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Gendergerechte Sprache: "Es geht auch darum, Macht abzugeben"
DPA

Heute will der Rat für deutsche Rechtschreibung Ergebnisse zu gerechtem Schreiben vorlegen. Die Leiterin der Duden-Redaktion favorisiert das Gendersternchen - hier erklärt sie, warum.

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uk2011 16.11.2018, 11:33
90.

Zitat von Stäffelesrutscher
Und woher soll man nun wissen, ob mit »Studenten« nur die Männer oder Männer und Frauen gemeint sind? Das ist nämlich das Vertrackte am generischen Maskulinum: Es sorgt dafür, dass es keine distinktive Bezeichnung für eine rein männliche Gruppe gibt.
Pech für die Männer, würde ich mal sagen.
Gerade die Tatsache, dass ich als Frau eine Möglichkeit hat, sprachlich zu differenzieren, ob ich jetzt explizit eine Person (eine Studentin und keinen Mann) oder ein "Funktionsbezeichnung" (ein Student, eine Person, die Studiert, egal ob männlich oder weiblich oder sächlich) habe, finde super.
Und da habe ich keine Lust, mir diesen Vorteil von irgendwelchen Leuten - meist Männer, die der Meinung sind, wir armen Frauen müssten von Ihnen unterstützt werden, weil wir das selbst ja nicht auf die Reihe kriegen - zerstören zu lassen.

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PeterAverage 16.11.2018, 11:33
91. Inkonsequent

Weder der Gender-Gap, noch das Binnen-I oder das Gender-Sternchen kennzeichnen - auch nicht nach den Maßstäben der Befürworter - eine "geschlechterneutrale" Sprache. Wenn man dieser Logik folgen möchte, schließen diese sprachlichen Krücken maximal Männer und Frauen ein. Inzwischen gibt es den höchstrichterlich bestätigten Anspruch, im Geburtenregister ein drittes Geschlecht ("divers") eintragen zu lassen. Und jetzt? Wollen die Feministinnen weiterhin alle "Diversen" diskriminieren, oder gibt's schon passende Vorschläge? Wie gesagt: Praktikabel und lesbar soll es sein!
Und warum lese ich so selten von "geschlechterneutralen" Begriffen mit negativen Konnotationen, wie zum Beispiel Steuerhinterzieherinnen und Steuerhinterzieher, Mörderinnen und Mörder, Temposünderinnen und Temposünder oder auch Sprachpanscherinnen und Sprachpanscher?

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MatthiasPetersbach 16.11.2018, 11:34
92.

Zitat von mafreschi
Zudem: Männer, die sich hier äußern, sei geraten zu versuchen, die Perspektive zu wechseln. Wie würden Sie sich fühlen, wenn es nur um Autofahrerinnen, Kontoinhaberinnen, Kundinnen gehen würde?
Wenn ich damit aufgewachsen wäre, wäre das normal - und damit mir als Mann (und wohl unzähligen Geschlechtsgenossen) völlig egal und mir würde in hundert Winter nicht einfallen, daß da irgendwas nicht koscher ist. Wie beim Artikel - denkt jemand bei die Sonne oder der Mond an irgendwas geschlechtsspezifisches - mal außerhalb von Literatur und Essays?

In eine einfache Sprachregelung (Mehrzahlbildung mit dem männlichen Geschlecht) wird da ohne Not eine Bedeutung reingetackert, die nicht da ist. Und wird dann noch mit völlig untauglichen Mitteln versucht, zu "verbessern". Was eben nicht geht. Oder maximal in der Schrift. Die dann natürlich auch wieder eigene eingebaute Diskriminierungen besitzt.

Manchmal muß man eben im Sinne der Machbarkeit sich für EINES entscheiden bzw "EINEN Tod sterben". Bis zu dem Furor in letzter Zeit hat man den Tod aber garnicht als Tod wahrgenommen. Weils keiner ist.

So wie noch vor 20 Jahren es völlig klar war, daß jeder Mensch gleich ist - egal, welches Geschlecht, Religion, Herkunft oder Hautfarbe er hat. Heute DISKUTIEREN wir drüber. Da gibts aber nichts zu diskutieren. Egal, welche Begriffe da gängig sind.

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und der Wolf 16.11.2018, 11:34
93. Da freut sich nicht nur die AfD...

Allein der Versuch Sprache aus dogmatischen Gründen zu normen, führt zu massiven und berechtigten Gegenbewegungen. Soll doch jeder schreiben, wie es ihm passt. Das ist Toleranz. Für mich ist alles andere ein Angriff auf die offene Gesellschaft. Extremisten und Sprachpanscher rühren eine Suppe an, die Gift für die Freiheit ist. Da freut sich nicht nur die AfD.

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ingbeti 16.11.2018, 11:34
94. Der Person*er?

Nicht alle Bezeichnungen sind von Natur aus maskulin. Was ist z.B. mit DIE Person? Das ist weiblich, aber jeder einigermaßen vernünftige Mensch wird Männer in diesem Begriff mit einschließen. Wird das in Zukunft Person*er heißen? Oder gilt Gendergerechtigkeit nur für Frauen?
Fazit: Spinner (oder besser: Spinnerinnen ?) aller Länder versammelt euch!

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thomas haupenthal 16.11.2018, 11:39
95. Wenn etwas....

...geeignet ist, auch an sich geneigte Leute auf den Baum zu treiben, dann dieses fortdauernde Herumschrauben an der Sprache. Natuerlich entwickelt sich Sprache weiter, aber nicht mít Gewalt und akademischer Scholastik. Warum reagieren wohl viele Leute so vehement? Sie haben das Gefuehl, zu Recht oder Unrecht, dass ihnen etwas aufgenoetigt wird.Wenn ich es richtig verstanden habe, dann ist die, in diesem Falle deutsche Sprache, eine patriarchalische, insbesonere das generische Maskulinum und man musíš den verborgenen weiblichen, bisher unterdrueckten Anteil herausziehen und sichtbar machen.Schoen. Und genau das, mít Verlaub, halte ich fuer unpraktikablen Unsinn. Wie soll “gerecht”ausgesprochen werden?Wie geschrieben? Am Ende kommen sechs verschiedene Schreibweisen dabei heraus. Was erzaehle ich dann den Deutschlernenden, was darfs denn sein? Ueberhaupt Studentx??? Da wuerde ich mich als Frau oder drittes Geschlecht aber arg gepinselt fuehlen, wenn ich nur noch als x wahrgenommen werde...Also ich bleibe dabei: Der plurál von Arzt ist Aerzte, der Plurál von Kollege Kollegen. Wenn ich mich an ein gemischtes Publikum wende, schriftlich oder muendlich,dann ist es natuerlich hoeflich und selbstverstaendlich beide Formen, die weibliche und die maennliche zu verwenden, darueber muss man gar nicht reden. Ansonsten, schon aus Gruenden der Sprachoekonomie, “Kollegen”, was die Gespraechspartnerin im Uebrigen an einem Stelle des Gespraeches já auch tut. Aber mit * bleibt mír vom Leib.!

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UweGroßberndt 16.11.2018, 11:39
96. Schön, sehr schön

der Beitrag gefällt mir, wirklich.

Hier wird der Blaumilch-Kanälin(oder Kanal) gebaggert. Vor Feministinnen wird viel Räuchin und nichts erzeugt und den normale Menschinnen ( Menschen ) nur die Köpfin (Kopf) schütteln kann.
Geistig normal Menschen beiderlei Geschlechts schauen sich nur fragend an.

Nehmen wir den Begriff Kollegen, spricht jemand mehrere Personen an so ich eine Gruppe von Menschen gemeint ohne besonderen Bezug auf das Geschlecht der einzelnen Mitglieder zu nehmen. Er meint in aller Regel alle Personen. In Deutschland gibt es leider die Artikel für männlich, weiblich und sächlich, das ist historisch bedingt, denn ursprünglich wurden alle lebenden und nicht lebenden Gestände gewissen Gottheiten zugeordnet.
Also ihr lieben Gleichmacherinnen macht weiter so, zeigt der Welt aus welchem Holz Eure Köpfinnen geschnitzt sind. Tretet eure Vernichtungsfeldzügin gegen die so schon gequälte deutsche Sprache an.

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shaboo 16.11.2018, 11:39
97. Die IT- und ...

Zitat von ~JB~
Schüler*innenvertreter*innen ... Mal von der Lesbarkeit abgesehen, sind Unterstrich und Sternchen im IT-Bereich bereits vergeben. Beides sind Wildcards und werden somit Probleme verursachen. Viel Spass beim Abspeichern von "Schüler*innen.docx".
... Betriebssystemwelt kümmert sich einen Dreck um das deutsche Gendersternchen und das ist auch gut so. Aber wer weiß, vielleicht erwartet uns ja irgendwann das erste rein deutsche, garantiert politisch korrekte und genderneutrale Betriebssystem ...

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so-long 16.11.2018, 11:40
98. Als nächstes

kommen die Geschlechtsneutralen und kochen ihr eigenes Süppchen mit der Sprache. Dann bestehen Säzte nur noch aus Sternchen. Da werden wahrlich die allerletzten Probleme der Menschheit gelöst!

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prof.unrat 16.11.2018, 11:42
99. latente Unterstellung der Dummheit

Letztlich wird mit der Gendergerechten Sprache den Menschen unterstellt, dass sie nicht denken können und z.B. davon ausgehen, dass alle Studenten männlich sind. Ich denke aber, die Menschen können da schon einiges auseinanderhalten und wissen, dass z.B. Berufs-und Tätigkeitsbezeichnungen immer Frauen und Männer einschließt und das niemanden diskriminiert. Aber die nun eingeforderte Vergewaltigung der Deutschen Sprache und auch Grammatik kann ich nur mit einem merkwürdigen Verfolgungswahn erklären. Wenn man für jede Berufs- bzw. Tätigkeitsbezeichnung ein substantiviertes Partizip benutzt, wird es echt komisch. Ich denke da außer den Studenten/ Studierende auch an Praktikanten, Demonstranten, Abiturienten, Ministranten, Querulanten....

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