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Geschlechtersatire "Höhere Gewalt": Ein Film, der die Scheidungsrate in die Höhe trei
Alamode

Wenn Sie sich von Ihrem Partner trennen wollen, dann gehen Sie am besten in die schwedische Satire "Höhere Gewalt": Einen böseren Film über die Widersprüchlichkeiten moderner Geschlechter- und Familienbilder gibt es 2014 nicht.

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schon,aber 17.11.2014, 17:08
1.

Ich verstehe das Motiv des Filmemachers nicht so recht: Einerseits heißt es doch unisono, die Frauen stehen heute überall ihren Mann (Quote!) – mindestens, wenn sie nicht sogar die besseren Menschen sind. Andererseits wird dem Filmpapa ein dicker Strick gedreht, weil er, wie alle auf der bedrohten Aussichtsterrasse, die Flucht ergreift. Zitat Hannah Pilarczyk:
"...warf er sich nicht schützend vor seine Familie. Er schnappte sich iPhone und Handschuhe und rannte weg."
Liebe Frau Redakteurin: Das geht heute gar nicht mehr! Das wäre nichts anderes als unerwünschte Bevormundung der Gattin. Und ja, auch im Katastrophenfall. Und die Kinder würde das Recht auf Selbstentfaltung genommen.
Wo bleibt der Gender-Anspruch?

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Deep Thought 17.11.2014, 17:09
2. Habe mich nach dem Durchlesen des Artikels gefraft, was...

..zumTeufel an der banalen Handlung und der banalen Botschaft des Films dazu führen soll, dafür Geld auszugeben...

Dann hatte ich eine Gute idee:
Ich schloss mit mir eine Wette ab und habe sie gewonnen: eine Autorin schlägt sich als Söldnerin im Gender-Krieg....

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malte.b 17.11.2014, 17:15
3. Herausforderung für Filmemacher

Nihilistische anmutende Filme über den Niedergang der Familie zu produzieren ist ja nun seit Alfred Tetzlaff und Al Bundy gängige Praxis im Westen. Vermutlich sind intelligente und erbauliche Filme über die nach wie vor einzige Keimzelle der Gesellschaft weitaus schwieriger zustande zu bringen.

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carlitom 17.11.2014, 17:52
4. Keimzelle?

Zitat von malte.b
Vermutlich sind intelligente und erbauliche Filme über die nach wie vor einzige Keimzelle der Gesellschaft weitaus schwieriger zustande zu bringen.
Ach ja, die "Keimzelle" ist halt, was das Wort schon sagt, nur eine Zelle. Um den Bestand der Gesellschaft zu retten, reicht eine Befruchtung und eine Austragung. Und irgendjemand muss sich für die Frucht zuständig fühlen. Dass das eine (heile) Familie sein muss, halte ich für ein Gerücht. Die Gesellschaft, die trotz eines auffallenden Mangels an heilen Familien Bestand hat, beweist das Gegenteil.

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campdavid 17.11.2014, 18:33
5. Nachbessern!

Das Bild zum Artikel lässt aber Böses erahnen im Bezug auf den Bechdel-Test. Hätte man die Frau in dieser Szene nicht in die Mitte und die Männer außen hin setzen können? Alternativ die Männer einfach rausschneiden, das sollte schwedisches Kino doch mittlerweile besser können!

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michfisch00 17.11.2014, 18:59
6. Hart an der Realität

So weit hergeholt ist das gar nicht. Ich erlebe es jeden Tag. Diese vielen Sprüche über Familie, Kinderglück, Geschlechterrollen, sind nur holes Geschwätz. Eine interessante Umfrgrage zum Freizeitverhalten der Deutschen brachte denn Auch "Fernsehen, Freunde, Weggehen, Hobby aus die ersten Plätze. Sex mit der Frau, oder das Beschäftigen mit den eigenen Kindern gehörte nicht dazu. Auch immer wieder schön zu sehen, wenn ich mit meiner extrem hübschen (im Sinne von Werbeschönheit) Freundin unterwegs bin (kein Scherz, sowas gibt es wirklich, ist auch eine der großen Lügen, dass das IMMER Photoshop ist...ist es nicht...) und die Familienväter sich die Köpfe verdrehen...ähmmm..nicht nach den anderen Familien und deren "Kinderglück", sondern in unsere Richtung.
....

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Ganzgeber 17.11.2014, 19:32
7. Deal aufgekündigt

Richtig. Es gab einmal einen Deal, demzufolge sich der Mann im Zweifelsfall für die Familie zu opfern hatte. Das war in einer Zeit, als der Mann Teil der Familie war und nicht nur temporär geduldeter Ernährer, der ohne Nennung von Gründen gefeuert werden darf (selbstverständlich bei weiterbestehenden Zahlungsverpflichtungen). Dieser Deal wurde aber aufgekündigt. Woher soll der prekär lebende, nur geduldete Vater eine solche Opferbereitschaft nehmen?

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brotherandrew 17.11.2014, 19:47
8. Ich habe ...

... mich unwillkürlich gefragt, wie ich wohl reagieren würde und komme zu dem Schluss:

Ich weiß es nicht. Das läßt sich nicht theoretisch durchspielen. Schon gar nicht, wenn alles um Einen herum in Panik verfällt.

Nun ist eine Lawine ja nichts, was man als Mann besiegen könnte. Ich wüßte als Laie auch gar nicht, was ich Hilfreiches in dieser Situation tun könnte.

Was kann er denn effektiv Schützendes tun, wenn er nicht wegläuft, ohne nur symbolisch zu handeln /etwa dadurch, dass er Frau und Kinder umarmt?

Kein schlechter Plot. Nur mit Geschlechterrollen hat das nichts zu tun? Denn was macht die "Löwenmutter" besser als er?

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fliegender-robert 17.11.2014, 20:15
9. Weglaufen - wo ist das Problem?

Im Moment einer plötzlichen übergroßen Gefahr habe ich drei Möglichkeiten: erstarren, weglaufen, etwas aktiv dagegen/dafür tun. Welcher drei Typen ich bin, ist bereits in mir geprägt - in der Situation entscheidet nicht mein Verstand! Ich selbst "weiß" dies auch erst nachdem es passierte, nicht vorher. Nur durch gezielte Trainings würde sich ein neuer Automatismus erlernen lassen.

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