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"Game of Thrones": Schutt und Masche
HBO/ Sky

Königinnen erleben Charakterwandlungen, Erinnerungen werden geweckt. Und: Blickt man dem Horror ins Gesicht, ist er ziemlich schnöde. Das war die 5. Folge der "Game of Thrones"-Finalstaffel.

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Marinus_Ladegast 13.05.2019, 19:41
40.

Zitat von Vex
Ich will nur das er sich nicht von jedem an der Nase rumführen lässt das er die anderen Figuren die er meist sehr gut kennt zumindest halbwegs einschätzen kann. Er war immer einer der das Spiel und die Spieler verstanden hat jetzt läuft er nur noch hinterher. Es geht nicht darum das Blutvergießen zu verhindern sonder darum es zu erwarten oder zu erkennen das seine Schwester egal ob Kind oder nicht ihm niemals helfen wird. Er hat buchstäblich jeden Charakter mit dem er in den letzten paar Folgen zu tun hatte falsch eingeschätzt das hat nichts mit Kriegstaktik zu tun sondern mit Politik.
Tyrion hat z.B. Cersei vollkommen richtig eingeschätzt. In der letzten Folge, als er mit ihr über die Stadtmauer verhandelt hat, hat er genau gewusst, dass sie die Menschen in der Stadt verachtet, aber dass ihr ihre eigenen Kinder immer am wichtigsten waren. Und Cerseis Reaktion hat gezeigt, dass er damit genau richtig lag - kurz vor ihrem Tod in der Folge gestern hat sie im Grunde wortwörtlich wiederholt, was er gesagt hat.

Nur hat er nicht glauben können, dass Cersei aus reinem Trotz so weit gehen würde, gegen ihre eigenen Interessen zu handeln. Cersei ist ja kein sadistisches Monster wie es z.B. Ramsey Bolton war, sondern, wie Lena Headey es so schön im Interview beschrieben hat, wie ein dickköpfiges kleines Kind, was aus reinem bockigem Stolz nicht nachgeben will, obwohl es weiß, dass die Eltern recht haben.

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.patou 13.05.2019, 19:42
41.

Zitat von Marinus_Ladegast
Tyrion ist schlau, aber gegen eine komplett irre gewordene Königin ist er einfach machtlos.
Es geht nicht darum, dass Tyrion angesichts des Wahns von Daenerys nichts mehr tun kann. Das Problem ist, dass er anders als Varys ihr Psychose nicht vorher als solche erkennt und daher auch nicht die passenden Maßnahmen ergreifen kann. Wäre ihm früher nicht passiert. Er ist also eben nicht mehr schlau. Das kann man jetzt als Charakter-Weiterentwicklung einstufen oder als defizitäres Drehbuch.

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Marinus_Ladegast 13.05.2019, 20:26
42.

Zitat von .patou
Es geht nicht darum, dass Tyrion angesichts des Wahns von Daenerys nichts mehr tun kann. Das Problem ist, dass er anders als Varys ihr Psychose nicht vorher als solche erkennt und daher auch nicht die passenden Maßnahmen ergreifen kann. Wäre ihm früher nicht passiert. Er ist also eben nicht mehr schlau. Das kann man jetzt als Charakter-Weiterentwicklung einstufen oder als defizitäres Drehbuch.
Tyrion erkennt Daenerys' drohenden Irrsinn genau so früh oder spät wie Lord Varys. Dass er Varys von Jon Snows wahrer Identität erzählt, macht er ja nicht, weil er sich mit etwas Small Talk die Zeit verplaudern will.

Nur die Konsequenzen, die beide aus der Tatsache ziehen, sind unterschiedlich, weil beide unterschiedliche Charaktere sind. Die Spinne Lord Varys ist ein entschlussfähiger Intrigant, der genau weiß, wann er resolut handeln muss. Tyrion ist ein intellektueller Idealist, der Sachen erkennt, aber sich nicht zu einer Entscheidung durchringen kann - unter anderem deswegen, weil er als Hand of the Queen zu einer ganz anderen Loyalität verpflichtet ist und auch emotional eine viel engere Bindung an Daenerys hat.

Man muss sich doch bloß den Blick in seinen Augen anschauen (vierte Folge), als er Varys versichert, dass er an die Königin glaubt - und seine Augen genau das Gegenteil verraten.

Tyrion steht für Bedachtheit, Intelligenz und Menschenkenntnis. Entschlossenes Zupacken war nie seine Stärke. Jetzt, wo die Welt um ihn herum zusammenbricht und Rationalität nicht mehr zu zählen scheint, sieht man ihm richtig an, wie er sein moralischen GPS neu ausrichten muss.

Drum jetzt wartet doch erst einmal ab, wie es ausgeht. Tyrion wird mit Sicherheit noch eine gewaltige Rolle in der letzten Folge spielen. Gerade weil er so zaudernd und zurückhaltend gezeigt wurde, kann man um so mehr vermuten, dass seine Reaktion auf die Zerstörung von Kings Landing um so heftiger ausfallen wird.

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Jo King 13.05.2019, 20:27
43.

Zitat von Vex
Sie ist da nicht alleine ... die Bewertungen auf fast allen Seiten sind massiv gefallen. Rotten Tomatoes von über 90% auf um die 50%. Sowohl bei Kritikern als auch bei Fans. Ich selbst war bis zur 3ten Folge noch halbwegs zufrieden auch wenn sich da schon Probleme abgezeichnet haben aber die letzten beiden Folgen waren eine Frechheit. Selbst wenn man diesen Weg geht dann braucht das mindestens eine ganze Staffel mit 10 Folgen um das halbwegs glaubwürdig zu verkaufen. Das wird hier nicht ein bisschen schlechter das hat schon Matrix Dimension da gibts sicherlich auch Fans die auch den 3ten Teil mögen aber mit Original hat das nichts mehr zu tun.
Ja, die Kritiken sind gefallen, aber immer noch gut. Das beweist doch nur, dass die Macher wohl die Latte von Anfang an zu hoch gesetzt haben. Und jetzt sind die Erwartungen einfach nur unrealistisch und hysterisch. Und das Ende kommt und ist nicht so, wie viele es möchten. Also wird zerlegt und rum gemeckert bis zum geht nicht mehr. Wie gesagt, nur noch nervend.

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Vex 13.05.2019, 20:32
44.

Zitat von Marinus_Ladegast
Tyrion hat z.B. Cersei vollkommen richtig eingeschätzt. In der letzten Folge, als er mit ihr über die Stadtmauer verhandelt hat, hat er genau gewusst, dass sie die Menschen in der Stadt verachtet, aber dass ihr ihre eigenen Kinder immer am wichtigsten waren. Und Cerseis Reaktion hat gezeigt, dass er damit genau richtig lag - kurz vor ihrem Tod in der Folge gestern hat sie im Grunde wortwörtlich wiederholt, was er gesagt hat. Nur hat er nicht glauben können, dass Cersei aus reinem Trotz so weit gehen würde, gegen ihre eigenen Interessen zu handeln. Cersei ist ja kein sadistisches Monster wie es z.B. Ramsey Bolton war, sondern, wie Lena Headey es so schön im Interview beschrieben hat, wie ein dickköpfiges kleines Kind, was aus reinem bockigem Stolz nicht nachgeben will, obwohl es weiß, dass die Eltern recht haben.
Er hat bei seiner eigenen Schwester das Offensichlichste erkannt. Das hätte ich sogar Jon zugetraut der von nichts Ahnung hat.
Es hat sie aber danach trotzdem falsch eingeschätzt sowohl hier als auch schon davor als sie die Truppen schicken sollte und das obwohl er sie wirklich gut kennt.
Es hat Danny falsch eingeschätzt.
Er hat Varus falsch eingeschätzt und danach verraten.
Er hat sogar Sansa falsch eingeschätzt oder nicht wirklich verstanden meiner Meinung.
Ihm hätte auch auffallen können das eine Krypta nicht der alle beste Ort ist gegen einen Gegner der Untote erwecken kann. Früher hat er mal viel gelesen und hätte sowas vielleicht gewusst und zumidest eine Warnung aussprechen können.

Es sind so viele Situationen in denen er blass bleibt das es sich nicht mehr wie Tyrion anfühlt und ich die aktuelle Version nicht mehr mit den Emotionen für die vorherige Version von ihm verbinden kann.

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jakk-hammer 13.05.2019, 20:47
45. Feigling!

Die Rezensentin ist ein Feigling! Falls irgendwo - in einem Film oder einer Serie - eine Schlacht und Gewalt im Spiel ist, falls irgendwo mal nicht alles ausschließlich durch gewiefte und besonders Tarantinoeske Dialoge ausgehandelt wird - wähnt sich seit je her jeder Filmkritiker und jeder Rezensent auf der sicheren Seite, das Produkt einfach mal herunterzumachen. Ich finde diese Haltung von Filmkritikern seit je her feige und es ist für mich auch kein Ausweis der eigenen Leistung. Einfach mal zuzugeben, dass diese Serie - und auch ihr Ende - NICHT automatisch einfach dadurch schlecht ist, weil die der Masse genau so gefällt, wie sie ist, das scheint einem Kritiker ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Denn wenn man dem Konsens der Masse folgen würde, wie sollte sich ein Berufskritiker mit seiner eigenen Meinung dann auch hervortun? Ich nehme das obige nicht ernst.

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Marinus_Ladegast 13.05.2019, 21:09
46.

Zitat von Vex
Er hat bei seiner eigenen Schwester das Offensichlichste erkannt. Das hätte ich sogar Jon zugetraut der von nichts Ahnung hat. Es hat sie aber danach trotzdem falsch eingeschätzt sowohl hier als auch schon davor als sie die Truppen schicken sollte und das obwohl er sie wirklich gut kennt. Es hat Danny falsch eingeschätzt. Er hat Varus falsch eingeschätzt und danach verraten. Er hat sogar Sansa falsch eingeschätzt oder nicht wirklich verstanden meiner Meinung. Ihm hätte auch auffallen können das eine Krypta nicht der alle beste Ort ist gegen einen Gegner der Untote erwecken kann. Früher hat er mal viel gelesen und hätte sowas vielleicht gewusst und zumidest eine Warnung aussprechen können. Es sind so viele Situationen in denen er blass bleibt das es sich nicht mehr wie Tyrion anfühlt und ich die aktuelle Version nicht mehr mit den Emotionen für die vorherige Version von ihm verbinden kann.
Ich weiß nicht, warum dauernd behauptet wird, dass Tyrion Lord Varys verraten hätte. Hab ich da was verpasst?

Varys ist von sich aus an Jon Snow herangetreten, und dieser hat es dann Daenerys erzählt. Es gehört dann nicht viel Grips dazu, dass Varys die Informationen über Jons wahre Identität von seinem Buddy Tyrion hatte. Tyrion hat nur noch bestätigt, was sich seine Chefin selber zusammengereimt hat.

Was Tyrions Einschätzung von Cercei und den anderen angeht, sollte man als Fan vielleicht einfach mal ein bisschen chillen. Mal daran gedacht, dass Tyrion z.B. Cersei seit Jahren nicht gesehen hat? Das letzte Mal, als er in Kings Landing war, war Tywin noch der Patriarch der Familie und Cersei nur die verschlagene Lieblingstochter, die wie ein Falke über ihre Kinder wachte. All die Dinge, die danach in der Stadt passiert sind - der Walk of Atonement, der Tod von Tommen und und und - hat er nur durch Hörensagen irgendwo am anderen Ende der Welt erfahren. Da ist es völlig nachvollziehbar, dass er schlechter einschätzen kann, in was für eine menschenhassende Bitch sich seine Schwester verwandelt hat und wie weit sie für ihre Rache oder rein aus Trotz gehen würde.

Und wie gesagt, jetzt warten wir mal ab, was Tyrion in der letzten Folge noch so macht. Der wird noch einen ganz spektakulären Auftritt haben, da bin ich sicher.

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irobot 13.05.2019, 22:12
47.

So, ich hab mir eben diese Folge zu Gemüte geführt. Mein Resumee:
Die bisher mit Abstand beste Folge der 8. Staffel. Daenerys mutiert zur psychopatischen Massenmörderin. Gut, über die Erstürmung der Stadt breiten wir besser den Mantel des Schweigens aus ob all der Fragwürdigkeiten. Aber das anschließende Massaker und der Tod von Jamie und Cersei (???) war GoT in bester Tradition. Vielleicht ergänzt Arya ihre LIste ja um einen weiteren Namen.

Nach den ersten vier Folgen war ich ziemlich enttäuscht, aber jetzt hoffe ich auf ein richtig gutes Ende. Und dann kann ich in Frieden sterben. ;-)

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chrissiw 13.05.2019, 23:36
48. Episch!!!!! Höllisch episch!

Schon immer waren die vorletzten Folgen einer Episode bei GOT grandios. So auch diese! Das bemüht sarkastische Auseinanderpflücken in diesem Artikels kann keinem Westerosi ernsthaft etwas anhaben, die Schreiberlinge haben keinen Schimmer vom Wesen der Serie, im Angelsächsischen spricht man ja auch von Show. Und die bleibt auch auf das Ende zusteuernd schlicht das Beste was Fernsehen bieten kann.

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EckVonSchleck 13.05.2019, 23:51
49. Autorin mit subjektiv , kindlich-naiver verfasster Kritik

Vermutlicher Click Bait, andernfalls gehe ich bei der Schreibweise und den inhaltlichen Argumenten ein, wie ein Gänseblümchen im Morgentau. Das passiert, wenn auf den "Hypetrain" auch unwollende aufspringen, die nur Lindenstraße gewohnt sind.

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