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"Hacksaw Ridge" von Mel Gibson: Superchrist geht durch die Hölle
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"Hacksaw Ridge" ist ein schockierendes Gemetzel mit frommer Botschaft: Kein Gegensatz für Mel Gibson. Mit dem Film über einen realen pazifistischen Kriegshelden feiert er sein Comeback als Regisseur.

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Max Super-Powers 23.01.2017, 16:52
1.

Warum kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Autor es in gewisser Hinsicht bedauert, dass der Protagonist aus christlichen Glaubensgründen zum Pazifist wurde?

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philemajo 23.01.2017, 17:22
2. Grundsätzlich positiv, ...

dass es auch Heldenerzählungen über Vorbilder gibt, die sich nicht mit dem Maschinengewehr den Weg bahnen! Ob jetzt religiös missionarisch oder atheistisch erzählt, steht auf einem anderen Blatt. Allerdings brauche ich die extensiven und expliziten Gewaltexzesse nicht, um mir reales Kriegsleid vorzustellen. Mag der Zuschauer bei Braveheart noch ein bisschen Nachhilfe hinsichtlich des rohen Mittelalters gebraucht haben, kann man sich unter Kriegsgewalt im 20.Jhdt. genug vorstellen.

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akeley 23.01.2017, 17:26
3. bumm

Der Film könnte ein wohltuendes Gegengewicht zur allgegenwärtigen martialischen Vernichtungsrhetorik in den USA sein, wo vom evangelikalen Häuschenbesitzer bis zum Präsidenten alle mitmachen. Wer uns zwickt, dem reißen wir den Arm aus, wer auf unseren Rasen tritt, den erschießen wir, denn Gott will es so, das ist unser Recht, unser Schutz. Vielleicht erreicht die Botschaft des Films Gläubige, die Frieden propagierende Atheisten schon nach wenigen Sätzen aus Glaubensgewissheit oder -unsicherheit geistig ausmauern.

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snickerman 23.01.2017, 17:33
4. Zu bedenken wäre...

dass dieser Mann- dessen tapferen Einsatz ich großartig finde- nur Pazifist bleiben konnte, weil seine Kameraden keine waren. Schön wäre es ja, wenn wir alle so sein könnten, aber ohne die Männer, die an den Waffen dienten, wäre sein Pazifismus leider Selbstmord gewesen...

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Ringmodulation 23.01.2017, 17:51
5. Eine erbärmliche Rezension

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die gesamte Rezension unter dem Vorsatz oder mit der Vorgabe geschrieben wurde, einen guten Film schlecht zu reden, weil der Regisseur nicht für sein Werk gelobt werden soll.
Was ist am Pazifismus denn "ultra-fromm"? Der unbedingte Wille, sich nicht am Töten zu beteiligen? Was ist überhaupt so falsch an Frömmigkeit? Hohe Authentizität ist bei Spielberg selbstverständlich etwas Gutes, bei Gibson ist es "Splatter" und "schockierendes Gemetzel". Einheit der Zeit ist bei anderen ein klassisches Stilmittel, bei Gibson kritisiert man, dass er keine expliziten Verweise auf die Gegenwart einbaut. Vielleicht möchte Gibson diesen Transfer ja dem Zuschauer überlassen, statt ihm alles vorzukauen?
Das mit der "Duality of Man" ist übrigens ein Witz in Full Metal Jacket, und nicht etwa die Botschaft des Films. "Colonel: Whose side are you on, son? Private Joker: Our side, sir".

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Antalyaner 23.01.2017, 18:01
6. In der Regel

schaue ich mir Filme, so wie auch diesen, im Original ohne Synchronisation an. Ich fand ihn sehr beeindruckend, eine grossartige Leistung von Mel Gibson. Viele Szenen gehen einem wirklich unter die Haut. Mir ist auch ziemlich egal, welche Kritiken ein Film erhält oder erhalten hat, solange er MIR gefällt, finde ich den Film eben gut. Und dieser ist für mich gut und absolut empfehlenswert.

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h.hass 23.01.2017, 18:42
7.

Diese pathetischen Hollywood-Schlachtplatten sind doch - zumindest seit "Private Ryan" - immer derselbe Müll und triefen vor Patriotismus, schmalziger Sentimentalität und verlogenem Heroismus. Die "tabubrechenden" Metzeleien gehören immer dazu. Der Frömmler Gibson mischt jetzt auch noch Bibeltreue und Glaubensfestigkeit dazu. Das kann nur zu einem ungenießbaren Eintopf mutieren.

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cybernic 23.01.2017, 18:51
8. Glaubwürdigkeit ist entscheidend

Ohne den Film gesehen zu haben: ich kann mir vorstellen, dass Gibson hier ein weiteres Meisterwerk gelungen ist. Die physische und psychische Gewaltdarstellung in seinen Filmen macht dramaturgisch und inhaltlich Sinn, auch wenn sie oft schwer zu ertragen ist. Die von Herrn Borcholte angesprochenen Werke von Kubrick, Eastwood und Malick nehmen zu Recht ihren Platz in der Filmgeschichte ein. Aber nur Gibson wagt es in diesem thematischen Zusammenhang auch dort hinzuschauen, wo es wirklich weh tut. Sicher muss jeder Zuschauer für sich entscheiden, ob er sich so eine Schlachtplatte antun will. „Windtalkers“ von John Woo fand ich in diesem Zusammenhang z.B. unerträglich, allerdings auch, weil es immer noch diesen Kintopp-Touch hatte und sich damit unglaubwürdig machte.

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andone 23.01.2017, 19:05
9. In welcher Szene

wirft sich Doss schützend vor seine Mutter, um diese zu schützen? "Als sein Vater im Rausch die Mutter mit der Waffe bedroht und Desmond sich dazwischen wirft, erwacht, mit Blick auf eine Bibeltafel an der Wand, sein fortan eherner Glaube an den Pazifismus." Ich Sie beziehen sich hier auf die Szene, als Desmond der Prügelstrafe seines Vaters durch die Beschwichtigung der Mutter entgeht. Haben Sie den Film gesehen? Die von Ihnen geschilderte Szene war zumindest in der Version, die ich gesehen habe, nicht enthalten.

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