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Gegen den Gruppendruck: Ich bin ich
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Wer beschließt, sich keiner Gruppe zugehörig zu fühlen, macht sich das Leben nicht leichter, im Gegenteil. Aber es ist eine gute Erfahrung.

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dr._seltsam 11.11.2018, 10:01
30. Täglich etwas Neues

Werte Frau Berg, der Begriff 'gruppenfluid' hat mich fast sofort an einige Worte von Lao Tse erinnert. Er soll sinngemäß mal gesagt haben: "Auf der ganzen Welt gibt es nichts Weicheres und Schwächeres als das Wasser. Und doch in der Art, wie es dem Harten zusetzt, kommt nichts ihm gleich. Es kann durch nichts verändert werden. Dass Schwaches das Harte besiegt und Weiches das Harte besiegt, weiß jedermann auf Erden, aber niemand vermag danach zu handeln." Neben diesem Flashback fällt mir auf, dass die von Ihnen vorgenommene Zuweisung von beschreibenden Worten bereits die Definition einer Gruppe sein kann. Sie mag für Sie/sich selbst stehen. Definiert jedoch bereits eine Gruppe. Auch wenn es unbeabsichtigt gewesen sein mag, jeder der sich selbst in ihren Worten findet, gehört zu der von Ihnen per Definition gegründeten Gruppe. Ob sie es nun wollen, oder nicht. :) Zu einer Gruppe gehören, oder ihr zugeordnet werden ist keineswegs die Aufgabe von Person oder Persönlichkeit. Aus meiner Sicht beschreiben Sie eine gewisse Beliebigkeit - bin ich fluid genug, dann erspart mir dies, zu unbequemen Werten zu stehen. Ich kann mir offen gestanden kaum vorstellen, wie unsere Welt aussehen würde, wenn jeder so wäre...

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dirk.resuehr 11.11.2018, 10:03
31. Zufall und Merkmale

definieren eine Gruppe. Gegen den Zufall kann man sich nicht wehren, als Passagier eines Fiegers oder Schiffes. Wohl aber gegen die gleichen Merkmale, wenn man sie nun gar nicht hat oder teilt. Die Individualität ist schön, aber nicht immer einzuhalten. Tennis, Fuß-und Handbal kann man kaum ohne Verein oder Gruppe spielen.
Fazit. Eine klare Abgrenzung ist nicht möglich, manche Hobbies gehen nur in einer Gruppe.

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Maria--Galeria 11.11.2018, 10:08
32. Wir sind eine Menschenfamilie

Ob wir wollen oder nicht, das ist Fakt. Und als Menschenfamilie sind wir für unsere Handlungsweise verantwortlich, also ich denke so. Was aber nicht heißt dass ich einer ansonsten existierenden Gruppe Mitglied sein muss. Also dieser Menschenfamilie zugehörig zu sein, bedeutet für mich, mich so zu verhalten dass ich keinem anderen Menschen Schaden zufüge und im Großen und Ganzen bedeutet es für mich, dass wir Verantwortung für unsere Umwelt haben z.B. für den Plastikmüll und unsere Lebensgrundlage gefälligst zu hegen und zu pflegen haben, das heißt für mich mit der Umwelt schonend umzugehen, keinen Raubbau betreiben, Tieren die Wertschätzung entgegen bringen die sie verdienen, egal was für eine Größe. Wir als extrem handlungsfähige Spezies sollten uns nicht wie eine Schnecke unter der Glasglocke verhalten, die sich darin mit Hilfe des Käses als Beigabe, vermehrt und anschließend nach Ende der Nahrungsquelle der Selbstzerstörung anheimfällt. In diesem Sinn ist jeder wichtig und richtig, keiner wurde um Einverständnis gefragt ob er hier leben will, aber als eben extrem lernfähige Wesen sollte der kleinste gemeinensame Nenner der sein, dass wir uns dessen bewusst sind, eine sehr große Verantwortung für uns und unsere Mitmenschen herum zu tragen und die Verantwortung für unsere Lebensgrundlage, dessen sollten wir uns wirklich bewusst sein.Die Untergemeinschaften, je nach Gusto, sind jedem selbst überlassen, wenn er sich wohl fühlt beim Austausch, prima. Input braucht ja jeder mal, doch das große und Ganze (die großen Vordenker der Religionen haben es schon immer versucht) sollten wir nicht aus den Augen verlieren, ansonsten geht es uns wie den Schnecken unter der Glasglocke. Fazit, unwichtig ist keiner, keiner ist ein besserer Mensch, nur gemeinsam als Menschenfamilie können die großen Herausforderungen der Zukunft meistern, das wär`s doch und zwar demokratisch seiner Verantwortung bewusst. Das heißt wiederum Bildung ist alles.

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Fantastic 11.11.2018, 10:12
33.

Der Beitrag stellt implizit die Frage nach dem Sinn des Lebens.
Dazu kann man jede Menge philosophischer Ansätze bei Wikipedia nachlesen. Letzlich aber ein individueller Begriff, den man nur für sich selbst mit Werten füllen kann.
Mathematisch ist der Sinn des Lebens allerdings bereits beantwortet worden. Er lautet: 42
Zweimal nachgerechnet!

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maxus40 11.11.2018, 10:18
34. @9 und @12

Ich kann Ihnen da beim besten Willen nicht folgen, aus einer ganzen Reihe von Gründen.
Sie sagen, „alter weißer Mann“ sei eine „Zustandsbeschreibung“. Mir ist nicht klar was Sie damit genau meinen. Sie führen aus, daß für das „Alter“ das tatsächliche, reale Alter keine Rolle spiele. Das „Alter“ bei „alter weißer Mann“ hat also schon mal nichts mit einer objektiven Realität zu tun. Womit dann? Wer maßt sich hier eine Deutungshoheit an, die sich außerdem um die Realität nicht kümmern braucht, sondern sich darüber bewusst erheben will? Um bei Ihrem Beispiel zu bleiben: Kann demnach eine 20jährige (dem Ausweis nach) und (optisch) dunkelhäutige Frau auch ein „alter weißer Mann“ sein? Wenn doch, wie Sie es sagen, es nur eine Frage der Einstellung ist? Merken Sie selber, oder?

Und egal wie Ihre Antwort ausfällt, eine Zuschreibung, und eine Zuordnung zu einer Gruppe bleibt „alter weißer Mann“ allemal. Dass diese Zuschreibung - gemäß Ihrer Aussage - unabhängig von objektiver Realität vorgenommen wird, und das auch noch durch selbsternannte Erleuchtete und Durchblicker, macht es nicht besser. Ganz im Gegenteil.

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Mainemaynung 11.11.2018, 10:24
35. Bitte richtig reflektieren!

Ihre fehlende Gruppenzugehörigkeit ist ein Wunschtraum, eine Art Allmachtsphantasie: Seht her, ich bin so autonom und stark und kann mir zu allem eine ganz eigene Meinung machen. In Wahrheit sind Ihre schriftlichen Äußerungen hier auf SPON so vorhersehbar wie einseitig und sehr gut einer Gruppe zuzuordnen: Der Gruppe der Vertreter eines sehr engstirnigen, lebensfremden und sehr aggressiven Feminismus!

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Peter Pots 11.11.2018, 10:32
36. Das harte Brot der Schriftstellerin

Wer Frau Bergs Bücher kennt, der ist zwangsläufig von ihren stets pädagogisch anmutenden, feministisch entflammten "normalen" Kolumnen enttäuscht und verärgert. Er sagt sich, dass die Frau ihr Potential leider nicht nutzt - wahrscheinlich aufgrund eines grossen Anpassungsdrucks. Zumindest ich habe immer den Verdacht, dass es Frau Berg sicherlich besser weiss. Vielleicht überschätze ich sie aber auch. Wer weiss? . Und sie bewegt sich in einem Umfeld, das ihren sich vermutlich gelegentlich einstellenden Wunsch die Wahrheit zu schreiben schnell wieder in sozialverträgliche Bahnen lenkt. Auch Sie wird das Zitat von Karl Kraus kennen, der die europäische Presse, laut unseres Grossphilosophen Sloterdijk, aufgrund der verwendeten Druckfarbe als die "schwarze Pest" bezeichnet hat. Besser kann man es nicht ausdrücken wenn man die Bezeichnung "Lügenpresse" vermeiden will. Sloterdijk spricht lieber von "Lügenäther" .
Mit Ausnahme dieser aktuellen Kolumne, die ich als unaufgeregt melancholisch empfinde, schreibt sie eben, was ihre Umgebung von ihr erwartet.
Wenn Frau Berg die Parteiprogramme, wie angekündigt, tatsächlich liest, und mit der Wirklichkeit vergleicht und hinter die hohlen Floskeln schaut oder sogar eine Parteiversammlung besucht, dann kann sie sich keiner dieser opportunistischen Gruppen anschließen. Und die Parteien, die sie aus strategischen Langzeit-Überlegungen heraus wählen müßte, sind für sie aus psychologischen Gründen und innerer Denkblockaden heraus, vermutlich unwählbar. Also kann sie überhaupt nicht wählen, da sie in jeder Partei-Suppe so viele Haare findet, dass die die Anpassung fördernde Überlegung vom "kleineren Übel" den Ekel nicht neutralisieren kann. Man muß der Tatsache letztendlich tapfer ins Auge blicken, dass man als intelligenter und lästiger Hinterfrager einsam lebt, keine Freunde hat und einsam sterben wird. Und man sollte aus psychohygienischen Gründen hoffen, dass man/frau einfach, aus bester Gesundheit heraus, tot umfällt - weit weg vom nächsten Notarzt. Nach dem Motto "joggers die fitter".

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ghp2 11.11.2018, 10:47
37.

Ups - so isses!
Aufwachen und sterben kann mensch nur alleine.

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wolfabc 11.11.2018, 10:53
38.

Die meisten Menschen behaupten von sich individuell zu sein. Dabei ist der Mensch ein Herdentier, dem Trieb kann sich niemand entziehen. Frauen schon gar nicht, mindestens in der Mode folgen sie regelmäßig dem, was gerade angesagt ist. Soll kein Witz sein, aber auch nicht frauenfeindlich gedacht. Man schreibt und wünscht sich manchmal etwas zusammen, was einer Überprüfung nicht standhält.

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MtSchiara 11.11.2018, 10:56
39. Kaspar Hauser ...

... ist berühmt geworden dadurch, daß er nun wirklich von Kindheit an keiner Gruppe angehörte.

Vielleicht sollte man ja die Lebensführung von Kaspar Hauser neben der von Jesus Christus als zweites leuchtendes Beispiel für ein sinnerfülltes Leben in unsere Kultur einführen.

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