Forum: Kultur
Gerhard Richter zum Kulturgutschutzgesetz: "Ich würde die Bilder schnellstens verklop
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Nachdem Georg Baselitz angekündigte hat, seine Werke als Reaktion auf das geplante Kulturgutschutzgesetz aus Museen zurückzuziehen, meldet sich Deutschlands bedeutendster Gegenwartskünstler zu Wort - und findet klare Worte.

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Analog 14.07.2015, 12:00
1. Kunstmarkt

Es geht nur noch um das liebe Geld. Andere Künstler werden das Leben lang Kellnern müssen, um satt zu werden. Schon verrückt.

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taglöhner 14.07.2015, 12:00
2. Richter

Ich mag ihn immer mehr.

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UlliK 14.07.2015, 12:02
3. Warum ...

... fällt mir bei diesem Zitat:
" "Niemand hat das Recht mir vorzuschreiben, was ich mit meinen Bildern mache", sagte Richter im Gespräch mit der "Dresdner Morgenpost". Er werde seine Bilder nicht irgendeiner Kommission zeigen und fragen, ob er sie verkaufen dürfe."
... ganz spontan Siegfried Lenz' 'Deutschstunde' ein?

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hessekaja 14.07.2015, 12:17
4. Ich empfehle schaut hin

Gutgemeinter Kuturgutschutz ist nicht mehr als eine Entrechtung von Privatbesitz. Richtig finde ich das nur wenn es konsequente Politik in allen Bereichen ist. Solange Banken privat bleiben und Volkseigentum wie Bundespost, Telekom, Bundesbahn, Flughäfen, Wasserwerke, Stadtwerke privatisiert werden ohne uns zu fragen passt das nicht zusammen. Sind wir nun Sozialmartwirtschaftlich oder Privateers?

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hkruxx 14.07.2015, 12:19
5. Ich frage mich, ob ...

... das Zitat als ironischer Wink absichtlich in den Artikel gesetzt wurde.

»"So viel Qualität kann es in der Kunst gar nicht geben." Wenn ein Bild Millionen wert sei, guckten es die Leute an, weil es teuer sei, beklagte der Künstler - es gehe nur noch ums Spektakel. "Mit einem Bild, mit Kunst hat das nichts zu tun."«

Bedenkt man die immer neuen Spitzenpreise von Richters Arbeiten in den vergangenen Jahren, lässt sich dann daraus schließen, dass er seine eigenen Werke nicht als Kunst erachtet?

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raeticus 14.07.2015, 12:30
6. Grundrechte bedroht

Herr Richter und Herr Baselitz reagieren richtig und vernünftig gegen ein unnötiges Gesetz. Wir alle in Deutschland werden in unseren Grundrechten bedroht. Von Beweislastumkehr, Aushebelung des Datenschutzes und der Unverletzlichkeit der Wohnung, Schaffung eines bürokratischen Monsters bis hin zur kalten Enteignung. Und nicht nur die grosse Kunst ist betroffen sondern auch kleine Kulturgüter wie einzelne Münzen ohne untere Wertgrenze. Man kann nur hoffen das Frau Merkel mal ihren Blick von Griechenland in ihr eigenes Haus zu ihrer CDU Kulturstaatsministerin wendet und diese Fehlentwicklung korrigiert.

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klmo 14.07.2015, 12:42
7.

Die Preise macht nicht der Richter, sondern der Markt. Van Gogh zum Beispiel hat selbst kein Bild zu Lebzeiten verkauft. (Verschenkt ja…) Sein Bruder, Kunsthändler in Paris, hat sie später als Massenware für einen geringen Obolus verramscht.
Heute sind sie auf dem Kunstmarkt die teuersten Gemälde überhaupt.

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mac4me 14.07.2015, 12:45
8. Schnapsidee

Nichts anderes ist dieses Gesetz. Der Marktwert von Kunst hat auch nichts mit dem künstlerischen Wert zu tun, es ist nur ein Glücksfall für den Künstler, wenn beides zusammenfällt.

Der künstlerische Wert eines Bildes bemißt sich an dem, was er beim Betrachter auslöst. Wenn mir beim Betrachten der Skulptur "Die Bürger von Calais" in einem öffentlichen Londoner Park die Tränen kommen, weiß ich, daß das Kunst ist. Dazu brauche ich den Bildhauer nicht einmal zu kennen. Und wenn ich auf der Documenta in Kassel eine Toilette sehe, die offenbar bewohnt ist und ein Ausstellungsstück eines bulgarischen Künstlers ist, dann weiß ich, was das bedeutet, denn ich war in Bulgarien.

Kunst ist manchmal ein Aufschrei, manchmal ein gemaltes Gefühl, alles mögliche. Aber immer stark. Dekorativ ist nur Kunsthandwerk. Und repräsentativ ist Auftragskunst. Die ist selten welche.

Das Lebenselixier der Kunst ist die Freiheit. Manchmal ist sie die einzige, die noch besteht. Jedes Gesetz, das sie in irgendeiner Weise einschränkt, ist von Übel. Baselitz und Richter haben völlig recht mit ihrer Reaktion.

Joseph Beuys hat Stühle mit Fett beschmiert und zu Kunst erklärt. Eins seiner Objekte wurde von einer Putzfrau entsorgt, da sie es für Müll hielt. Für die Galerie war ein Schaden im hohen 4-stelligen D-Mark-Bereich entstanden. Beuys hat darüber gelacht. Für die muffigen 60er war seine Kunst eine unerhörte Provokation. Aber sie führte dazu, daß Leute den Sinn von Kunst hinterfragten.

Und der besteht weder darin, Geld zu verdienen, noch darin, irgendwo schön auszusehen, noch zu repräsentieren. Sondern den Rezipienten - vielleicht - für einen Moment aus seinem Alltag herauszuholen und etwas in ihm auszulösen.

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weinstock111 14.07.2015, 12:51
9.

Diktatur 2,0 - man sieht langsam wo das Schiff EU hinsteuert. Ein Wasserkopf von mehr als 40.000 Beamten und Politikern steuert uns in den Abgrund.

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