Forum: Kultur
Genderforscherin zu Tykwer-Film: "Bisexualität ist ein moderner Mythos"

Tom Tykwers Film "Drei"*bringt ein Heilsversprechen für eingeschlafene Beziehungen ins Kino: Wir sind alle bisexuell! Stimmt das? Gender-Forscherin Christina von Braun erklärt im Interview, warum es unseriös ist, Sexualität definieren zu wollen und plädiert für Skepsis gegenüber Zeitgeist-Moden.

Seite 11 von 13
Der Hofnarr 28.12.2010, 10:15
100. Alles in einen Topf?

Zitat von icke 1977
Was würden Sie denn sagen, wenn ich Ihnen tatsächlich Studien zeigen könnte, die sexuellen Mißbrauch als Ursache von Homo-, Bi-, Transsexualität und Prostitution nahelegen?
Na dann setzen Sie mal einen Link zu diesen Studien.
Was haben eigentlich Homo- und Bisexualität mit Transsexualität und Prostitution zu tun?
Werfen Sie denn da nicht völlig unterschiedliche Dinge in einen Topf? Gerade Transsexualität hat zwar "sex" im Namen (böse böse) aber erstmal nichts mit sexuellen Interaktionen zwischen Menschen zu tun.

Und warum fehlt in Ihrer Auflistung ausgerechnet die Asexualität?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bondurant 28.12.2010, 11:04
101. Ja, aber

Zitat von popcornhexe
"Man kennt so wenig Fälle", weil das Leben nicht der dramatisch zugespitzten Pseudo-Medienrealität folgt. Es wird also keine/r an die große Glocke hängen, weil es schlicht nix besonderes ist. Zumal bei .....
Sie haben völlig recht, jedoch geht Ihre Antwort am Kern meiner Frage vorbei: es müsste doch zumindest a u c h erkennbar Bisexuelle geben, wenn es sich um eine Verfasstheit wie Hetero- und Homosexualtität handelte. Erkennbar in dem Sinn, dass sie im Laufe ihres Lebens mehrere längere Beziehungen zu Liebespartnern haben, wie eben Homo- und herosexuelle Menschen auch, nur in diesem Fall eben mal mit Frau und mal mit Mann. Solche Leben kenne ich außerhalb von Prominentenkreisen nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MarkusRiedhaus 28.12.2010, 11:19
102. So lange nichts kommt...Teil 1

Zitat von icke 1977
Sehr geehrter Herr Riedhaus, wie verstehen Sie denn diese Passage? Können Sie dies mal erläutern?
So wie man es liest. Eine subjektive Einschätzung.
Zitat von icke 1977
Haben Sie schon mal bei Google gesucht? Was würden Sie denn sagen, wenn ich Ihnen tatsächlich Studien zeigen könnte, die sexuellen Mißbrauch als Ursache von Homo-, Bi-, Transsexualität und Prostitution nahelegen?
Nun hat sich zur Homo-, Bi- und Transsexualität, die kaum bis nichts miteinander zu tun haben auch noch die Prostitution gesellt.
Übernehmen sie sich nicht langsam in ihrem selbst zusammen gerührten "Trauma-Allerlei"?

Auch nach mehrmaligem Auffordern, sind sie nicht der Anfrage nach seriösen Quellen nach gekommen.
Im Gegenteil, sie haben nur das Zitat einer Redakteurin aus einem Klatschmagazin zu bieten.

Sie sind nicht argumentativ auf die Einwürfe eingegangen, im Gegenteil auch nach stichhaltigen Gegenargumenten, die ihre Position als zu oberflächlich, als zu ungenügend in der Erklärungsmächtigkeit (monokausale Zusammenhänge) und mit der Faktenlage nicht deckend, weil praxisfern (im Bezug z.Bsp. auf die Evolution) zurück wiesen (sie haben in ihrem Vokabular auch immer noch nicht den Begriff "natürlich" hinreichend definiert), halten sie nach wie vor an ihrem gewohnten Schema fest.

Ergebnisoffenheit sieht gänzlich anders aus.

Bevor sie also von "Abwehr" schwadronieren, sollten sie lieber gleich einsehen, dass sie selbst leider nichts in der Hand haben.

Zitat von icke 1977
Ihre Antworten und Ihre Rhetorik, Diktion, logische Inkonsistenzen sind stark von einer Abwehr geprägt. Dies entspricht auch der allgemeinen Erfahrung bei diesem Thema. Das ist der Grund, warum ich hier eher vorsichtig agiere und mir nicht die Blöße geben möchte.
Bis jetzt konnten sie keine Inkonsistenzen nachweisen, das fällt schließlich auch schwer, wenn sie nicht auf die Argumente eingehen, sondern sie ignorieren.

Sie verfahren nur nach einem pseudowissenschaftlichen Schema: "Zwar spricht alles in der Welt gegen meine Position, aber sie soll dennoch als Alternative angesehen werden."
Wieso sie das soll, weiß jedoch niemand.

Das ist auch unwissenschaftlich.
Denn Wissenschaft besteht NICHT nur aus Thesenbildung, auch wenn sie das vielleicht meinen, sonst müsste man auch die These ernst nehmen "Der Klapperstorch bringe die Babies", sondern auf belastbaren Daten und seriösen empirischen Studien.

Ferner musste ich mir per PN den Vorwurf anhören, ich sei A) Nicht ergebnisoffen, obgleich ich mehrmals darauf hingewiesen habe ihre Position einer kritischen Prüfung zu unterziehen, wenn ich denn mal was von ihnen im Bereich der Empirie sehen würde.
(Stattdessen bieten sie mir leider nur Literatur an, die von menschlichen Humunculi ausgehen und sich ansonstem esotherischen Dualismus verschrieben haben.)
B) Dass meine nicht vorhandenen Präferenzen ebenfalls nach ihrem einfach gestrickten Weltbild auf ein Trauma zurückginge, was ebenfalls nicht der Fall ist.
C) Sie erneut einfordern auf ihre Fragen ein zu gehen, ohne aber selbst die Fragen zu beantworten.

Dabei scheinen sie nicht bemerkt zu haben, dass eine Position nicht darin bestehen kann nur gegen Etwas zu sein, sondern eine aussagekräftigere Arbeitshypothese zu haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MarkusRiedhaus 28.12.2010, 11:20
103.

(...)
Das bedeutet in der Praxis, dass sich ihre These bewähren müsste - schaut man sich aber an, dass aus ihrer These rein gar nichts folgt, so bleibt der von ihnen vertretene Standpunkt reine Phantasie.
Ihr ganzer Diskussionsstil erinnert mich ein wenig an eine Kitschprozess, in dem sie den Staatsanwalt zu miemen versuchen, um dem Angeklagten (hier eine beliebige Präferenz einfügbar) etwas an zu lasten, aber nichtmals mit Indizien aufwarten können, sondern nur allgemeine Aussagen von Strafverteidigern rezitieren (siehe Alice Schwarzer Zitat) um das Gericht davon zu überzeugen, dass Verteidiger im Grunde immer voreingenommen wären und der Angeklagte infolge dieser Voreingenommenheit der Strafverteidigung allein zu verurteilen sei.

Wenn sie zumindest ein klein wenig nachgedacht hätten, so würden sie dieses Trauerspiel bemerken.
So erhärtet sich nur mein bereits geäußerter Verdacht, dass es sich bei ihrer auf den Dualismus rekurrierenden Gedankenwelt sehr viel eher um ein pathologisches Problem handelt.
Richard Dawkins hat dies bereits in seiner Memplexthese offen zur Sprache gebracht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MarkusRiedhaus 28.12.2010, 11:30
104. Ein wenig merkwürdig...

Zitat von Bondurant
Sie haben völlig recht, jedoch geht Ihre Antwort am Kern meiner Frage vorbei: es müsste doch zumindest a u c h erkennbar Bisexuelle geben, wenn es sich um eine Verfasstheit wie Hetero- und .....
Die Frage ist so merkwürdig wie die Frage, warum viele Heterosexuelle nur eine Frau haben, obgleich sie laut eigenen Angaben doch mit ca. 50% der gesamten Menschheit das Bett teilen könnten.
Aus der Tatsache mit 100% der erwachsenen Männer und Frauen das Bett teilen zu können, folgt erstmal gar nix.

Mich hat an diesen Etiketten schon immer verwirrt, weshalb Menschen sich zwar als Homo-, Bi- oder Heterosexuell bezeichnen, wenn man aber konkrett fragt:
Würdest du denn eine Beziehung mit Person X (z.Bsp. der Chef oder die Chefin oder die Schwiegermutter von Nachbar Albert) in Erwägung ziehen, viele sofort panisch reagieren mit: "Igittigitt! Der ist doch widerlich, gemein zu allen und wiegt ungesunde 30 Kilo zu viel! Nicht mal wenn er der letzte Mensch der Welt wäre!"

Es ist immer wieder belustigend zu beobachten, wie dann doch nur eine kleine handvoll Partner überhaupt in Frage kämen, außer wohl bei Menschen die tatsächlich keinerlei Ansprüche haben.
Aber ich gehe mal dann davon aus, dass diese Personen selbst mit deformierten alienesken Marsmännchen/Marsweibchen das Bett teilen würden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Gertrud Stamm-Holz 28.12.2010, 19:33
105. wieso?

Zitat von Bondurant
Sie haben völlig recht, jedoch geht Ihre Antwort am Kern meiner Frage vorbei: es müsste doch zumindest a u c h erkennbar Bisexuelle geben, wenn es sich um eine Verfasstheit wie Hetero- und Homosexualtität handelte. Erkennbar in dem Sinn, dass sie im Laufe ihres Lebens mehrere längere Beziehungen zu Liebespartnern haben, wie eben Homo- und herosexuelle Menschen auch, nur in diesem Fall eben mal mit Frau und mal mit Mann. Solche Leben kenne ich außerhalb von Prominentenkreisen nicht.
Wieso müsste es das geben? Und wieso muss das für Sie sichtbar sein? Ich kenne eine Frau, die ist verheiratet und hat einen Sohn. Als Hobby pflegt die ihre Freundin in sexuellen Dingen. Der Mann weiss das. Müssen Sie das auch wissen? Bisexualität hat nicht unbedingt mit 50/50 zu tun. Viele Leute leben ihr Familienleben und haben nebenher einen gleichgeschlechtlichen Partner. Zeitweise. Regelmäßig. Selten.
Ihre Vorstellung von Verruchtheit basiert auf Unwissen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bondurant 29.12.2010, 10:00
106. Verständnis

Zitat von Gertrud Stamm-Holz
Wieso müsste es das geben? Und wieso muss das für Sie sichtbar sein? Ich kenne eine Frau, die ist verheiratet und hat einen Sohn. Als Hobby pflegt die ihre Freundin in sexuellen Dingen. Der Mann weiss das. Müssen Sie das auch wissen? Bisexualität hat nicht unbedingt mit 50/50 zu tun. Viele Leute leben ihr Familienleben und haben nebenher einen gleichgeschlechtlichen Partner. Zeitweise. Regelmäßig. Selten. Ihre Vorstellung von Verruchtheit basiert auf Unwissen.
Ich glaube, Sie verstehen die Frage nicht. Noch mal in anderen Worten: man kennt Homosexuelle, die in ihrem Leben mittlerweile die vierte längere Partnerschaft eingegangen sind, man kennt Heterosexuelle, die schon dreimal verheiratet waren und im Augenblick eine feste Partnerin haben, man kennt aber keine Bisexuellen, die mal drei Jahre mit einem Mann und dann fünf Jahre mit einer Frau und dann wieder vier Jahre mit einem Mannn zusammengelebt haben. Warum ist das so?

Und wieso hat das was mit Verruchtheit zu tun?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bondurant 29.12.2010, 10:16
107. Definition

Zitat von Gertrud Stamm-Holz
Wieso müsste es das geben? Und wieso muss das für Sie sichtbar sein? Ich kenne eine Frau, die ist verheiratet und hat einen Sohn. Als Hobby pflegt die ihre Freundin in sexuellen Dingen. Der Mann weiss das. Müssen Sie das auch wissen? Bisexualität hat nicht unbedingt mit 50/50 zu tun. Viele Leute leben ihr Familienleben und haben nebenher einen gleichgeschlechtlichen Partner. Zeitweise. Regelmäßig. Selten. Ihre Vorstellung von Verruchtheit basiert auf Unwissen.
Oder wollen Sie uns vielleicht mitteilen, Bisexualität bedeute, grundsätzlich g l e i c h z e i t i g Beziehungen zu Personen verschiedenen Geschlechts zu haben? Also permanente Dreiecksverhältnisse?
Übrigens wäre auch das in meinen Augen nicht verrucht, nur anstrengend.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Der Hofnarr 29.12.2010, 11:05
108. Gibts doch

Zitat von Bondurant
Ich glaube, Sie verstehen die Frage nicht. Noch mal in anderen Worten: man kennt Homosexuelle, die in ihrem Leben mittlerweile die vierte längere Partnerschaft eingegangen sind, man kennt Heterosexuelle, die schon dreimal verheiratet waren und im Augenblick eine feste Partnerin haben, man kennt aber keine Bisexuellen, die mal drei Jahre mit einem Mann und dann fünf Jahre mit einer Frau und dann wieder vier Jahre mit einem Mannn zusammengelebt haben. Warum ist das so?
Also eine ehemalige Arbeitskollegin von mir hatte nach einer Beziehung mit einem Mann eine mehrjährige Beziehung mit einer Frau (inklusive zusammenleben) und danach hat sie einen Mann geheiratet (und wurde schwanger).
Sie hat (mir gegenüber) auch sehr offen davon erzählt.
Generell denke ich aber, das diese Lebensweise (egal ob jeweils mehrjährige Beziehungen oder Kurzzeitbeziehungen) von den Betroffenen nicht an die große Glocke gehängt wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Jamesteakirk 29.12.2010, 16:31
109. Homophobie

Zitat von ach-nur-so
Auch ich habe eine Geschichte und Erfahrungen in Gesprächen mit anderen Homosexuellen gesammelt. Ich spreche Ihnen gar nicht ab, dass stark gehäuft folgende Situationen gegeben sind: - bei Lesben: frühe, ungewollte sexuelle Erfahrungen - bei Schwulen: Vaterhass, übersteigerte Mutterliebe
Sehr geehrter Herr Riedhaus,
wie verstehen Sie denn diese Passagen? Ich sehe sie als Bestätigung meiner These.
Das Wort Abwehr scheint offenbar ein Fremdwort für Sie zu sein.
Deshalb würde ich gerne mal wissen, ob Sie überhaupt grundsätzlich bereit sind, sich selbst ernsthaft mit meiner These auseinanderzusetzen, also selbst aktiv in diese Richtung zu schauen und nach Belegen zu suchen.

Vielleicht schauen Sie einfach mal selbst bei Google oder suchen nach Indizien, die meine These bestätigen.

Ich habe den Eindruck, daß Sie kein ernsthaftes Interesse diesbezüglich haben. Sie können sich auch vorstellen, daß man bei Ihrem Diskussionsstil keine Lust hat, sich zu erklären.

Ich kann Ihnen versichern, daß sich meine These bestätigen wird, wenn Sie ernsthaft suchen. Vielleicht sind Sie sogar selbst betroffen. Hierfür gibt es ebenfalls Indizien.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 11 von 13