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"Hacksaw Ridge" von Mel Gibson: Superchrist geht durch die Hölle
Universum

"Hacksaw Ridge" ist ein schockierendes Gemetzel mit frommer Botschaft: Kein Gegensatz für Mel Gibson. Mit dem Film über einen realen pazifistischen Kriegshelden feiert er sein Comeback als Regisseur.

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henkeltopf 23.01.2017, 19:14
10. Ich hab ihn schon gesehen...

..in der Sneak: Grauenhaft. Bibeltreuer Ami-Pathos ohne Ende, dazu eine Gewaltverherrlichung sondergleichen. Da ist aber mal überhaupt keine pazifistische Botschaft, nur Gemetzel unter Gottes- und Amerikas Gnaden. Dazu eine plumpe Lovestory und laaaangatmig langweilig. Ein Film für alle Trump-Wähler. Der geneigte Kinobesucher mit einem Restfunken an Anspruch sollte diesen zweistündigen Schund tunlichst meiden.

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KaroXXL 23.01.2017, 19:31
11.

Gibson hatte ja mit Passion Christi gezeigt was für intensive, authentisch wirkende und eindrückliche Filme er machen kann.
Also die Szenen gegen Ende, vor allem wo Jesus sein Kreuz tragen muss und immer zusammenbricht sind für mich (als Ungläubiger, Heide, Atheist, Ketzer wasauchimmer) die berührendsten der Filmgeschichte.

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brotherandrew 23.01.2017, 20:37
12. Warum ...

Zitat von snickerman
Zu bedenken wäre, dass dieser Mann - dessen tapferen Einsatz ich großartig finde - nur Pazifist bleiben konnte, weil seine Kameraden keine waren. Schön wäre es ja, wenn wir alle so sein könnten, aber ohne die Männer, die an den Waffen dienten, wäre sein Pazifismus leider Selbstmord gewesen..
... soll das so sein? Wären seine Kameraden Pazifisten gewesen, dann wären sie erst gar nicht in den Krieg gezogen. Und es gibt Dinge, die wichtiger sind als das biologische Leben.

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eagle2014 23.01.2017, 21:39
13.

Zitat von brotherandrew
... soll das so sein? Wären seine Kameraden Pazifisten gewesen, dann wären sie erst gar nicht in den Krieg gezogen. Und es gibt Dinge, die wichtiger sind als das biologische Leben.
In WWII musste man in den Krieg ziehen, wenn man sich geweigert hat, dann musste man ins Gefägnis und das waren keine Gefägnisse wie bei uns. Ausserdem war es der letzte "Gute Krieg", es ging gegen Nazis und Japaner. Ansonsten, jeder wer da war, ob als Medic, Soldat oder wie auch immer, war letztendlich da und hat seinen Beitrag geleistet.

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_gimli_ 23.01.2017, 21:50
14.

Zitat von henkeltopf
..in der Sneak: Grauenhaft. Bibeltreuer Ami-Pathos ohne Ende, dazu eine Gewaltverherrlichung sondergleichen. Da ist aber mal überhaupt keine pazifistische Botschaft, nur Gemetzel unter Gottes- und Amerikas Gnaden. Dazu eine plumpe Lovestory und laaaangatmig langweilig. Ein Film für alle Trump-Wähler. Der geneigte Kinobesucher mit einem Restfunken an Anspruch sollte diesen zweistündigen Schund tunlichst meiden.
Ich hab ihn auch bereits gesehen und bin der Meinung, dass es einer der gnadenlos realistischsten Kriegsfilme ist. Ich war schwer beeindruckt.
Schund bekommt übrigens auf Rotten Tomatoes in der Regel keine 86% Zustimmung seitens der Kritiker (und auch keine 94% der Zuschauer): https://www.rottentomatoes.com/m/hacksaw_ridge

Und Schund wird auch nicht als Oscar-Aspirant gehandelt (wenn ich daran auch nicht glaube, weil der Film von Gibson ist).

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Koda 23.01.2017, 22:09
15. Zu bedenken wäre auch...

Zitat von snickerman
dass dieser Mann- dessen tapferen Einsatz ich großartig finde- nur Pazifist bleiben konnte, weil seine Kameraden keine waren. Schön wäre es ja, wenn wir alle so sein könnten, aber ohne die Männer, die an den Waffen dienten, wäre sein Pazifismus leider Selbstmord gewesen...
wenn ALLE Menschen Pazifisten wären, würde es keinen Krieg geben.
Vielleicht noch Völkerball oder eine Art Schach mit Menschen als Turm, Bauer etc.

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kulinux 23.01.2017, 23:07
16. Dann bin ich mal gespannt auf die ca. 10'000 Filme

in denen dann mit ebenso schonungsloser Härte gezeigt wird, wie "gute Christen" aus ihrem Glauben heraus zu Massenschlächtern werden, als da wären … ach die Liste ist einfach zu lang: In Karlheinz Deschners "Kriminalgeschichte des Christentums" füllt sie 10 Bände – und da ist das 20. Jahrhundert noch gar nicht richtig dabei. Atne Pavelic? Die ganzen "guten Christenmenschen" in der SS, im KZ oder bei der Bombardierung von Zivilisten? "Für Kaiser, Gott und Vaterland" oder "Gott mit uns" oder "In God we trust" usw. usf. Diese lange Reihe von Schlächtern rettet auch kein einzelner Gerechter mehr – hoffentlich vor der ewigen Verdammnis, an die zu glauben sie vorgeben, was sie aber m.E. nie ernst genommen haben. Hach, ich reg mich schon wieder auf…

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lensenpensen 24.01.2017, 00:33
17. Nur zwei Anmerkungen:

1. Die (Congressional) Medal of Honor ist DIE höchste Auszeichnung des US-Militärs; für:
„auffallende Tapferkeit und Furchtlosigkeit bei Lebensgefahr weit über die Pflichterfüllung hinaus im Gefecht gegen einen Feind der Vereinigten Staaten.“ (Übersetzung übernommen aus der dt. Wikipedia).
2. Der Autor (die Redaktion?) sollten vielleicht den Begriff "Killer" in Bezug auf Soldaten überdenken. Ja, man darf nach BVerfG "Soldaten sind Mörder" sagen, aber muss man so plump in einem Beitrag zu einem WKII-Film schreiben.
Krieg ist grausam, und fördert oft das schlechteste eines Menschen zu Tage. Aber mit dem Begriff "Killer" verbindet man gemeinhin Menschen, die große Lust beim Töten, oder auch Quälen, anderer empfinden.
Es gibt kein gerechten Krieg. Es gibt nur Krieg oder Frieden. Aber manchmal ist Krieg unabwendbar (vielleicht sind vorher Chancen verpasst worden? Hier würde es allerdings kontrafaktisch...).
Aber wie sollte man sonst Hitlerdeutschland und dem kasierlichen Japan entgegentreten, wenn nicht mit Waffengewalt und dem Willen, diesen Krieg zu Ende zu führen, nur mit dem Ziel, der bedingungslosen Kapitulation?
Denn mit diesen beiden Mächten konnte (und durfte) es keinen Verhandlungsfrieden geben; ihre Gräueltaten sind Beispiele grenzenloser Menschenverachtung!

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snickerman 24.01.2017, 01:48
18. Stell Dir vor, es ist Krieg...

Zitat von brotherandrew
... soll das so sein? Wären seine Kameraden Pazifisten gewesen, dann wären sie erst gar nicht in den Krieg gezogen. Und es gibt Dinge, die wichtiger sind als das biologische Leben.
Die Amerikaner wurden von den Japanern angegriffen, der Krieg wurde ihnen aufgezwungen. Wären die US-Boys alle Pazifisten gewesen, sähe die Welt jetzt so aus wie in "The Man in the High Castle".
Hatten Sie keine Geschichte in der Schule?

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lebensgefährlich 24.01.2017, 02:39
19.

Zitat von brotherandrew
... Und es gibt Dinge, die wichtiger sind als das biologische Leben.
Aha, und welche Dinge, also Sachen, die man anfassen oder wenigstens beweisen kann, sind das denn?

Ich brenne auf die Antwort, da ich bisher mein biologische Leben, also Körper, Geist und Seele, als das Wichtigste ansehe, da ich nur damit mich selber, andere und alle Schönheiten dieser Welt um mich herum wahrnehmen und er-leben kann und für nichts hergäbe.

Wenn es da also noch etwas Besseres gäbe, dann her mit dem schönen Leben!

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