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Glaube: Der, die, das Gott
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Wer sagt eigentlich, Gott sei ein Mann? Steht so schon im Vaterunser, klar. Aber eigentlich hat Gott im Christentum kein Geschlecht. Es ist an der Zeit, das sprachlich deutlich zu machen.

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medium07 13.12.2017, 08:34
190. Herr vergib ihnen....

Ihre Argumentation ist, zumindest aus römisch-katholischer Sicht, albern, um nicht zu sagen hanebüchen - zu alledem noch schlecht formuliert. Das theologischen Konstrukt Roms ist sehr komplex und fein austariert. Nur soviel: die Jungfrauengeburt oder unbefleckte Empfängnis ist das Resultat mittelalterlich-scholastischer Überlegungen(seit 1850 dann Dogma) und soll Christus in erster Linie frei von der Erbsünde halten. Jesus Christus ist Menschensohn und Gott zugleich, d.h. er muss fleischlich gedacht werden können, nur so kann er die Menschen durch den Kreuzestod erlösen, nur so kann er wiederauferstehen und dadurch den Jüngsten Tag beschwören. Er ist daher auch als Fleisch und Blut tatsächlich (!) in der Eucharistie anwesend. Von einer "Leihmutterschaft" kann jedenfalls keine Rede sein. Das innerste Mysterium der katholischen Kirche besteht in der Leiblichkeit, in ihrem Verhältnis zur Sünde (man mag das beklagen...) und ist daher äußerst delikat. Aus der Dreifaltigkeit aus Gottvater, Sohn und Heiliger Geist - bis zum Konzil von Nicäa 325 heftigster Streitpunkt unter den Frühchristen - und dem oben Ausgeführten folgt zwangsläufig das Mysterium der Zeugung Christi durch den Hl. Geist, sozusagen zur Verhinderung einer leiblichen/geschlechtlichen Vaterschaft Gottes. Das war jetzt das ganz kleine Einmaleins. Ihre religiöse Schulbildung, Frau Stokowski, in allen Ehren, aber das ist weitgehend Kinderkram. Und Basis auf dieses Wissenstandes sollten Sie sich nicht an derartigen Artikeln versuchen.

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Larnaveux 13.12.2017, 08:35
191. @erdmann.rs

Zitat von erdmann.rs
Frau Stokowski könnte sich auch einer anderen, ebenfalls einfachen Frage widmen, wenn sie sich schon mit Inhalten der Bibel auseinandersetzt. Da wäre z.B. die unbefleckte Empfängnis, die es ja - biologisch gesehen - gar nicht geben kann. Sie könnte auch der Frage nachgehen, wie es weitergegangen ist, nachdem Adam sein Weib Eva "erkannt" hatte und sie ihm zwei Söhne, Kain und Abel, geboren hatte. Bekanntlich hat ja Kain seinen Bruder Abel später erschlagen. Da waren sie nur noch zu dritt und die einzigen Menschen auf der Erde. Dann schweigt die Bibel (das Alte Testament) sich eine ganze Weile darüber aus, wie es mit der Menschheit weiter ging. Dennoch gab es irgendwann weitere Menschen. Wie ging das zu? Es ist nicht bekannt, ob Eva noch eine Tochter hatte. Hätte Kain sie geschwängert, wäre es Inzest gewesen, hätte Kain aber Eva, seine Mutter, "erkannt", auch.
Wie ich weiter oben schon erklärte: Die "unbefleckte Empfängnis" hat mit Biologie nichts zu tun, weil es nicht die Zeugung von Jesus ist. die unbefleckte Erkenntnis ist ein Moralkonstrukt, ein Glaubenslehrsatz, ein Dogma der katholischen Kirche, das besagt, dass bereits Maria, Jesu Mutter, ohne Sünde - also unbefleckt - empfangen und geboren wurde. Anders als alle anderen Menschen, nach christlicher Auffassung, sind damit Maria und auch nachfolgend Jesus von ihrer Entstehung an ohne (Erb-)Sünde. Das kann man nun glauben oder nicht, nur: Mit Biologie hat das überhaupt nichts zu tun und wird auch von keinem Hardcore-Christen in Frage gestellt.
Zu Adam und Eva und den Kindern (die natürlich nur ein Glaubenskonstrukt sind und nichts mit realer Wissenschaft zur Entstehung der Menschheit zu tun haben): Sehr wohl, entgegen Ihrer Annahme, äußert sich die Bibel dazu, wie es mit der Familie weiterging. Beispielsweise steht in Genesis 5,3 und Folgende: "Und Adam war hundertunddreißig Jahre alt und zeugte einen Sohn, der seinem Bild ähnlich war und hieß ihn Seth und lebte darnach achthundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter; daß sein ganzes Alter ward neunhundertunddreißig Jahre, und starb. Seth war hundertundfünf Jahre alt und zeugte Enos und lebte darnach achthundertundsieben Jahre und zeugte Söhne und Töchter; …" Im weiteren wird hier ein ganzer biblischer Stammbaum aufgebaut, in dem Myriaden an Söhnen und Töchtern entstanden. Folgt man der Vorstellung, dass es NUR Adam und Eva am Anfang gab, folgt daraus natürlich auch Inzest. Ob nun Söhne mit Mutter oder Söhne mit Schwestern oder Vater mit Töchtern, das bleibt der Vorstellungskraft eines jeden Einzelnen überlassen. Tatsache ist aber, dass die Bibel sehr wohl mitteilt, dass Adam und Eva sich reichlich vermehrten. Und im Übrigen ist nicht Kain, sondern sein jüngerer Bruder Seth der Stammvater der biblischen Personen. Insofern: Erst informieren, dann schreiben. :)

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Stef63 13.12.2017, 08:43
192. Wahnsinn

die Gender-Diskussion wird immer absurder. Jetzt wird schon über das vermeintliche Geschlecht von etwas diskutiert, was es gar nicht gibt. Was kommt als nächstes? Vielleicht etwa: welches Geschlecht hat eigentlich der Weihnachtsmann?

Welcome in Absurdistan

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mwroer 13.12.2017, 08:43
193. Faszinierend ...

ich kann mich noch gut über die Debatte zu 'Ein Tier ist keine Sache' erinnern. Jetzt wird mit mal eben vorgeschlagen Gott als Sache zu deklrarieren.
'Es', 'das' .... sind für Sachen.

Mir persönlich ist das wirklich egal - ich bin nicht gläubig. Faszinierend ist lediglich dass man die dämlichsten Verrenkungen macht um sich irgendetwas so hinzubiegen dass es in die eigene Weltsicht passt.
Gott ist kein Mann. Meinetwegen, dann ist Gott halt eine Frau und alle Verbrechen in ihrem Namen, ihre Teilnahmslosigkeit und ihre Arroganz sind weibliche Eigenschaften. Auch gut.

In jedem Fall ist Gott kein es, kein Ding.

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JustFunKiro 13.12.2017, 08:46
194. Schöpfungsgeschichte

.. davon gibt es zwei Versionen: Eine, die die gesamte Schöpfung bezeichnet (und von der Reihenfolge her falsch ist, lassen Sie sich nicht von den Zeugen Jehovas etwas anderes erzählen, Vögel bildeten sich nach Säugetieren, ergo wurde das Land in dieser und jeder anderen Hinsicht vor dem Himmel bevölkert), welche Mann und Frau als gleichzeitig erschaffen darstellt, und die mehrfach angesprochene Geschichte vom Rauswurf aus dem Garten Eden, welche erhebliche Unterschiede zwischen Mann und Frau annimmt (es gibt Unterschiede, aber nicht die, die in der Geschichte dargestellt werden). Die Bibel ist sich selbst nicht sicher, ob sie Gleichberechtigung will oder nicht.
Religionen beziehen sich auf die Vergangenheit, oft in einer Form, wie die Vergangenheit nie war, und müssen früher oder später überholt wirken. Erwarten Sie von religiösen Menschen am Besten gar nichts, Frau Stokowski, derjenige meiner Bekannten, der sich am Häufigsten und Leidenschaftslichsten auf sein Dasein als Christ bezieht ist zu der Überzeugung gekommen, als Christ müsse man AfD wählen, da diese Partei die christlichen Werte am Besten vertritt. Je gläubiger, desto unmündiger, die Leute wollen zurück in den Garten Eden und wollen wieder blind und unwissend werden. Danke an Eva und die Schlange für ihre Aufklärung!

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mwroer 13.12.2017, 08:46
195.

Zitat von Fonso
ES GIBT KEINE SPRECHENDEN SCHLANGEN! Es gibt auch keine jungfräuliche Geburt an.
Also das mit der jungfräulichen Geburt hat der Mensch mittlerweile ziemlich gut hinbekommen :) Und so ist dies eigentlich ein Argument für 'Gott ist in jedem Menschen'.

Vielleicht wäre es auch hilfreich die Bibel nicht all zu wörtlich zu nehmen?

Weil wenn ich Ihrer 'Argumentation' folge können Sie von Bugs Bunny bis Winnie the Poh einfach mal jedes zweite Kinderbuch und alle Märchen nebst Sagen verbieten. Gibt es alles nicht.

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JustFunKiro 13.12.2017, 08:55
196. Schöpfungsgeschichte

.. davon gibt es zwei Versionen: Eine, die die gesamte Schöpfung bezeichnet (und von der Reihenfolge her falsch ist, lassen Sie sich nicht von den Zeugen Jehovas etwas anderes erzählen, Vögel bildeten sich nach Säugetieren, ergo wurde das Land in dieser und jeder anderen Hinsicht vor dem Himmel bevölkert), welche Mann und Frau als gleichzeitig erschaffen darstellt, und die mehrfach angesprochene Geschichte vom Rauswurf aus dem Garten Eden, welche erhebliche Unterschiede zwischen Mann und Frau annimmt (es gibt Unterschiede, aber nicht die, die in der Geschichte dargestellt werden). Die Bibel ist sich selbst nicht sicher, ob sie Gleichberechtigung will oder nicht.
Religionen beziehen sich auf die Vergangenheit, oft in einer Form, wie die Vergangenheit nie war, und müssen früher oder später überholt wirken. Erwarten Sie von religiösen Menschen am Besten gar nichts, Frau Stokowski, derjenige meiner Bekannten, der sich am Häufigsten und Leidenschaftslichsten auf sein Dasein als Christ bezieht ist zu der Überzeugung gekommen, als Christ müsse man AfD wählen, da diese Partei die christlichen Werte am Besten vertritt. Je gläubiger, desto unmündiger, die Leute wollen zurück in den Garten Eden und wollen wieder blind und unwissend werden. Danke an Eva und die Schlange für ihre Aufklärung!

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passionsblume 13.12.2017, 08:56
197. Man sollte schon konsequent sein ...

und nicht allein die Genderdiskussion über Gott führen, sondern im gleichen Atemzug auch Allah, Satan und den Teufel nennen. Man kann sich diese Diskussion aber auch ganz schenken, wenn man dazu steht, dass der ganze Glaubenskram für einen selbst keine Relevanz hat.

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Embryo 13.12.2017, 08:59
198. Unwissenheit und menschliche Hybris

Es ist schon eigenartig. Da definieren aufgeklärte Menschen in der Hybris ihrer eigenen geistigen Fähigkeiten wer Gott ist, welche Eigenschaften er zu haben hat und andere Aufgeklärte laufen gegen diese von Menschen gemachten Vorstellungen Sturm. Unseren begrenzten Erlebnishorizont zur Grundlage dafür zu machen, was das Wesen Gottes ist, erscheint mir ausgesprochen naiv , entsprechend dem biblischen Bild, wo Ton meint bestimmen zu können, wer oder was der Töpfer ist oder was er zu machen habe. Gott begegnet uns in der menschlichen Sprache unter Nutzung von Bildern aus unserem Lebensalltag oder in seinem Mensch gewordenen Sohn Jesus Christus, um uns einzelne Wesenszüge seiner Gottheit kund zumachen. Nur so können wir etwas von Gott verstehen. Aber umgekehrt z.B. aus dem Gewand Jesu Rückschlüsse ziehen zu wollen, welche Kleiderordnung bei Gott im Himmel vorgeschrieben sei, ist ebenso unsinnig wie die hier geführte Debatte um das Geschlecht Gottes. In der diesjährigen Jahreslosung der evangelischen Christen wird übrigens von Gott geredet mit Eigenschaften, wie sie eine Mutter hat. Die Autorin würde in der Primärquelle, der Bibel, sicherlich noch mehr hilfreiche Informationen finden, um ihr widersprüchliches menschliches Gottesbild ablegen zu können.

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unzensierbar 13.12.2017, 08:59
199. Nutzen?

Sollten wir wirklich Religion nochmal "reformieren" anstatt sie abzuschaffen? Das Bild ist veraltet, aber genauso sind das Religionen an sich.

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