Forum: Kultur
Harmonische Feiertage: Frauen als Stahlträger und Zuckerguss
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Fröhliche Weihnachten, das heißt immer auch, fröhliche Tage in einer Welt, die von Frauen zusammengehalten wird. Frauen, die sich kümmern, weil es sonst niemand tut, weil sonst alles zusammenbricht.

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barbierossa 26.12.2018, 00:05
40. Nur zu!

Als Weihnachtsmuffel hab ich nix gegen einen Frauenstreik zum Fest. Mir schien und scheint Weihnachten immer ein Fest vor allem für Frauen zu sein, die da ihre Anbetung der Kinder so richtig durchinszenieren können (soviel glänzende Kinderaugenwie in der Konsumterrorphase namens Advent gilt's sonst das ganze Jahr über nicht aus Werbeeinblendungen zu ertragen). Und von mir aus kann auch den Kleinen schon diese Weihnachtsmann- und Christkind-Lügnerei hinsichtlich der Geschenke erspart werden. Dieser ganze zuckrige family-values-Alarm zum Fest - ich hielt ihn immer schon für eine Sache, die von Männern eher heldisch ertragen denn gewünscht wird. Männer zahlen halt - wie ja sonst auch - vor allem, damit all die Geschenke unterm Baum liegen können, damit die Weihnachtsgans aus biologisch-tierfreundlichem Anbau groß genug für alle ausfällt und sich der Tannenbaum nicht vor den Nachbarns-Tannenbäumen zu schämen hat.
Das wär mal eine Gaudi: wenn die Männer zu Weihnachten in den Zahlungsstreik träten!
Aber sie tun's nicht. Sie ertragen den Kitsch, freuen sich gut erkennbar, damit sich das Eheweib freut, an der Freude des Nachwuchses über die neuen Trend-Sportschuhe, verzichten brav und schweigend auf das zweite Glas Sedativum (Wein), wenn das Eheweib den Veto-Blick auf sie richtet - und tragen das alles mit Würde, Kraft, stoischer Ruhe - und ohne sich nachher theatralisch auf dem Klo zur Heulkrampfaufführung einzuschließen, um so den Opferbonus zu bekommen.
Wär das nicht ein Deal? Frauen dürfen zu Weihnachten streiken, dürfen ohne zu lächeln lauf heulen, werden nicht gezwungen, Schwiegereltern anzurufen und oder gar Mandelplätzchen zu backen. Männer dürfen dafür Weihnachten komplett ausfallen lassen. Sie dürfen die freien Tage einfach so verwenden. Fußballaufzeichnungen angucken, Bier trinken, mit den Kumpels eine Runde Kart fahren. Was mann halt so gern tut, wenn er frei und kein Weihnachten hat.
Und der Einzelhandel wird für diese saisonale Schwankung ähnlich mit staatlichen Ausgleichszahlungen gerettet, wie man's bei trockenen Sommern ja zukünftig mit den Landwirten hält.

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hannibalanteportas 26.12.2018, 00:12
41. Stokowski zu Weihnachten...

Da weiß man/frau wenigstens, was man bekommt!
Erster Fehler Fr.Stokowski: Eva war weder die erste noch die erste freche Frau. Das war Lilith. Übrigens gibt es alternative Lesarten des „sich daneben Benehmens“, die Eva in ein deutlich besseres Licht rücken. Soviel nebenbei, aber das passt wohl alles nicht in ihr Bild, dass sie da zimmern wollten.
Zweiter Fehler (den Sie leider häufig bis immer machen): strukturelle/konzeptuelle Probleme im Hinblick auf die Geschlechter, wie Sie sie beschreiben, entlassen die/den Einzelne(n) nicht aus der Eigenverantwortung. Es ist ja nett, von einer feministischen Lösung zu sprechen, aber was bringt das, wenn frau/man/mensch keine Verantwortung übernimmt. Es geht hier ja nicht um schreckliche Dinge, die Menschen mitmachen müssen um etwas zum Essen zu bekommen. Es geht um Arbeitsaufteilung an Weihnachten!
Und solange Frauen sich dafür Entscheiden einem Rollenbild nachzugehen, damit Mann/Familie/Freunde/Nachbarn zufrieden mit dem „perfekten Weihnachten“ sind, solange müssen sie eben das alles tun, was Sie in ihrem Artikel schreiben. Meinetwegen soll die von Ihnen erwünschte Apokalypse kommen, ich werde sie als Mann nur milde belächeln während ich mit meiner Familie das von mir gekochte Essen genieße.

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ralf.oberle 26.12.2018, 00:16
42. Ach Magarete

Liebe Margarete Stowoski,

die Welt ist weiter als Sie vielleicht denken. Ich bin Fan Ihrer Kolumne und gehöre zu den Männern, die Ihre Frau an Weihnachten und auch sonst nicht alleine stehen lassen.
Frohes Fest!
RO

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der_mitdenker 26.12.2018, 00:17
43. Ob hier nicht Ursache und Wirkung verwechselt wird?

Ich (32 Jahre alter männlicher Atheist aus türkischem Hause) feierte dieses Jahr mein allererstes Weihnachten mit meiner polnisch-katholischen Freundin (vielleicht können Sie sich da wiedererkennen Frau S.?).
Diese Vorstellung dass irgendjemand von Frauen verlangen würde dass Sie gefälligst Weihnachten zum gelingen bringen müssten, kann ich nicht nachvollziehen. Meiner Auffassung nach gestaltet jede/jeder Weihnachten nach eigenen Wünschen und Vorstellungen. Ich als neutraler Beobachter kann von einigen Spannungen berichten. Wie soll es denn auch anders laufen, wenn man den ganzen Tag der Völlerei frönend aufeinander hockt?
Vor diesem Jahr beschränkten sich meine Weihnachtserlebnisse darauf, alleine und mit einem zu gut gemeinten Cocktail auf der Couch Serien zu verschlingen und nebenbei Sms von Freund/Innen zu lesen die mir ihre aktuellen Familienstreitigkeiten schilderten.
Eine schöne Zeit war das, jetzt bin ich selber Betroffener. (trauriger Smiley)
Von mir aus können nächstes Jahr alle Frauen zu Weihnachten streiken. Sie würden damit mehr Männer glücklich machen als Ihnen lieb ist.

ps. Welches Klientel liest eigentlich Gala und Bunte?

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burkx 26.12.2018, 00:21
44. Wo leben Sie denn ?

Ich kenne keinen Mann in meinem Umfeld, der sich dem Weihnachts/Geschenkestress entzieht in dem er etwa in der Kneipe darauf wartet, dass alles wie von Geisterhand schön vorbereitet ist .
In unserer Nachbarschaft gibts viel Männer, die für das grosse Familienessen zuständig sind.
Wenn das bei Ihnen so ist , wie Sie es beschreiben liebe Autorin, dann klären Sie das doch direkt mit Ihrem Partner.
Oder ist das vielleicht ein allgemeines westdeutsches Problem, worüber wir uns im Osten nur wundern können?

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vincenoir 26.12.2018, 00:22
45. Nicht mit mir

Ich habe gerade drei Tage lächelnd mit meiner Schwiegermutter und meinem pubertierenden Sohn verlebt. Erzähle mir niemand, ich würde nicht meinen Beitrag für ein harmonisches Fest leisten. Feministinnen glauben wirklich, die Familie wäre ein einziger Hort der Glückseligkeit für Männer. Ist sie nicht, wir schreiben nur keine Kolumnen darüber.

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aggelbagg 26.12.2018, 00:23
46.

Schon mal darüber nachgedacht, dass genau das Aufbauen und Vermitteln das ist, was wir Frauen den Männern voraus haben? Es ist nicht unsere Schwäche, sondern unsere Stärke. Sicher haben Sie darüber noch nicht nachgedacht, denn ohne Opferrolle funktioniert keine Ihrer Kolumnen.
Welt anzünden... eine so männliche destruktive Sache. Keiner, der die Welt schon mal hat brennen sehen, würde so etwas denken. Seien Sie doch mal konstruktiv. Wär mal was Neues. Stattdessen immer noch Klischees, Klischees... ich kenne keine lange Partnerschaft, die so funktioniert wie Ihr Schwarz-Weiß-Bild der Welt.

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pepe le moko 26.12.2018, 00:28
47.

Ich habe Kekse gebacken, Zimtsterne, Springerle, Florentiner, Quittenbrot und Vanillekipferl. Ich habe einen vegetarischen Weihnachtsbrachten fabriziert, einen Baum in die Bude geschleppt und ihn geschmückt. Ich habe Geschenke für alle organisiert, den Boden gewischt, ein paar Kisten Wein gekauft und ich habe gelächelt und den Geschichten meiner erwachsenen Kinder über ihre Mutter gelauscht, Ich habe keinerlei schlechtes Gewissen wenn manche Frauen meinen, streiken zu müssen, bitte. Ich kann Weihnachten auch ohne Weiber und meine Familie liebt es.

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cloeon 26.12.2018, 00:38
48. Schlimm, schlimm,...

...die beschriebenen Klatsch-Blättchen. Also, liebe Damen, einfach mal selbst entscheiden, den Mist am Kiosk liegen zu lassen und die damit Welt ein Stückchen besser machen.

Wer unsere Gesellschaft heute noch krampfhaft in unterdrückte, opferbereite Frauen und dekadente, ewig besoffene Männer trennt (dem Narrativ folgend, nehme ich an, dass es sich bei den „besoffenen Angehörigen“ ja exklusiv um Männer handelt), hat vielleicht das eine oder andere der vergangenen Jahrzehnte verpasst – kann ja schon mal vorkommen.

Unsere gesellschaftlichen „Stahlträger“ sind, wenn überhaupt, gesunde und funktionierende Familien – und die bestehen gleichermaßen aus Frauen und Männern. Die Welt glaubt zu Recht, dass Frauen dazu da sind, anderen das Leben schöner zu machen. Und ebenso glaubt die Welt zu Recht, dass Männer dazu da sind, anderen das Leben schöner zu machen.

Fröhliche Weihnachten!

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Berliner42 26.12.2018, 00:42
49.

Seit wann haben Frauen ihre Gefühle im Griff? Wohl eher haben die Gefühle die Frauen im Griff.

Und ja, Frauen sollten streiken. Männer aber auch und einfach mal aus der Versorgerrolle fliehen. Die wollen die meisten Frauen nicht wirklich gerne übernehmen. Trotz aller Emanzipation.

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