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Gescheiterte MDR-Intendantenwahl: Fast so wild wie 1989

Die krachende Niederlage Bernd Hilders bei der*Wahl zum MDR-Intendanten*könnte dem skandalgebeutelten Sender eine echte Chance zum Neubeginn eröffnen - bei dem die Strippenzieher von der CDU allerdings*eine deutlich kleinere Rolle spielen dürften.

hierro 27.09.2011, 13:53
1. Rigoros "aufräumen"

Zitat von sysop
Die krachende Niederlage Bernd Hilders bei der*Wahl zum MDR-Intendanten*könnte dem skandalgebeutelten Sender eine echte Chance zum Neubeginn eröffnen - bei dem die Strippenzieher von der CDU allerdings*eine deutlich kleinere Rolle spielen dürften.
Das muss den immer ärmer werdenden deutschen Steuerzahlern doch gefallen. Endlich ist eine Planung der Oberen völlig schief gelaufen. Erstaunlich ist, dass die Verantwortlichen eine derartige Wahl so miserabel vorbereitet haben, um nicht erahnen zu können, was mit ihrem Kandidaten geschieht. Es wäre zu wünschen, dass die CDU-Strippenzieher nun beim nächsten Wahlversuch auf ein kleineres Maß zurückgeschraubt werden. Vielleicht führt das dazu, einen MDR-Intendanten zu bekommen, der in diesem Sender endlich rigoros "aufräumt".

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eiderstedt 27.09.2011, 13:58
2. Bernd Hilder

es freut doch sehr, denn dieser fast schon "unjournalist" ist für einen öffentlichen Sender nicht zu ertragen. Arrogant, selbstgefällig. Seine (Hilders)Kommentare in der LVZ sind so einseitig, dass die Quittung jetzt durch den Rundfunkrat gekommen ist. Leider bleibt er nun den LVZ- Lesern als Chefredakteur erhalten- schade, denn auch hier wäre mal eine Bereinigung erforderlich. Dass sich ein Konzern Madsack (oder zum Teil auch Springer) sich diesen Chefredakteur hält, ist bedauerlich, aber wohl nicht zu vermeiden. Es gibt im Hause der LVZ auch andere Meinungen und fast neutrale Journalisten mit einer eigenen Meinung, da gehört allerdings der Lokalchefredakteur auch nicht dazu- wie der Herr so das Geschirr. Vielleicht ändert sich auch da mal was.

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circul 27.09.2011, 14:40
3. Hilder

Ich muß meinem Vorredner zustimmen, die LVZ ist leider zum Wurstblatt verkommen. Jeden Tag ist mindestens ein Foto des Chefredakteurs Hilder in der Zeitung. Purer Personenkult.
Ab Mittwoch kann ich dann in der LVZ vom Spiegel abgeschriebene Artikel lesen. Die Kommentare von Hilder sind völlig undifferenziert und platt.
Danke für die Nichtwahl, nur wie werden wir ihn bei der Zeitung los?

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amantee 27.09.2011, 14:47
4. MDR und DDR

Ein durchaus schwieriger Vergleich, "fast wie 1989". Insbesondere, da Wendezeit und postsozialistisches Dasein der Ostdeutschen bisher nur sehr ungenügend der gesamtdeutschen Öffentlichkeit klar geworden und klar gemacht worden ist.

'Aufräumen" müsse man im MDR, so wird gefordert. Stattdessen huldige ich, dass sich der Rundfunkrat nicht durch Position und Macht hat beeinflussen lassen, wie es ansonsten in Deutschland doch sehr üblich ist und sogar glatt erwartet wird.

Obwohl die humane Wirklichkeit als Gleichheit aufzufassen besonders "ostdeutsch" sein müsste, passieren doch gerade in Leipzig Dinge, die uns allen ein Beispiel setzen, uns Vorbild sein sollen.

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Tommi16 27.09.2011, 14:53
5. ........................

Zitat von amantee
Obwohl die humane Wirklichkeit als Gleichheit aufzufassen besonders "ostdeutsch" sein müsste, passieren doch gerade in Leipzig Dinge, die uns allen ein Beispiel setzen, uns Vorbild sein sollen.
Es ist, und wird auch zukünftig, für unsere "Herrschenden" nicht mehr so einfach "durchzuregieren".

Und wenn Tillich es schafft, die letzten Importe in den Ruhestand zu hieven und neue, auch gerne östliche, Gesichter in die Schlüsselpositionen zu bringen, ist es mit dem letzten ostdeutschen Sumpf auch vorbei.
Dazu gehört neben der Staatskanzlei auch das Justizministerium.

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werner3 27.09.2011, 15:03
6. ARD Presseclubs Liebling Hilder

Verläßlich einseitig, eben optimal für die Union und berechenbar für die CDU-nahen ARD-Oberen, die dort eindeutig die Regierungsgewalt innehaben. Deswegen ist Hilder auch äußerst beliebter Stammgast beim ARD-Presseclub, einer Sendung, die seit Alt-Nazi Werner Höfers Zeiten ein Prinzip eisern durchhällt: Grundsätzlich keine Jounalisten linker Orientierung oder Medien in die Runde zu lassen. Gelegentlich mal die TAZ-Chefin und J.Augstein ist das Äußerste der Gefühle.

Der letzte mir Erinnerung gebliebene Auftritt eines etwas mehr linksorientierten Journalisten liegt schon Jahre zurück. Es war Wolfgang Storz, von 2002 bis 2006 Chefredakteur der Frankfurter Rundschau.

Die unsäglichen politischen Verhältnisse in den Medien werden besonders am Beispiel des Presseclubs wie auch dem Fall Wolfgang Storz deutlich.

Seine Chefredakteurskarriere endete so:

"Am 16. Mai 2006 gab die Gesellschafterversammlung des Druck- und Verlagshauses Frankfurt bekannt, dass sie sich mit sofortiger Wirkung von Wolfgang Storz als Chefredakteur der Frankfurter Rundschau trennt. [...] Vorausgegangen war ein Konflikt der SPD-Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier mit Wolfgang Storz, welchen Storz als den „entscheidenden Grund“ für seine Kündigung ansieht. Wettig-Danielmeier hatte eine Veränderung der Berichterstattung über Die Linke im Wahljahr 2005 empfohlen, Storz lehnte dies als Einflussnahme ab. Wettig-Danielmeier warf Storz wegen der Ablehnung ein „Missverständnis über die redaktionelle Unabhängigkeit“ vor, bestreitet aber dass der inhaltliche Streit Kündigungsgrund war. Storz ging es nach eigenen Angaben um eine kritisch-differenzierte Berichterstattung über die linke Partei, die SPD-Schatzmeisterin warf der FR vor „Propagandablatt der Linkspartei“ zu werden. Mit einem Vergleich zu Gunsten von Wolfgang Storz wurde die Trennung zum 30. Juni 2007 rechtskräftig."

Das ist die deutsche "Pressefreiheit" à la CDU/CSU und SPD

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werner3 27.09.2011, 15:28
7. das ist doch ganz einfach

Zitat von circul
Danke für die Nichtwahl, nur wie werden wir ihn bei der Zeitung los?
Die Leipziger Volkszeitung nicht mehr kaufen. Das hällt keine Zeitung lange durch.

Diese Leipziger CDU-Zeitung, bis 2009 zu 50% Springer, mit geringer indirekter SPD-Beteiligung und ausgezeichnet mit einem Journalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung ist ein Parteiblatt, war es bis 1933, auch nach 45, dann wurde nach 1989 nur die Partei ausgetauscht.

In Deutschland haben wir eine freie unabhängige Presse! Oder nich?

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Irrwicht 28.09.2011, 00:16
8. Und welche Position bezieht der Spiegel?

Zitat von sysop
Die krachende Niederlage Bernd Hilders bei der*Wahl zum MDR-Intendanten*könnte dem skandalgebeutelten Sender eine echte Chance zum Neubeginn eröffnen - bei dem die Strippenzieher von der CDU allerdings*eine deutlich kleinere Rolle spielen dürften.
Eine gewisse Häme kann man ja aus dem Artikel unschwer herauslesen. Dabei war es aber auch der Spiegel, der sich vor den CDU-Karren spannen ließ und die aussichtsreichste Kandidatin - Frau Wille - wegen zweiter Sätze auf 150 Seiten Doktorarbeit, die zudem schon über 25 Jahre zurückliegt, zu demontieren half.
http://www.ndr.de/fernsehen/sendunge...io/mdr165.html
http://www.ndr.de/fernsehen/sendunge...oether103.html
Soviel zur unabhängigen Presse. Die Augstein/Ahlers Jahre sind lange vorbei.
Über eine Daseinsberechtigung der 7 Verwaltungsräte nach dem Kandidatenauswahlskandal wird keine Silbe verloren, geschweige denn über den Politikus im Hintergrund.

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werner3 28.09.2011, 15:14
9. Doktorarbeiten zu DDR-Zeiten

Zitat von Irrwicht
Dabei war es aber auch der Spiegel, der sich vor den CDU-Karren spannen ließ und die aussichtsreichste Kandidatin - Frau Wille - wegen zweiter Sätze auf 150 Seiten Doktorarbeit, die zudem schon über 25 Jahre zurückliegt, zu demontieren half. Soviel zur unabhängigen Presse.
Dieser Umgang mit den Ostdeutschen, soweit sie nicht gleich 1990 in die CDU eintraten bzw. übernommen wurden - wie z.B. DDR-Dr. Angela Merkel alisa IM ERIKA mir gesperrter Stasiakte und Sendeverbot an WDR betreffs Merkelfotos aus Stasiakten - ist Standard sei 21 Jahren.

Ich würde gerne wissen wollen, ob die FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda an der DDR-Akademie der Wissenschaften, Angela Merkel, es geschafft hat, diese Stelle und den Dr.-Titel zu bekommen, ohne die obligatorische Huldigungsformel über den Sozialismus zumindest im Vor- oder Nachwort ihrer Diplom- und Doktorarbeit einzufügen. Das würde ich als Ostdeutscher mit ähnlicher DDR-Biographie sehr stark bezweifeln.

Der Spiegel könnte das ja mal checken, so wie er andere Ostdeutsche ja auch massenweise gecheckt hat. Millionen wollen das seit Jahren wissen, aber die Akte Merkel bleibt geheim wie die von Agenten und der SPIEGEL hat da kein Aufklärungsinteresse.

Die Kandidatin Karola Wille ist vermutlich kein CDU-Mitglied und auch nicht CDU-nah. Damit hat sie im CDU-Land Sachsen keine Chancen für einen solchen Posten. Für Mittelmaßler aus dem Westen wie Hilder stehen die Türen natürlich offen. Schließlich hat er ja durch jegliches Unterlassen von Kritik an den MDR-Zuständen in seiner CDU-Zeitung seine Tauglichkeit bewiesen.


Es gibt in Sachsen nichts, was nicht CDU ist.

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