Forum: Kultur
Gläubige und ihre Gefühle: Die Erde ist eine Scheibe, Schwule sind Sünder

Wenn Katholiken in Amt und Würden mal wieder Homosexuelle dissen, sollten wir innehalten und nachdenken. Über Gleichberechtigung, über Verbohrtheit, über die Gay-Lobby und die eigenen vier Wände.

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Bueckstueck 07.03.2015, 17:00
1. Da liegt der Hund begraben

"Eine kritische Sicht auf homosexuelle Lebensformen gilt als Menschenverachtung, als hate crime im Sinn der Rassismusstrafnorm."

Ist es ja auch, genau wie jede andere kritische (zu deutsch: ablehnende) Sicht auf die natürliche (von mir aus Gott gegebene) Vielfältigkeit der Menschen.

Ob ich nun einen schwarzen, weissen oder gelben Menschen wegen seiner Hautfarbe kritisch (zu deutsch: ablehnend) betrachte oder homosexuelle Menschen, ist im Grunde das gleiche: Menschenverachtend.

Homosexuell zu sein ist ja, wie wir wissen, weder Krankheit noch eigene Wahl - man ist es einfach. Und wenn man an einen Gott glaubt, dann sollte man das als Gottes Wille akzeptieren, sonst gäbe es Homosexualität nicht. Richtig? Richtig.

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griever 07.03.2015, 17:05
2. homosexualität verletzt nicht...

... die gefühle der gläubigen - sondern ist mit der katholischen leere schlicht nicht vereinbar (fehler 1)

wer homosexuell heiraten will und dazu den segen der kirche möchte, jedoch nicht bekommt, ist nicht gezwungen dort zu bleiben. man kann austreten, privat heiraten, eingetragene lebensgemeinschaften schließen, sich ohne schein lieben und vieles mehr. dann aber auf die kirche zu schimpfen (oder generell gegen gläubige wettert) greift zu kurz. ich kann auch nicht in eine salatbar gehen und dann schimpfen, wenn es keine bratwurst gibt. (gut, ich kann es trotzdem tun, sollte mich dann aber nicht wundern wenn andere den kopf schütteln)

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syracusa 07.03.2015, 17:14
3. bei aller Zustímmung, liebe Frau Berg ...

Bei aller Zustímmung, liebe Frau Berg, möchte ich ganz dringend einwerfen, dass der religiöse Glaube mitnichten Privatsache ist.

Religion ist undenkbar als Privatsache. Eine private Religion gibt es nicht, und Religion kann nicht privat ausgelebt werden. Religion ist ein soziales Phänomen. Religionen sind im Laufe der kulturellen Entwicklung der Menschheit als zentrales Phänomen jeder Kultur entstanden. Die Forderung, man möge seinen religiösen Glauben bitteschön nur privat ausleben, zeugt von einem fundamentalen Missverständnis darüber, was Religion ist.

Das Problem aller Religionen ist, dass sie eben definierender Bestandteil einer homogenen Kultur sind. In offenen, pluralistischen Gesellschaften haben Religionen also eigentlich keine Existenzberechtigung mehr, wenn man nicht will, dass diese Gesellschaft in viele Parallelgesellschaften zerfällt. Aber man kann Religionen nicht einfach abschaffen, denn sie bestimmen bei sehr vielen Menschen immer noch die kulturelle Identität. Und schlimmer noch: vermutlich gibt es sogar eine genetische Veranlagung zur Religiosität, die es mindestens erschwert, dass ein Individuum problemlos seine Religion aufgeben kann.

Wir müssen also leider mit Religionen weiter leben. Und das Religionsfreiheit ein Menschenrecht ist, müssen wir uns auch weiterhin mit allerdümmsten religiösen Glaubensinhalten herumschlagen.

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-demokrat- 07.03.2015, 17:17
4.

Zitat von Bueckstueck
"Eine kritische Sicht auf homosexuelle Lebensformen gilt als Menschenverachtung, als hate crime im Sinn der Rassismusstrafnorm." Ist es ja auch, genau wie jede andere kritische (zu deutsch: ablehnende) Sicht auf die natürliche (von mir aus Gott gegebene) Vielfältigkeit der Menschen. Ob ich nun einen schwarzen, weissen oder gelben Menschen wegen seiner Hautfarbe kritisch (zu deutsch: ablehnend) betrachte oder homosexuelle Menschen, ist im Grunde das gleiche: Menschenverachtend. Homosexuell zu sein ist ja, wie wir wissen, weder Krankheit noch eigene Wahl - man ist es einfach. Und wenn man an einen Gott glaubt, dann sollte man das als Gottes Wille akzeptieren, sonst gäbe es Homosexualität nicht. Richtig? Richtig.
Sie haben den Teufel vergessen, der für alles Widernatürliche steht....
Ich glaube auch an etwas. Ich glaube daran, dass ein Verein, der über Jahrhunderte hinweg im Namen eines Glaubens an was auch immer, viele Menschen unterdrückt und ermordet- und in der jüngeren Vergangenheit stellenweise kollektiv und organisiert Kinder mißhandelt und mißbraucht hat, keinerlei Berechtigung hat, sich gegenüber irgendeinem Thema in irgendeiner Form kritisch, ablehnend oder sonstwas zu äußern. Im Gegenteil, an dieser Stelle sollte man Wiedergutmachung betreiben und sich offen und verständnisvoll vor allem gegenüber anders Denkenden zeigen. So wie es das Neue Testament beschreibt. Scheine viele Katholiken nicht gelesen, oder nicht verstanden zu haben.

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Ubique Terrarum 07.03.2015, 17:23
5. Auch Homosexuelle glauben an Gott

Witzigerweise erfahren auch (katholische wie evangelische) Homosexuelle Gott im Glauben, und zwar genauso wie Heterosexuelle.
Ohne Glauben stünden wir unter dem Zwang, alle unsere Verhaltensregeln aus reiner Vernunft heraus zu begründen. Wie Politiker wissen, wäre das meistens ziemlich mühsam und liefe der Anlage des Menschen, irrationales Verhalten zu zeigen, vollständig zuwider. Gerade weil der Glaube unvernünftig ist, ja der Vernunft auffällig widerspricht, muß er Teil des öffentlichen Diskurses sein und innerhalb selbigem auch betonen, daß dieser Diskurs eben nicht nur aus einer Aneinanderreihung streng logischer Argumente, sondern auch aus emotionalen und zufälligen Beweggründen besteht, deren gesellschaftliche Durchsetzung vollständig auf der Kombination dieser Kräfte besteht. Fassen wir Religion als Teil der Kultur im marxistischen Sinne auf, daß selbige der materielle Ausdruck unserer Anpassung an die gesellschaftliche wie landschaftliche Umwelt besteht, unterliegt die Organisationsform dieses Glaubens zeitlichen wie gesellschaftlichen Kräften. Letztere gilt es zu erklären, zu deuten und letztendlich sich selber bewußtmachend zurückzuführen, um sie für positive, schaffende Ziele einzusetzen. Damit hätten wir einen Schritt auf das Königreich Gottes hin getan.
Dabei hilft der Artikel leider Gottes mal wieder recht wenig.

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patrick6 07.03.2015, 17:27
6. Ja nun...

...wenn gleichgeschlechtliche Ehe mit der katholischen Lehre nicht vereinbar ist - dann sollte man/frau sich vielleicht woanders trauen lassen? Ist wahrscheinlich einfacher, als eine alte Kirche (in der es offenbar den Pfaffen weniger Probleme macht, kleine Jungs über'n Dorn zu reissen) umkrempeln zu wollen.

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hwdtrier 07.03.2015, 17:44
7. Und nein....

... Das die Erde eine Scheibe ist darf man als Christ nicht glauben..... Das ist eine Erfindung der Aufklärung. Die Rkk hielt ein geozentrisches Weltbild für richtig ( Galileo wurde nicht wegen seinem Weltbild verurteilt) und sprang vor 500 Jahren dank Cusanus unter Umgehung des falschen Weltbild der Kepler und Co direkt zu einem relativistischen Weltbild.

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freddled_gruntbuggly 07.03.2015, 17:45
8.

Zitat von griever
ich kann auch nicht in eine salatbar gehen und dann schimpfen, wenn es keine bratwurst gibt. (gut, ich kann es trotzdem tun, sollte mich dann aber nicht wundern wenn andere den kopf schütteln)
Stimmt. Nur, wenn ich die Salatbar dann als "vegetarisch" bezeichne, trifft das schlichtweg die Tatsachen und der Betreiber hat nicht den geringsten Grund, sich darüber aufzuplustern. Genau das tun die Kirchenfunktionäre aber, wenn man ihren Laden "homophob" nennt.

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Ton_Chrysoprase 07.03.2015, 17:59
9. Bin verwirrt

Hat jetzt jemand der Kirche und ihren Vertretern mit rechtlichen Konsequenzen gedroht oder nicht? Das fände ich in der Tat falsch. Wenn allerdings jemand sein eigenes Recht zur Meinungsäußerung genutzt hat um die katholische Kirche zu kritisieren kann ich nicht sehen wo das Problem liegen soll. Meist sind es diejenigen die über mangelnde Meinungsfreiheit klagen die selbst ihre Kritiker mundtot machen wollen.

Dass die Kirche einen entspannten Umgang mit Homosexualität ohnehin mehr als Rekrutierungsproblem sieht ist ohnehin offensichtlich.

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