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Globales Publikum: Hollywood schmiedet Kino-Allianz mit China
Universal Pictures

Chinesische und US-Filmkonzerne wollen gemeinsam das große Geld machen: Produktionen wie "The Great Wall" mit Matt Damon sollen beide Milliardenmärkte erschließen. Dafür sind auch Kompromisse mit den Zensoren nötig.

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qex 10.01.2017, 20:57
1. Bitte nicht

Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass Hollywood den Großteil der Welt mit hochgezüchteten 0815 Blockbustern überschwemmt, und damit ihrem eigenen Markt und Anderen jede Chance auf echten Ausdruck nimmt...
jetzt breitet sich diese stumpfe Art Filme zu machen auch noch aus.

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bluemetal 10.01.2017, 21:39
2. Eigentliches Problem

Das größte Problem, das der Author politiscj korrekt verschweigt ist, dass die wenigsten Europäer oder Amerikaner einen Film mit nur oder überwiegend Asiastischen Darstellern überhaupt erst sehen wollen:
Denn man kann sich mit den Protagonisten schwerer identifizieren und tut sich anthropologisch bewiesen schwer deren Gesichter zu lesen oder auseinander zu halten. Die oftmals übertriebene schauspielerische Theatralik tut ihr übriges und ist nicht wirklich jedermanns Geschmack.

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sabrina1111 10.01.2017, 22:03
3. Zensur? Kommt die nicht aus Trump-Land?

Vielen Dank für den interessanten Beitrag - nur das Zensur-Thema ist langsam doch ein alter Schuh, zumal in den USA gerade der Twitter-Zensor par excellence an die Macht kommt, die Medien beschneidet, internationalen Handel diktieren will usw. Und Todesstrafe haben die Staaten sowieso. Also wenn schon Rede von Zensoren, dann bitte auch gleichmäßig verteilen! In den USA retten die Filmstars jawohl schon länger die Welt - und keinen hatten hat es gestört.

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mariomeyer 10.01.2017, 22:12
4. @bluemetal #1

Na, da haben wir wohl den Text nicht richtig verstanden, was? Es geht darum, dass Hollywood-Blockbuster sinisiert werden, so dass sie den Zensoren genehm sind und in China gezeigt werden dürfen. Das bedeutet, dass nicht mehr rein US-amerikanische Werte propagiert werden, sondern tendenziell volksrepublikanische. Somit breiten sich also nicht die uns seit Jahrzehnten vertrauen Filmchen weiter aus, sondern sie werden mit einer Prise regime-konformem Mist angereichert, auf dass wir alle in den Genuss rotchinesischer Propaganda kommen. Ich will gar nicht wissen, wo das hinführt. Ich stelle mir aber schon die Frage, ob Hollywood zu ähnlichen Kompromissen bereit wäre, wenn die NSDAP auch heute noch Europa unterjochen würde. Wahrscheinlich. Für Geld macht man in Hollywood offenbar alles. Anmerken möchte ich außerdem noch, dass ich mich erinnern kann, vor ein paar Wochen hier bei SpOn gelesen zu haben, dass sich der Kinomarkt in China letztes Jahr leicht rückläufig entwickelt hat. Somit müsste man das große Potential des Marktes vielleicht ein Stück weit nüchterner betrachten.

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winterwoods 10.01.2017, 22:24
5. Unsinn

Dass Westler keine Filme mit asiatischen Protagonisten sehen möchten, ist unsinnig: Seit Jahren schon erfreuen sich viele Filme dieser Machart großer Beliebtheit und gewinnen immer mehr Fans: Hero, The Raid, Tiger & Dragon, Fearless, Ip Man uva. uva. - wobei sich das chin. Kino nun von seinen Martial Arts-Fundamenten endlich zu lösen beginnt.
Ganz besonders unsinnig: Die fast schon AfD-hafte Kommentar-Bemerkung, Westler könnten asiatische Gesichter nicht lesen - als Mensch, der schon viel auf dieser Welt unterwegs war, kann ich getrost sagen: Solche Behauptungen gehören in die Märchenbücher. Gerade das Gesicht ist die wahre Universalsprache - da wir in Wahrheit alle gleich fühlen.
Aber zurück zum asiatischen Film: Gerade in den letzten Jahren hat er unglaubliche ästhetische Wucht entwickelt - eine Schönheit voll unglaublicher Kraft und Farbintensität (was er mit Bollywood gemein hat). Gerade hier spielt der asiatische Film seine bisher größte Stärke aus - in der ästhetischen Wucht, wobei Ästhetik hier eben nicht nur explodierende Stadtviertel sondern unglaublich geniale Farbkompositionen und märchenhafte Kulissen udn Szenarien meint - Hollywood wird es schwer haben, hier in Zukunft mit zu halten. Eine weitere Stärke des asiatischen bzw. vor allem chinesischen Kinos: Die moralische Kraft - durch die konfuzianischen Werte wird diese nämlich noch lebendig gehalten, was sich in den Filmen widerspiegelt - während westliche Filme immer mehr den Zerfall und die Dekadenz widerspiegeln (Bandenwesen, abgehalfterte Helden, Hoffnungslosigkeit, Zombie-Filme etc.).

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TBF 10.01.2017, 22:33
6.

Was mich persönlich überraschte war die komplette zahnlosigkeit bezüglich dem respekt anderer kulturen, der an the great wall gelegt wurde.
Ich erinnere mich noch gut um die Diskussionen um den Urvater dieses Films, den Herr der Ringe, und die Diskussion, ob hier ein Kulturkampf inszeniert und eine Entmenschlichung nicht-europäischer Kulturen stattfindet.

In the Great Wall stehen tapfere Han-Chinesen auf der großen Mauer und schlachten die nicht-menschliche Bedrohung von Außerhalb scharenweise ab. Laut Trailer der erste Krieg, den es sich zu kämpfen lohnt. Die Diskussion bleibt aus.

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pauschaltourist 10.01.2017, 23:30
7.

Filme, wie der mit Mat Damon sind an peinlicher Stumpfsinnigkeit nicht zu überbieten. Ein Bleichgesicht als Karten-Garant in der westlichen Welt, die Story und der Rest des Casts bedienen den Markt Chinas....
Und wie immer aus China kommend: Öde Historienschmonzetten, ohne aktuellen oder gar kritischen Unterton. Diese Rechnung könnte sogar aufgehen - sind wir Westler doch durch den x-ten Aufguss von Superhelden-Filmepen mental abgestumpft; vielleicht sind wir nun sogar auch für seichte, möglichst unpolitische China-Fließbandware empfänglich...

Anmerkung:
Die einzigen asiatischen Filme, die mich bislang zumindest interessiert und positiv gestimmt zurückließen, stammten aus Südkorea.
Japanische Filme sind mir zu absurd und schnitttechnisch zu grob - China wie gesagt spuckt überwiegend nur immergleiche Machwerke aus den untergegangenen Dynastien auf und glorifiziert Heldenmut bis in den Tod..

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cosmose 10.01.2017, 23:52
8.

Zitat von winterwoods
Dass Westler keine Filme mit asiatischen Protagonisten sehen möchten, ist unsinnig: Seit Jahren schon erfreuen sich viele Filme dieser Machart großer Beliebtheit und gewinnen immer mehr Fans: Hero, The Raid, Tiger & Dragon, Fearless, Ip Man uva. uva. - wobei sich das chin. Kino nun von seinen Martial Arts-Fundamenten endlich zu lösen beginnt. Ganz besonders unsinnig: Die fast schon AfD-hafte Kommentar-Bemerkung, Westler könnten asiatische Gesichter nicht lesen - als Mensch, der schon viel auf dieser Welt unterwegs war, kann ich getrost sagen: Solche Behauptungen gehören in die Märchenbücher. Gerade das Gesicht ist die wahre Universalsprache - da wir in Wahrheit alle gleich fühlen.
Das Gesicht nicht lesen können, halte ich auch für Blödsinn.
Allerdings habe ich bei meinen heiß geliebten Martial Arts Filmen durchaus öfter das Problem, dass ich gerade die zahlreichen Nebendarsteller kaum auseinander halten kann.
Meines Wissens haben die Asiaten aber bei uns "Langnasen" ähnliche Probleme. Für "die" sehen "wir" vermutlich auch alle gleich aus.

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arrifutz 11.01.2017, 05:27
9. Haben die Europäer schon vor Jahrzehnten gemacht.

Das ist jetzt aber nichts neues, Schon zu Zeiten des Karatefilms in den Siebziger gab es derartige Kooperationen, allerdings nicht mit China, sondern mit Hongkong. Da sind die abstrusesten Dinger gedreht worden, z.B. "Karate, Küsse, blonde Katzen" von Ernst Hofbauer (Schulmädchen Report). Die wurden auch schon komplett vor Ort gedreht und waren für beide Märkte gedacht.

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