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Genderforscherin zu Tykwer-Film: "Bisexualität ist ein moderner Mythos"

Tom Tykwers Film "Drei"*bringt ein Heilsversprechen für eingeschlafene Beziehungen ins Kino: Wir sind alle bisexuell! Stimmt das? Gender-Forscherin Christina von Braun erklärt im Interview, warum es unseriös ist, Sexualität definieren zu wollen und plädiert für Skepsis gegenüber Zeitgeist-Moden.

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Gertrud Stamm-Holz 29.12.2010, 18:54
110. nicht grundsätzlich

Zitat von Bondurant
Oder wollen Sie uns vielleicht mitteilen, Bisexualität bedeute, grundsätzlich g l e i c h z e i t i g Beziehungen zu Personen verschiedenen Geschlechts zu haben? Also permanente Dreiecksverhältnisse? Übrigens wäre auch das in meinen Augen nicht verrucht, nur anstrengend.
Grundsätzlich behaupte ich überhaupt nichts.
Die Bisexuellen, die ich kenne, die leben in Partnerschaften und pflegen Bekannschaften sexueller Natur zum eigenen Geschlecht. Diese genannten Personen sind in der Lage, homosexuelle Affären mitzunehmen, obwohl deren Gewichtung prozentuell gesehen hetero ist.
Ich habe hier den Eindruck gewonnen, Homosexualität wäre ohnehin immer noch pfui, Bisexualität dagegen durchaus verrucht. Sollte ich Sie zu Unrecht in diese Ecke gestellt haben, dann möchte ich mich dafür entschuldigen.

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Bondurant 29.12.2010, 19:05
111. Natur der Sache

Zitat von Gertrud Stamm-Holz
Grundsätzlich behaupte ich überhaupt nichts. Die Bisexuellen, die ich kenne, die leben in Partnerschaften und pflegen Bekannschaften sexueller Natur zum eigenen Geschlecht. Diese genannten Personen sind in der Lage, homosexuelle Affären mitzunehmen, obwohl deren Gewichtung prozentuell gesehen hetero ist. Ich habe hier den Eindruck gewonnen, Homosexualität wäre ohnehin immer noch pfui, Bisexualität dagegen durchaus verrucht. Sollte ich Sie zu Unrecht in diese Ecke gestellt haben, dann möchte ich mich dafür entschuldigen.
Da hätten Sie mich in der Tat missverstanden.

Wissen wollte ich, ob es Bisexualität quasi als dritte Möglichkeit neben Homo- und Heterosexualität gibt. Jaja, ich weiss, die Grenzen sind fließend. Aber man hört eben selten bis gar nicht von Menschen, die den Partner gewissermassen unabhängig vom biologischen Geschlecht aussuchen, was man von einem "echten" Bisexuellen erwarten würde. Die meisten scheinen doch eher homo- oder heterosexuell zu sein und auch mal eine Affäre mit dem jeweils anderen Geschlecht zu haben. Meiner Erinnerung nach sagte ein prominenter Nachttalker mal sinngemäß, er schliefe zwar auch mit Frauen, verlieben könne er sich aber nur in einen Mann. Das würde ich dann nicht als echt bisexuell ansehen.

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Gertrud Stamm-Holz 29.12.2010, 19:13
112. titel

Zitat von ach-nur-so
Auch ich habe eine Geschichte und Erfahrungen in Gesprächen mit anderen Homosexuellen gesammelt. Ich spreche Ihnen gar nicht ab, dass stark gehäuft folgende Situationen gegeben sind: - bei Lesben: frühe, ungewollte sexuelle Erfahrungen - bei Schwulen: Vaterhass, übersteigerte Mutterliebe (Auf diese Aussagen erhebe ich keinen Anspruch auf Richtigkeit. Sie sind weder wissenschaftlich noch repräsentativ.)
Ihnen ist aber schon klar, dass dies nur Begleiterscheinungen und keine Auslöser sind? Homosexuelle sagen durchaus den Satz, sie hätten sich schon als Kinder anders gefühlt. Homosexualität entsteht nicht in der Pubertät, sie ist wesentlich früher gegeben (ich behaupte, sie ist angeboren) und wird teilweise erst sehr spät von den Leuten als solche erkannt. Manche verdrängen ihre Sexualität ein Leben lang.
Viele ekeln sich mit vollem Bewusstsein wegen homoerotischer Empfindungen und vergessen dabei, dass sie durchaus bisexuell interessiert sind. Wenn das auch kein dringendes Bedürfnis ist. Statements aus entsprechendem Milieu habe ich diesbezüglich wortreich erlebt.

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Gertrud Stamm-Holz 29.12.2010, 19:24
113. titel

Zitat von Bondurant
Die meisten scheinen doch eher homo- oder heterosexuell zu sein und auch mal eine Affäre mit dem jeweils anderen Geschlecht zu haben. Meiner Erinnerung nach sagte ein prominenter Nachttalker mal sinngemäß, er schliefe zwar auch mit Frauen, verlieben könne er sich aber nur in einen Mann. Das würde ich dann nicht als echt bisexuell ansehen.
Wie gesagt, eine prozentuale Skalierung zu 50/50 scheint es nicht zu geben. Mein Eindruck ist der, Bisexualität heisst eine Vorliebe für Geschlecht x mit dem Spieldrang zu Geschlecht y.
Wobei ich gelernt habe den intellektuellen Maßstab nicht zu ignorieren. Ein Freund hat jahrelang mit seinem geistigen Zwilling seine nicht so hohe Homosexualität gelebt, mittlerweise lebt er mit seinem weiblichen Zwilling zusammen.
In beiden Partnerschaften war die Verbindung auch die gemeinsame Sexualität geschlechterübergreifend. Wobei ich hier einen wichtigen Punkt noch anfügen möchte. Der hier zitierte Fall hat ein ausgesprochenes Faible für Sado-Maso. Was entsprechenden Aussagen nach Standard in verschiedenen Kreisen ist.

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frsn2 29.12.2010, 19:53
114. Sozialbedingt

Zitat von Gertrud Stamm-Holz
Wie gesagt, eine prozentuale Skalierung zu 50/50 scheint es nicht zu geben. Mein Eindruck ist der, Bisexualität heisst eine Vorliebe für Geschlecht x mit dem Spieldrang zu Geschlecht y. Wobei ich gelernt habe den intellektuellen Maßstab nicht zu ignorieren. Ein Freund hat jahrelang mit seinem geistigen Zwilling seine nicht so hohe Homosexualität gelebt, mittlerweise lebt er mit seinem weiblichen Zwilling zusammen. In beiden Partnerschaften war die Verbindung auch die gemeinsame Sexualität geschlechterübergreifend. Wobei ich hier einen wichtigen Punkt noch anfügen möchte. Der hier zitierte Fall hat ein ausgesprochenes Faible für Sado-Maso. Was entsprechenden Aussagen nach Standard in verschiedenen Kreisen ist.
Eigentlich habe ich nur immer mehr bi-neugierigere Frauen
als Männer kennengelernt. Frauen scheinen mit Bi-Sexualität
viel einfacher und spielerischer klar zu kommen, als Männer.
In Japan z.B. fühlen sich besonders intellektuelle und Akademikerinnen zum eigenen Geschlecht hingezogen, was aber
auf die machistische Gesellschaftsstruktur zurück zu führen ist. In besonders katholischen Ländern, wie z.B. in Südamerika, haben fast alle Mädchen zuerst gleichgeschlechtliche Erfahrungen. Zwar heiraten sie dann und haben Familie, die Freundinnenzirkel jedoch bleiben
bestehen. Erotik meinen sie in Gesprächen, kann man nur mit
Frauen haben.
Bei männlichen Absolventen von englischen public schools wird es wohl ähnlich sein. Wahrscheinlich der Grund, weshalb
die Engländer noch immer ein solch verkorkstes Verhältnis
zur Sexualität haben.

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Jamesteakirk 29.12.2010, 21:11
115. Homophobie

Zitat von Gertrud
Wobei ich hier einen wichtigen Punkt noch anfügen möchte. Der hier zitierte Fall hat ein ausgesprochenes Faible für Sado-Maso. Was entsprechenden Aussagen nach Standard in verschiedenen Kreisen ist.
Hallo Gertrud,

meinst Du, das ist Standard bei Bisexuellen oder bei Homosexuellen oder bei allen zusammen?

Ich frage mich, warum das niemandem auffällt, die Häufigkeit von sexuellen Störungen bei Homo-, Bi- und vermutlich auch Transsexuellen.

Wir sind vermutlich noch so fortschrittlich in unserer Gesellschaft, daß wir Fetischismus, Sadomasochimus etc. zwanghaft naturalisieren.

Man denke nur mal, jemand würde das womöglich auf sexuellen Mißbrauch in der Kindheit zurückführen und als Reinszenierung von traumatischen Erfahrungen betrachten.

Was für ein Irrsinn.

Was hältst Du denn, wenn meiner Betrachtung von Homosexualität?

Die anderen haben wohl Angst, das Offensichtliche zur Kenntnis zu nehmen. Wir müssen wohl noch um einiges fortschrittlicher und toleranter in unserer Gesellschaft werden.

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Gertrud Stamm-Holz 29.12.2010, 21:26
116. titel

Zitat von icke 1977
meinst Du, das ist Standard bei Bisexuellen oder bei Homosexuellen oder bei allen zusammen? Ich frage mich, warum das niemandem auffällt, die Häufigkeit von sexuellen Störungen bei Homo-, Bi- und vermutlich auch Transsexuellen. Wir sind vermutlich noch so fortschrittlich in unserer Gesellschaft, daß wir Fetischismus, Sadomasochimus etc. zwanghaft naturalisieren. Man denke nur mal, jemand würde das womöglich auf sexuellen Mißbrauch in der Kindheit zurückführen und als Reinszenierung von traumatischen Erfahrungen betrachten. Was für ein Irrsinn. Was hältst Du denn, wenn meiner Betrachtung von Homosexualität? Die anderen haben wohl Angst, das Offensichtliche zur Kenntnis zu nehmen. Wir müssen wohl noch um einiges fortschrittlicher und toleranter in unserer Gesellschaft werden.
Wir sind per Sie.
Sexualität ist im Regelfall keine Störung. Päderasten sind gestört. Alle anderen leben nur ihre Bedürfnisse und das ist legitim.
Fetischismus und Sado-Masochismus sind ebenso legitim.
Sexueller Missbrauch macht nicht schwul.

Werter Forist, wenden Sie sich anderweitig an Hilfe. Ihre dubiosen Ansichten teile ich nicht und ich kann Ihnen auch keine Unterstützung bieten.

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WHO23 29.12.2010, 21:37
117. 111

Zitat von icke 1977
Ich frage mich, warum das niemandem auffällt, die Häufigkeit von sexuellen Störungen bei Homo-, Bi- und vermutlich auch Transsexuellen.
Ist das echt so?
Oder haben Sie einfach keine Ahnung?

Was ist Ihnen den aufgefallen?
Los, sagen Sie es uns, welche Störungen haben die von Ihnen genannten?

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Jamesteakirk 29.12.2010, 21:55
118. Homophobie

Zitat von Gertrud Stamm-Holz
Fetischismus und Sado-Masochismus sind ebenso legitim.
Liebe Gertrud,

Ihr Tonfall ist ja nicht so freundlich. Woran mag das wohl liegen?

Ich habe Sie doch freundlich angesprochen. Sie dürfen gerne anderer Meinung sein.

Könnten Sie mir mitteilen, warum Sie Fetischismus, Sadomasochismus und anderes als legitim betrachten? Sie sind also der Meinung, so etwas sei natürlich?

Können Sie das denn irgendwie plausibel machen?

Was halten Sie von der Erklärung, daß es sich bei diesen Phänomenen um Reinszenierungen von verdrängten traumatischen Erfahrungen handelt? Ich halte diese Erklärung für wesentlich plausibler.

Im alten Griechenland hat man übrigens auch Päderastie für natürlich gehalten. Möglicherweise wird sich unser Blick auch auf andere angeblich natürliche Phänomen ändern, wenn sich die Menschen nicht mehr so dumm stellen.

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Der Hofnarr 30.12.2010, 23:17
119. Ohne Respekt keine Diskussion

Zitat von icke 1977
Liebe Gertrud, Ihr Tonfall ist ja nicht so freundlich. Woran mag das wohl liegen? Ich habe Sie doch freundlich angesprochen.
Nein, Sie waren respektlos in der Anrede. Und sie sind es erneut. Deswegen darf man wohl Vorsatz annehmen.

Zitat von icke 1977
Können Sie das denn irgendwie plausibel machen?
Muss sie das?
Zitat von icke 1977
Was halten Sie von der Erklärung, daß es sich bei diesen Phänomenen um Reinszenierungen von verdrängten traumatischen Erfahrungen handelt? Ich halte diese Erklärung für wesentlich plausibler.
Was würde das an der Legitimität der Handlungen ändern, wenn es denn zuträfe?
Übrigens: Auf die Links zu den von Ihnen erwähnten Studien warten wir immer noch ;-)

Zitat von icke 1977
Möglicherweise wird sich unser Blick auch auf andere angeblich natürliche Phänomen ändern, wenn sich die Menschen nicht mehr so dumm stellen.
Also bis jetzt sehe ich da bei Ihnen noch keine großen Fortschritte...

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