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Gegen den Gruppendruck: Ich bin ich
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Wer beschließt, sich keiner Gruppe zugehörig zu fühlen, macht sich das Leben nicht leichter, im Gegenteil. Aber es ist eine gute Erfahrung.

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lathea 10.11.2018, 19:04
1. Carl Schmitt hat aus dieser ....

.....Gruppendynamik sogar einen Begriff des Politischen gemacht, wonach sich ein Volk durch seine(n) Feind(e) definiert. Damit lässt sich hervorragend eine populistische Spalterei erreichen, wie man an Trump, Putin, Erdogan & Co sehen kann. Mir fällt dazu eher A.Einsteins schöner Spruch ein: "um ein honores Mitglied einer Schafherde zu sein, muss man in erster Linie eines sein: ein Schaf". Manchmal erzeugt das Schafsein wirklich ein sehr heimeliges und einsamkeitvertreibendes Gefühl. ;-)

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dasfred 10.11.2018, 19:09
2. Ich bin geflasht

Selten eine Kolumne gelesen, die mir so aus dem Herzen spricht. Das letzte Mal an dem ich mich einer Gruppe zugehörig gefühlt habe, ist dreißig Jahre her. Seit dem lebe ich in meiner Höhle. Auslöser war eigentlich nur meine antizyklische Arbeitszeit. Nachts und am Wochenende. Damit kann man in kurzer Zeit alle privaten Sozialkontakte ersticken. Ich habe mich allerdings so extrem dran gewöhnt, privat alles mit mir selbst abmachen zu müssen, dass ich zwar verschiedene Gruppen vorübergehend ergänzen konnte, nie aber wirklich in deren Mitte aufgegangen bin. Ich mag den Kontakt zu anderen Menschen, aber ich mag niemanden dauerhaft um mich haben. Außer Haustiere, die immer mal wieder mein Leben begleitet haben. Dieser Begriff Gruppenfluid hat mir gefallen. Ich weiß nicht, ob wir ihn mit dem identischen Inhalt belegen, aber er beschreibt für mich dieses durch und abgleiten. Nichts festes, dass Halt und Stabilität geben könnte. Mein Halt ist das Zentrum meiner Höhle, die Schutzraum und Ausgang gleichermaßen symbolisiert. Die Gruppe gibt, aber sie fordert auch. Wenn ich nicht nehme, muss ich nicht geben. Gruppen formen ihre Mitglieder, aber sie beschneiden auch ihre Entwicklung. Sie können auffangen, aber auch fallen lassen. In meinem Alter will ich die Kontrolle über mich bei mir behalten. Danke für diese Nachdenk Kolumne.

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muskat51 10.11.2018, 19:33
3. Wieso schlimm?

Wenn man sich nicht zugehörig fühlt, ist es leichter, eine eigene Meinung zu haben (und zu vertreten). Und wenn man sich nicht zu wichtig nimmt, ist der Gedanke, nicht mehr zu sein, leichter zu ertragen.

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maxus40 10.11.2018, 19:35
4. Bitte auch den 2. Schritt machen!

Hallo Frau Berg,

Sie fühlen sich keiner Gruppe so richtig zugehörig und wollen demnach auch von anderen Menschen keiner Gruppe zugeschrieben werden? Sehr schön! Aber dann sehen Sie doch auch bitte die daraus resultierende Konsequenz: Hören Sie BITTE damit auf, ANDERE Menschen immer einer bestimmten Gruppe zuzuordnen! Gönnen Sie anderen Menschen das gleiche Recht, dass Sie für sich selber in Anspruch nehmen - und hören bitte endlich auf, dauernd von alten weißen Männern zu reden. Ja, denn auch weisse alte Männer sind verflixt noch mal Individuen und haben gemäß Ihrer eigenen heutigen Kolumne das Recht, sich als Individuen zu fühlen und es einfach zu ignorieren wenn (manche) Feministinnen sich andauernd anmaßen, sie als Mitglieder einer bestimmten Gruppe zu sehen. Gut, vielleicht müssen Sie sich dann mit dieser Kolumne - und mit Ihrer ganzen Weltsicht - umorientieren, aber he, dann ist das halt so. Bitte konsequent sein!

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Lykanthrop_ 10.11.2018, 19:37
5.

Alleine sind wir niemand, allein würden wir nichtmal den ersten Tag unseres Lebens überleben. Gruppen sind eine soziale Notwendigkeit. Dass diese Notwendigkeit in Teilen von der Familie auf unsre Gesellschaft, politische Gemeinschaft übertragen wurde ist eine kulturelle Errungenschaften. Sie lässt uns schnell unsere gegenseitige Abhängigkeit vergessen. Abseits dieser Einsicht fühl ich mich ebenso gruppenfluid wie Frau Berg. Das schließt aus und macht frei. Ich kann mir schon vorstellen, dass Frau Berg sich gruppenfluid fühlt, auch wenn ich ihr Verhalten, ihre Texte nicht immer damit verbinde. Gelegentlich passen sie sich doch sehr gut in eine Gruppe ein und sind nach dem Strich dieser gebürstet, fluid im Strom. Anderseits schafft sie es auch auszubrechen, anders als Frau Stokowski.

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CaptainEntropy 10.11.2018, 20:00
6. Groucho Marx...

hast dieses Thema folgendermaßen auf den Punkt gebracht:
"Ich möchte nicht Mitglied in einem Club sein, der Leute wie mich als Mitglieder aufnimmt."

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peaceonearth 10.11.2018, 20:04
7.

Das Bewusstsein um die eigene Unwichtigkeit schafft auch enorme Erleichterung.

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joernthein 10.11.2018, 20:32
8. Danke.

Liebe Berg, sicherlich ist es manchmal lustig, Mitmenschen in ihrer Gruppendynamik zu betrachten - und man fühlt Sympathie mit dieser und jener Gruppe. Nur, zu oft führt diese Dynamik der Gruppen zum Handeln für "fremde" Interessen (Nebengedanke: Klimawandel). Der Mensch vergisst das Nachdenken über eigenes und gemeinsames Wohl. Da sitzt man dann, als betrachtender Eremit, in seiner Höhle und verzweifelt (vor lauter Liebe).

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spon_12 10.11.2018, 20:42
9.

Zitat von maxus40
Hallo Frau Berg, Sie fühlen sich keiner Gruppe so richtig zugehörig und wollen demnach auch von anderen Menschen keiner Gruppe zugeschrieben werden? Sehr schön! Aber dann sehen Sie doch auch bitte die daraus resultierende Konsequenz: Hören Sie BITTE damit auf, ANDERE Menschen immer einer bestimmten Gruppe zuzuordnen! Gönnen Sie anderen Menschen das gleiche Recht, dass Sie für sich selber in Anspruch nehmen - und hören bitte endlich auf, dauernd von alten weißen Männern zu reden. Ja, denn auch weisse alte Männer sind verflixt noch mal Individuen und haben gemäß Ihrer eigenen heutigen Kolumne das Recht, sich als Individuen zu fühlen und es einfach zu ignorieren wenn (manche) Feministinnen sich andauernd anmaßen, sie als Mitglieder einer bestimmten Gruppe zu sehen. Gut, vielleicht müssen Sie sich dann mit dieser Kolumne - und mit Ihrer ganzen Weltsicht - umorientieren, aber he, dann ist das halt so. Bitte konsequent sein!
Verstehe ich nicht. "Alte weiße Männer" ist keine Gruppenbildung, sondern eine Zustandsbeschreibung. Mann kann auch Ende 20 sein und ein alter, weißer Mann. Oder für das Gegenbeispiel: Ende 50 und kein alter, weißer Mann.

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