Forum: Kultur
Gentrifizierung: Berlin schafft sich Stück für Stück ab
Peter Wensierski/ DER SPIEGEL

Ein wildes Gelände in Berlin steht vor dem Aus - erneut. Spekulanten greifen nach der "Wiesenburg" im Wedding. Besuch an einem verträumten Ort mit bewegter Geschichte.

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misscecily 31.03.2015, 13:52
60. Dinge ändern sich

Und das ist such gut so. Man kann nicht jede alte Ruine in Aspik für immer aufbewahren. Die Abscheu vor Veränderung in Deutschland ist allmählich furchterregend.

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pratter 31.03.2015, 13:56
61. komischer Artikel

Wem gehört das Areal?
Wurde es bisher "schwarz" und umsonst genutzt?

Sind "herrenlose" und besetzte Liegenschaften etwas Erhaltenswertes?
Haben die Besetzer einen juristisch begründeten Anspruch auf Weiternutzung?

Ist ein rechtmäßiger Neueigentümer ein Kulturschänder wenn er sein Eigentum saniert oder abreißt?
Wurden die Hausbesetzer bei der Abgabe eines Kaufangebotes etwa übergangen?
Fragen über Fragen an die weltfremden Gerechtigkeitsapostel dieser Welt.....

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a-mole 31.03.2015, 13:58
62.

naja wat denn nu?
mieten explodieren, einwohnerzahl steigt, wohnraum wird knapp und alle heulen.... aber jedes mal wenn neuer Wohnraum geschaffen werden soll wird auch wieder rumgeheult
angenervte Grüße aus Berlin

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kai0816 31.03.2015, 13:58
63. Wandel

Ruinen und Baulücken können 70 Jahre nach dem Krieg auch in Berlin schonmal verschwinden. Da heißt es flexibel sein und sich was neues suchen. Großstadt und Wandel gehören zusammen wie Pferd und Wagen. Frag die local gentry, die werden sagen, daß es elementar ist.

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Ch. Demian 31.03.2015, 13:59
64. Eigentum wem Eigentum gebührt...

Der Autor ist offenbar unterinformiert. Eine kommunale Wohnungbaugesellschaft mit den Worten zu beschreiben, "Spekulanten streckten ihre Fühler aus", zeugt wirklich von null Kenntnis in der Sache. Dafür kommt das ganze so gefühlig daher, dass ich meine Tastatur vorgeheult habe. Insbesondere die Deutung, der aktuelle Besetzer sei "Erben und Hüter" des Ganzen mutet putzig und sentimental an. Die Frage, die sich aufdrängt ist aber, dieselbe, wie bei allem Anti-Gentrifizierungs-Geseusel: wie kommt man auf die Idee, die einen (hier die Besetzer) hätten das Recht zu bestimmen, die anderen (die Eigentümer meistens) aber nicht ? Warum just die? Bei allen öffentlichen Diskussionen um die Nutzung von Flächen fühlte sich stets die Seite der Nicht-Eigentümer im Recht zu bestimmen, was zu geschehen habe. Selbst bei Modernisierungsmaßnahmen, die kaum das Herstellen heutigen Wohnstandards erreichten, hieß es man bräuchte es nicht, wenn der Wohnraum deswegen treurer werde. In Kreuzberg maßen sich Bewohner eines Mietshauses an darüber zu bestimmen, was der Investor, der das leere Nachbargrundstück gekauft hat darauf zu errichten habe. Es sei bereits eine Zumutung, dass es nicht weiter fürs Grillen genutzt werden könne... Leute, bei all der Schelte über die Spekulanten und Investoren (wer hätte gedacht, dass das mal ein Schimpfwort wird!) überseht ihr, dass die Anspruchshaltung auf der einen Seite durch Eigentumsrechte gedeckt wird, auf der anderen durch Anmaßung. Ich möchte zu bedenken geben, dass der Autor hier nicht einmal dieses Niveau der Auseinandersetzung erreicht; ihm reicht das sentimentale und verklärende Moment aus. Das wird kaum der Sache gerecht und die echten Spekulanten, die Stadtentwicklungserwögungen nicht einmal vom Hörensagen kenne, werden sich freuen, wenn sie lesen, die kommunalen Gesellschaften seien auch nur Brüder im Schurkengeiste (was natürlich Unsinn ist).

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dome_berlin 31.03.2015, 14:00
65. Wohnungsnot

Alle schreien "Wohnungsnot" und wollen politisches Eingreifen wie die Mietpreisbremse. Dabei ist es allen Experten völlig klar, dass man die Wohnungsnot nur vermeiden kann, wenn man neue Wohnungen baut. Aber wnen dann ein böser Investor kommt und ein Brachgrundstück oder eine Bauruine oder einen alten Flughafen bebauen will (und auch damit Geld verdienen will - warum sollte er es auch sonst tun), dann kommen die Gentrifizierungsstimmungmacher aus den Löchern gekrochen und befürchten bald nicht mehr für 500 € warm in ihrer zentral gelegenen 3-Zimmer-Altbauwohnung leben zu können. Es geht den meisten nicht um Gentrifizierung, sondern nur um den eigenen Geldbeutel.

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pb-sonntag 31.03.2015, 14:03
66. Nun wird das Arial ...

... dem finanzkräftigen und süddeutschen Kiesel zur Verfügung gestellt.
Hauptsache, der beschäftigte Architekt denkt an einen hohen Zaun, damit dieses Volk sich auch geschützt fühlt.

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carlitom 31.03.2015, 14:03
67.

Zitat von Morrison
Dachte das mit den illegalen hausbesetzern sei ein relikt der 70ziger?
Berlin ist immer in allem etwas hinterher. Eigentlich die pure Provinz, nur will das dort keiner hören...

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air plane 31.03.2015, 14:05
68.

Zitat von NETSUBJEKT
..wenn ich solche Nachrichten lese. Ich hoffe, die Übernahme wird für DEGEWO und deren Profiteure ein exemplarischer Albtraum. Wieso gibt es Menschen, die andere Menschen vertreiben und deren Lebensentwürfe für obsolet erklären dürfen?
Ach, die alternativen Lebensentwürfe ...
Die wollen auch nur Kohle machen und groß rauskommen.
Das Kunstbusiness ist das kapitalistischste überhaupt.

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interessierter Laie 31.03.2015, 14:06
69. Welche Romantik...

im Soziothop(?) sitzen einige verträumte Aussteiger in der Märzsonne, genießen den Lichtschein durchs löchrige Dach oder tanzen über herrlich überwucherte Mauerreste. Verträumte Tautröpfchen hängen an den Kanten der bröckelnden Dachpfannen während ein selbsterklärter Künstler versonnen Farbklekse auf seine Leinwand aufträgt...

Anderswo schleppen sich zeitgleich Vater und Mutter Müller mit 3 Kindern zum zehnten Besichtigungstermin des heutigen Tages. Auch diesmal stehen sie mit Dutzenden andere Bewerbern Schlange vor einer grauen Fassade. 60qm Tristesse in den Betonüberresten des real vegetierenden Sozialismus. Aber in Berlin herrscht Wohnungsnot und in Soziothopen stören schreiende Kinder das Bild...

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