Forum: Kultur
Guttenbergs Abgang: Narziss und Volksmund

Der*Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenbergs wird in Trauerworte gehüllt, als sei der Verteidigungsminister von seinen Kritikern in den Suizid getrieben worden. Es ist der vorläufig letzte Höhepunkt einer abgeschmackten Soap-Opera. Und*die zweite Staffel ist bereits in Arbeit.

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mentawai 03.03.2011, 10:35
490. Die zweite Chance in D. nur für den „ Elite“menschen

Sobald dem neokonservativen „Elite“menschen das Wasser bis zum Halse steht, reklamiert dessen Lager umgehend das Fairnessgebot der zweiten Chance für ihn (siehe Causa KTG). Da erinnern sie sich auf einmal an die guten alten humanistischen Traditionen unseres Alltags, wie sie früher mal für alle galten.

Für die eigene Bevölkerung ohne elitäre Netzwerke und Grossvermögen hat diese „Elite“ derartig Humanitäres, wie eine zweiten Chance besonders auf dem Arbeitsmarkt längst außer Kraft gesetzt.
Von einer zweiten Chance darf der Grossteil der Bevölkerung nur träumen. D ist auch hier gespalten, für das Wahlvolk ist es das Land ohne zweite Chance, für seine neokonservativen „Eliten“ gilt das natürlich nicht.
Die zweite Chance und damit Fairness beanspruchen in D die Vertreter des Neufeudalismus allein für sich.

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Frau Wutz 03.03.2011, 10:40
491. lebenslang:

[QUOTE=lebenslang;7296102]wenn man den parteipolitischen aspekt der kampagne gegen guttenberg beiseite läßt, dann ging es bei dem guttenberg-sturz auch um das infantile bedürfnis es jemanden von "ganz oben" (denen, den schon von geburt an ein titel zusteht) mal richtig zu zeigen.[QUOTE=lebenslang]

Die Analyse haben Sie selbst ersponnen, gell?
Dolle Methode: den Anderen irgendwelche Motive zu unterstellen und sich daran dann austoben. Leider völlig niveaulos, um nicht zu sagen: dümmliche Propaganda.

Zitat von lebenslang
wodurch ist der mann zum hass-objekt geworden ?
Erstens sehe ich nicht, dass er allüberall zum Hassobjekt seiner Gegner geworden ist. "Hass" im eigentlichen Sinne erlebe ich tagtäglich eher hier im Forum, wo von Gutti-Fans geradezu irrwitzige Kampagnen gefahren werden.

Zweitens hat er gegen das Gesetz verstoßen, das aber nicht zugegeben und stattdessen Öffentlichkeit und Parlament belogen.

Zitat von lebenslang
hass hat er sich allein durch sein auftreten, gepaart mit seiner abstammung zugezogen, es waren äußerlichkeiten die anzogen bzw. abstießen
Nein, Hass ist das falsche Wort. Aber dieses Auftreten hat ihm nicht nur Freunde beschert, das stimmt. Und zwar deshalb, weil Auftreten und Habitus völlig konträr waren zum eigenen Verhalten. Wer permanent Werte wie Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit predigt, muss sich selbst daran messen lassen.

Zitat von lebenslang
das kann man an dem eifer sehen seine dissertation zu zerfleddder, die gleichen leute die sich hier über urheberrechtsverletzungen aufregten, gaben vor wochen noch die verteidiger des geheimnisverräters assenge.
Sie meinen also, dass z.B. das Video, welches das Massaker an Zivilisten im Irak durch einen US-Hubschrauber zeigte, hätte man aus Gründen des Urheberrechts nicht zeigen sollen?

Wie krude wollen Sie denn noch Vergleiche ziehen?

Zitat von lebenslang
mit politik, hat zumindest die kampagne gegen guttenberg im netz kaum etwas zu schaffen, da ging es um verletzte eitelkeiten und um ausleben von vorurteilen
Wo aber nun sind ihre politischen Argumente pro Guttenberg?

Es ist doch bezeichnend, dass die Guttenberg-Aktivisten mit allen möglichen Argumenten hier hausieren und agitieren. Oft sind es nichts als plumpe Gefühlsaufwallungen. Es geht Ihnen nicht um Politik. Sie wollen ihren Liebling zurück. Sie haben einen grundlegenden Hass auf das, was Sie "intellektuelle Eliten" nennen. Es ist ein Kampf "Wir gegen die", wobei "die" eher diffus ist.

Es ist eine Kampagne aus dem tiefen Gefühl heraus, im Leben zu kurz gekommen zu sein. Und "die da oben" sind daran schuld. Klar doch.

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Ty Coon 03.03.2011, 10:41
492. Versammlungsfreiheit

Zitat von SO-Leser
Fast 500.000 Menschen organisieren sich z.Z auf der Facebookseite "Wir wollen Guttenberg zurück". Das kann man natürlich ignorieren oder auch diesen Menschen "Bildzeitungsniveau" unterstellen. Oder man setzt sich ehrlich und ohne Polemik damit auseinander.
Sollen sie doch vor dem Reichstag demonstrieren. Das wird die lächerlichste Demo aller Zeiten.

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ash26e 03.03.2011, 10:42
493. in der Kürze

Zitat von SyWa
Endlich nennt jemand das Schmierentheater mal beim Namen. Der Abgang war decouvrierend. Im Rückblick bekommen alle Auftritte Guttenbergs, vor allem der Truppenbesuch mit Gattin und Medien, einen schalen Beigeschmack. Ein Narzißt dient in erster Linie sich selbst. Womöglich hat der Aufstand der Doktoranden sogar Schaden vom Land abgewendet, denn eine so tief in die Gesellschaft eingreifende Veränderung wie die Bundeswehrreform hat katastrophale Folgen, wenn ihr Maß die Selbstdarstellung des Ministers ist.
Ich geb ihnen vollkommen recht! Es ist doch schon mekwürdig,wieviele Worte Lügen brauchen und mit wie wenigen die Wahrheit auskommt.

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paulwurf_mauli 03.03.2011, 11:04
494. Titel ist im Urlaub

Zitat von zuendorfer
Der Artikel ist einfach nur peinlich und bestätigt mich nur in meiner Meinung über Spon in den letzten Wochen. Einseitig ohne jegliche Objektivität. So sieht kein Journalismus in einer Demokratie aus.
Doch, so sieht er aus. Erstens ist es ein Kommentar, in dem der Journalist seine Meinung vertritt, im Unterschied zur Nachricht, wo er objektiv bleiben sollte. Andererseits konnte ja auch Herr Fleischhauer seine Sicht der Dinge in einem Kommentar veröffentlichen, eben auch auf SPON. Zwei völlig verschiedene Meinungen auf der gleichen Nachrichtenseite, das ist doch demokratisch.

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CStonre 03.03.2011, 11:06
495. .

Zitat von SO-Leser
Fast 500.000 Menschen organisieren sich z.Z auf der Facebookseite "Wir wollen Guttenberg zurück". Das kann man natürlich ignorieren oder auch diesen Menschen "Bildzeitungsniveau" unterstellen. Oder man setzt sich ehrlich und ohne Polemik damit auseinander.
Sollen sie doch machen.
CDU/CSU werden ja noch ihre 500.000 Wähler haben und die Bild klagt auch nicht über mangelnde Leserschaft. Insofern ist die Zahl nicht überraschend. Solange die Gutti-Fans auf die Frage, was ihr Idol geleistet hat, oder weshalb er ein guter Politiker war, betreten schweigen und die Ohren bei Kritik anlegen, ist auch das nichts als der Ruf nach der Rückkehr des schönen Scheins: den Menschen schmeckt ein virtuelles Steak besser als die bittere Wahrheit.

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redundant 03.03.2011, 11:07
496. Große Probleme ...

Zitat von c++
Der Fussnotenlügner Guttenberg war der erste Verteidugngspolitiker, der die politische Lüge von Scharping, Struck und Jung beendet hat, unsere Soldaten würden keine Kriege führen, nur armen Menschen helfen. Aber damit hat man hier keine Probleme, politisch belogen zu werden
.... habe ich damit, belogen zu werden.
Egal von wem.
Es ist richtig, dass die BW (historisch begründet!) eine Stiefkindrolle gespielt hat. Das wird mit der Abschaffung der Wehrpflicht noch schlimmer werden, allerdings schichtspezifisch: BILD-Leser und Soldaten(angehörige) werden sie als glanzvolle Heldenarmee sehen, gebildetere Schichten werden noch mehr auf sie herabsehen. Dies geschieht durch die nun bevorstehende Isolierung, die naturgemäß mit einer Berufsarmee verbunden ist und die man -- aus guten Gründen http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsb...ger_in_Uniform - vermeiden wollte.

Das dreiste Lügen des Guttenberg, die verlogene Unterstützung, die er von Merkel, Friedrich, Dobrindt und Seehofer im Bundestag erhielt, das ist eine andere Kategorie. Das geht uns direkt an. Hier wurden wir als Staatsbürger dreist belogen.

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P-Berg 03.03.2011, 11:08
497. .

Zitat von lebenslang
wenn man den parteipolitischen aspekt der kampagne gegen guttenberg beiseite läßt, dann ging es bei dem guttenberg-sturz auch um das infantile bedürfnis es jemanden von "ganz oben" (denen, den schon von geburt an ein titel zusteht) mal richtig zu zeigen.
Welcher "Titel" steht ihm denn zu?
Schon mal von der in der Weimarer Verfassung verankerten Abschaffung der Adelsvorrechte gehört?
Sein "Freiherr" und das "von und zu" sind lediglich Namensbestandteile.

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CStonre 03.03.2011, 11:08
498. .

Zitat von c++
Der Fussnotenlügner Guttenberg war der erste Verteidugngspolitiker, der die politische Lüge von Scharping, Struck und Jung beendet hat, unsere Soldaten würden keine Kriege führen, nur armen Menschen helfen. Aber damit hat man hier keine Probleme, politisch belogen zu werden
Und? Was hat er dafür getan, daß dieser Krieg beendet wird und wir unsere Soldaten abziehen?

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fpa 03.03.2011, 11:14
499. Fussnotenlügner? - Das ist doch Schnee von gestern.

Zitat von c++
Der Fussnotenlügner Guttenberg war der erste Verteidugngspolitiker, der die politische Lüge von Scharping, Struck und Jung beendet hat, unsere Soldaten würden keine Kriege führen, nur armen Menschen helfen. Aber damit hat man hier keine Probleme, politisch belogen zu werden
Sagen Sie mal, sind Sie eigentlich beim Wissensstand des ersten Tages hängen geblieben? Inzwischen ist wohl selbst dem letzten Deppen klar, dass hier nicht etwa ein paar Fußnoten vergessen wurden, sondern die Doktorarbeit lediglich eine systematisch angefertigte Collage aus den diversesten Zeitungsartikeln und Studien darstellt. Das einzige was noch offen ist: Hat er diese Collage selbst angefertigt, oder hat er sie anfertigen lassen? Erklärt hat er sich dazu noch nicht.

Egal wie die Antwort ausfällt, sie wird kein gutes Licht auf ihn werfen. Hat er sie selbst angefertigt, spräche das für ein gehöriges Maß an krimineller Energie und extrmer Rücksichtslosigkeit - allerdings wohl ohne, dass ihm daraus ein strafrechtlicher Strick gedreht werden könnte. Hatte er jedoch einen Ghostwriter, dann ist es genau umgekehrt. Statt unentwegter eigener Betrügerei, wären dies nur ein paar wenige einzelne Entscheidungen gewesen. Der moralisch schwerwiegendere notorische Betrüger wäre dann nicht Guttenberg, sondern zweifellos sein Ghostwriter, der dann ja nicht zuletzt auch ihn betrogen hätte. Das Dumme da dran ist: Mit der Beauftragung eines Ghostwriters könnte er sich strafrechtlich wohl kaum davon schleichen.

Aber egal, wie die Antwort aussieht. Wenn er jemals als Politiker wiederkommen will, muss er sie ehrlich beantworten und alles um seine Doktorarbeit herum schonungslos aufklären - und zwar ohne Rücksicht auf das Ansehen anderer bewußt oder unbewußt an der Erstellung und Beurteilung der Arbeit beteiligter Personen. Ansonsten wird diese Frage ihn ein Leben lang begleiten.

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