschte, während die Szenen mahnend die Selbstreflektion ankurbelten:
„Ist es das, was Du wolltest, Zuschauer?“
Nicht nur Jon musste ins Grübeln geraten, es gibt keine Sieger, nur Übriggebliebene. Toll gemacht!

Daher war auch die Diktatoren-Rede von Dany leicht als Vorboten zum finalen Showdown zu interpretieren und Jons Stich in Danys Herz schon klar, als er den völlig zerstörten Thronsaal betrat.

Aber mein neuer und einzig wahrer Held ist Drogon!
Erst mißbraucht für die Zerstörung, beweist diese gewaltige Kampfmaschine Großmut!
Ich hatte zwar schon vermutet, dass er Jon wegen der Blutsverwandtschaft verschont, selbst wenn Dany ihr „Dracarys“ flüstern sollte, aber dass er trotz angesichts seiner toten „Mutter“ sein Feuer effizient einsetzt, um den Thron einzuschmelzen, war schon insgesamt eine große Szene, wenn auch etwas plakativ. Sein Abgang dann etwas zu sehr „Herr der Ringe“-like.

Und ganz zum Schluß konnte uns Hundefans auch wieder das Herz zusammenwachsen, nachdem Ghost und Jon wieder vereint sind.

Es ist ok, alles ist verziehen, denn es ist zu Ende.
Vorläufig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Alaska_Saedelaere 23.05.2019, 13:30
79.

Zitat von Zebulon
GoT ist vorbei und das ist gut so....................... [...]
Inhaltlich bin überhaupt nicht Ihrer Meinung - aber ich danke Ihnen für Ihre höchst unterhaltsamen Formulierungen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 8 von 9