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Gespaltene Gesellschaft: Integrieren - in was?
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Viel geht es derzeit um gemeinsame Werte. Doch wo sind diese Werte, wenn ein Land einen Regierungschef als Despoten bezeichnet und ihm doch Waffen liefert? Da bleibt wohl immer ein Rest von Fremdsein.

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dasfred 24.07.2018, 18:35
40. Nicht auffallen und sich nicht erwischen lassen

Damit hat man schon neunzig Prozent der deutschen Tugenden erfüllt. Der Deutsche achtet darauf, seiner Schicht entsprechend zu Wohnen, sich zu Kleiden und ein angemessenes Auto zu fahren. Jedes Zuviel oder Zuwenig fällt aus dem Rahmen und wird mit Missachtung gestraft. Die zweit Regel, sich nicht erwischen lassen, ist noch wichtiger. Egal, ob die kleine Verkehrssünde, die kreative Steuergestaltung oder der Verstoß gegen das Sakrament der Ehe, solange es im verborgenen geschieht, ist alles in Ordnung. Wer das befolgt, kann sogar im spießigen Kleingartenverein zu gern gesehen Mitglied aufsteigen.

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Schmidt24 24.07.2018, 18:37
41. Frau Stokowski jammert einmal mehr über Probleme,

die sich ergeben, wenn eine Nation mit Fremden und besonders mit Muslimen geflutut wird in dem Wahn, das würde problemlos funktionieren - also über jene Probleme, die sie durch ihre politische Gesinnung auch selbst befeuert. Ich bezeichne das als linksliberale Logik - zuerst Toleranz bis zum geht nicht mehr jedem und allem gegenüber und dann über die Folgen jammern. Probleme mit Muslimen gibt und gab es vereinzelt schon immer, bisher wurden sie nur weitestgehend totgeschwiegen. Seit Auftauchen der Islamisten funktioniert das aber nicht mehr und immer mehr Menschen sind nicht mehr bereit, diese Zustände weiter zu tolerieren. Dass das im "linken Lager" nicht verstanden wird, ist Tradition. Aber das ist nicht weiter schlimm - das "linke Lager" hat zum Glück keine Mehrheit, auch wenn hier auf SPON noch so viel über angeblichen Fremdenhass gefaselt wird. Schon mal daran gedacht, Frau Stokowski, dass bei Vielen einfach nur die Toleranzgrenze erreicht ist?

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tchantchès 24.07.2018, 18:38
42. So jedenfalls nicht

"Soll man sich integrieren in die Teile der Bevölkerung, die Erdogan für einen widerwärtigen Despoten halten oder in diejenigen, die ihn mit Waffen beliefern" - Man soll ihm, wenn man für sich in Deutschland eine Vorbildfunktion in Anspruch nimmt, jedenfalls nicht ohne Not die Füße küssen. Das hat mit Integration wenig zu tun. Wer sich mit Despoten gemein macht, der wird mit den Konsequenzen leben müssen. Das hat mit angeblichem Rassismus erst einmal ebenso wenig zu tun, wie es antisemitisch wäre, Netanyahu für seine Apartheid-Politik zu kritisieren. Dass sowas im weiteren auch eine Menge Rassisten auf den Plan ruft, ist schlimm, ändert aber nichts daran, dass er einen exemplarisch dämlichen Fehler gemacht und anschließend einen noch dämlicheren Eiertanz aufgeführt hat. Was um Himmels Willen hat der Mann erwartet, als er sich so weit aus dem Fenster gelehnt hat?

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roenga 24.07.2018, 18:41
43. *Kopfschütttel*

Zitat: "Soll man sich integrieren in die Teile der Bevölkerung, die Erdogan für einen widerwärtigen Despoten halten oder in diejenigen, die ihn mit Waffen beliefern, "

Kein Bürger dieses Landes in seiner Eigenschaft als Privatperson beliefert Erdogan (also die Türkei) mit Waffen, das erledigen Firmen mit Billigung und unter gesetzlichen Auflagen des deutschen Parlamentes. Wohl aber bildet der einzelne als Individuum in der Gesamtheit die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland ab. Integration bedeutet eben Respektierung der Verfassung und der Gesetze dieses Landes und der Möglichkeit langfristig Teil dieser Gesellschaft zu werden durch Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen.

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t-alex 24.07.2018, 18:43
44. Wieso rassistisch?

Zitat von georgia.k
- das gegenüber in Deutschland lebenden Türken. Wenn das nicht rassistisch ist, was sonst. Das sollten auch Politiker begreifen - allen voran die SPD, die das bei Deutschen - vielfach assimiliert - oft beklagt.
geht's vielleicht ein bisschen unaufgeregter? Wieso sollte ein Deutscher mit türkischen Wurzeln oder ein hier lebender und arbeitender Türke sich "assimilieren"?
Nein, soll er nicht - sondern er soll sich an die Spielregeln hierzulande halten, aber dabei seine Wurzeln nicht vergessen (was er -im Übrigen - auch gar nicht kann; kein Mensch ist dazu in der Lage. ) Das ist was völlig Anderes als Assimilation. Ich würde von jedem der genannten erwarten, daß er zu seiner türkischen Abstammung steht - genauso wie ich von meinen Landsleuten endlich mal erwarten würde, daß sie zu ihrem Deutschtum stehen - mit seinen angenehmen und weniger angenehmen Eigenschaften.
Und zur Frage der Integration: es gab in grauer Vorzeit mal eine Integrationsbeauftragte, ihr Name begann mit "Ö" - die den Deutschen eine eigene Kultur absprach. Vielleicht sollte man diese Person mal fragen, wohin eine Integration erfolgen sollte.

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driver8 24.07.2018, 18:43
45. Integriert

Ist man dann wenn man vergessen hat woher man kommt. Ein Bürger der sich Deutsch-Türke nennt ist per Begriff schon kein Deutscher. Ein Afro-Amerikaner der sich auch so nennt hat sich selbt schon ausgegrenzt er hats nur einfach nicht kapiert. Man kann nicht auf zwei Stühlen sitzen, man muss mit Fleisch und Blut Deutscher sein und nichts anderes. Wenn ich einen Baum betrachte interessieren mich nicht seine Wurzeln. !!!!!!!!!

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cededa 24.07.2018, 18:43
46. "Fremd im eigenen Land"?

Die "Linken" müssen noch lernen, wie toll dieses Land ist. Am besten mal woanders hin fahren, und dann vergleichen. Vielleicht nicht gerade in ein westliches Land.

Dennoch muss man nicht mit jedem Scheiß einverstanden sein, den die Politik veranstaltet. Weder ungezügelte Einreise, noch Waffenlieferungen (aber zur Erinnerung: Die Türkei ist NATO-Partner. Wenn wir nicht mal an "Partner" liefern können, an wen dann? Meiner Ansicht nach an niemanden, aber ich hör die Waffenfabrikanten schon schreien...).

Nebenbei bemerkt: Emre Can. Geht doch!

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Bondurant 24.07.2018, 18:46
47. Nun ja.

Zitat von im_ernst_56
Die meisten Menschen mit -ski im Namen sind im 19. Jahrhundert aus Oberschlesien in die Bergbauregionen eingewandet. Anfangs hatten sie es auch nicht leicht, wurden als "Pollaken" beschimpft und waren auch noch katholisch. Aber über die letzten 150 Jahre hat sich das dann zurecht geruckelt.
Nett gesagt, aber nur teilweise richtig. Erstens waren die Einwanderer schon von vornherein formal Deutsche, denn ihr Heimatland Polen war zwischen Preußen, Österreich und Russland aufgeteilt worden. Diejenigen, die ins Ruhrgebiet kamen, waren staatsrechtlich erst Preußen und damit seit Reichsgründung auch Deutsche. Zweitens war "auch noch katholisch" gerade kein Stigma, sondern eher integrationsördernd, denn auch in den Rheinlanden und Westfalen, die Regionen, in denen das Ruhrgebiet liegt, war der katholische Glaube von Haus aus stark vertreten. Und drittens und sicher nicht am unwichtigsten: als im Jahre 1919 der polnische Staat wieder entstand sind immerhin die Hälfte der -skis in ihre "Heimat" zurückgekehrt. Die verbleibenden, die sich offenbar ganz bewusst für Deutschland entschieden haben, sind dann allerdings schnell in ihrer Umgebung aufgegangen. preisfrage: Wie wollen Sie denn diese Erfahrung auf die gegenwärtigen Einwanderer aus dem Nahen Osten anwenden?

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Stäffelesrutscher 24.07.2018, 18:51
48.

Zitat von minkin
Die Werte zu den ich mich als im Ausland lebender Deutscher mit ursprünglich „migrantischem“ (migrantösem? migrierendem? )) Hintergrund uneingeschränkt bekennen kann sind im Duden niedergeschrieben! Und in der Verfassung. Wenn man die Zwei bewältigt hat, ist man schon mal einen großen Schritt zur gelungenen Integration vorangekommen.
Da haben aber die Herren Seehofer, Dobrindt und Höcke sowie die Damen Weidel und Steinbach noch viele Schritte vor sich.

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roenga 24.07.2018, 18:52
49.

Zitat von Margaretefan
...sein zu dürfen, ist das was eine echte Demokratie und einen echten Rechtsstaat ausmacht. Die Werte einer Demokratie und eines Rechtsstaats ist in der Verfassung und der Gesetzgebung verankert. Religionsfreiheit ist ein Teil davon. Säkular sollte sie zudem sein. Ein Teil des Problems in Deutschland sind die zahlreichen Sonderrechte, insbesondere der katholischen Kirche. Man stelle sich mal den Aufschrei vor, wenn es eine muslimische Partei gäbe...
Einfache Fragen: In welchem muslimischen Land gibt es eine christliche Partei? Was sind die Konsequenzen eines Gläubigen bei einem Austritt/Übertritt in eine andere Religion laut Koran? Werden Andersgläubige in Deutschland politisch verfolgt und wenn nein, trifft dies auch auf alle muslimische Staaten zu? Falls Sie all diese Fragen wahrheitsgemäß beantwortet haben, sollten Sie sich Ihre kritik über das ach so intolerante Deutschland noch mal überlegen. Achja, 'unintegrierbar' ist ein anderes Wort für 'asozial', also die Unfähigkeit/Unwilligkeit in einer Gemeinschaft nach deren gegebenen regeln zu leben und ist keinesfalls ein Gütezeichen für einen Rechtstaat.

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