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Gleichberechtigung von Frauen: Bis es weh tut
Arnd Wiegmann/ REUTERS

Woran denken Sie beim Stichwort "Feminismus"? Brennende BHs, Oben-ohne-Demos von Femen oder den Frauenstreik in der Schweiz? Erwischt! Über die Formen und Fallen des feministischen Protests.

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arzt2 18.06.2019, 17:40
1. Was soll dieser Artikel

Wieder werden hier Behauptungen über Benachteiligung von Frauen aufgestellt, die frei erfunden sind. Wenn eine Frau den gleichen Beruf ergreift wie ich als Mann (Zahnarzt) kann sie auch genauso viel Geld verdienen wie ich. Sie muss sich auch von keinem (Ehe-) Mann unterdrücken lassen. Dies ist ein freies Land. Niemand zwingt sie Kinder zu bekommen, um ihre Karriere zu gefährden. Niemand zwingt sie, sich einem Mann sexuell zu unterwerfen. Sie kann alleine bleiben wenn sie meint ein Mann unterdrücke sie. Frauen sind immer freiwillig mit Männern zusammen, jedenfalls in Deutschland. Manche Frauen ärgern sich lediglich über den Verrat ihrer Geschlechtsgenossinnen. Das ist alles. Frauen sind nicht solidarisch miteinander, das ist ihr Problem. Das wird sich auch nie lösen lassen. Die Biologie läßt sich nicht betrügen.

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spon_4_me 18.06.2019, 17:43
2. Feministischer Protest?

Mir fielen spontan Frauen in Saudi-Arabien ein, die vor ein paar Wochen gegen gewisse Kleidungsvorschriften ihres Landes protestiert haben. Dann dachte ich an junge Frauen in Nigeria, die während ihrer Menstruation zur Schule gehen wollten und für den freien Zugang zu Hygieneprodukten protestierten. Gut, die Themen rocken nicht die Ladies in Kreuzburg und der Schanze. Aber: Brennende BH? Sind denn schon wieder die 70er? Toll, die wollte ich immer schon mal bewusst erleben. Liebe Margarete, im Ernst: Das mit den Brüsten und Muschis und dem Sex - das gibt es heute an jeder Strassenecke, angeblich sogar bis zum Abwinken an einem Ort namens Internet. Das gibt immer ein hübsches Motiv für Pressefotographen, wenn ihr blankzieht, aber schockierend? Ich bitte Sie, Gnädigste. Die gute alte Idee der Lysistrata, da allerdings haben Sie, 2500 Jahre nach Aristophanes, einen Fund gemacht. Das Thema würde ich politisch aktivieren. Die No-sex-we‘re-serious-Partei, Wahlspruch: Wenn Deine Vulva heut nicht will, stehen alle Räder still. Go 4 it.

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taglöhner 18.06.2019, 17:43
3.

Autofahrende Araberinnen, Kopftuch-Schwingende Perserinnen und lachende Schulmädchen.

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pulverkurt 18.06.2019, 17:45
4. Beim Wort "Feminismus"...

... denke ich inzwischen vor allem an diese Kolumne. Da haben Sie ja ganz schön was erreicht, Frau Stokowski!

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Ishibashi 18.06.2019, 17:47
5. Selbstkritik

Frauen hätten es ja in der Hand wenigstens ihre Kinder geschlechhterneutral zu erziehen. Dann wäre wenigstens in einer Generation mehr Gleichheit gegeben. Aber nein, die Mädchen werden immer noch auf schön getrimmt und und studieren Exotik Fächer mit wenig Aufstiegspotential.

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sven_schreiber 18.06.2019, 17:50
6. Als erstes

Als erstes habe ich an wütend rumschreiende Frauen gedacht, die vollkommen unsinnige Forderungen stellen, die mit Gleichberechtigung nichts zu tun haben und die eigentlich wichtige gesellschaftliche Diskussion ins lächerliche ziehen und ad absurdum führen. Anstatt wirklich sachlich und vernünftig zu argumentieren werden Scheinargumente, die dazu noch fachlich falsch sind (Luxussteuer auf Tampons), vorgebracht oder wichtige Themen wie den Gender Pay gab mit übertriebenen aus dem Kontext gerissenen Zahlen so falsch dargestellt, dass bei fast allen die Hutschnur platzt und auch hier keine sachlich inhaltliche Diskussion über wirklich nötige gesellschaftliche Änderung nötig ist.

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Immanuel K. 18.06.2019, 17:51
7. Also, als ich die...

...Augen schloss und an feministischen Protest dachte, sah ich s/w-Bilder von Suffragetten, die für das Frauenwahlrecht demonstrierten... Ich tue mich oft etwas schwer, den Feminismus, vom Kampf um Menschenrechte abzugrenzen. Leider wird beim Kampf der Frauen, um ihre Menschenrechte oft mit Klischees gearbeitet, was leider vielfach dazu führt, dass die Diskussionen zu dem Thema, weg von den Inhalten, hin zu den Klischees geführt werden.

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mwroer 18.06.2019, 17:51
8.

"[...] aber das wäre vernachlässigbar, denn wer sich von D-Mark auf Euro und von Telefon auf iPhone umstellen kann, kann sich auch von Bürger auf Bürger*innen umstellen."

Von Gulden auf Euro musste ich mich umstellen, da habe ich keine Wahl und letztlich ist es eben nur ein Name. Könnte man auch 'Babas' nennen - völlig egal.

Die Umstellung von Telefon auf Smartphone ist eher die Umstellung von Handschraubenzieher auf Akkuschraubenzieher. Im übrigen existieren diese beiden Technologien immer noch nebeneinander :)

Die Umstellung auf Bürger*innen dagegen tut in der Tat in den Augen weh - alleine wenn ich an Romane denke kriege ich das kalte Grausen. Das generische Maskulinum ist ein simples Pronomen, das sich auf Personen mit unbekanntem Geschlecht bezieht. Es gibt, soweit mir bekannt, keine Sprache die das generische Femininum benutzt - nur Sprachen ohne Genus wie Türkisch.

Und was glauben Sie wie man Bürger*innen ausspricht? Der Stern wird stumm bleiben - also wollen Sie ein generisches Femininum einführen in einer Sprache die dafür schlicht nicht geeignet ist.

Bestes Beispiel dafür, übrigens von einem Professor der sich selbst als Dozentin (der * wie gesagt stumm):

Ein Beispiel: „Angela Merkel ist die beste Bundeskanzlerin, die die Bundesrepublik je hatte.“ Das entspricht nicht dem, was ich sagen will: Wir hatten ja nur eine Bundeskanzlerin, ich meine aber in unserer Geschichte. Sage ich nun: „Merkel ist der beste Bundeskanzler“ ist es auch falsch. Man müsste umständlich umschreiben: „Person, die je die Bundeskanzlerschaft inne hatte“ oder so.

Professor Horst Simon, FU Berlin

Ganz ehrlich - DAS fordern Sie, als Kolumnistin, ernsthaft? Dann frage ich mich warum Sie sich nicht schon länger daran halten und genau die Sprache, die Sie fordern, selber benutzen?

Manchmal, in letzter Zeit immer öfter, wünschte ich mir das die Kolumnen von Frauen geschrieben würden die sowas wie Selbstbewusstsein haben. Oder das Sie ihr Selbstbewusstsein endlich mal finden.

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madameping 18.06.2019, 17:55
9. Woran ich denke, wenn ich Feminismus höre?

Daran, dass vielfach immer noch wie in der Adenauer-Ära der Wert einer Frau danach bemessen wird, ob sie Kinder hat oder nicht. Nichts versetzt den Durchschnittsspießer in größeren Aufruhr, als wenn eine Frau sagt, dass sie keine Kinder will oder gut damit leben kann, dass sie keine hat.
Kaum ein anderes Gesellschaftsmitglied muss sich so viel dämlichdreiste Fragen oder Behauptungen anhören wie Frauen ohne Kinder.

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