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Gendergerechte Sprache: "Es geht auch darum, Macht abzugeben"
DPA

Heute will der Rat für deutsche Rechtschreibung Ergebnisse zu gerechtem Schreiben vorlegen. Die Leiterin der Duden-Redaktion favorisiert das Gendersternchen - hier erklärt sie, warum.

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knok 16.11.2018, 11:42
100.

Texte mit Gender-star kann einfach kein Mensch lesen. Aus diesem Grund vermeide ich bereits jetzt einige Artikel, in denen dieses Symbol zu finden ist. Warum muss man auf den auch unter Transsexuellen kleinen Anteil selbstsüchtiger Aktivisten Rücksicht nehmen? So etwas schadet nur. Oder, um mal einen Bekannten zu zitieren: "Es ist in Deutschland noch nie gut gewesen, Minderheiten durch einen Stern zu kennzeichnen."

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ziehenimbein 16.11.2018, 11:45
101. Was ein Humbug!

Ich kann #2 und #3 nur beipflichten. Es gab wohl Zeiten, gegen Ende des letzten Jahrtausends, wo es eine Weile lang Sinn gemacht hat, deutlich zu machen, dass es in allen Bereichen Frauen und Männer gibt/gab. Aber in Zeiten der Ehe für alle, sollte doch so langsam klar sein, dass stets alle gemeint sind, welchen Geschlechts auch immer. Wie wäre es mit einer Art Präambel für die deutsche Sprache, in der grundsätzlich darauf hingewiesen wird, dass alle Bezeichnungen stets für alle derzeitigen und auch kommenden Geschlechter gleichermaßen gelten? Wir sind doch das Volk der Dichter und Denker, was nicht automatisch bedeutet, dass Frauen nicht dicht sind oder denken können ;) Außerdem sind die multigeschlechtlichen Anreden pure Verschwendung. So manche Rede oder mancher Text wäre weitaus kürzer, wenn man sich den (in meinen Augen) Quatsch schenken würde. Nacher fangen wir noch an die Geschlechter aller Substantive zu ändern. Wieso ist es die Venus aber der Mars. Lasst es uns einmal klarstellen und gut ist!

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mcmercy 16.11.2018, 11:46
102.

Diese Schreibweise hebt die Geschlechterunterschiede nichta auf, sondern zementiert sie. Wenn ich von Studenten spreche sollte es nämlich in der Regel egal sein ob männlich weiblich oder sonstwas. Es geht um die Zugehörigkeit an sich, wie auch bei den meisten anderen Gruppenbezeichnungen. Sie kennzeichenn die Zugehörgkeit zu einer Gruppe und treffen normalerweise keine Aussage über das Geschlecht. Daher sollte die Standardform, wie bisher beibehalten werden und nur wenn man explizit zusätzlich das Gschlecht erwähnen will, kann man es durch ein angefügtes (m) oder (w) ergänzen. Ansonsten erklärt man einfach den Plural als geschlechtsneutral.

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Die Aufklärung 16.11.2018, 11:47
103. Kampfplatz anstatt Musikalität

Die meist verbissenen Kämpferinnen für eine andere Sprache, durch die immer/überall beide Geschlechter ausgeschrieben werden muüssen, klammert tatsächlich die vom Obersten Gericht als Fundament verwendete Traditionaus. Was ja die Interview-Dame am Ende des Gesprächs als Anlass für Frauengelächter beschrieben hat.

Aber doch, ja, die Sprachgeschichtlichkeit (man kann auch Tradition nennen) ist für das Konstrukt Sprache unersetzbar.Die Gewordenheit von Sprache durch einen Missbrauch, als Kampfplatz für das Zwangsfemininum immer und überall, und Gelächter wegradieren zu wollen,das ist auch ein Kampf gegen die Ästhetik und vor allem die Musikalität der Sprache.

Und ohne diese Bestandteilegäbe es keine große Dichtung, in der aber im Lauf der gesamten Geschichte alle wussten, wann und wie Frauen Teil des Ganzen, der Menschheit, sind. Und das respektierten. Was heute umso wichtiger ist, da sogar schon der Gesetzgeber ein (zumindst) drittes Geschlecht anerkannt hat.

Ich hoffe, das führt nicht auch zu feministischem Gelächter.

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ingbeti 16.11.2018, 11:48
104. Hauptmann / Hauptfrau

Ich bin sofort bereit den größten Genfer*in Unsinn*in mit zu machen, wenn die Bundeswehr*er den Dienstgrad*in "Hauptmann" in "Hauptfrau" ändert!

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Fuxx81 16.11.2018, 11:49
105. Politisch motivierte Geisterbahnfahrt

Zitat von
Richtig. Sagt man: Die Astronauten landen in der Wüste, denken wir an Männer
Aber liegt das an der grammatikalischen Form, oder daran, dass immer noch die meisten Astronauten Männer sind? Wenn man sagt: Die Bürger landen in der Wüste, oder die Wähler landen in der Wüste, denke ich nicht mehr an Männer, weil in diesen Gruppen zu 50% Frauen vertreten sind.

Überhaupt zeigt der Blick in andere Länder, dass es keine Korrelation zwischen Grammatik und Gleichstellung der Frau gibt. Sprich: in Ländern, in deren Sprachen Substantive keinen Genus haben, wie zum Beispiel der Türkei, sind Frauen nicht bessergestellt.

Die ganze Diskussion um geschlechtergerechte Sprache entpuppt sich bei genauerem Hinsehen daher als ploitisch motivierte Geisterbahnfahrt, die von vernunftbegabten Bürgern (ohne Sternchen) nicht mitgetragen werden sollte.

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Sibylle1969 16.11.2018, 11:50
106. @57 slowboarder

Studien haben aber schon vielfach gezeigt, dass ein Großteil der Probanden bei Formulierungen wie *Die Astronauten landen in der Wüste* nur an Männer denken. Das ist natürlich bedingt durch unsere Sozialisierung und weniger durch die Sprache. Sprache ist im Übrigen lebendig und ändert sich ständig.

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Oppenheimers Trinity 16.11.2018, 11:51
107. Das geht noch besser

Warum stehen die Frauen immer hinter? Es muss natürlich Studentinnen*Student heissen liebe Leserinnen*Leser und verehrte Genossinnen*Genossen. Das wird dem Feminismus erst recht einen Bärinnendienst*Bärendienst erweisen.

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hans.hannsen 16.11.2018, 11:51
108. Denken hilft

Vielleicht wäre es wichtig, mal den wirtschaftlichen Schaden, den eine solche Lösung erzeugt, konkret zu beziffern (alle Formulare der deutschen Behördenwelt, jegliche schriftliche Kommunikation alles muss umgestellt werden). MÖGLICHERWEISE, aber nur möglicherweise, wäre im Gegenteil eine Verjüngung des Denkens notwendig. Wei die Dame mit ihrem herzerfrischenden Doppelnamen schon sagt: die Jungen haben gar kein Problem. Es sind die Alten, mit ihrem festgefahrenen Denken, die das Problem haben. Die DENKEN sich das Problem. Wer immer postuliert, dass er sich z.B. im Wort Student nicht weiblich oder neutral wiederfindet, leidet a) an mangelndem Selbstverständnis und b) an Verbohrtheit. Und hat offensichtlich keine andern Probleme, die er sinnvollerweise lösen könnte. Die Emanzipation wird grundlegend, dummerweise von Frauen, missverstanden als "Wir wollen auch ein Teil". Also wird alles, was männlich belegt ist, nun auch weiblich belegt. Ist aber nur eine Kopie. Und Eifersucht. Dadurch ist moderner Feminismus geprägt. Leider. Eine Gleichberechtigung entsteht dadurch nicht. Nirgendwo.

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hibee 16.11.2018, 11:53
109. Nein

Sagt man: Die Astronauten landen in der Wüste, denken wir an Männer. Reden wir von Bundeskanzlern, vergessen wir Frau Merkel.

Das halte ich für eine Behauptung. Zumindest ich kann von mir sagen, dass ich noch nie, wenn jemand von Bäckern, Ärzten, Astronauten oder Studenten gesprochen hat, darunter ausschließlich männliche Bäcker, Ärzte oder Studenten verstanden habe. Auch durch ständiges Wiederholen dieser Behauptung wird das nicht wahr. Ebenso wenig würde ich bei einer Aufzählung der Bundeskanzler der BRD Angela Merkel vergessen. Warum auch, schließlich hat sie das Amt sehr lange inne.

Gilt das dann auch für Romane?
Weißt Du, dass dort drüben die dreistesten Diebe des Landes arbeiten?
Ist ein Satz aus einem Roman, den ich gerade lese. Soll der jetzt lauten:
Weißt Du, dass dort drüben die dreistesten Dieb(e)/innen des Landes arbeiten?
Freue mich schon auf jede Menge Stilblüten, die den Lesegenuss sicher erhöhen.

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