Forum: Kultur
Guttenbergs Abgang: Narziss und Volksmund

Der*Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenbergs wird in Trauerworte gehüllt, als sei der Verteidigungsminister von seinen Kritikern in den Suizid getrieben worden. Es ist der vorläufig letzte Höhepunkt einer abgeschmackten Soap-Opera. Und*die zweite Staffel ist bereits in Arbeit.

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qSchur 03.03.2011, 15:39
540. Wenig Substanz

Zitat von SO-Leser
Fast 500.000 Menschen organisieren sich z.Z auf der Facebookseite "Wir wollen Guttenberg zurück". Das kann man natürlich ignorieren oder auch diesen Menschen "Bildzeitungsniveau" unterstellen. Oder man setzt sich ehrlich und ohne Polemik damit auseinander.
Die kann man ignorieren, weil das Bildzeitungsniveau ist.

....oder man muss die Fakten ignorieren.

Die sind:

1. Herr Guttenberg hat sich den Doktortitel erschlichen.

2. Dies hat er getan, weil er mit einem Doktortitel glänzen und daraus politisches Kapital schlagen wollte.

3. Er hat dies bis heute nicht zugegeben.

4. Dies passt zu seiner sonstigen Selbstdarstellung: Ein "befriedigend" im juristischen Staatsexamen ist z.B. nach allgemeinem Sprachgebrauch kein Prädikatsexamen. Meistens reicht das nicht einmal, zur Promotion zugelassen zu werden. Da braucht man dann einflussreiche Fürsprecher.

5. Sein Wirken als Verteidigungsminister war nicht sehr erfolgreich. Lässt man einmal Fototermine mit seiner schönen Frau in Afghanistan und sonstige PR-Events beiseite, so bleibt: Immer wenn es eng wurde, hat er jemanden gefeuert.

Fazit: Wenig Substanz, viel Glamour.

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Schmockse 03.03.2011, 15:40
541. R.I.P. Karl Theodor Sylvester ....

Er ist in die Geschichte eingegangen!
Gutenberg erfand den Buchdruck -
Guttenberg das kopieren!
Damit bleibt er jedem Doktorvaterfür immer in Erinnerung!!

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Eliza 03.03.2011, 15:41
542. Wo bleibt die Schuld-Anerkenntnis?

Zitat von SalsaMina
Ist es bei einer zu 83% Prozent kopierten Arbeit nicht höchst merkwürdig, dass das niemandem aufgefallen ist? Hat überhaupt jemand gelesen was er geschrieben hat? Seit Anbeginn hört man von seinem Doktorvater und der Universität in Bayreuth nur, dass man Herrn "Doktor der Herzen" zu Guttenberg eben vertraut hat. Wow, ich hätte gerne auch nur eine einzige Arbeit in meinem Leben mit "summa cum laude" bestanden, weil mir Prüfer, Doktorvater, Lehrer, Professor oder sonstwer vertraut. Das finde ich alles ziemlich merkwürdig!!!
Ja, das ist so eine der Pannen, mit der die Universität (solange sie frei ist und nicht staatlicher Überwachung unterliegt), leben muss.

Sein Doktorvater Prof. Häberle ist zwar eine juristische Koryphäe, aber er hatte eben zu andern, ihm scheinbar Vertrauten, zu viel Vertrauen und bei all seinen Veröffentlichungn und andern Verpflichtungen ein zu knappes Zeitbudget.

Er hat G's Arbeit wohl nur oberflächlich gelesen. Festgestellt, der vermeintlich angenehme, offene, ehrliche junge Parlamentarier hat da 450 Seiten auf die Beine gestellt, mit einem lateinischen Zitat höchst elegant begonnen, ein beachtliches Literaturverzeichnis, eine logische Gliederung und c 1200 Fußnoten geliefert... das hat Häberle leider genügt. Dass er schief lag mit seinem positiven Urteil, dass er einer raffiniert geplanten Plagiaten-Collage aufgesessen war, hat er endlich vor ein paar Tagen eingesehen und ist darüber zusammengebrochen.

Dieser Fehler Prof. Häberles macht den Betrüger Guttenberg aber immer noch nicht zum heiligen Mann.

Ich gestehe, dass ich bei Betrugsaffären immer mehr mit dem Betrogenen als mit dem Betrüger sympathisiere.

Somit nicht nur mit Häberle sondern jetzt auch ein wenig mit der Schar der Guttenberg-Anhänger, die seine Verfehlungen noch immer nicht wahrhaben wollen. Wie die betrogene "Braut" eines entlarvten Heiratsschwindlers sind sie alle, scheint mir. Wo ebenfalls meine Sympathien mit der Braut, nicht mit dem Schwindler wären.

Bis heute hat der Freiherr seine Verfehlungen nicht wirklich eingestanden, sondern er hat Ursache und Wirkung auch noch in seiner Abdankungsrede vertauscht, sich selber noch immer als die verfolgte Unschuld aufführend mit der unfasslichen und nicht einmal da zurückgenommenen Lüge gegen das Parlament, dass er nie absichtlich getäuscht hätte.

Dieser Rücktritt in dieser arroganten Form (für wie dumm hält er die Deutschen?) ist bisher kein Grund, ihm eine zweite Chance zu geben. Hätte er doch zumindest davon abgelassen, auch noch die ermordeten Bundeswehr-Soldaten zu seiner Verteidigung zu instrumentalisieren!

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ProDe 03.03.2011, 15:45
543. nachtreten? verstehe ich nicht.

Zitat von mea_maxima_culpa
Selbst nach dem Rücktritt noch weiter nachtreten. Wie tief will der Spiegel noch sinken? Seriöser Journalismus sieht anders aus!
So lange es noch so viele Bewunderer für diesen Polit-Clown gibt und so lange es noch Medien gibt, die bei ihm irgendwelche Stärken propagieren und dabei jeweils nur seine Beliebtheit v.a. bei den Frauen nennen können und tlw. sogar ein Comeback fordern muss die Aufklärung weitergehen.
Offenbar kann man sein Versagen und seinen Charakter gar nicht oft genug wiederholen - sonst bekommen all die Verschwörungstheoretiker, die hier Dolchstosslegenden kreieren (Stichwort (LINKE) Medien Hetze)und die Fakten verharmlosen und unter den Tisch kehren Oberwasser.

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Herr.J 03.03.2011, 15:56
544.

Zitat von Eliza
Bis heute hat der Freiherr seine Verfehlungen nicht wirklich eingestanden, sondern er hat Ursache und Wirkung auch noch in seiner Abdankungsrede vertauscht, sich selber noch immer als die verfolgte ....
Fällt Ihnen denn wirklich nicht auf wie abgehoben und
arrogant sich Ihre Anklage anhört
immmer und immer wieder dasselbe,?
der Freiherr -
Sie sehen keinen Grund für eine zweite Chance -

genau das ist es was die Jungen auf Facebook,
( übrigens stehen die meisten mit vollem Namen und Profil
für Ihre Aussagen ein ) so anwidert.

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Schmockse 03.03.2011, 15:59
545. Ich bin gerührt!

Zitat von ProDe
Offenbar kann man sein Versagen und seinen Charakter gar nicht oft genug wiederholen - sonst bekommen all die Verschwörungstheoretiker, die hier Dolchstosslegenden kreieren (Stichwort (LINKE) Medien Hetze)und die Fakten verharmlosen und unter den Tisch kehren Oberwasser.
Sie haben das Stahlgewitter vergessen, durch das dieser arme, verwirrte und geplagte, Familienvater mit Überlastungssyndrom belastete, Fastjurist, ohne Schutzweste wankte, bis ihn die Medien in den Tod getrieben hatten!
Er starb den Mehrtürertod! Aber BILD wird sein Andenken bewahren bis er wieder zurückkommt, als Supergutti oder Spidergutti, als Retter der Nation!!!!
Boah ist das schön!!

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loddarcontinua 03.03.2011, 16:04
546. Professorenwort

Zitat von settembrini.
schauen Sie doch gleich mal nach dem §164 der sich mit falschen Verdächtigungen befasst, die Sie unter freier Meinungsäußerung verkaufen, solange niemand die Unterlassung einfordert.
Wenn ein deutscher Professor von Betrug spricht, wird es wohl so sein! Na ja, in den meisten Fällen! Der Lügenbaron hat ihn nicht verklagt...wird wissen warum

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archelys 03.03.2011, 16:05
547. das weiß ich nicht

Zitat von Eliza
... Dieser Rücktritt in dieser arroganten Form (für wie dumm hält er die Deutschen?) ist bisher kein Grund, ihm eine zweite Chance zu geben. Hätte er doch zumindest davon abgelassen, auch noch die ermordeten Bundeswehr-Soldaten zu seiner Verteidigung zu instrumentalisieren!
Ich habe das Gefühl, dass es doch viele Menschen gibt, die sich seine Rücktrittssrede zu Herzen genommen haben und den kritischen Filter des Verstandes nicht benutzen konnten.
So funktioniert ja dieses schändliche Verführung.
Es stellt sich die Frage, ob diejenigen, die sich nicht einlullen lassen, für die anderen mit aufpassen müssen, oder ob jeder solange erfahren muß, bis er es begriffen hat.

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cohorte 03.03.2011, 16:11
548. Facebook-Fangemeinde

Zitat von Herr.J
genau das ist es was die Jungen auf Facebook, ( übrigens stehen die meisten mit vollem Namen und Profil für Ihre Aussagen ein ) so anwidert.
Aha. Wachen Sie auf.
http://medienstratege.de/2011/03/all...ttenberg-fans/

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settembrini. 03.03.2011, 16:13
549. desensibilisiert

Zitat von Eliza
Ja, das ist so eine der Pannen, mit der die Universität (solange sie frei ist und nicht staatlicher Überwachung unterliegt), leben muss. Sein Doktorvater Prof. Häberle ist zwar eine juristische Koryphäe, aber er hatte eben zu andern, ihm scheinbar Vertrauten, zu Vertrauen und bei all seinen Veröffentlichungn und andern Verpflichtungen ein zu knappes Zeitbudget. Er hat G's Arbeit wohl nur oberflächlich gelesen. Festgestellt, der vermeintlich angenehme, offene, ehrliche junge Parlamentarier hat da 450 Seiten auf die Beine gestellt, mit einem lateinischen Zitat höchst elegant begonnen, ein beachtliches Literaturverzeichnis, eine logische Gliederung und c 1200 Fußnoten geliefert... das hat Häberle leider genügt. Dass er schief lag mit seinem positiven Urteil, dass er einer raffiniert geplanten Plagiaten-Collage aufgesessen war, hat er endlich vor ein paar Tagen eingesehen und ist darüber zusammengebrochen. Dieser Fehler Prof. Häberles macht den Betrüger Guttenberg aber immer noch nicht zum heiligen Mann. Ich gestehe, dass ich bei Betrugsaffären immer mehr mit dem Betrogenen als mit dem Betrüger sympathisiere. Somit nicht nur mit Häberle sondern jetzt auch ein wenig mit der Schar der Guttenberg-Anhänger, die seine Verfehlungen noch immer nicht wahrhaben wollen. Wie die betrogene "Braut" eines entlarvten Heiratsschwindlers sind sie alle, scheint mir. Wo ebenfalls meine Sympathien mit der Braut, nicht mit dem Schwindler wären. Bis heute hat der Freiherr seine Verfehlungen nicht wirklich eingestanden, sondern er hat Ursache und Wirkung auch noch in seiner Abdankungsrede vertauscht, sich selber noch immer als die verfolgte Unschuld aufführend mit der unfasslichen und nicht einmal da zurückgenommenen Lüge gegen das Parlament, dass er nie absichtlich getäuscht hätte. Dieser Rücktritt in dieser arroganten Form (für wie dumm hält er die Deutschen?) ist bisher kein Grund, ihm eine zweite Chance zu geben. Hätte er doch zumindest davon abgelassen, auch noch die ermordeten Bundeswehr-Soldaten zu seiner Verteidigung zu instrumentalisieren!
Wenn ich mich allem was Sie hier schreiben, bis auf die letzte Zeile einverstanden erkläre, so ist es eben DIESE, die ich angreife.
Gerade die Trauernden und Hinterbliebenen könnten sich durch derartige Mutmaßung verletzt sehen. Für Sie nämlich, gerät Ihre diesbezügliche Kritik und jene die es Ihnen gleich tun, in den Geruch, eben ihre Opfer instrumentalisieren zu wollen und zwar aus niederen Beweggründen. Beweggründe, die nichts anderes, als Ihrer Kritik zusätzliche Schärfe verleihen sollen.
Denken Sie einfach mal darüber nach. Und wenn Sie sich bemühen, erfahren Sie auch mehr aus dem näheren Umfeld der Trauernden, deren Überzeugung ich hier teile.
Diese Traumatisierten, fühlen sich zutiefst von der breiten Öffentlichkeit im Stich gelassen und sind die eigentlichen Opfer dieses Medienhype, der ihre Trauerarbeit behindert und das Opferandenken stört.

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