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Generationszuschreibungen: Die Verkleisterung des Verstandes
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Was bezwecken Menschen, die von "meiner Generation" sprechen? Solche Verallgemeinerungen jazzen ein schlichtes Weltbild zu großen Thesen hoch. Kleiner Trick, um das zu vermeiden: zumindest ab und an differenzieren.

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Lykanthrop_ 02.02.2019, 14:22
1.

Eine herrliche Kolumne, von der wunderbaren Frau Berg.
Da kann Frau nur zustimmen, mit ganzer Kraft und ohne gezeter, Danke.

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Sensør 02.02.2019, 14:34
2.

"Meine Tierart" ist meine Lieblingsverallgemeinerung. Die Tierart Mensch ist gegenüber allen anderen Tieren gewaltig egoistisch und zerstörerischig.

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dione_gutzmer 02.02.2019, 14:49
3. Super Kolumne!!!

Das ist die beste Kolumne, die ich von Sibylle Berg je gelesen habe. So gut geschrieben wie inhaltlich super. Sollte ich mal meinen Arbeitskolleginnen zu lesen geben, vielleicht hilft das ja, wenn die sich das nächste Mal darüber aufregen, dass es im Wartezimmer beim Kinderarzt zu laut war wegen der (Zitat) "Kanakenkinder".

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kirschlorber 02.02.2019, 14:50
4. Herr Jauch

Der Herr Jauch auf dem Titelbild gehört zur Generation „Pauker“

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Nordstadtbewohner 02.02.2019, 14:51
5. Ich muss Frau Sibylle recht geben

"Was bezwecken Menschen, die von "meiner Generation" sprechen?"

Das ist so einfach wie simpel: Diese Menschen benutzen andere Menschen als "Verstärker" der eigenen Meinung/ des eigenen Standpunktes. Ob sie jemand dazu legitimiert sind, für andere zu sprechen, tritt leider heutzutage völlig in den Hintergrund. Menschen, die von "meiner Generation" reden, benutzen häufig auch "wir", "uns", "unsere Gesellschaft" bzw. "Das hat in unserer Gesellschaft nichts verloren!" oder "wir alle" usw., sie meinen aber eigentlich nur sich selbst und ihresgleichen. Ich finde, das hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen und stößt mir mittlerweile übel auf.

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IQ149 02.02.2019, 15:00
6. Sprachrohr

In meiner Generation achtet mensch sehr auf gendergerechte Sprache, und das oben zitierte Wort, das ich mich nicht traue, hier noch einmal in den Mund zu nehmen, gehört deutlich nicht dazu. Grammatikalisch zwar ein Neutrum, hat es dennoch eine stark maskuline Konnotation. In Hannover verwenden wir dafür innerhalb der Verwaltung den Begriff Sprachverstärker*innen, auch wenn jemand den Ghettoblaster nicht verstanden hat.

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vox veritas 02.02.2019, 15:01
7.

Also .... in meiner Generation haben wir nicht wegen jedem kleinen (oder auch großen) Bisschen rumgeheult. Wir haben zugesehen, daß wir die Dinge erledigt bekommen. Das hat uns auch ein bisschen tougher gemacht.

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nobody_incognito 02.02.2019, 15:17
8.

Dazu fällt einem spontan "The Who - My Generation" und "Bob Marley - Exodus" ein:
"So we gonna walk - all right! - through de roads of creation:
We the generation (Tell me why!)
(Trod through great tribulation) trod through great tribulation"
https://genius.com/Bob-marley-and-the-wailers-exodus-lyrics

Aus evolutionärer Sicht sind die jüngeren die älteren und sie können auf mehr empirische Erfahrung der früheren Generationen zurück blicken und aus jenen Fehlern lernen, z.B. aus dem Untergang Ägyptens, Roms, Scheitern der Religionskriege, des Nationalsozialismus, des Kommunismus etc pp.
Was ja nun "geworden" ist, ist eine mikrokosmische "Reduktion" auf den eigenen Wohlstand und das Einkommen, statt einer raumzeitlich makrokosmischen Synthese.
Also hätte man sich die Vergangenheit auch sparen können und auch die Evolution - dann bleiben wir halt alle ewige Klone Adams und Evas. ;-)

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widower+2 02.02.2019, 15:17
9. Differenzieren

Ich spreche auch gelegentlich von "meiner Generation". Allerdings stets in dem Bewusstsein, dass die damals nicht homogen war und es heute auch nicht ist. Es gab damals Strömungen, die stärker ausgeprägt waren als sie es heute noch sind, die aber naturgemäß nie die gesamte Bandbreite abbildeten.

So wie die von mir sehr geschätzte Frau Berg bei dem Begriff "meine Generation" Pickel kriegt, geht es mir mit dem im Moment aktuellen Kampfbegriff "alte weiße Männer", mit dessen gemeintem Inhalt ich nur gemein habe, dass ich relativ alt und weiß bin.

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