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Gendergerechte Sprache: "Es geht auch darum, Macht abzugeben"
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Heute will der Rat für deutsche Rechtschreibung Ergebnisse zu gerechtem Schreiben vorlegen. Die Leiterin der Duden-Redaktion favorisiert das Gendersternchen - hier erklärt sie, warum.

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Steinmetzger 16.11.2018, 10:17
20. Akademiker contra Bevölkerung

Es ist schon immer wieder ein Segen, wenn eine elitäre „Arbeitsgruppe unter Sprachexperten und -expertinnen“ den Menschen vorschreiben möchte, wie sie zu sprechen oder zu denken haben. Wie wär’s vielleicht mal mit ner Volksabstimmung? Ach nein, da bekäme man das nicht durch, Mist. Nach meiner Erfahrung würde das nicht mal klappen, wenn nur die Frauen abstimmen dürften - wie die Dame ja selbst zugibt sind speziell junge Frauen (Studentinnen gar!) dagegen. Die Frage ist wohl eher, ob nicht diverse Alt-Feministinnen hier Angst haben, Macht an die junge Generation oder allgemein an nicht-akademische Menschen abzugeben und deshalb nochmal schnell diese neuen Regeln durchbringen wollen, bevor sich der Wind dreht.

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chrichri80 16.11.2018, 10:20
21. An alle...

...Die sich hier aufregen das die Deutsche Sprache verändert wird: Das ist die Natur von Sprache. es gibt nie eine stillstehende Sprache, sondern immer nur einen Punkt in der Entwicklung. Sprache passt sich den verändernden Lebens Bedingungen an. So war das schon immer und so wird es bleiben. Gott sei Dank!!!

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mal_anders 16.11.2018, 10:21
22. Wann denn nun gendern?

Nehme ich mir diesen Text als Beispiel, dann muss ich nicht von "Kollegen und Kolleginnen" sprechen sondern kann direkt folgendes sagen "Und die Schweizer Kollegen verstehen ..." (Kunkel-Razum). Das gleiche auch bei "Das sagen auch die Gender-Befürworter" (Spiegel) .... wann muss ich denn nun das Gender beachten und wann nicht ... laut Sprachexpertin bei Studenten schon aber bei Kollegen shceinbar nicht?

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Keksefüralle 16.11.2018, 10:22
23. Roger Murtaugh

sagte: "ich bin zu alt für diesen *!". Anstatt eine richtige Rechtschreib- und Sprachreform zu machen, wie z.B. die Zahlenschreibweise zu korrigieren (Zwanzigundeins), sowas. Dann will ich eine anteilsmäßige gerechte Rotation von Artikeln und Endungen. Ansonsten wird solange weitergesprochen und -geredet, bis eine gerechte Anzahl hergestellt ist. Derdiedas*, Diedas*der, Das*dieder, *derdiedas. Wenn Artikel benutzt werden, dürfen wir uns in Zukunft einen aussuchen. Fällt ja unter Wahlfreiheit. Oder reden wir in Zukunft alle nur noch Englisch. Hab auch nichts dagegen. Dann ist der Duden allerdings endgültig überflüssig.

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karlsiegfried 16.11.2018, 10:28
24. Ergebnisse zu gerechtem Schreiben

Ich lach mich kaputt. Gibt es auch ungerechtes Schreiben? Sicherlich gibt es auch mülliges, primitives oder abggekürztes Schreiben. Siehe dazu Schule, Mails oder SMS. Ob das jedoch gerecht oder ungerecht sein soll, sei an dieser Stelle dahin gestellt. Ob es nun Kunde oder Kundin heissst ist ebenfalls vollkommen schnuppe. Das ist eine akademische Diskussion und keine linguistische oder gar eine Geschlechterdiskussion oder eine Diskussion über Gleichstellung. Männer sind in keinem Fall wertvoller oder besser als eine Frau und umgekehrt. Das steht fest und das sage ich als Mann. In beiden Gruppen sind jedoch Teilnehmer vorhanden, denen das vollkommen schnuppe ist, weil denen ohnehin alles schnuppe ist und auch die deutsche Sprache. Wer täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, und nicht nur sprachsioliert im Auto sitzt, kann das bestätigen. Ich empfehle deshalb mit dem gesprochenen Wort zu beginnen, zu betonen, dass es Worte, wie bitte, danke und so weiter gibt. Und so weiter. Auch eine Liste von Worten sollte erstellt werden, welche den Sprechenden nicht gleich als Unbeildeten erkennen lassen. Das würde tatsächlich etwas bringen. Und zwar eine sozial verbidnende und gesellschaftsfähige Sprach-. Sprech- und Schreibweise. Das ist doch viel beutsamer als das sogenannte 'gerechte Schreiben'.

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mal_anders 16.11.2018, 10:28
25. Wann denn nun gendern?

Nehme ich mir diesen Text als Beispiel, dann muss ich nicht von "Kollegen und Kolleginnen" sprechen sondern kann direkt folgendes sagen "Und die Schweizer Kollegen verstehen ..." (Kunkel-Razum). Oder gibt es dort keine nichtmännlichen Sprachforscher? Das gleiche auch bei "Das sagen auch die Gender-Befürworter" (Spiegel), es sind offensichtlich eher Männer für das Gendern. vermutlich stimmt beides aber nicht. Aber wann muss ich denn nun das Gender beachten und wann nicht ... laut Sprachexpertin bei Studenten schon aber bei Kollegen scheinbar nicht?

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mistermoe 16.11.2018, 10:29
26.

Zitat von MatthiasPetersbach
Die AUSSPRACHE ist doch die Problematik bei der Sache. Ist dann der Bauarbeitertrupp da unten -neutral gesprochen- "die Bauarbeiterinnen"? Das ist für mich keine Lösung. Und Sprache erscheint mir wichtiger als Schrift - wenn es drum geht, WAS die Gedankenwelt so prägt. Die kleine Problematik, daß im Deutschen die Mehrzahl eben aus der männlichen Variante gebildet wird, halte ich für völligb vernachlässigbar. Und daß jemand bei dem Wort "Studenten" nicht an die Möglichkeit für beide Geschlechter denkt, halte ich für ziemlich exotisch. Bei "Dachdecker" denkt man da schon eher reflexartig an Männer. Was andere Gründe hat - aber genau DAS ist doch die Aufgabe: Die Gedankenwelt zu öffnen. Das funktioniert aber doch nicht mit Schreibweisen.
Sie nehmen mir das Wort aus dem Mund. Es wäre wirklich interessant zu wissen wie das ganze dann ausgesprochen werden soll, egal ob mit * oder Bindestrich. Es ist ja teilweise heute schon so das der Begrüßungssatz aufgrund der vielen politisch korrekten Formulierungen minutenlang ist und man am Ende schon vergessen hat worum es eigentlich ging. Davon abgesehen das auch Texte mit * oder Binnen-I , Bindestrich über kurz oder lang unleserlich werden. Es wäre wichtiger sich um die tatsächlichen Probleme zu kümmern (Gehalt, Qualifikation, aber auch verstärkte Möglichkeiten das Männer Teilzeit/Elternzeit etc. in Anspruch nehmen können um eben die Frauen zu entlasten). Texte unleserlich zu machen gehört mit Sicherheit nicht zu den dringendsten Angelegenheiten.

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alles.auf.horst 16.11.2018, 10:30
27. @felisconcolor und die "x" Befürworter

Zitat von felisconcolor
bei dem Beispiel zu bleiben, Warum zur Hölle schreibt man nicht "Studierende". Der Studierende, die Studierende zur Not auch das Studierende (eine KI zum Beispiel). Alles andere bläht Texte nur unnötig auf. Ich verzichte seit langen auf das "Geehrte Kolleginnen und Kollegen oder schlimmer noch Kollegen/innen (unsere Kollegen und die Kolleginnen können nämlich auch draußen arbeiten). Viel eleganter ist hier das Wort "Mitarbeitende". Vor allen stärkt sie das Zusammenhaltsgefühl weil ja alle miteinander arbeiten (wollen).
Mit den Vorsclägen, welche sie aufgreifen, ändert sich leider die die Aussage, weshalb sie - aus meiner Sicht zurecht - bisher abgelehnt werden. Beispiel: "A studiert die Pflanzenwelt." und "B studiert Botanik." . A und B sind Studierende, aber nur B ist Student*in. Es ist leider nicht immer so einfach. Selbiges gilt für ihr "Mitarbeiter" Beispiel. Mitarbeitende können viele sein. Die externe Softwarefirma, der Ehemann, die Schwiegermutter, der Leiharbeiter, die Angestellten ect. Mitarbeiter*innen sind aber nur die Angestellten. Sie sehen also, dass die Lösung leider nicht immer in der Einfachheit zu finden ist. Gehen Informationen durch eine Änderung der Sprache, wie es in ihren Beispielen der Fall wäre, verloren, dann sollte von solch einer Änderung dringend Abstand genommen werden. Das gilt ebenso für die "x"-Endung.

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uk2011 16.11.2018, 10:30
28.

Ich bin eine Frau und ich bin gegen diese furchtbare Innen/*/sonstige Schreibweise.
Astronauten umfasst für mich immer Frauen und Männer, weil es schlicht und ergreifend eine (Berufs-)Bezeichnung ist und nicht eine Person.
Ist es eigentlich schon mal jemanden aufgefallen, dass sich komischerweise fast nur Männer für dieses Innen-Zeugs einsetzt. Die meisten Frauen, die in den Bereichen, in denen die Diskriminierung besonders stark ist, der Bereich, in dem ich auch bin, legen überhaupt keinen Wert auf dieses Innen-Zeugs, weil sie genau wissen, dass das überhaupt nichts an der Diskriminierung ändert.
Ich habe mal mit einer Abteilungsleiterin (hier benutze ich die weibliche Form, weil ich eine bestimmte Person meine) von Osram gesprochen, die meinte, die hätte sich mit Händen und Füßen gewehrt, dass auf ihrer Visitenkarte "Leiterin" steht.
Ihre Funktion ist Abteilungsleiter, weil es hier um eine Sache geht und nicht um die Person.
Und mein Beruf ist Physiker und nicht Physikerin!

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lpino 16.11.2018, 10:33
29. Zu wenig weitgehend

Frau Kunkel-Razum will Mauern einreißen - und richtet noch größere Barrieren auf. Mit dem generischen Maskulinum waren alle Menschen gemeint. Mit der Unterscheidung von Männern und Frauen wird eine bedeutende Gruppe von Mitmenschen nicht mehr angesprochenen und bleibt unbenannt: es gibt keine wissenschaftliche Zweifel daran, dass Intersexuelle und Transgender sich nicht in eine dieser Schubladen hineindefinieren lassen, wie sich das Kunkel-Razum so vorstellt.

Ich klage den dahinterstehenden Chauvinismus an. Kunkel-Razum will als generisches Femininum gehört werden - und drängt dabei die große Gruppe der Intersexuellen und Transgender aus dem Sprachschatz. Man gewinnt den Eindruck, es gehe ihr in der Hauptsche um ihre eigene Position und nicht um gesprochene und tatsächliche Miteinander aller Menschen.

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