Forum: Kultur
Genderforscherin zu Tykwer-Film: "Bisexualität ist ein moderner Mythos"

Tom Tykwers Film "Drei"*bringt ein Heilsversprechen für eingeschlafene Beziehungen ins Kino: Wir sind alle bisexuell! Stimmt das? Gender-Forscherin Christina von Braun erklärt im Interview, warum es unseriös ist, Sexualität definieren zu wollen und plädiert für Skepsis gegenüber Zeitgeist-Moden.

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Schleswig 23.12.2010, 22:25
50. xxx

Zitat von sysop
Tom Tykwers Film "Drei"*bringt ein Heilsversprechen für eingeschlafene Beziehungen ins Kino: Wir sind alle bisexuell! Stimmt das? Gender-Forscherin Christina von Braun erklärt im Interview, warum es unseriös ist, Sexualität definieren zu wollen und plädiert für Skepsis gegenüber Zeitgeist-Moden.
Ja;Ja alles schon tausend mal belabber worden. Und das mit einem Ernst der nur noch lächerlich ist. Was ist eine Gender-Forscherin überhaupt? Eigentlich will ich das gar nicht wissen, und meine Zeit damit weiter verschwenden.

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Gugomos 23.12.2010, 22:35
51. Sehe ich anders:

Zitat von ach-nur-so
Übrigens haben Hetero- und Homosexualität im Vergleich zur Bisexualität etwas Erstaunliches gemeinsam: es ist jeweils zu einem Geschlecht eine sexuelle Affinität vorhanden - zum jeweils anderen aber nicht. Mir gelingt es nur bedingt, mich in eine Situation hineinzudenken, in der es kein Geschlecht gibt, dem gegenüber man sich als "sexuell resistent" erweist. Rein technisch betrachtet fehlt mir dabei wohl das abgrenzende Element. Von Zeit zu Zeit neige ich sogar dazu, zu behaupten, dass es Bisexualität gar nicht gibt. Aber dann bekomme ich immer ganz große Mecker von bestimmten Leuten. Deshalb lasse ich das auch hier mal besser schön bleiben :o)

Es ist doch so: Jeder tut, hoffentlch (Eine Illusion, ich weiß) - was er am liebsten tut. Vorwiegend Heteros machen sich keine Gedanken, Homos zu sein (Je nach grad, manchmal grenzen sie sich besonders ab), Homos, so sie sich trauen, es zu sein, sind hinterher so stolz darauf, daß sie selbst reaktionär werden. (Nich alle, aber oft genug ist es so)

Ich denke, die Bisexualitätsdebatte hat auch etwas befreiendes: Es war etwas seltsames für mich (Ich hab es drauf angelegt, ich wollte es wissen) zu merken, daß ich als Schwuler auch Frauen sexuell erregend finden kann. Ich habe allerdings schnell gemerkt, daß potentiell erregend nicht auch gleich 'interessant'heißt für mich: Bemerkenswert ist.

Zumindest weiß ich jetzt mehr, und kann für vieles mehr verständnis aufbringen, als zuvor.

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joztem 23.12.2010, 22:36
52. Wo bleibt der Respekt?

Es verwundert mich doch immer sehr wie viele Menschen ein Problem mit meiner Sexualität haben. Ich lebe offen schwul und führe eine mehrjährige monogame Beziehung. Eine Beziehung mit einer Frau kam für mich nie in Frage, wobei dabei nicht nur meine Sexualität eine Rolle spielt, sondern auch die emotionale Seite in mir. Ich liebe (!) Männer und auch wenn ich mich nicht fortpflanzen werde, bin sowohl ich als auch meine Eltern und Freunde sehr glücklich mit meinem Partner und meinem Leben.

Fühlen sich die Menschen die mich und andere Homosexuelle als Schwuchtel, Abnormale und "vom rechten Weg abgekommene" bezeichnen einfach nur bedroht oder ist ihr eigenes Leben so moralisch korrekt, dass sie sich anmaßen über meines zu urteilen? Es ist weder mein Wunsch, dass meine heterosexuellen Freunde bisexuell werden, damit ich mehr potentielle Sexpartner habe, noch das meine Mitmenschen mein Lebensmodell huldigen - jedoch erwarte ich den Respekt eines jeden Mitmenschen (vor allem im Spiegelforum) aufzuhören mich über meine sexuelle Orientierung zu definieren und darüber zu urteilen. Diese macht mich nicht so einem schlechteren Menschen, aber die Respektlosigkeit jene nicht zu besseren.

Ich hoffe auf einen feinfühligeren Umgang untereinander, zumindest als Vorbilder für die nächste Generation, eure Söhne und Töchter, die vielleicht irgendwann zu euch kommen werden mit der Gewissheit Homo- oder Bisexuell zu sein.

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Mannskerl 24.12.2010, 23:22
53. Gender-Spinner und Reaktionären-Spinner

Zitat von seneca.jr
es gibt keine verdrängten homoerotischen Phantasien
Nein? Sie sind sicher Protestant? :-)
Haben Sie noch nie einen "katholischen Priester" gesehen? Auf welchem Planeten leben Sie denn?

Zitat von
was es jedoch gibt ist das allgegenwärtige Werben für unnatürliche Lebensbeziehungen in Film, Werbung, und Literatur (Printmedien mit eingerechnet).
"Unnatürliche Lebensbeziehungen" (oder gar Verhaltensweisen) GIBT es nicht. Sobald sie auftreten, sind sie automatisch natürlich.
Davon abgesehen ist "Natur" keinerlei Begründung für ein Verhalten, dass sich an zivilisatorischen Maßstäben zu messen hat.

Wissen Sie, es GIBT diese Gender-Spinner. Es GIBT aber auch die reaktionären Dogmatiker, die von Naturwissenschaften SO was von keine Kenne haben, dass man sie wirklich allesamt mal tüchtig durchprügeln müsste - bis sie begriffen, dass sie nicht über Dinge zu sprechen haben, von denen sie keine Ahnung besitzen.


Das Überflüssigste, was der menschliche Forschergeist hervorgebracht hat, ist jedoch mit Abstand der Genderforscher. Erstaunlich, das gerade Grün-Alternative mit ihrem Hang zum natürlichen Leben für diesen Unfug besonders anfällig sind.

http://www.youtube.com/watch?v=yZvj8coO1pg

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me-idwobi@gmx.de 24.12.2010, 00:23
54. Bi oder nicht Bi

Ich finde das Interview etwas eigenartig. Was ist denn am Begriff der Bi-Sexualität so falsch?

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lesacre 24.12.2010, 01:05
55. Bisexualität

Klar...nachdem die Gesellschaft jahrelang malträtiert worden ist durch die Gender-Diskussionen, und sich Männer mehr und mehr eine eigene Autonomie und Emanzipation über die Bisexualität erarbeiten, schwant den Expertinnen, wohin die Entwicklung führt.

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Der Hofnarr 24.12.2010, 01:06
56. Entweder oder? Sowohl als auch!

Zitat von ach-nur-so
Übrigens haben Hetero- und Homosexualität im Vergleich zur Bisexualität etwas Erstaunliches gemeinsam: es ist jeweils zu einem Geschlecht eine sexuelle Affinität vorhanden - zum jeweils anderen aber nicht. Mir gelingt es nur bedingt, mich in eine Situation hineinzudenken, in der es kein Geschlecht gibt, dem gegenüber man sich als "sexuell resistent" erweist. Rein technisch betrachtet fehlt mir dabei wohl das abgrenzende Element. Von Zeit zu Zeit neige ich sogar dazu, zu behaupten, dass es Bisexualität gar nicht gibt.
Interessanter Ansatz. In der Praxis wird sich sexuelle Affinität aber nicht am abstrakten Geschlecht manifestieren sondern an konkreten Triggern von konkreten Menschen.

Oder etwas herber formuliert: Bloß weil ich als Heteromann auf Frauen stehe, finde ich nicht automatisch jede Frau sexuell attraktiv.

Wenn der konkreten Frau die notwendigen Trigger-Eigenschaften fehlen dann läuft da nichts.

Umgekehrt ist es denkbar, das es Männer gibt die genau diese Trigger Eigenschaften haben. Und damit dann auf mich sexuell attraktiv wirken.

Mir ist zwar bisher noch kein entsprechender Mann über den Weg gelaufen, aber es läßt sich halt auch nicht ausschließen.

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Jamesteakirk 24.12.2010, 01:28
57. Mal was Neues aus dem Reich der "Homophobie"

Kann sich hier jemand vorstellen, daß weder Homosexualität noch Bisexualität noch irgendeine andere Perversion natürlich sind?

Ich hoffe, diese Erklärungsmöglichkeit ist prinzipiell in unserem "nichttotalitären" Staat erlaubt.

Kann es sein, daß Homo-, Bi- und Transsexualität auf sexuellen Mißbrauch in der Kindheit zurückgehen?

Oh, jetzt habe ich das ja "pathologisiert" und bin "homophob".

Man darf sich also gar nicht mit der Möglichkeit einer Pathologie beschäftigen.

Wir sind ja fortschrittlich und tolerant. Auf keinen Fall über sexuellen Mißbrauch nachdenken.

In ein paar Jahrzehnten wird man sich darüber wundern, wie verblendet wir waren und allen Ernstes die beschriebenen Phänomene als natürlich charakterisieren konnte.

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Lovestern 24.12.2010, 05:59
58. Versteckte Homo-Feindlichkeit

Zitat von prieser
Der familienneurotische Hintergrund der Homosexualität (verquere Geschlechtsrollenidentifikation etc) geht den meisten Homos doch am Arsch vorbei.
Ihre sogenannte Familien-Neurose und verquere Geschlechterrollenidentifikation (was soll das überhaupt sein? Kein Vater vorhanden? Fixierung auf die Mutter? Oder was?) lässt sich gerade bei den von Ihnen erwähnten Zwillingsstudien nicht nachweisen.

Und Sie können auch nicht im Ansatz erklären, was genau sich, selbst, wenn das alles wahr wäre, "die Homos" daran denn ausgesucht haben. Ich habe mir jedenfalls als Kind meine Familie nicht aussuchen können, und dementsprechend auch sämtliche anderen Umstände, wo und wie man aufwächst, auch nicht.

Im Übrigen mag es zwar für Sie etwas völlig Neues sein, aber in Wahrheit ein ganz furchtbar alter Hut, dass Homosexualität eben nicht anerzogen ist, und was nicht anerzogen ist, kann man auch nicht umerziehen. DAS zumindest ist wissenschaftlich untermauert und anerkannt. Homosexualität lässt sich zum Beispiel mit Hilfe des Glaubens unterdrücken, aber nicht "umpolen".
Und was alles andere betrifft, muss man eben mit einem Rätsel leben.

Und mal ganz ehrlich: Wer braucht dafür schon eine Erklärung? Was geht es Sie und mich an, was Homosexuelle treiben oder nicht treiben? Ich brauche dafür keine Erklärung, denn sie schaden Niemandem. Ich brauche auch keine Erklärung für SM. Die schaden auch Niemandem. Die tangieren mich nicht einmal. Ich habe damit schlicht nichts zu tun.

Insofern stelle ich mir immer die Frage, wieso sich Jemand eigentlich dafür interessiert, was Leute tun, die er angeblich für krank hält. Wer sich für Homos nicht interessiert, wird im Prinzip auch niemals bewusst einem begegnen. Wieso also machen Sie sich so viele Gedanken darum? Mir scheint, es ist doch etwas dran an der Behauptung, dass das, was man anderen gern unterstellt, den eigenen Gedanken entspringt und tief blicken lässt, was da eigentlich los ist...

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Haio Forler 24.12.2010, 06:50
59. .

Erklärt man die gesamte gesellschaft für androgyn, kann man wenigstens 2 Arten von Parfums verkaufen, und den Herren noch ein Handtäschchen.

Dass es x% mehr Bisexuelle gibt also vorher vermutet, sollte nicht gleich jemanden ermutigen, er müsse mein Haus jetzt in rosa anstreichen. Irgendwann werden diese Maschen mal langweilig.

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