Forum: Kultur
Gender-Debatte: Die gekränkten Kritiker

Leugnet die Gender-Theorie die Biologie, ähnlich wie die Kreationisten die Evolution? Selbstverständlich nicht. Die wahren Ideologen sind ihre Kritiker.

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Mevlana69 12.09.2015, 11:04
60. Selbstkritikfähigkeit entwickeln, bitte!

...und aufhören mit dem selbstgefälligen: "Dass in der Praxis der Verschiebung der diskursiven Machtverhältnisse vielleicht bisweilen über die Stränge geschlagen wird - geschenkt."
Eben nicht geschenkt. Erst über eine kultivierte Selbstkritikfähigkeit wird man bzw. frau bzw. nicht eindeutig definiert realisieren, dass man bzw. frau bzw. nicht eindeutig definiert bei diesem "über die Stränge schlagen" in sich selbst die Muster reproduziert, die diejenigen verinnerlicht haben, die man ja eigentlich bekämpfen will. Aus den Männerturnvereinen des 19. Jhdts werden dann eben die Genderstudies des 21. Jhdts. Wobei unter dem Deckmantel der Inklusion von Allem und Jedem eine partikulare Exklusion vollzogen wird, über die man bzw. frau bzw. nicht eindeutig definiert lediglich das fortführt, was die letzten 2000 Jahre an Geschlechterungleichheit entwickelt wurde, nur eben mit umgedrehtem Vorzeichen und als moderne, bürokratische Staatsraison. Nur merkt das natürlich keiner, wenn man so von seinen neuen Machtpositionen berauscht ist, sodass man jegliche Minimalkritik von außen sofort als "Ideologie" abkanzelt.

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Troll-Oberkommando 12.09.2015, 11:07
61.

Ich glaube die meisten Menschen kapieren einfach nicht, was das heißt: das Geschlecht ist sozial konstruiert.

Als Beispiel eine Anekdote aus dem Alltag. Ich sitz in einem Taxi und plötzlich muss der Taxi-Fahrer eine Vollbremsung machen, weil vor ihm ein lila Kleinwagen ausschert. Dann schimpft der Taxifahrer: "Ist heute Weltfrauentag oder was!" Der Kleinwagenfahrer ist aber gar keine Frau, sondern ein Mann, wie sich herausstellt. Der Taxifahrer nimmt einfach an, dass ein lila Kleinwagen einer Frau gehören muss und das Unfälle auch naturgemäss von Frauen verursacht werden.

Es existieren einfach Geschlechterklischees und Vorannahmen über Menschen, je nachdem welches Geschlecht sie haben. Und das nervt und gehört abgeschafft. Die Menschen sind überraschend verschieden und auch einzigartig. Die Geschlechtszugehörigkeit betrifft nur eine kleine Komponente der Persönlichkeit / des Charakters.

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nariu 12.09.2015, 11:07
62. Für die Katz

wenn Argumente auf wissenschaftlich wackligen Beinen stehen hilft polarisieren, moralisieren und stigmatisieren.
Gilt natürlich für beide Seiten. Sinnvolle Diskusionen nur anhand konkreter Beispiele von Misständen oder Auswüchsen möglich.

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Criticz 12.09.2015, 11:09
63. Die Unlogik geht ja noch weiter....

Zitat von genewolfe
Die Autorin führt die Problematik dieser Wissenschaft ja eindrucksvoll vor. Alle Männer, die die Genderforschung kritisieren, tun das weil sie durch diese an Macht verlieren. Das bedeutet logisch die Genderforschung kann durch Männer nicht kritisiert werden. Das bedeutet, sie ist durch Männer nicht widerlegbar. Das ist aber die zentrale Anforderung für eine Wissenschaft. Es handelt sich also nur für Frauen um eine Wissenschaft.
denn mit ihrer Annahme (Kritiker wollen Pfründe verteidigen...nur komisch dass dann Frauen noch und nöcher gefördert werden, trotz "männerdominierter Gesellschaft) stellt die AutorIn sich selbst ein Bein.

Denn umgekehrt heisst das: GenderbefürworterInnen wollen sich Pfründe durch GM erschleichen. Sprich, statt sich dem Leistungsprinzip und Wettbewerb zu stellen dient die Ideologie dazu, selbst an Pöst`chen, Geld usw. zu kommen einfach mal weil man das richtige Geschlecht, sprich Frau, hat.

Entlarvend.

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geando 12.09.2015, 11:10
64. Irrtum, Frau Peter

Dann wage ich hier mal die "Kompetenzüberschreitung". Ihre ganze Argumentation, wunderbar im Stil der "Genderwissenschaft": reich garniert mit Fremdwörtern um einen "wisschenschaftlichen" Anschein ezeugen zu wollen, lässt sich auf eine Kernaussage reduzieren. Diese ist folgende: "So wenig, wie Natur aus Kultur ableitbar ist, ist aber umgekehrt Kultur aus Natur ableitbar". Das ganze Geschwurbel drumherum hätten Sie sich auch sparen können. Folgendes nun zu ihrer Kernaussage: Sie ist zu 50% falsch. "Natur ist nicht aus Kultur ableitbar" ist vollkommen richtig: Kultur ist immer nur Reaktion auf Natur, der ständige Versuch mit den Vorgaben der Natur bestmöglich zurechtzukommen. Merken Sie nun etwas? Kultur dreht sich um die Natur, nicht andersrum. Somit zu ihrer zweiten (daher falschen) These. Die Kultur lässt sich eben nicht von der Natur entkoppelt betrachten. Das biologische Geschlecht ist, ob man (Frau) will oder nicht, vom sozialen Geschlecht nicht abzukoppeln. Und das sind dann eben auch die dünnen Beinchen auf denen die ganze schöne "Gendertheorie" thront: Die Trennung von "Gender" und "Sex" ist ein Irrtum. Ein Teil der Identität wird bereits ab Geburt geliefert, daher gibt es doch auch Transgender-Menschen. Diese wären doch nach Butlers Thesen durch die soziale Normierung nach der Geburt gar nicht möglich? Weiterhin ist doch klar, das die biologischen Vorgaben Unterschiede in der Sozialisation bedeuten müssen. Wenn ein Mensch besonders schlau, oder besonders gross ist, wird er sich anders entwickeln, als wenn er dumm oder klein ist. So sind natürlich auch die Unterschiede in Körperbau, hormoneller Ausstattung und unterschiedlicher Gehirnstruktur (das können Neurologen ab Geburt nachweisen) bei Männern und Frauen Faktoren die auf Sozialisation Einfluss nehmen. Es ist daher lediglich ideologisch "begründbar" an den "Genderwissenschaften" festzuhalten. Wie Sie ja so schön schreiben: "Der Spaß hört auf, wenn eine Ideologie dazu benutzt wird, in politischer Hinsicht Stimmung zu machen". Das ist bei dieser Pseudowisschenschaft in immer grösserem Maße der Fall. Daher hört der Spass dort für viele langsam auf.

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HesaLhaina 12.09.2015, 11:13
65. Jessas...

...dass darüber immer wieder gekabbelt werden muss und an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Autorin, die den längst in dieser Diskussion überfälligen Hinweis auf den Unterschied von sex (biologisches Geschlecht) und gender (soziales Geschlecht) bringt. Ich stimme voll zu und denke, dass es dieser (feine) Unterschied ist, der in der deutschen Diskussion permanent verneint wird. M.E. teils verursacht durch die fehlende sprachliche Trennung, gibt es im Deutschen ja nur einen Begriff.
Weiterhin stimme ich ebenfalls zu, dass diese ganze negative Konnotierung aus dem durch die Gleichberechtigung beider Geschlechter bedrohten Patriarchat stammt - und wir leben, trotz Bundeskanzlerin, immer noch in einer patriarchalischen Struktur, denn sonst würde wohl kaum jemand von Kleidung und Aussehen der Kanzlerin auf ihre Eigenschaften geschlossen werden (wer zum Geier diskutiert denn sowas bei männlichen Politikern? Keiner. Eben.). Dummerweise sind die meisten Frauen auch in einer patriarchalisch geprägtem gesellschaft aufgewachsen, und nehmen die Unterwürfigkeit dem männlichen Geschlecht gegenüber als (natur-)gegeben an. Dass eine Frau mal sagt, wo es langgeht? Puh. Das hat (teilweise immer noch) einen so großen Seltenheitswert - und hier kommen wir in dem Bereich der Biologie an - dass es eine dicke Überschrift wert ist, wenn im Tierreich das weibliche Geschlecht anführt, z.B. bei den Wölfen, bei Löwinnen, die die Jagd organisieren... so sehr sind wir in unserer Gesellschaft (sozial!) auf das Patriarchat geeicht.
Das soll jetzt keinesfalls den biologischen Unterschied zwischen Geschlechtern negieren - klar ist, dass Frauen und Männer dort unterschiedlich sind. Frauen haben andere Symptome beim Herzinfarkt als Männer, Männer können nicht schwanger werden, und man hat noch ganz viele feine Unterschiede entdeckt, die erforscht werden. Von daher ist klar - die Biologie wird weiterhin ihre Gültigkeit haben. Aber was die sozialen Unterschiede angeht - die haben weniger damit zu tun, sondern sind zum größten Teil gesellschaftlich konstruiert. Und darum soll es, meiner Meinung nach, in dieser Gender-Diskussion eigentlich gehen.

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klappermaus 12.09.2015, 11:13
66. Augenwischerei

Lilian Peter betreibt Verharmlosung der real existierende Genderbranche und damit deren Verharmlosung.
Vieles dessen was sie sagt ist richtig. Aber es entspricht nicht dem, was der harte Kern der Genertheoretikerinnen vertritt. Deren Vertreterinnen sind nämlich weit radikaler. Sie betrachten die rationale Wisenschaften, in sofern sie Fakten darstellen, die der real praktizierten Genertheorie widersprechen, als Produkten männlicher Unterdrückungstradition. Und sie bekämpfen sehr militant alles was auch nur den Geruch des Männlichen hat, mit einer Inbrunst, die wir in der europäischen Gschichte nur von der Inquisition kennen.
Tut mir Lid Frau Lilian Peter, Verharmlosung trägt nicht zur Lösung es Problems bei. Wer so tut, als wäre das alles gar nicht so richtig ernst gemeint, leistet der Tenenz zu einem faschistoiden Fanatismus in der Generdebatte Vorschub. Leute die, wie die Genderfrauen, jegliche Kritik an der Gendertheorie gleichsam Leugnung des Holokaust unter Strafe stellen wollen, sind Feinde der Demokratie und der Menscheit. Sie wollen nur eines: Herrschen!

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petrapanther 12.09.2015, 11:15
67.

Zitat von penner.viktor
Wenn die jenigen die die Genderforschung so befürworten doch nur ein Bischen ihr Gehirn einschalten würden, würden sie schnell merken das ein Mann ein Mann ist und eine Frau eine Frau ist. Und dazwischen gibt es nichts. Wollt ihr nicht denken oder könnt ihr nicht nachdenken. Das Geld was man in diesen vermeindlichen Wissenschaftszweig hineinpumpt sollte man Menschen geben die nicht wissen, wie sie den naächsten Tag überleben sollen. So würde man der Menschheit wenigsten etwas gutes tun.
Ihre Behauptung ist schlichtweg falsch:

https://de.wikipedia.org/wiki/Intersexualität

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aeckermann 12.09.2015, 11:20
68. Anton Hofreiter und Esther Vilar

Vor einiger Zeit las ich das Buch "Der dressierte Mann" von Esther Vilar, das vor etwa 40 Jahren geschrieben wurde. Der Inhalt ist weitgehend eine Polemik gegen das eigene Geschlecht und ein Plädoyer für die unterdrückten bzw. durch Frauen manipulierten Männer. Eine schreckliche Lektüre, aber damals ein großer Erfolg. Jetzt sehe ich ständig Anton Hofreiter, der die Interessen der unterdrückten Frauen vertritt, u.a. in "Hart, aber fair". Meine Meinung zum Geschlechterkampf: Jede Seite sollte für sich kämpfen. Beide Geschlechter können ihre Anliegen selbst vorbringen und brauchen keinen Anwalt von der Gegenseite. Die Frauen bei uns sind doch keine schutzbedürftigen Menschen, die sich nicht selbst wehren können! Bei dieser abgehobenen Debatte - vermutlich können nur 5% aller Menschen den Begriff "Gender" definieren - sollte nicht vergessen werden, dass weltweit die massive Unterdrückung von Frauen sehr wohl ein Problem ist und zwar ein großes.

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walter_de_chepe 12.09.2015, 11:21
69. Wahn des Zeitgeists

Zu jeder Zeit hatte die Wissenschaft einen Wahn. Im Kaiserreich wurden die meisten Doktorarbeiten in der "Schädelforschung" geschrieben. Die Schädelforschung von heute ist die Gender-Forschung.

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