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Gleichberechtigung: Sind Frauen behindert?
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Hartnäckig halten sich die Einwände gegen eine Frauenquote und lassen auch für die Zukunft nix Gutes hoffen. Das gilt übrigens auch für die Politikerinnen in diesem Land - mit einer Ausnahme.

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Lykanthrop_ 20.11.2018, 20:26
90.

Ich bin ja für Quoten oder besser Förderung von Frauen und Männern, in allen Bereichen in denen ein Geschlecht stark unterrepräsentiert ist. Die Rollenbilder, die zu diesem Zustand führen zu ändern ist das bohren ganz dicker Bretter, doch steter Tropfen höhlt den Stein. Ein erster Schritt wäre zu erkennen, dass das alleinige Wegbrechen von Beschränkungen und Konventionen nicht zu mehr Gleichheit führt, sondern sie sogar noch verstärken kann. Da sind nicht immer die bösen Männer und ja auch bösen Frauen schuld. Wenn wir keinen konstruierten gesellschaftlichen Rahmen mehr haben der uns fügt und hält, fallen wir z.T. wieder in unsere Animalität zurück. Wir sollten mehr sein als das, sowohl sozial wie ökonomisch.

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marlenevonda 20.11.2018, 20:33
91.

Zitat von geilundgemein
Klar, Quote ist super, idealerweise auch per Zwang. Dann aber auch für die körperlich harten und gefährlichen Jobs, die Männer zugrundegehen und früh sterben lassen.
Dir körperlich harten und gefährlichen Jobs? Ja, ich wäre auch dafür, dass wir mehr männliche Grundschullehrer, Kindergärtner, Sozialarbeiter, Krankenpfleger, Altenpfleger, Raumpfleger und Friseure einstellen. Idealerweise auch per Zwang und genauso unterirdisch bezahlt wie Frauen, die ihn diesen Jobs arbeiten.

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jackberlin 20.11.2018, 20:38
92. 100% Pro Quote

und ich bin sogar für einen Zwang zum Studium der Naturwissenschaften. Dort lernt man nämlich, Thesen argumentativ schlüssig zu belegen, statistische Datenerhebung, Auswertung und Interpretation nach wissenschaftlichen Kriterien, das Erkennen von Widersprüchen bei der Formulierung von Thesen. Und natürlich die fachlich korrekte Angabe und EInordnung von Quellen. Man ist dann auch nicht so leicht geneigt, Verschwörungstheorien zu glauben und Hass auf imaginäre Gegner zu projizieren.
Natürlich ist die propagierte Frauenquote keine Gleichbehandlung. Traurig, wenn man JournalistInnen den inneren Widerspruch erklären muss . Die Phrase "bei gleicher Qualifikation werden Frauen bevorzugt eingestellt", begeistert seit einiger Zeit Studenten bei der Suche nach Jobs an den Unis. Wenn die Quote aber dahin führt, dass in gesellschaftspolitische Debatten mehr Vernunft und Logik einfließt, dann bin ich trotzdem dafür. Ich bin sicher, dann werden die FeministInnen auch eine Lösung für das kommende Dilemma finden; wie will man eine gesetzliche Frauenquote und die verpflichtende Anonymisierung der geschlechtsbezogenen Daten bei Bewerbungen gleichzeitig umsetzen? Dumm gelaufen. :)

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Lykanthrop_ 20.11.2018, 20:42
93.

Zitat von urla2
Jetzt muss ich leider mal das opfer-status-Argument bringen: Statt sich als arme Opfer im Sorgerechtstreit zu stilisieren, sollten die Männer sich lieber in Sachen Erziehung anstrengen und für ihre Kinder kämpfen- das erlebe ich leider viel zu selten.
Es ist ja traurig, dass so viele Männer um ihre Kinder kämpfen müssen, weil ihnen von vielen Seiten Hinkelsteine in den Weg gelegt werden. Darunter leiden oft zuerst die Kinder. Es wäre schön wenn in diesem Bereich Gleichberechtigung Standard wäre, so dass es sich für Mütter weniger lohnt ein Streit vom Zaun zu brechen. Und ja, Väter sollten sich generell mehr für ihre Kinder engagieren, aber es steht auch den Vorstellungen vieler Frauen entgegen. Viel mehr Väter sollten den Müttern eine 50/50 Betreuungszeit abtrotzen. Sollen doch die Mütter mehr arbeiten gehen.

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FocusTurnier 20.11.2018, 20:46
94. Quelle PayGap

Zitat von radioactiveman80
Eine Studie vom Statistischen Bundesamt zum Thema kam auf ein sog. unbereinigtes Gender Pay Gap von 22% zum Nachteil weiblicher Arbeitnehmer
Nur zur Ergänzung:

Destatis gibt die unbeteiligte Lücke mit 22% an(Also Unterschied über alle Berufe und alle Qualifikationen) , die bereinigte mit 6% (Unterschiede im.selben Beruf und gleicher Qualifikation), schränkt diesen Wert aber nochmals stark ein:

"Hier muss berücksichtigt werden, dass der ermittelte Wert eine Obergrenze ist. Er wäre geringer ausgefallen, wenn weitere Informationen über lohnrelevante Einflussfaktoren für die Analysen zur Verfügung gestanden hätten, wie vor allem Angaben zu Erwerbsunterbrechungen."

https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2018/03/PD18_099_621.html

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m.breitkopf 20.11.2018, 20:50
95. Gleichberechtigung um der Statistik willen?

Auch Männer werden benachteiligt, ständig und überall: Die Jobvergabe ist immer etwas Subjektives, jemand mit Macht vergibt Arbeit an jemanden ohne Macht, nicht immer nach messbaren Kriterien, manchmal einfach nach Gefühl, und fast immer ohne Rechenschaft ablegen zu müssen. Und ja, oft kriegt ein rücksichtsloser, unsympathischer Mann den Job und nicht die genauso gut qualifizierte Frau. Stellt sich die Frage: Wäre man (frau) lieber rücksichtslos und unsympathisch um den Job zu kriegen? Und vor allem: Will man überhaupt bei jemanden arbeiten, der lieber rücksichtslose und unsympathische Männer einstellt?

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marlenevonda 20.11.2018, 20:52
96.

Zitat von Jenz P. Eter
...dort werden die Führungskräfte der Zukunft ausgebildet. In 20 oder 30 Jahren, mit einer ordentlichen Vita und genügend Berufserfahrung, seid Ihr oben angekommen. Als Sozialpädagogin werdet Ihr in 20 oder 30 Jahren eine KiTa oder ein Altersheim leiten. Letzteres ist sicherlich auch ein schönes und respektables Lebensziel, liebe Sozialpädagogen: bitte nicht falsch verstehen.
Dann ist und bleibt es also ein Naturgesetz, dass die typischen Frauenberufe weiterhin schlecht bezahlt werden, weil sich diese Professionen sich nur um Alte, Kranke und Kinder kümmern, also um Mitglieder der Gesellschaft, die nicht konsumfähig sind...

Wenn wir dann mal im (von einer Sozialpädagogin geleiteten) Altersheim liegen und uns wünschen, dass uns eine Altenpflegerin mit einem Kissen aus unserer traurigen Restexistenz erlöst, sagen wir der Dame, die uns gerade den Hintern gewischt hat: "Tut mir ja leid, dass Sie sich für so einen Beruf entschieden haben. Aber ein bisschen haben Sie auch selbst Schuld. Wären Sie doch zumindest ins produzierende Gewerbe gegangen. Autobau z. B...."

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katrin456 20.11.2018, 20:52
97. Ich als "normale" Frau...

... finde Ihren Artikel, liebe Frau Stokowski, ziemlich anmaßend. Er erhöht gar meinen Blutdruck. Ich bin 29 (und nein, sehe nicht aus wie ein Model) und ziemlich erfolgreich in einer männerdominierten Branche unterwegs, hierbei sogar Geschäftsführerin, 35 ziemlich männliche Männer unter mir (nein, nicht wörtlich). Ich habe in meinem ganzen bisherigen (zugegeben kurzen) Berufsleben niemals nur den Hauch einer Benachteiligung gespürt. Frauen wie Sie stellen unsere Frauenrolle selbst aufs Abstellgleis und das ärgert mich maßlos. Sie sind es nämlich, die uns als "behindert" darstellen. Man (Verzeihung, Frau) sollte einfach normal und selbstbewusst durchs Leben gehen, Rumheulen bringt da nichts. Außerdem, die Generation, die jetzt im "Führungspositions-Alter" ist, war halt nun mal Männer-Dominiert. Heutzutage studiert eh fast jeder und viel weniger Frauen möchten mal Hausfrau werden. Wird sich also in den nächsten Jahrzehnten alles von selbst regeln.
Übrigens: ich verdiene wesentlich mehr als mein gleichaltriger männlicher Kollege, der genauso lange in der Firma beschäftigt ist wie ich. Wieso? Einfach verhandeln, ganz easy. Frauen wie Sie, die mit Männern anscheinend nichts zu tun haben wollen, werden sich auch nicht fortpflanzen, die Evolution wird also auch das Problem lösen. Aber die Menschheit muss sich sowieso langsam mal dezimieren.

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crisalide 20.11.2018, 20:56
98.

Es ist selten, dass ich mit Ihnen einer Meinung bin. Der Artikel hat mir sehr gut gefallen. Natürlich wettern wieder viele Männer dagegen an. Ich bin Ärztin in einem chirurgischen Fach und ich kann absolut bestätigen, als Frau müssen Sie immer besser sein als die Männer. Sie müssen dominanter und zielstrebiger sein, sonst werden Sie übergangen. In unserem Beruf sind seit Jahren die meisten Berufsanfänger Frauen. Die Führungspositionen besetzen Männer. Schafft es tatsächlich eine Frau im medizinischen Bereich in die Führungsriege, ist Sie interessanterweise oft ähnlich vorurteilsbehaftet wie die Männer. Oft hat Sie dann nämlich der Karriere wegen keine eigene Familie gegründet. Dies liegt noch immer daran, dass eine Frau mit Kindern an die gläserne Decke stößt. Männer werden bevorzugt, fürchtet man doch bei der Frau eventuelle Leistungsdefizite auf Grund der „ familiären Verpflichtungen“. Ob dies in der Realität zutrifft interessiert nicht. Allein das Vorhandensein eines Kindes oder auch nur Uterus ist Risiko genug. Regeln kann diese Ungleichbehandlung nur die Quote, denn es gibt genügend gut qualifizierte Frauen. Vermutlich gibt es sogar mehr qualifizierte Frauen als Männer, Sie bleiben nur auf halbem Wege stecken.

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gunnarqr 20.11.2018, 20:56
99. Frau Stokowski hat ja so Recht...

und man sollte auch mal ernsthaft über Quoten beim Militär nachdenken. Bin überzeugt, dass es weniger militärische Auseinandersetzungen gäbe mit mehr Frauen in den obersten Kommandostrukturen.
Und ja, ich bin ein Mann.

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