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"Game of Thrones": Schutt und Masche
HBO/ Sky

Königinnen erleben Charakterwandlungen, Erinnerungen werden geweckt. Und: Blickt man dem Horror ins Gesicht, ist er ziemlich schnöde. Das war die 5. Folge der "Game of Thrones"-Finalstaffel.

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Tom77 13.05.2019, 14:15
10. Größerer Serienflop als "Lost"

Die Serie war der Inbegriff von eine genialen und neuartigen Serie... und nun ist sie zum größten Witz der Seriengeschichte geworden. Statt Intrigen, Verrat, Diplomatie, Allianzen, Liebschaften, Machthunger... also alles, was die Serie mal ausgemacht hat und sie von typischen Disney-Fantasy-Filmen unterschieden hat, ist weg. Stattdessen sehen wir sinnlose, schlecht choreografierte Schlachten in Überlänge (Häuser explodieren beim leichtesten Kontakt mit Drachenfeuer z.B.). Die Charakterbildung der letzten Staffeln war total für die Katz, da sowieso nun jeder komplett anders ist: Thyrion z.B. Sonst spitzzüngig, durchtrieben und eloquent ist nun eine ziemlich dumme Version seiner Selbst. Arya, die jahrelang dem Norden fern blieb, nie einen weißen Wanderer gesehen hat, nichts mit dem Nachtkönig zu tun hatte und alles, was sie tat, ihrer Rache gegenüber den Lannisters und deren Schergen gewidmet hat, tötet aus dem Nichts heraus den Nachtkönig. Cersei schaut auf eine lächerlich schwache Armee von den Zinnen herab als Thyrion verhandel wird, aber es direkt hier zu beenden - ruchlos wie sie immer war - lässt sie die Clownparade von dannen ziehen. Die Serie ist komplett lachhaft geworden. So schlecht, dass man sich nur noch an den Kopf fassen kann und sich fragt, wie man solch eine Serie nur so ruinieren konnte. Es gab Zeiten in der Serie, da wurde ein Trip durch Westeros über mehrere Folgen ausgedeht und während dieser Zeit hat Charakterentwicklung stattgefunden. Nun sind die Charaktere überall wo sie sein wollen in einer Folge und Thyrion's Verrat an Varys dauerte nicht mal 5 Minuten vom Verrat bis zur Exekution. Richtig schlecht. Man hätte einfach nach der 4. oder 5. Staffel aufhören und dann auf Bücher warten sollen.

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tirigon 13.05.2019, 14:40
11. Besser als erwartet

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Ich kann den Artikel nicht ganz verstehen. Klar, die Serie ist etwas schneller als in den alten Staffeln und ist mehr Filmisch als Buch. Ich finde das aber ok. Zb Herr der Ringe war am Ende auch viel Schlacht und wenig Gerede.

Dann hat leider den Wandel zur Mad Queen vollendet ist wohl jetzt der neue Anthagonist.
Insgesamt hat mich das ganze sehr an einen Kriegsfilm erinnert. Die Einzelnen Schicksale wurden schon mit der Zerstörung der Stadt verflochten und alles wurde eigentlich über den Haufen geworfen. Danerys ist doch die geliebte Königin sondern die Münze hat Wahnsinn ergeben. Cercei lässt ihren Eispanzer fallen und Jamie erkennt dass er doch nur Cercei ergeben ist. Ich hätte das nicht kommen sehen. Und der Kampf zwischen dem Hund und dem Berg war einfach nur grandios dreckig und gnadenlos. Ich bin gespannt auf die letze Folge, bin mir aber Sicher das Dany leider ins Gras beissen wird

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Vex 13.05.2019, 14:41
12. rip GOT

Ich stimme dem Artikel zu 100% zu.
Das war die schlechteste Folge der gesamten Serie und die Staffel allgemein ist grauenvoll geschrieben.

Man merkt ganz eindeutig das die Buchvorlage fehlt und die Drehbuchschriber offensichtlich absolute Amateure sind.
Jamie, Arya, Tyrion und Danny ergeben als Charakter überhaupt keinen Sinn mehr. Sie handeln entgegen allem was sie 7 Staffeln lang verkörpert haben.
Tyrion war mit der schlauste Charakter in Westeros jetzt ist er auf einmal der dümmste. Er würde auch nie Varus verraten der ihm zuvor das leben gerettet hat etc ....
Bei Arya geht es 7 Staffeln darum Cersei zu töten und dann hat sie keine Lust mehr als sie kurz davor ist ? wtf
Jede Szene mit ihr in dieser Folge ist absolut nutzlos.
Jamie versucht über 7 Staffeln sich zu rehabilitieren und dann war das alles nur ein Witz oder aus Versehen ?
Cersei macht die ganze Folge einfach gar nichts ähnlich wie auch Bran in Folge 3.
Danny ist 7 Staffeln eine gerechte und relativ empatische Person und dann in Staffel 7 aufeinmal eine paranoide Version von Hitler ? Ähnlicher gilt für Greyworm ... klar beide wollen Rache aber das bedeutet doch nicht man man deswegen sämtliche Menschlichkeit verliert die man vorher hatte. Sowas ist nicht glaubwürdig.
Die Drehbücher dieser Staffel sind unterstes Niveau.

Die Serie hatte solange sie sich an die Bücher gehalten hat sehr gute Storywendungen während die Figuren konstant entsprechend ihrem Charakter gehandelt haben.
In Staffel 8 gibt es keine Storywendungen mehr es gibt nur noch Charakterwendungen. Charakterwendungen sind leider ein eindeutiges Erkennungsmerkmal schlechter Drehbücher und Serien.
Wenn man darauf zurückgreifen muss solten man vorher die Serie absetzten.

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.patou 13.05.2019, 15:02
13.

Ich will den Night King zurück. Der hatte im Unterschied zu der Amok fliegenden Daenerys wenigstens noch Klasse.

Ich weiß nicht, ob man in dieser Episode noch mal visualisieren wollte, dass alle Untaten der Untoten nicht so schlimm sein können wie die Dinge, die Menschen einander antun (in Varys' Worten: "We may have defeated them, but we still have us to contend with"). Aber ich fand diese Folge erstens extrem düster, was ausnahmsweise nicht an der Beleuchtung lag, und zum anderen war sie für meinen Geschmack zu Gore-lastig.

Vor dem Hintergrund von Jaimes Ende mit Cersei ergibt die Brienne-Episode noch weniger Sinn. Erst wird seit mehreren Staffeln angedeutet, wie sehr Jaime Brienne schätzt, dann degradiert er sie zum one-night stand und hat nach wie vor nur seine Schwester im Sinn, von der er weiß, dass sie einen Auftragskiller auf ihn angesetzt hat?

Was die Eindimensionalität von Jon angeht (mimisch und geistig), kann man es drehbuchmäßig auch übertreiben.

Bei der Schlussszene musste ich an die apokalyptischen Reiter der Johannes-Offenbarung denken:
"Da sah ich ein fahles Pferd; und der, der auf ihm saß, heißt 'der Tod'; und die Unterwelt zog hinter ihm her". Ich nehme mal an, es kommt Arya zu, Daenerys ein Ende zu bereiten.

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Gnastygnork 13.05.2019, 15:15
14. Sehe ich ganz anders

@Tom77
sehe ich ganz anders.
Intrigen und Verrat? Varys hat direkt am Anfang Briefe geschrieben, um den wahren Erben von Westeros zu benennen und andere Lords gegen Daenerys aufzubringen.
Diplomatie? Tyrion hat an mehreren Stellen versucht den Konflikt diplomatisch zu lösen. Dass selbst die Gütigen und Schlauen nichts gegen den Willen eines übergeschnappten Idealisten durchsetzen können ist mitunter eine grundlegende Message der Serie.
Allianzen? Was ist denn z.B. mit der Allianz zwischen Jon und Daenerys? Oder zwischen der Goldenen Kompanie und Cersei. Gerade auch das Bröckeln solcher Allianzen war auch zentraler Bestandteil von Game of Thrones.
Liebschaften? Wie wäre es z.B. mit Arya und Gendry, oder Jaimie und Brienne, Jon und Daenerys? Dass nicht jede Liebe ein glückliches Ende inklusive Hochzeit nimmt finde ich dabei nur realistisch, sondern auch passend zu den Charakteren.
Und Machthunger? Willst du mir jetzt ernsthaften sagen du siehst in der aktuellen Staffel, insbesondere dieser Folge keinen Machthunger?

An sich wäre ich jetzt fertig, aber ich möchte nochmal kurz auf zwei Sachen bezüglich der explodierenden Häuser hinweisen. Zum einen wurde schon davon gesprochen, dass womöglich unter der ganzen Stadt Seefeuer gelagert ist. Zum Anderen wurde bereits in Staffel 2 mit Harrenhal gezeigt, das Stein kein Hindernis für Drachenfeuer ist.

Meiner Meinung nach ist das schlimmste an der Staffel die maßlose Kritik von Leuten, die nicht ihr Wunschende bekommen haben.

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christian_hofschuster 13.05.2019, 15:34
15. Nicht mein Ende...

Wie kann Drogon alleine die ganze Eiserne Flotte (bekannterweise 1000Schiffe) sowie Königsmund mit all den Geschütztürmen überleben/zerstören und Viserion stirbt mit nur einem Pfeil, Rhaegal mit 3 Pfeilen (auf See von Schiffen abgeschossen). Man sieht zig Dothraki, dabei sind nahezu alle bei Winterfell gestorben. Dany dreht völlig durch und vergisst woher Sie kommt und was Sie wollte, Jamie vergisst warum er von Cersei weg wollte und ist auf einmal wieder schwer verliebt, Euron wird zufällig da angespült wo Jamie in die Burg möchte. Wo sind Gendri und Podrick? Was kann eig. Bran, und wozu gab es den Gott des Lichts? Auf einmal spielt alles einfach nur noch schnell und sinnlos aber nicht mehr GoT-like. Und jeder Idiot kann sich nun vorstellen was in der letzten Folge passieren wird, gerade das aber ist doch nicht GoT?! Ich bin einfach nur traurig über das Ende einer so brillianten Serie und hoffe Drogon überlebt... #valarmorghulis

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Tom Joad 13.05.2019, 15:42
16.

Die ersten Staffeln von GoT fand ich klasse. Die letzten beiden nicht so sehr, da wurde mir zu viel über das (gebeugte) Knie gebrochen. Aber eines muss man den Machern der Serie lassen: Auch vor der allerletzten Folge ist das Ende noch unklar.

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egonv 13.05.2019, 16:09
17.

Wer GoT derart zerreißt, sollte mal einen Vorschlag machen, wie es besser laufen sollte. Die Hürde in 6 Folgen ein rundes Ende zu finden ist halt schwierig. Die meisten Kritikpunkte, auch in den Kommentaren zeugen von Unkenntnis und mangelnder emotionaler und empathischer Wahrnehmung.
1. Daenerys Entwicklung war doch ab der ersten Szene mit ihr klar. Bei jeder ihrer Handlungen in allen Staffeln spürte man den Hang zum Wahnsinn und einer selbstdefinierten wenig konsistenten Moral. Was sich auch seit Beginn aufbaute: Ihr unbändiger Machthunger sowie der Glaube an die eigene Unfehlbarkeit. Jede Szene mit ihr bereitete auf dieses Ende vor, wer das nicht sah, der hat wenig Menschenkenntnis. Nachdem ich vor Jahren den ersten Band als, hatte ich genau dieses Bild von ihr. Die einzige Frage war vielleicht, ob es jemandem gelingt sie von diesem Weg abzubringen.
2. Jaime entwickelte sich ebenso nachvollziehbar. Kann es nicht sein, dass er Cersei wirklich einfach nur liebt, aber nicht alles was sie tut gut findet? Kann es nicht sein, dass er auch Gefühle für eine andere hat?
3. Tyrion mag nicht mehr so gerissen sein, wie anfangs, dennoch ist er ein authentischer Charakter, der nun einfach auch mal Fehler begeht und Daenerys verfallen war.
4. Jon hält an seinen Prinzipien fest, ist aber gutgläubig, bis jemand das Gegenteil beweist. Das war bei Ygritte ähnlich, wobei deren Grausamkeit in der Serie stärker war als im Buch. Gerade diese Haltung macht ihn ja sympathisch, dass er ein wenig langsam im Denken ist, passt perfekt zur Figur, denn auch Jon soll kein "perfekter" Held sein.
5. Arya kehrt vielleicht wieder etwas aus ihrer abgedrehten Welt zurück und wird menschlicher. Vor diesem Hintergrund macht ihr Rückzug bevor sie Cersei erreicht Sinn. Rache ist eben nicht alles.
Mein Tipp: Wenn die Gerüchte zu Tyrions Ableben, die kursieren, falsch sind: Sansa und Tyrion regieren Westeros als Paar, Jon stirbt im Kampf gegen Daenerys oder Grauer Wurm. Jon, Arya, Tyrion oder auch Davos kämen als Mörder für Daenerys in die nähere Auswahl.

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NewYork76 13.05.2019, 16:11
18. Volle Zustimmung!

Zitat von Gnastygnork
@Tom77 sehe ich ganz anders. Intrigen und Verrat? Varys hat direkt am Anfang Briefe geschrieben, um den wahren Erben von Westeros zu benennen und andere Lords gegen Daenerys aufzubringen. Diplomatie? Tyrion hat an mehreren Stellen versucht den Konflikt diplomatisch zu lösen. Dass selbst die Gütigen und Schlauen nichts gegen den Willen eines übergeschnappten Idealisten durchsetzen können ist mitunter eine grundlegende Message der Serie. Allianzen? Was ist denn z.B. mit der Allianz zwischen Jon und Daenerys? Oder zwischen der Goldenen Kompanie und Cersei. Gerade auch das Bröckeln solcher Allianzen war auch zentraler Bestandteil von Game of Thrones. Liebschaften? Wie wäre es z.B. mit Arya und Gendry, oder Jaimie und Brienne, Jon und Daenerys? Dass nicht jede Liebe ein glückliches Ende inklusive Hochzeit nimmt finde ich dabei nur realistisch, sondern auch passend zu den Charakteren. Und Machthunger? Willst du mir jetzt ernsthaften sagen du siehst in der aktuellen Staffel, insbesondere dieser Folge keinen Machthunger? An sich wäre ich jetzt fertig, aber ich möchte nochmal kurz auf zwei Sachen bezüglich der explodierenden Häuser hinweisen. Zum einen wurde schon davon gesprochen, dass womöglich unter der ganzen Stadt Seefeuer gelagert ist. Zum Anderen wurde bereits in Staffel 2 mit Harrenhal gezeigt, das Stein kein Hindernis für Drachenfeuer ist. Meiner Meinung nach ist das schlimmste an der Staffel die maßlose Kritik von Leuten, die nicht ihr Wunschende bekommen haben.
Und ich moechte noch zwei Punkte hinzufuegen:
1) Warum wird Drogon nicht getroffen? Die zwei vorhergehenden Drachenabschuesse waren beide vollkommen unerwartet. Keiner hat erwartet, dass der Nightking 5 Goldmedailien im Eisspeer-Weitwurf hat. Und dass die Iron Fleet mit Ballistas ausgeruestet ist, stellte der schon verletzte Rhaegal erst fest als es schon zu spaet war.
Drogon hingegen war vorbereitet und attackierte mit der Sonne im Ruecken.
2) Warum brennt Danny die Stadt nieder und nicht nur die Red Keep? Meine Vermutung ist, dass Sie gehofft hat "versehentlich" auch Jon zu treffen. Das waere zu diesem Zeitpunkt fuer sie nur von Vorteil.

Aber wir werden ja sehen wie das naechte Treffen von Jon und Danny verlaeuft.

@Vex:
Wer in den vorhergehenden Staffeln genau aufgepasst hat, fuer den sind die Charakterentwicklungen keine so grosse Ueberraschung.
Danny war eine Person die von Tag 1 nur ein Ziel hatte. Den Iron Throne. Und dafuer war Sie bereit kaltbluetig zu morden. Und das fing nicht erst mit der 8. Staffel an.
Arya musste sich entscheiden ob sie ihr eigenes Leben opfern will nur um Cersei persoenlich abzuservieren, oder ob es ihr genuegt zu wissen, dass Cersei auf anderem Wege stirbt. Denn zu diesem Zeitpunkt war klar, dass Cersei nicht mehr entkommen kann. Insofern logisch fuer mich.
Einzig Jamie ist der Charakter, der durch die ganze Serie hindurch nicht wirklich nachvollziehbare Entscheidungen trifft.

Und wem es nicht gefaellt, der kann ja gerne etwas anderes schauen...

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.patou 13.05.2019, 16:38
19.

Zitat von egonv
1. Daenerys Entwicklung war doch ab der ersten Szene mit ihr klar. Bei jeder ihrer Handlungen in allen Staffeln spürte man den Hang zum Wahnsinn und einer selbstdefinierten wenig konsistenten Moral. Was sich auch seit Beginn aufbaute: Ihr unbändiger Machthunger sowie der Glaube an die eigene Unfehlbarkeit. Jede Szene mit ihr bereitete auf dieses Ende vor, wer das nicht sah, der hat wenig Menschenkenntnis.
Natürlich waren ihr Erlöser-Komplex und ihre Hybris bereits in den Büchern / früheren Staffeln angelegt und natürlich hat sie auch zuvor schon Menschen umbringen lassen, die sich ihrer Mission in den Weg stellten. Dennoch ist es ein etwas abrupter Einschnitt, wenn jemand, der gerade noch die gute Herrschaft umsetzen und die Welt von Sklaverei befreien wollte, plötzlich zu einer ausgerechnet die Zivilbevölkerung obsessiv und ohne Not auslöschenden Massenmörderin wird. Da fehlte es an plausibler Herleitung. Isolation im Norden und Abkehr des Liebsten ist mir da etwas zu dünn. Aber vielleicht fehlt es mir in der Tat an Menschenkenntnis.

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