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Generationszuschreibungen: Die Verkleisterung des Verstandes
DPA

Was bezwecken Menschen, die von "meiner Generation" sprechen? Solche Verallgemeinerungen jazzen ein schlichtes Weltbild zu großen Thesen hoch. Kleiner Trick, um das zu vermeiden: zumindest ab und an differenzieren.

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lauch135311 03.02.2019, 00:45
50. Guter Artikel

Ich finde den Artikel sehr gelungen! :)
Bei Diskussionen sollte man eine eigene Meinung haben und nicht die "Meinung" von einer willkürlichen Masse vertreten. In dieser Masse befinden sich zudem auch bestimmt viele mit anderen Meinungen. Daher kann man das so schlecht verallgemeinern.

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lauch135311 03.02.2019, 01:09
51. @Kommentar 22

Man kann Menschen nicht verallgemeinern. Ihre Beispiele, wie die Metalle sind nicht mit Menschen vergleichbar! So haben Metalle die selben Eigenschaften, die sie zu Metallen machen, wie dass sie alle leitfähig und elektropositiv sind. Menschen hingegen sind individuell, was Persönlichkeit und Meinung angeht, deshalb kann man sie nicht alle verallgemeinern. So kann man beispielsweise nicht sagen, dass alle älteren Menschen gerne Klassikmusik hört und die jüngeren Housemusik. Natürlich gibt es Personengruppen mit Gemeinsamkeiten, aber diese haben auch untereinander andere Meinungen. Es sei denn es sind Nazis, die kann man zurecht als schlechte Menschen verallgemeinern, da ihre "Meinungen" diskriminierend und menschenverachtend sind.

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Vulpecula 03.02.2019, 01:14
52. Achselzucken

Jede Generation macht kollektive Erfahrungen, die unabhängig von der individuellen Rezeption in gewissem Maße charakteristisch für eine Epoche sind. Was an dieser unumstößlichen Tatsache verstandverkleisternd sein soll, erschließt sich mir beim besten Willen nicht.

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Ein Spatz aus der Asche 03.02.2019, 09:24
53. Setzen 6 !

Zitat von quengelliese
Besinnungsaufsatz hieß sowas in meiner Generation - und das war jetzt kein Kompliment, Frau Berg...
Der Besinnungsaufsatz geht im Groben nach: These, Antithese, Synthese. Was gegen Frau Sibylles Behauptung spricht wird nicht angesprochen und es werden nicht mal die Ränder ihrer Behauptung aufgezeigt. Das ist der Unterschied zu der bei SPON erscheinenden Meinungsmache. Selbst in den Foren sind die Antithesen unerwünscht.

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Cogitatio33 03.02.2019, 09:26
54. Mir hat es geholfen...

Meine Mutter hat oft von "meiner Generation" gesprochen - mein Vater weniger, obwohl der im Verhältnis wesentlich älter war. Meine Mutter tat das nicht, um mir zu verstehen zu geben, dass früher alles besser war, sondern mich aus meinem momentanen Standpunkt zu entreissen, und mir auch Gedanken über sozial-geschichtliche Entwicklungen zu machen. Es hat geholfen, zu verstehen, wo wir herkommen und welche Prioritäten gesetzt wurden, und auch warum. Meine Mutter war alles andere als Engstirnig - vielmehr hat das in meinem Fall zu wesentlich mehr Toleranz geführt, mich aus meiner Blase entrissen um auch andere Ansichtsweisen in Betracht ziehen zu können, die sich in meinem damaligen Leben nicht von ganz alleine erschlossen hätten. "Meine Generation" wurde nicht als Besserwisserei instrumentalisiert, sondern mehr als ein "Geschichtsunterricht". Das hilft mir auch heute noch die ernsthaft reflektierenden Menschen von den "Besserwissern" zu unterscheiden.

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sissibu 03.02.2019, 09:55
55. seltsame Diskussion!

keine Ahnung zu welcher " Generation " Fr. Berg gehört, aber heute ist wohl die korrekte Zuordnung und auch eine "gendergerechte" Ausdrucksweise wichtiger als die entsprechende Meinungsäußerung!
Wir korrigieren uns noch zu Tode!
Das jede Generation und der darin "zugeordneten" Menschen gemeinsame Erfahrungen haben ( nicht Alle!!) ist wohl unbestritten, oder habe ich da etwas verpasst??

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vubler 03.02.2019, 09:55
56. stimmt!

Frau Berg hat recht. Ab und an differenzieren und nicht immer Verallgemeinern. Wäre schön, wenn Sie dies auch öfters mal in Ihren Beiträgen berückichtigen würden :)

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Maria--Galeria 03.02.2019, 10:48
57. Hat mit Verkleisterung nichts zu tun

leider gibt es die unterschiedlichen Generationen aus einem einfachen Grund und zwar sie unterscheiden sich durch den Wissenszuwachs im Laufe der Jahrzehnte, der bei recht vielen nicht so richtig ankommt, vor allem bei den vorangegangenen Generationen, das Hirn verkleistert nicht, sondern es fehlen Synapsen, es kann nicht. Für mich, die, die ganze technische und digitale Veränderung am eigenen Leib erlebt hat bedeutet dies digital ist z.B. was Besonderes, für diejenigen die um zweitausend geboren wurden ist sie ganz normal, eben Alltag. An recht vielen geht die Weiterentwicklung ganz einfach vorüber wie z.B. durch Genforschung ausbaldowert, die ganze Menschheit hat nur einen Stammvater (medial mitbekommen), der vor ein paar hunderttausend Jahren mit ein paar Frauen die miesesten Lebensumstände überlebt hat und so den Grundstock für die gesamte heutige Menschheit gelegt hat, was eigentlich bedeutet, wir sind eine sehr große Menschenfamilie, egal wie wir aussehen und hätten uns auf dieser Grundlage zu respektieren. Eben auf den unterschiedlichsten Erfahrungswerten und dem unterschiedlichsten Wissen basieren einfach die unterschiedlichsten Einstellungen, die man ganz grob zu einer Generation zugehörig zusammenfassen kann. Also das hat nichts mit Verkleisterung zu tun, sondernd die Lernkapazität ist ausgeschöpft, denn es gilt einfach Übung macht den Meister und die älteren Gehirne sind einfach nicht so gut ausgestattet wie die der jüngeren Generation, bei denen funkt es anders, intensiver und das baut sich von Generation zu Generation auf, eben der Wissenszuwachs oder auch der Erkenntnisgewinn über Jahrzehnte. Deshalb können wir, die älteren, die jüngere Generation in ihrer Cleverness im Umgang mit dem neuen Wissen z.B. mit Computern nicht verstehen und haben Bedenken.

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ontwoone 03.02.2019, 10:50
58. Geht auch umgekehrt

Unsere beiden End-Teenies hebeln gerne jeden vernünftigen Vorschlag aus, mit dem Spruch: ...ja, vielleicht war das in eurer Generation so! Das kann sogar kommen, wenn man empfiehlt: es regnet, nimm einen Schirm mit. Oder: Portemonnaie nicht mit der Jacke in der Garderobe abgeben! Im Kanon kann leider nicht jedes Wissen weitergegeben werden. Aber das Maul aufreißen, das entwickelt sich evolutionär weiter. Wir werden noch T-Rexe. Aktueller Stand der menschlichen Entwicklungsstufe: Pubertät - die einen eher 14, die anderen eher 17. Da kracht es im Haus untereinander gern.

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Little_Nemo 03.02.2019, 10:55
59. Eine Ration Gene

Zitat von widower+2
Ich spreche auch gelegentlich von "meiner Generation". Allerdings stets in dem Bewusstsein, dass die damals nicht homogen war und es heute auch nicht ist. Es gab damals Strömungen, die stärker ausgeprägt waren als sie es heute noch sind, die aber naturgemäß nie die gesamte Bandbreite abbildeten. So wie die von mir sehr geschätzte Frau Berg bei dem Begriff "meine Generation" Pickel kriegt, geht es mir mit dem im Moment aktuellen Kampfbegriff "alte weiße Männer", mit dessen gemeintem Inhalt ich nur gemein habe, dass ich relativ alt und weiß bin.
Eine Generation kann, wenn man über den Begriff und sein Wesen mal genauer nachdenkt, ja auch gar nicht homogen sein. Es handelt sich dabei ja nur um einen groben Schätzbegriff. Und der ist immer von dem Kontext abhängig in dem er behandelt wird. So kann man z.B. mit einer gewissen Berechtigung von der "Nachkriegsgeneration" sprechen, womit dann eine diffuse Masse von Menschen gemeint ist, die eben in einer bestimmten Zeitspanne, unter bestimmten Rahmenbedingungen gelebt hat. Diese Rahmenbedingungen waren aber schon nicht für alle gleich, wie wir wohl alle wissen. Zunächst mal waren die schon von Land zu Land und von Region zu Region sehr unterschiedlich. Dann gab es auch sehr verschiedene soziale Hintergründe. Es gab z.B. Familien ohne Väter, weil diese noch in Kriegsgafangenschaft oder gefallen waren, die sich nun durchkämpfen mussten um zu überleben. Auf der anderen Seite gab es aber auch die Kriegsgewinnler, die ihn weitgehend schadlos überstanden hatten, sich mit dem alten Regime ebenso zu arrangieren gewusst hatten wie mit dem neuen und, bestens vernetzt, nun Karriere in Politik und Wirtschaft machten oder sie einfach fortsetzten. Es gab auch Bauern, die sich selbst versorgen konnten, und andere die das eben nicht konnten. Auch das ist natürlich eine sehr grobe Kategorisierung, die aber hoffentlich der Verdeutlichung des Sachverhalts dient. Eine ähnlich grobe Kategorie ist ja auch die des Volkes. Völker waren faktisch nie so homogen, wie es uns manche gern einreden wollen, weder kulturell noch genetisch, und sie werden es zum Glück auch nie sein Und, da haben Sie recht, .natürlich ist auch "alter, weißer Mann" nur eine grobe Verallgemeinerung. Nüchtern, sachlich betrachtet treffen diese Attribute auch auf mich zu. Den Bedeutungsgehalt, der ihnen aktuell aber zugemessen wird, weise ich weit von mir, zumal ich ja auch keinem der drei Attribute eine qualitative Bedeutung beimesse. Sie treffen objektiv auf mich zu, machen mich aber weder zu einem besseren, noch zu einem schlechteren Menschen. Und insofern weiß ich auch, dass ich damit gar nicht angesprochen werde.

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