Forum: Kultur
Gleichberechtigung: Das System hat versagt
Ludovic Marin/ AFP

Der "alte weiße Mann" steht in der Kritik - dabei ist das Problem größer: Das System, das Muskeln, Stärke und Penis belohnt, wurde von allen heterosexuellen Männern geschaffen. Zeit, das zu ändern.

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syracusa 01.09.2019, 11:13
120.

Zitat von women_1900
Was ist los mit dem indischen Mann? Täglich werden in Indien Frauen vergewaltigt, manchmal mit tödlichen Folgen. " https://www.zeit.de/2014/25/vergewaltigung-indien-gewalt-frauen
Was wollen Sie mit diesen absurden Kulturrelativismus denn aussagen? Dass die indische Gesellschaft zivilisatorisch noch nicht so weit entwickelt ist wie unsere? Das bestreitet niemand. Unsere ist auch nicht so weit entwickelt wie die schwedische. Wir arbeiten dran, das aufzuholen, und werden durch Leute wie Sie gebremst.

Noch vor wenigen Jahren war bei uns die Vergewaltigung in der Ehe straffrei. Hatten Sie damals, als das revidiert wurde, vielleicht auch auf Gesellschaften wie die in Saudi Arabien hingewiesen, um den zivilisatorischen Fortschritt bei uns zu behindern?

Das wirklich Absurde ist, dass Sie sich hier hinstellen und stolz auf unseren zivilisatorischen Fortschritt verweisen, der ganz explizit gegen Leute wie Sie erkämpft worden ist!

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klauspeterkonrad 01.09.2019, 11:26
121. Gratismut_gegen_Honorar

Zitat von ulisses
Laaaaaangweilig
... frau dreht professionell ihre sattsam bekannte Empörungsrhetorik gegen das männlich Böse an – sprachlich wie intellektuell knapp über dem Niveau eines alterslosen Teenagers. Auch das kann ein Erfolgsmodell sein.

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syracusa 01.09.2019, 11:30
122.

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
"Survival of the fittest" ist eben nicht in der Natur angelegt. Das ist ein Denkfehler von Charles Darwin, der das Prinzip auch nicht aus der Natur übernahm, sondern aus der Soziobiologie Herbert Spencers (einem Soziologen) und dann der Natur überstülpte. Ein verhängnisvoller Fehler. Zumal das Prinzip auch nicht mehr als eine Tautologie ist. In Wirklichkeit fußt die Natur viel mehr auf dem Prinzip der Kooperation. Das beginnt bei der Brutpflege und endet in komplexen Sozialverhalten kultureller Evolution.
Das kann man so pauschal nicht sagen. Die Evolution ist unterschiedliche Wege gegangen. Nicht jede erfolgreiche Spezies lebt in sozialen Verbänden. Und dort, wo die Evolution erfolgreich auf soziale Kooperation setzt, ist eben genau diese soziale Prägung ein wesentliches Merkmal für "Fitness" im Sinne von "survival of the fittest".

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ach-nur-so 01.09.2019, 11:37
123.

"Das System, das Muskeln, Stärke und Penis belohnt, wurde von allen heterosexuellen Männern geschaffen."

Aber mitgetragen und am Leben erhalten wird es mit tatkräftiger Unterstützung von Frauen, die eben das an (ihren) Männern bewundern, gar fördern: Muskeln, Stärke, Penis. Wer "System" sagt, sollte sich auch mit System-Theorie beschäftigen. Festzustellen, dass der "alte, weiße Mann" eine blödsinnige Erfindung ist, ist nichts wert, wenn die unzulässige Verkürzung sogleich eine Stufe höher kopiert wird. Haben wir "The Handmaid's Tale" nicht gesehen? "House of Cards" verpasst? Frau Erdogan, Frau Assad, Frau Trump und Frau Bolsonaro nicht oft genug dem Volk zuwinken sehen? Oder folgen wir Seyran Ateş auf Twitter nicht? Wie gut muss es sich leben und schlafen können als Frau, im irrigen Glauben, man selbst habe qua Geschlecht mit dem ganzen Irrsinn nichts zu tun. Ich würde alles geben: Meine Hühnerbrust, meinen Niedriglohn-Arbeitsplatz, ja, sogar mal meinen Penis, um nur einen Tag befreit von Schuld durch die Welt zu spazieren. Einen in jeder Hinsicht attraktiven Mann an meiner Seite, natürlich. Marco Reus wäre okay.

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egghead7 01.09.2019, 11:40
124. mehr Respekt füreinander und für die Natur

"ch glaube, das grundlegende Problem ist nicht, dass wir männliche Systeme haben, sondern dass wir deprimierend "menschliche" Systeme haben und die Menschen leider geprägt sind von niederen Instinkten, von Egoismus, Neid, Gier. Patriarchale Strukturen sind nur eine Ausprägung davon, nationalistische oder religiöse eine andere. Es ist mehr ein "Ich und meine Gruppe, wir sind die einzig wahren und sollten mehr von allem haben, und alle anderen sind minderwertig und sollen es schlechter haben". Der Idiotinnen-Anteil bei Frauen scheint im Allgemeinen geringer zu sein, was immerhin für mehr matriarchale Strukturen spricht, ist aber nicht null. Falls wir je Gleichberechtigung haben, wird es vermutlich andere Hass- und Unterdrückungsmuster geben. Zum Verzweifeln."

Ich glaube, es geht einfach um mehr Respekt voreinander und flachere Hierarchien. Dann gäbe es zumindest eine Chance. Keiner spricht vom Matriarchat, bzw. das Matriarchat war nie das, was das Patriarchat auszeichnet. Wie auch immer man es bennenen möchte: Einen respektvolleren Umgang mit der Natur und anderen Menschen, mehr freundlichere und fürsorglichere Gesellschaft (die ihre ganz eigene Kreativität hervorbringen kann - es ist schlicht und einfach zu kurz gedacht, wenn man glaubt, Kreativität entsteht nur durch Leistungs- und Konkurrenzdruck - bei vielen Menschen geht sie dadurch überhaupt erst kaputt).

Nationalismen, Religion - das sind natürlich auch in ihrer heutigen Form (und in der Entwicklung der letzten ca. 3000 Jahre) sehr patriarchalische Konstrukte. Die monotheistischen Religionen wurden und werden nach wie vor zur Rechtfertigung von Frauenunterdrückung und zur Absicherung der Macht von Männern über Frauen verwendet. Man kann sie natürlich auch ganz anders verwenden. Und es gab/gibt natürlich auch andere Religionen, die Frauenunterdrückung und -ausschluß rechtfertigten. Dass Frauen zu bestimmten Zeiten in Hawaii bei Todesstrafe verboten war, Bananen zju essen, wurde bestimmt auch mit irgendwelchen religiösen 'Argumenten' verbrämt.

Je mehr Achtung wir voreinander und auch vor der Natur haben, und je vorsichtiger wir mit unseren Ressourcen umgehen; und

je weniger wir uns gegenseitig runtermachen müssen bzw uns selbst 'erhöhen' müssen gegnüber anderen im täglichen Profilierungskampf;

je geringer die Einkommensunterschiede werden - zwischen Frauen und Männern aber auch natürlich gesamtgesellschaftlich -

desto weniger zerstörerische Aggressionen wird es geben (die sich ja leider meist nicht gegen die Unterdrücker richten, sondern gegen Schwächere, ob das jetzt Flüchlinge, Homosexuelle, Kinder, Frauen, etc. sind).

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istnurmeinemeinung 01.09.2019, 12:12
125.

Sehr geehrte Frau Berg,
Sie beklagen zurecht die Pauschalisierung von Gruppen, und dass diese nicht helfen. Und tun es hier selbst. Sie machen in Ihrem Artikel dem Mann zu einer pauschalisierten Gruppe wie den Nazi, den Linken, Rechten, Alten und Jungen...
Dass es maskulinen Schwachsinn gibt, keine Frage. Aber es gibt auch femininen Schwachsinn. Frauen starren mit dem selben Cocktail aus Neid, Bewunderung und Verachtung auf die Oberweite der anderen Frauen, lästern und bekriegen sich.
Sind deshalb alle Frauen so? Nein. Sind alle Männer so? Auch nein. Sie beteiligen sich an der selben Spirale aus Diskriminierung, Missgunst und Aufwiegelei, die scheinbar allen Kreaturen zu eigen ist, welche Macht ausüben wollen. Sie wollen ein System verändern, nutzen Ihre journalistische Reichweite zur verbalen Gewalt, ein Aufruf der Verachtung gegen Männer.

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roenga 01.09.2019, 12:15
126. First world pearl clutching

Eine Frau die im Jahre 2019 in Deutschland lebt, ist gegenüber einem Mann gleichberechtigt, d. h. sie hat dieselben Rechte die er auch hat. Gleiche Rechte bedeutet aber nicht automatisch gleiche Teilhabe. Die muss sich jedes Individuum erkämpfen. Der Vorstand in einem Dax Unternehmen hat eine Jahrzehntelange berufliche Laufbahn mit 60 Wochenarbeitsstunden und vielen Enttäuschungen und Frustrationen hinter sich, bis er sein Ziel erreicht hat. Solange nur wenige Frauen bereit sind, diesen Weg zu gehen werden auch nur wenige an dieser beruflichen Spitze ankommen. Dies gilt für alle Bereiche unserer Gesellschaft. Wer hier z. B. Frauenquoten fordert möchte keine Gleichberechtigung sondern eine Bevorzugung von Frauen. Das ist nicht (mehr) das Patriarchat in dem wir alle hier leben, sondern die offene westliche Leistungsgesellschaft. Wer als Frau wirkliche Unterdrückung erfahren will, der sollte doch bei Gelegenheit mal eine Frau in Saudi Arabien fragen wie es sich anfühlt im Jahre 2019 erstmals alleine Auto fahren zu dürfen; natürlich nur so lange es dem herrschenden Männerclan dort gefällt

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Vernunftimkopf 01.09.2019, 12:15
127. Mein Gott, was für ein Stuss

Ein Aufruf gegen die "Macher" in dieser Welt im Sinne schwacher intellektueller Träumer, die eben nicht "Machen", sondern in der Ecke sitzen und allen anderen kluge Ratschläge geben wollen, wie man "Machen" sollte. Im langsam dekadenten Wohlstandseuropa vielleicht salonfähig. Der Rest der sich rasant entwickelnden Welt macht sich über solches Denken, wenn es überhaupt noch wahrgenommen wird, im höchsten Fall noch lustig.

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roenga 01.09.2019, 12:23
128.

Zitat von syracusa
Was wollen Sie mit diesen absurden Kulturrelativismus denn aussagen? Dass die indische Gesellschaft zivilisatorisch noch nicht so weit entwickelt ist wie unsere? Das bestreitet niemand. Unsere ist auch nicht so weit entwickelt wie die schwedische. Wir arbeiten dran, das aufzuholen, und werden durch Leute wie Sie gebremst. Noch vor wenigen Jahren war bei uns die Vergewaltigung in der Ehe straffrei. Hatten Sie damals, als das revidiert wurde, vielleicht auch auf Gesellschaften wie die in Saudi Arabien hingewiesen, um den zivilisatorischen Fortschritt bei uns zu behindern? Das wirklich Absurde ist, dass Sie sich hier hinstellen und stolz auf unseren zivilisatorischen Fortschritt verweisen, der ganz explizit gegen Leute wie Sie erkämpft worden ist!
Im Ernst? Sie vergleichen die zvilisatorischen Unterschiede zwischen Indien und Deutschland mit den (praktisch nicht messbaren) zwischen Deutschland und Schweden? Sie glauben also anscheinend wirklich an Schweden als das feministische Utopia während Deutschland für Sie das dunkle Mittelalter in Sachen Gleichberechtigung darstellt, oder so? Ich würde mir wünschen, Sie würden morgen als indische Frau in der indischen Provinz aufwachen. In ein paar Monaten könnten wir uns dann mal über das Leben als Frau in Indien austauschen. Wetten, dass Deutschland für Sie dann das feministische Paradies wäre?

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Schartin Mulz 01.09.2019, 13:04
129. Wahre Worte

"Es ist eine große Aufgabe, die sich nicht dadurch bewältigen lässt, dass man Menschengruppen gegeneinander ausspielt"
Die aber problematisch sind, wenn man den Artikel selber damit beginnt, Menschengruppen, hier "alte weiße Männer", da die anderen, gegeneinander ausspielt.
Und wenn man alles durcheinander schmeißt. Die massive Benachteiligung und Unterdrückung von Frauen in vielen Ländern der Welt mit den "Problemchen" in unserem Land. Hier kann man als Frau sogar Kanzlerin werden.
Und wenn man sich die Tätiglkeit von weiblichen Regierungschefs ansieht, ob das Merkel ist oder Thatcher, kann man nicht ernsthaft behaupten, dass das ein großer Unterschied zu männlichen Regierungschefs besteht. Klar, die bösen Männer haben den Klimawandel verursacht. Was genau hat jetzt Merkel in den letzten 14 Jahren dagegen getan?
Mit solchen Diskussionen werden wir keinen Schritt weiterkommen. Weil sie genau das tun, was die Autorin am Ende des Beitrags anprangert, Menschengruppen gegeneinander ausspielen.

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