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Griechenland-Talk bei Günther Jauch: Wutgriechen in bleischweren Rettungswesten
DPA

15 Minuten lang saßen Günther Jauch und seine Gäste im Dunkeln, dann floss in Berlin der Strom wieder - doch die Runde blieb konfus. CDU-Mann Bosbach flüchtete sich in wirre Metaphern, und Börsenfrau Anja Kohl machte den Reserve-Gysi.

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question2001 02.02.2015, 10:37
1. Die Welt ist zu kompliziert

So wie Islamisten sogar ihr Leben opfern um mittels eines einfache Glaubens von allen Lebens-Zweifeln befreit zu werden, so klammert sich der Deutsche an das Narrativ von Mutti und Onkel Wolfgang:
dass die Grieche nur tapfer weiter sparen müssen dann werde alles gut.Und wenn es noch 10 Jahre dauert. Dass dabei Unzählige die völlig unschuldig sind, vor die Hunde gehen sei ein bisschen traurig aber leider alternativlos.

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paulpauschalski 02.02.2015, 10:41
2.

Apropos Faktencheck: Estland zahlt natürlich über den ESM (Kapitaleinzahlungen und Garantien) für die Hilfsgelder an Griechenland. Wo bleibt da nur die "journalistische Sorgfaltspflicht"?

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daktaris 02.02.2015, 10:45
3. Da haben Sie wohl etwas falsch verstanden.

Sorry, aber SPON verdreht hier bewusst die Tatsachen. In der Tat hat Herr Bosbach recht: Esten und Slowaken haften für die Weihnachtsgelder der Griechen über den Euro-Rettungsschirm.
Katja Kipping hat sich mit ihrem Auftritt keinen Gefallen getan. Inhaltliche keine Ahnung, zynisch in der Argumentation. Das war am Rande der Unverschämtheit. Wie kann man die ernsthaft in so eine Runde schicken?

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kuac 02.02.2015, 10:47
4. Bosbach nicht seriös..

Zitat: "....Ausgerechnet die Esten. Tatsächlich war Estland im Jahre 2012 - also zum Höhepunkt der Griechenland-Krise - der größte Nettoempfänger der EU. Pro Kopf gerechnet entfielen auf jeden Bürger und jede Bürgerin des Baltenstaates 589 Euro aus der EU. Der estnische Rentner zahlt griechisches Weihnachtsgeld?"
.......
Das ist ja interessant. Wie kann es sein, dass Bosbach das nicht kennt? Bis jetzt war ich von seiner Seriosität überzeugt. Nun schluss damit.

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gerd.lt 02.02.2015, 10:49
5. Fingerhut

Bossbach war so klein wie ein Fingerhut, und machte durch seine "Bleiweste" und seine "verknöpfte Jacke", als Verteidiger Merkels, deren auf hölzernen Füßen stehende Argumentation deutlich. Erfrischend waren die Damen Kohl und Knipping, und die Sachlichkeit des Herrn Pantelouris, die alle drei die menschliche Seite des Problems deutlich machten, im Gegensatz dazu war davon bei dem Christdemokraten Bossbach rein garnichts zu hören.

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Berg 02.02.2015, 10:50
6.

Eine Stunde Podiumsdiskussion in Fernsehen kann kein europaweites Problem lösen. Die Gäste Jauchs tauschen ihre persönlichen Ansichten aus, mehr nicht. Und wenn das (ohne Drehbuch/Dialogvorgabe) so munter und flüssig geschieht, dann kann sich der Zuschauer seine eigene Sichtweise zusammenbauen - mehr auch nicht.

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ascolto 02.02.2015, 10:50
7. über....

statt mit, polemisiert statt Inhalte zu sezieren ist das Betriebsmittel in diesen Formaten, deren verfestigte Vorurteile aus den Wohlstandbürgerstimmen uns inzeniert? Wie häufig wird die Ökonomie aus der Schublade der Entrückten bemüht um ein Meinungsmanagment in den Interressenbeton gerührt? Die Griechenlandkrise ist unser aller Gesicht, unsere Neuronenbespiegelung des Geldkreislauf in diesem Finanzkapitalcasino der uns tyranisiert, es trifft intensiv die am Ende dieser Hirachie, sei es die Bürger im Armutszyklus einer Nation oder eben eine ganze Volkswirtschaft. Schuldzuweisungen sind nicht in den Bedingungen zu kontemplieren, die Ursache ist zu transformieren und zu regelmentieren.

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fürkül 02.02.2015, 10:51
8. Eine wichtige Frage

Jeder, der diese Wahnsinnskredite gewährt hat, wußte haargenau, dass Griechenland sie niemals zurückzahlen können würde. Dazu ist der Schuldenberg einfach zu gigantisch.
Und die damals Regierenden in Griechenland wußten ebenfalls um diese Unmöglichkeit.

Daher ist doch die eigentliche Frage:
Warum hat man das trotzdem so gemacht?

Welche unter Umständen perfiden Absichten steckten hier dahinter? Wer ist der Nutznieser dieser Vorgangweise?

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sl2014 02.02.2015, 10:51
9.

Unterstellt man Frau Kohl, aufgrund ihres Jobs etwas Ahnung von den Finanzmärkten zu haben, muss man die bisherige Politik in Sachen Griechenland als gescheitert betrachten.
Herr Lucke wurde nicht grossartig gefragt, aber sein Statement, dass diese Politik ja eben von der deutschen Regierung vorgegeben wurde und sich nun bitter beklagt werden würde, ist zutreffend.

Herr Bosbach konnte nicht überzeugen und ich befürchte, seine Partei ist ernsthaft der Meinung, richtig gehandelt zu haben.

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