Forum: Kultur
"Hart aber fair"-Talk über rechten Terror: Es war ein Trauerspiel
WDR/Dirk Borm

Frank Plasberg scheitert auf beispielhafte Weise daran, irgendeine Verbindung zwischen rechtem Terror und der AfD herzustellen. Weich und fair ist einem wie Uwe Junge nicht beizukommen.

Seite 1 von 10
koch-51 02.07.2019, 09:33
1. Plasberg fasst Rechts mit Samthandschuhen an

Was soll denn die Einladung von AfD - Politikern in Talkshows überhaupt für einen Sinn haben, wenn es nicht dazu dient, die Rechten in ihrer Inhumanität zu entlarven? Da ist es besser, dass wie bei Illner zu solchen Themen AfD - Politiker gar nicht erst eingeladen werden, sonst wird , wie gestern Abend der Zweck völlig verfehlt. Mir fällt sowieso auf, dass bei Plasberg die Rechten oft mit Samthandschuhen angefasst werden. Ist Plasberg noch der richtige Mann für eine Talkshow bei den Öffentlich-Rechtlichen?

Beitrag melden
carlitom 02.07.2019, 09:37
2.

Es war unerträglich, wie diesem leutseligen Wolf im Schafspelz die Bühne gegeben wurde, sich empört über Rechtsradikalismus und Morde auszulassen und so zu tun, als habe das alles nichts mit ihm und seiner Partei zu tun. Dass er die Bühne dafür bekam, sich scheinbar hilflos gegen die paar wenigen, einzelnen, also fast gar nicht vorhandenen Rechtsradikalen zu geben, die "man" natürlich loswerden müsse und wolle, aber das dauere eben. Haha. Das Schlimmste war, dass er die Bühne bekam, um tatsächlich nach all diesen milde lächelnd vorgetragenen Lügen noch die Frechheit zu besitzen, den Satz Lübckes, der seinen Mörder motiviert hat, als wirklich zu kritisieren darzustellen und damit die Tat tasäschlich zu rechtfertigen. Auf die ganz Milde, Harmlose...

Nicht zu glauben, dass sowas möglich war. Tausend Punkte für den braunen Mob und die Tür weit offen für weitere Morde und Gewalttaten. 0 Punkte oder sogar Minuspunkte für Demokraten und Vertreter eines Rechtsstaates.

Hut ab, Plasberg! Das musste man erstmal hinkriegen. Höchste Zeit, den Job hinzuwerfen.

Beitrag melden
binibona 02.07.2019, 09:41
3. was

Lieber SPON erwarten Sie jetzt in diesem Forum? Aufeinander einprügelnde Fronten, durchsetzt von rechten Trollen, die wie immer relativieren und sich selbst als Opfer darstellen? Ja, genau das wird passieren und dann sind sie auch nicht besser als die Talkdudelei die grade als zu weich umschrieben wurde.

Beitrag melden
peter-mich.schmidt 02.07.2019, 09:42
4. Unfassbar

Es ist unfassbar, dass sich ein Lügner, Heuchler und Hassredner der AfD im deutschen Fernsehen fröhlich-freundlich ausbreiten kann und der Moderator nicht einschreitet, wenn dieser zu langen Verharmlosungen ausholt. Ich bin wütend, weil das alles auch noch mit meinen Rundfunkgebühren geschieht. Mit meinem demokratischen Selbstverständnis ist das nicht in Einklang zu bringen. Plasberg hat hier eindeutig ein falsches Bild von Meinungsfreiheit: wer der AfD eine Plattform für ihre Lügen, für Rassismus und Menschenverachtung bietet und einfach laufen lässt, was unerträglich ist, der muss Demokratie irgendwie missverstanden haben.

Beitrag melden
im_ernst_56 02.07.2019, 09:50
5.

Mich wundert, dass dieser Beitrag von Herrn Frank im redaktionellen Teil und nicht unter "Meinung" erscheint. Es handelt sich eindeutig um einen Kommentar. Dass der Kommentar von Herrn Lübberding von der FAZ zu derselben Sendung, der naturgemäß die Sendung völlig anders kommentiert als Herr Frank, in der FAZ online ebenfalls im redaktionellen Teil erscheint, macht es im Ergebnis nicht besser. Im übrigen teile ich nicht die Meinung von Herrn Frank, dass es die Aufgabe des ÖRR ist, in Polittalkshows um jeden Preis die Verbindung zwischen rechtem Terror und der AfD herzustellen. Das kann meinetwegen Spiegel TV erledigen.

Beitrag melden
D. Brock 02.07.2019, 09:51
6. Mir fallen zwei entscheidende Sätze auf ...

..."Und wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er nicht einverstanden ist. Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen"
.. von Herrn Lübcke.
Diesem Satz ist an sich nichts zuzufügen, er ist klar und deutlich und ist schlicht die Feststellung eines Fakts. DEM IST SO!
Wenn einige Menschen vom rechten Rand dieser Gesellschaft diesen Satz nicht verstehen können oder wollen, ist das zunächst deren eingenes Problem. Wenn das Missverstehen jedoch zu Hass und anschließendem Mord führt, ist das (bewusst?) Missverstehen-Problem ein gesamtgesellschaftliches.
Es hat bisher nicht gefruchtet mit diesen "Rechten" zu sprechen, denn sie betreiben in sämtlichen Aussagen - und auch hier wieder (leider vollkommen unwidersprochen) - das ganze Repertoir, dass Herr Lobo in:
https://www.spiegel.de/netzwelt/web/debatten-nach-rechts-verschieben-anleitung-in-20-schritten-kolumne-a-1274387.html
eindrücklich aufgeführt hat.
Wenn die ARD hier nicht in der Lage ist dies eindeutig zu benennen und aufzudecken und in diesem Zusammenhang Herrn Junge nicht auf den Pott setzt, dann hat sie nicht nur ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Damit muss sie sich den Vorwurf gefallen lassen an der Normalisierung rechtsradikalen Gedankenguts aktiv mitzuwirken!

Der Satz von Herrn Junge:
"Der Tag wird kommen, an dem wir alle Ignoranten, Unterstützer, Beschwichtiger, Befürworter und Aktivisten der Willkommenskultur im Namen der unschuldigen Opfer zur Rechenschaft ziehen werden! Dafür lebe und arbeite ich. So wahr mir Gott helfe!"
spricht Bände und wäre an sich Grund genug gewesen ihn entweder nicht einzuladen, oder wenn schon dann in seinem Beisein und in aller Öffentlichkeit diesen Satz Wort für Wort auseinanderzunehmen! Dieser Satz ist ebenfalls an Klahrheit nicht zu überbieten, an ihm gibt es nichts zu deuteln oder zu rütteln. Das ist eine Ankündigung einer gewaltsamen Machtübernahme, denn mit "zur Rechenschaft ziehen" kann nur Lynchjustiz gemeint sein, weil es keine juristische Basis für die genannten Forderungen gibt! Die Anhänger der AfD verstehen - wie der Mord an Herrn Lübcke beweist - solche Sätze sehr wohl.
Herr Junge ist ein geistiger Brandstifter!

Wenn die ARD Herrn Junge also gestattet sich hier nicht nur aus der Mitverschuldung des Mords an Herrn Lübcke herauszureden, sondern darüber hinaus sich wieder mal als Opfer darzustellen, hat sie ihre Hausaufgaben doppelt und dreifach nicht gemacht.
Pfui!

Beitrag melden
Augustusrex 02.07.2019, 09:52
7. Unfähigkeit ohnegleichen

Anstatt dem Mann von Anfang an zu sagen: "Wir sprechen hier und heute über braunen Terror. Jede andere Art kommt dran, wenn Sie drankommt. Also versuchen Sie hier nicht zu relativieren und zu verharmlosen." Anstatt das zu sagen. gibt man dem eine Bühne für sein Geschwafel. Ein absoluter Tiefpunkt dieser Sendung.

Beitrag melden
obiwarndemokrat 02.07.2019, 09:58
8. AFD Werbeveranstaltung

Voll nervig war diese Sendung. Ein bisschen peinlich wie schlecht die Redaktion ihren Moderator vorbereitet hatte. Wie naiv der Blick auf die AFD ist....ich kann immer wieder nur das Buch empfehlen "Das Netzwerk der neuen Rechten" von Christian Fuchs und Paul Middelhoff - zwei Journalisten der Zeit. Dort ist alles was man zum Themenzusammenhang: Rechtterrorismus - AFD und deren Ziele , wunderbar zusammen getragen. Nach der Lektüre kommt man auch nicht mehr auf die Idee, Vertreter der AFD ist TV einzuladen.

Beitrag melden
sozialismusfürreiche 02.07.2019, 10:00
9. Es war übel, eine Katastrophe

Das war Diskussions-Fernsehen zum abgewöhnen. Herr Jung hat keinen Anstand und fällt anderen von der Seite ins Wort. Dann diese Verharmlosungen, der Whataboutism, diese Relativierungen, diese Kameraführung mit Schnitt auf Hr. Jung, wenn Twitter vorgelesen wurde und er für seine AfD in die Operrolle fallen durfte und in aller Öffentlichkeit sich empören dürfte. Das war ganz schlechtes öffentlich rechtliches Fernsehen.

Ausgewogenheit auf das Thema und die Mitschuld der AfD als Hasspredigerpartei bezogen - leider fast NULL. Zugegeben den Abzug hat ein andere betätigt, aber die AfD liefert alles was nötig ist so einen Mord zu rechtfertigen.

Zum Glück hat der Opferanwalt Mehmet Daimagüler wenigstens teilweise seine schlüssigen und guten Argumente und Beiträge anbringen können. Dieser Opferanwalt als Zentrum der Diskussion wäre um einiges nützlicher gewesen. Dann hätte Hr. Jung um die Diskussion kreisen müssen, anstatt die Diskussion um Hr. Jung.

Nach dieser Aktion mit den Zahlen und den anschließenden Aussagen von Hr. Jung mußte ich abschalten. Dieses affige Verhalten hat mich sehr getroffen.

Beitrag melden
Seite 1 von 10
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!