Forum: Kultur
Gendergerechte Sprache: Wer ist hier hysterisch?
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Konservative und Rechte unterstellen Feministinnen gerne Irrationalität, um zu zeigen, dass sie die einzig Vernünftigen sind. Tatsächlich strotzen ihre eigenen Argumente vor Widersprüchen.

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axel_roland 12.03.2019, 23:13
140. Wirklich gendergerecht wäre es,

Des Geschlecht ganz abzuschaffen. "Studierende" ist ein perfektes Beispiel. Kürzer und treffender als das pseudoavantgardistische Stundent*_innen und alle können sich angesprochen fühlen. Das ist die einzig denkbare, da für alle Interessengruppen konsensfähige Lösung mit der von Afd bis zur Linken alle glücklich sein sollten. Wenn dafür einige neue Worte erfunden werden müssen okay. So lange ich nicht die halbe Sonderzeichenleiste in einem normalen Anschreiben brauche isr mir alles recht.

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yor 12.03.2019, 23:22
141. *

Gendergerechte Sprache ist was für Vereinssatzungen und Parteiprogramme, Texte also, bei denen die Lesbarkeit nicht im Vordergrund steht. Insgeheim gibt Stokowski Lewitscharoff recht - wäre dem nicht so, würde sie selber genderisch schreiben. Tut sie aber nicht, weil‘s der Lesbarkeit schadet - so was kann man Pharisäer*in nennen.
Schöne Beispiele für journalistische Texte mit endlosen Aneinanderreihungen von Geschlechtsbezeichnungen finden sich leider oft in medizinischen und naturwissenschaftlichen Artikeln der einschlägigen Onlineportale, sprich SPON und ZON; die taz verwendet zumindest konsequent den Genderstern, was das Deutsch nicht schöner, aber kürzer macht. Wenn aber Städte und so politisch korrekt sein wollen und ihre Veröffentlichungen gendern möchten, sollen sie das machen; muss ja keiner lesen, und wer’s doch tut, soll sich durchkämpfen.

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rwachsmu 12.03.2019, 23:22
142. Hauptsache gendergerecht, sonst Nazi oder was?

Der Artikel will dem Leser wohl sagen, schaut her, die rechten nationalistischen Socken, also die modernen Nazis, die Bösen, sind gegen gendergerechte Sprache, also gegen Gleichberechtigung, also gegen Frauenrechte, ach was, gegen Frauen schlechthin. Will der Artikel auch sagen, dass alle, die gendergerechte Sprache für kompletten kulturlosen Unsinn halten, Nazis sind? Ich glaube, das will er sagen, also der Artikel, dieser Autorin. Wortspiel.

An der Uni Köln sah ich ein Schild. Durchfahrt nur für Radfahrende. Vielen Dank sag ich da. Es bescherte mir erheiternde 2 Minuten, in denen ich darüber nachdachte, welche radfahrenden Fahrer wohl gemeint waren. Vielleicht Zirkusbären. Die haben ja auch tolle Tricks auf dem Fahrrad drauf.

Im Ernst empfehle ich den Vortrag von Dr. Thomas Kubelik auf Youtube mit dem Titel: Wie Gendern unsere Sprache verhunzt. Auch wenn der Titel das Ergebnis polemisch vorwegnimmt, ist es doch ein objektiver, seriöser Vortrag mit Unterhaltungswert.

Problematisch, wenn nicht sogar mehr, finde ich, ist der Gebrauch gendergerechter Sprache, also die Verhuntzung unserer Sprache, in öffentlichen Verlautbarungen jeder Art, welche jeder Bürger zwangsweise lesen muss, an die er sich, so er denn rechtmäßig handeln will, halten muss. Es ist nicht Aufgabe öffentlicher Institutionen, eine falsche und ideologische Sprache dem Bürger aufzuzwingen. Genau zum Gegenteil sind diese Institutionen verpflichtet. Anders im privaten Bereich, zu dem auch der Spiegel gehört. Hier kann man schreiben wie man will. Auch gendergerecht. Denn ich kann mich entscheiden, ob ich dann dieses gendergerechte Geschwurbel lesen will oder nicht.

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Roboutico 12.03.2019, 23:32
143. Sprachlicher Sündenfall

Wieso wurde die Sprache überhaupt so sexualisiert? Das ist meiner Meinung nach der Ursprung dieser sprachlichen Fehlentwicklung und ich kann darüber nur den Kopf schütteln. Feministische Ideologen haben in der Sprache den Wiederhall des tyrannischen Patriarchats ausgemacht und gegen die Sprache und das damit vermeintlich verwobene Patriarchat angekämpft. Das Problem nur ist: Wo existiert denn das so viel beschworene Patriarchat in unserer westlichen Kultur? Mir kommt es so vor, als jagen die Feministen ein Phantom und schlagen dabei blind um sich. Dabei geht viel kaputt, u.a. unsere Sprache. Bitte kommt zur Besinnung!

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pro-fessor 13.03.2019, 01:18
144. Chance vertan!

Ich, geboren 1956, bin in einer perfekten Großfamilie aufgewachsen und habe Demokratie und Gleichberechtigung mit der Muttermilch kennen und schätzen gelernt. Ich halte beides für ein Naturgesetz das für mich wahrscheinlich und hoffentlich bis zu meinem Lebensende gelten wird.
Meiner Beobachtungen in letzter Zeit ist, dass die formale "Gleichberechtigung" (political correctness) zwar steigt, die gegenseitige Wertschätzung der Menschen aber stetig abnimmt (was man so im Bus hört). Mir haben die 70-er besser gefallen als der "Geschlechterkampf" noch in den Betten stattfand. Im meiner Familie hat sich glücklicherweise nichts geändert auch die post-70-er Generationen sind noch immer erfolgreiche Philanthropen.

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stefan.martens.75 13.03.2019, 01:32
145. Und wieder voll disqualifiziert

Alle Gegner von gendergerechter Sprachvergewaltigung sind also Menschen die vergessen haben, das AfD Parteibuch zu beantragen?
Mal zu den Fakten:
Umfrage der yougov aus 2017 zur gendergerechten Sprache
19 Prozent lehnen es „voll und ganz“ ab,
23 Prozent lehnen es „eher“ ab.
14 Prozent befürworten diese Art von Formulierung „voll und ganz"
23 Prozent befürworten sie „eher“.
Jede(r) fünfte Befragte (21 Prozent) machte keine genaue Angabe.

Aktuellste Umfrage vom 25.01 von t-online
48% Prozent lehnen es „voll und ganz“ ab,
18,7% Prozent lehnen es „eher“ ab.
12,3% Prozent befürworten diese Art von Formulierung „voll und ganz"
9,6% Prozent befürworten sie „eher“.
11.3% sind unentschieden

Die Afd kam übrigens in den ganzen zwei Jahren niemals über 20% bundesweit.
Und man kann wohl mit Fug und Recht von einem mehrheitlichen Widerstand gegen diese aufoktroyierte Sprachumwandlung sprechen.
Also irgendwas scheint in ihrer Argumentation nicht so ganz stimmig zu sein.

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paulschrader 13.03.2019, 01:53
146.

Zitat von yebo
Die Autorin spielt hier mit dem Fehler der logischen Distribution: Sie zählt einige Beispiele aus dem politisch rechten Spektrum auf, die gegen Feminismus sind. Daraus lässt sie den Eindruck entstehen, dass jede(r), die/der gegen Feminismus ist, ins rechte politische Spektrum gehört.
Wo wollten Sie sonst so jemanden verorten? Mitte, Mainstream oder gar links? Vielleicht sollten Sie Ihr Koordinatensystem mal neu justieren! Unsere Zivilisation hat sich zum Glück für uns alle weiterentwickelt.

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an°n 13.03.2019, 03:41
147. 3 Klischees, ja?

Immer wieder eine Freude zu sehen, wie mit Worthülsen um sich geschossen wird, was das Zeug hält, statt sich Kritik anzunehmen, wie z.b. den 3 Klischees über Feminismus, die sich, wer weiß warum, immer noch wacker halten.

"Sie wollen alles zensieren, was ihnen nicht passt"
Ja. Gut erkannt. Beispiele wie Twitter policies, Ansichten über z.b. Kleidungsordnung von sex negativen Feministinnen, oder, wenn auch älter, Anita sarkeesian, geben genügend Gründe in denen Feminismus sich klar für Zensur ausgesprochen hat. Geht auch im kleinen Rahmen unter dem Deckmantel der 'cultural appropriation'

"sie fühlen sich ständig unterdrückt"
Hier verweise ich Mal auf die neue feministische Kolumne von der SZ. hier wird nicht nur mit toxic masculinity Oder male privilege um sich geworfen, es wird die ganze Unterdrückungspyramide rausgeholt. Es wird parallel dazu noch die 77c wage gap Fahne geschwungen (debunked), die pink tax mit uns boot geholt und ab geht's. Oh und das ganze kann man natürlich noch bestreuen mit klassischem 'mansplaining' Kampagnen gegen Wörter wie bossy Oder der aktuellen Gillette Werbung. Wie sich wohl dieses Bild verfestigt hat, nachdem Frauen in der westlichen Welt gleichgestellt sind, bleibt wohl ein Rätsel.

"regen sich über Kleinigkeiten auf"
Dieser Artikel dreht sich darum, dass sich gegen unsinnige Sprachgebilde ausgesprochen wird (die wiederum von Feministinnen losgetreten würde, hut ab!). Das heißt nicht, dass slurs Wie in den 50ern stattdessen umhergeschmissen werden, sondern dass so tolle wortneuschöpfungen wie 'womxn' oder 'latinx' und Hyperbeln à la rape culture nicht den Sprachgebrauch zumüllen, wenn sie nicht zutreffend oder schlichtweg bereits anders im Sprachgebrauch sind.

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5b- 13.03.2019, 05:03
148. Krasse Battle-Kolumne

“Battle-Kolumne” schreibe ich wegen der offensichtlichen Anlehnung an “battle rap” der seinen Ursprung in den englischsprachigen USA (VSA um deutsch zu bleiben) hat. Ansonsten finde ich es unschön, wenn man während des Deutschschreibens Dinge wie „so-called“ niederlegt, wenn es ebenso elegante Wörter wie „sogenannt*e“ (lustiger Stern ist nicht ernst gemeint sondern „funny“, oder vielleicht auch „strange“) gibt.
Warum Kampfgequatsche? Weil es um die dicken Eier (enge Vagina?) geht. Die eigentlich guten Argumente, dass die gut gemeinte Geschlechtsspezifizierung durch Doppelformen mit Strichen oder anderen Zeichen unschön und auch unnötig ist, wurden nicht angegangen. Das Argument war im übertragenen Sinne: „Meine Reime sind die guten Reime. Deine Reime sind die schlechten Reime“ (frei nach Stefan Kozalla). Mir wurde es so beigebracht, dass die männliche Form von Berufsbezeichnungen ebenfalls die geschlechtsneutrale ist. Das funktioniert genau so gut, wie man über das Mädchen schreibt als sei es eine Sache obwohl es ja ein Mädchen ist. Genau so gut weiß ich, dass ein Kind männlich (und/) oder weiblich sein. Das kommt daher dass Sprache abstrakt ist. Wenn ich „das Kind“ schreibe, dann kann das eine erfundene oder real existierende Entität bezeichnen. Wie dem auch sei, für den Leser bleibt das Kind so lange abstrakt, bis der Text mehr Kontext hergibt. So lange ist das Kind männlich und/oder weiblich (bitte keine Diskriminierung gegenüber Menschen die mit zweigeschlechtlichen Merkmalen geboren sind).
Wenn jemand in einer Stellenausschreibung einen Piloten anwirbt, dann verwandelt sich der Pilot dadurch, dass ihn eine Frau ließt und angesprochen fühlt in einen weiblichen Piloten. Was aber auch geschieht, ist dass er sich erst dann in einen Mann verwandelt, wenn er einen Mann anspricht. Den geschriebenen Piloten gibt es natürlich nicht. Wenn es ihn gäbe, müsste man ja keine Stelle ausschreiben.
Wenn wir es hin bekämen, dass eine Frau sich bei der neutralen/männlichen Form angesprochen fühlte, dann gäbe es in dieser Hinsicht nichts mehr zu tun. Warum wollen wir nun aber die Sprache ändern, dabei mehr Geschlechsspezifität einführen und trotzdem meinen, dass man mehr Harmonie damit schaffe? Frauen emanzipieren sich nicht, wenn sie eine Sprache ändern müssen um sich besser zu fühlen. Frauen emanzipieren sich wenn sie nicht gegenüber Männern benachteiligt werden. Im wahren Leben kommt es vor allem auf die Frauen an, die eben nicht in einer Gemeinschaft mit einem Mann leben, da durch eine solche es möglich währe einen Ausgleich herzustellen. Besonders alleinerziehende Mütter brauchen vor allem Geld. Sprache ist nun wirklich nicht so wichtig. Ich werde damit fertig wenn jemand „so-called“ und „funny“ schreibt. Es ist nicht schön aber jeder sollte so schreiben wie er will. Eine Schiffahrt lasse ich mir nicht vermiesen.

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hesslicher 13.03.2019, 05:28
149. Zweifelhafte Argumentation

Ihre gesamte Argumentation hängt sich an den Aussagen einer Unterzeichnerin auf, was diese mal gesagt oder geschrieben hat. Fänden Sie es nicht auch unfair, wenn ich mir die zweifelhaften Aussagen einer Feministin nehme, die sie irgendwann, irgendwo einmal gesagt oder geschrieben hat (ja, das gibt es), um Ihrer Argumentation hier etwas entgegen zu halten und mit der ich Sie in einen Topf werfe? Sorry, aber das mutet doch nach Verzweiflung an, wenn einem die sachlichen Argumente einfach ausgegangen sind.

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