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Geniales "Polizeiruf"-Finale mit Matthias Brandt: Die Vollendung
BR

"Das ist doch scheiße, das ist ja wie im Fernsehen." Eben nicht: Im letzten "Polizeiruf" mit Matthias Brandt werden Autos zur Falle und Dialoge zu großer Krimi-Kunst. Was für ein Abgang!

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permissiveactionlink 14.12.2018, 15:25
1. 10 von 10. Whow !

Ich bin alles andere als erfreut darüber, dass Mathias Brandt seine Rolle nicht fortsetzt, aber ich empfinde größten Respekt vor seinem schauspielerischen Können und dem Instinkt für den genau richtigen Moment : Er beendet die Rolle des Hans von Mollfels im Zenit seines Könnens. Seine Darstellung des introvertierten Ermittlers Mollfels war stets ein Genuss, der dabei gespielte Bildungsbürger mit Geschmack und Stil gab auch immer etwas von Brandt selbst preis. Die beste Folge war die, in der Mollfels die Folgen eines Ermittlungs- und Justizfehlers aufarbeiten muss, und ihm dabei der tatsächliche Mörder (kongenial : Karl Markovics) immer wieder auf die Sprünge hilft. Zum Schluss steht Mollfels auf einsamer Lichtung und gräbt das nie aufgefundene Mordopfer aus. Brandt alias Mollfels wird in Erinnerung bleiben, ohne jeden Zweifel !

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cimarol 14.12.2018, 15:30
2. Na ja

wenn nur 50% davon wahr wird. Matthias Brandt ist ein klasse Schauspieler keine Frage mit diesem Polizeiruf konnte ich noch nie was anfangen. Wenn ich da an den Werwolf Quatsch denke außer den ersten 15 Minuten in denen Auto gefahren und so schön altmodisch geraucht wurde totaler Unsinn und dazu noch schlecht inszeniert.

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vera gehlkiel 14.12.2018, 16:32
3.

Polizeiruf ist für mich eins der ganz wenigen Ex-DDR-Produkte, die das West-Äquivalent mittlerweile um Längen übertreffen. Sarnau, Brandt und Charly Hübner haben "serielle" Kunst in die Ödnis der Polizeiserien eingepflegt, die vom Niveau her keinen internationalen Vergleich scheuen bräuchte. Wäre sie nicht eben doch auf die dafür viel zu "kleine" Sparte Sonntagsabends Krimilangeweile am "kollektiven Lagerfeuer" gelabelt. Das Gewese um aufgedrehte Pseudokunst etwa bei Babylon Berlin entzog sich mir komplett, aber andererseits ist ein Matthias Brandt natürlich viel zu klug, um zu versuchen, ausserhalb des Format eine Überblähung dieser feinen kleinen Filme herbeizuführen. Ist schon richtig so gewesen, wie das alles gelaufen ist. Beim Tatort guck ich sowieso nur Tukur, und diese Dortmunder mit Heinrich/Bönisch/Dalay. Die zwar reichlich überkandidelte Drehbuchschreiber aufweisen, aber eben auch sehr geniale Schauspielerinnen sind, denen es locker gelingt, trotz Ausfransungen in den Geschichten, einen am Ende überzeugenden "Kontent" hinzustellen. Jedenfalls versöhnte unter anderem Brandt mit Til Schweiger-Tatorten und anderen Experimenten, die wie teure Gebührenverschwendung anmuten.

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inmado 16.12.2018, 23:27
4. Wenn die Beziehungskiste wichtiger ist, aus der Krimi...

... ist es ein schlechter Krimi. Fall ungelöst! Wer war nun der Täter? Der kürzlich aus der Haftanstalt entlassene? Aber warum sollte sich die Mutter mit diesem treffen? Und warum sollte sie ihm den Umschlag mit den Fotos geben wollen? Warum fällt ihr Ex-Mann in diesen Schock-Zustand? Hat die Tochter nun tatsächlich ihren Vater gesehen, oder nicht? Es bleiben Fragen über Fragen. Und ein ungelöster Fall. - Wie kann man für so ein Krimi-Fragment 10 von 10 geben wollen?!?

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glissando 16.12.2018, 23:36
5. So schade, aber ein würdiger Abgang

Diesen Meuffels werde ich wirklich vermissen. Schön, dass er so einen würdigen Abgang bekommen hat. Ich fürchtete ja noch bis zuletzt auf das platte Ende mit seinem Exitus. Stellenweise schon etwas überdreht, aber wirklich sehenswert.

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toga16 17.12.2018, 06:04
6. Ganz großer Abgang

und großes Kino. Ich kann mich nicht erinnern einen für mich so stimmigen Tatort gesehen zu haben. Ich konnte dem Geschehen folgen ohne ‚innere Ablehnung‘, die Figuren genießen und mich an den Dialogen erfreuen. Dank an alle, die diesen P110 mit gestaltet haben.
Ich kann nur hoffen, dass es auch nach dem Abgang von Matthias Brandt in dieser Qualität weiter geht.

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realist1964 17.12.2018, 07:00
7. Gott, das war doch kein Krimi

In einem Krimi sollte es um die Lösung eines Verbrechens gehen. Kann das mal einer den Filmschaffenden erklären? Ein Krimi ist Unterhaltung. Können wir nicht mehr unterhalten? Die Auflösung am Ende war sowas von dahin geworfen, als ob den Drehbuchschreibern nach dem ganzen Liebeskummer und Psychoblödsinn einfiel "Ach ja, wir müssen ja noch eben den Fall lösen". Nee, da lobe ich mir ausländische Krimis.

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troy_mcclure 17.12.2018, 07:28
8.

Zitat von realist1964
In einem Krimi sollte es um die Lösung eines Verbrechens gehen. Kann das mal einer den Filmschaffenden erklären? Ein Krimi ist Unterhaltung. Können wir nicht mehr unterhalten? Die Auflösung am Ende war sowas von dahin geworfen, als ob den Drehbuchschreibern nach dem ganzen Liebeskummer und Psychoblödsinn einfiel "Ach ja, wir müssen ja noch eben den Fall lösen". Nee, da lobe ich mir ausländische Krimis.
Sehe ich ähnlich, das war zu viel gewollt und zu wenig gekonnt

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mordskater 17.12.2018, 08:00
9. Ja,aber der Schluß!

War ich anfangs noch recht angetan, auch und gerade von der neuen Kollegin, hat mich der Schluß doch ziemlich enttäuscht. Liebeskummer hin, Liebeskummer her der Fall hätte sauberer geklärt werden müssen. Das Ende wonach, nicht der Vater der Mörder ist, sondern ein bis dato nicht erwähnter Rächer, der wieso eigentlich, genau dort wartet wo sich die Mutter mit ihrem Ex treffen will. Und die Mutter merkt nicht, dass nicht der Vater dort parkt um die Fotos zu empfangen, sondern ein anderes Auto? Und dann erschießt der Täter auch noch die Polizistin, als hätte er schon mit gezogener Waffe hinter der Tür gelauert. Ein Täter der Rache sucht für sein totes Kind ist dann auch noch SO eiskalt? Nö, das Ende stimmte hinten und vorne nicht.

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