Forum: Kultur
"Hart aber fair" über Rassismus: Plasberg, der Brückenbauer
WDR/Dirk Borm

Frank Plasberg macht - etwas verspätet - die Özil-Debatte zum Thema und fragt: "Steckt in jedem von uns ein kleiner Rassist?" Die Diskussion verläuft überraschend zivilisiert. Ein Segen, gerade in diesen Tagen.

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graf koks 28.08.2018, 10:28
20. Rassismus?

Tuba Sarica hat es auf den Punkt gebracht: Die Kritik an Özils Anbiederung an Erdogan hat nichts mit Rassismus zu tun, sondern mit Antifaschismus. Ansonsten hat diese Figur, die der Sendung das Motto gab, glücklicherweise keine nennenswerte Rolle gespielt.

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wut62 28.08.2018, 10:44
21. Da stimmt etwas nicht in den Diskussionen.

Das Wort „Rassismus“ wird nun für alles inflationär missbraucht. Wenn ich einem Geschäft (als Deutscher) unfreundlich behandelt werde, kommt keiner auf die Idee, dass das rassistisch ist. Wenn aber ein Mensch mit erkennbarem Migrationshintergrund unfreundlich behandelt wird, wird gleich die Rassismuskeule herausgeholt. 
Es gibt unfreundliche und freundliche Menschen und, unfreundliche Behandlung hat meist nichts mit Rassismus zu tun. 
Ich habe ausländische Freunde und Bekannte, die schon seit Jahrzehnten hier leben und ja, sie berichten davon, dass auch sie manchmal unfreundlich behandelt werden, sagen aber auch, dass das nicht erkennbar mit Rassismus zu tun hat und nicht öfter vorkommt, als bei den Deutschen ohne Migrationshintergrund. 
Insofern kann ich der Meinung von Frau Sarica nur zustimmen.
Zusätzlich muss ich aber sagen, dass wir (90% und 50% schwerbehndert) von ausländischen türkischen Mädchen, aus nichtigem Grund, schon als Deutsche (in Wuppertal) beschimpft worden sind.

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bluesteel44 28.08.2018, 11:03
22. Frau Sarica und ihr Gespür für Deutsche Schäferhunde...

unglaublich, was für einen Unsinn die Bloggerin Sarica von sich gibt!
Wenn ihr Tierwohl am Herzen liegt, kann sie ja mal deutsche Schlachthöfe oder Ställe mit Massentierhaltung besuchen.
Ach ja...auch Asiaten haben ein "gestörtes" Verhältnis zu Hunden..und Katzen.
Aber die liegen manchmal sogar einträchtig im Wok!

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upalatus 28.08.2018, 11:11
23.

Als eingeborener Deutscher kann man als Neuer in einer Firma, die maßgeblich von regional-eingeborenen Deutschen bevölkert wird, durchaus auch nette Erlebnisse haben. Auch in diesem Rahmen kanns um schiefes Anschauen (aus seltsamsten Gründen) und aus Unsicherheit/Unbedarftheit heraus sehr ungeschicktes Anreden gehen (worauf Missverständnis auf Missvertändnis folgen kann). Es reicht eine bestimmte Art Schulbildung oder berufliche Vita für stramm betonierte Vorurteile. Auch die schlichte stinkige einfach-so-Ablehnung gibts, weils wahrscheinlich irgendwie den langweiligen Arbeitsalltag würzt und was manchmal bis zum Ausscheiden in den Vorruhestand liebevoll gepflegt wird. Man darf dabei nicht ausblenden, dass die Beiträge zur unguten Situation auch hier beileibe nicht nur von Teilen des Eingeborenenstamms ausgehen, sondern dass auch der/die Neue/n ihre oft happigen Akzeptanz- und Kommunikationsdefizite haben.

Auf der Strasse laufen diese Mechanismen ungleich ungeschminkter und erheblich härter ab und tragen bei der Situation Deutsch/Nichtdeutsch die Ausschließlichbenennung Rassismus. Im Kern aber läuft stets das gleiche evolutionsgeprägte Grundprogramm ab, das der Mensch mit seinem Verstand entweder niederhalten oder laufen lassen kann. Wichtig ist, die Mechanismen nicht aus dem Blick zu verlieren und darüber zu sprechen, auch wenns manchem lästig und zu anstrengend ist.

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mesut2012 28.08.2018, 11:38
24.

Habe mich bei Daimagüler und Soliman gefragt, ob es Absicht war oder ob sie tatsächlich so wenig über ihre Religion wissen, dass ihnen unbekannt ist, dass Hundehaltung im Islam haram ist. Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: "Wer einen Hund hält, dem werden sich täglich seine (guten) Taten um einen Teil verringern - ausgenommen davon ist der Hund, der zum Zwecke der Landwirtschaft und der Schafshütung gehalten wird." Abu Huraira berichtete ferner, dass der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: "... ausgenommen davon ist der Hund, der zum Zwecke der Jagd und der Schafshütung gehalten wird." (Hadith sahih bei Buchari, Nr. 2322). Interessant auch: wenige Tage nach seinem Rücktritt postete Özil auf Instagram ein Foto von sich mit seinem Hund auf der Couch. Darunter kommentierte dann einige von denen, die ihn tagelang als aufrechten Muslim und Türken gefeiert hatten, ob er denn ein echter Muslim sei oder nicht...

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charlybird 28.08.2018, 11:49
25. Es war natürlich

eine weich gespülte Diskussion, die allerdings auch geschickt von Plasberg gelenkt wurde, denn dieses Thema ist in seinen Facetten auch nicht in einer Stunde abzuspulen, vor allem wenn man solch intellektuelle Schnarchnasen, wie diesen Carim Soliman dabei hat.
Ich hätte mir durchaus eine kontroversere Diskussion gewünscht, setzt natürlich entsprechende Diskutanten voraus und mit solchen juristischen Spitzenrhetorikern wie Daimagüler ist man da schnell auf der gewünschten Ebene der, Verzeihung, wenn ich es etwas drastisch ausdrücke, türkisch-arabischen Opferhaltung, deren Problematik eigentlich eher in der Diskriminierung liegt.
Alles in allem kein einfaches Thema, aber notwendiger denn je.

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Neandiausdemtal 28.08.2018, 12:01
26. Schade!

Zitat von Pascal Meister
Danke Herrn Plasberg für die sachliche Plattform. Danke Spiegel für den sachlichen Bericht darüber. Und ja, dass auch SPD-Exponenten unter Deutschen- oder Einheimischenfeindlichkeit leiden, ist wohl in der Partei nicht so ganz angekommen. Die SPD-Oberen sollen mal zuhören, was von der Bevölkerung real erlebt wird. Noch nie zuvor in der Geschichte gab es so viele Einwanderer, die ihre Kultur und/oder Religion für überlegen gegenüber derjenigen des Gastlandes gehalten haben. Schade wurde das nicht thematisiert.
Ihr vorletzter Satz ist grundfalsch. Oder was meinen Sie, was Europäer weltweit oder auch Osmanen/Sarazenen z. Bsp. in Spanien angestellt haben?
Was den Rest Ihres Beitrags angeht, möchte ich allerdings ausdrücklich zustimmen.
Auch den Diskussionsteilnehmern gebührt Dank für einen abgewogenen Diskurs.

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markus.w77 28.08.2018, 12:26
27. @hagr

? Natürlich wüsste Plasberg und sein Team wie die junge Bloggerin drauf ist, sonst hätten sie sie nicht eingeladen.

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cezanne123 28.08.2018, 12:47
28. Glaube ich nicht

Zitat von TrollfIüsterer
Denn wenn 1,8 Milliarden Moslems die Nichtmoslems als "Ungläubige" bezeichnen ist das auch eine Art Rassismus, besonders dann wenn hierzulande das Nichtmögen von moslemischer Zuwanderung als "Fremdenfeindlichkeit" bezeichnet wird, obwohl niemand etwas Touristen hat die ja auch Fremde sind!
Das ist ja genau das, was im Fernsehbeitrag angesprochen wurde. Häufig, wenn von Rassismus bei Ausländern die Rede ist, kommt sofort zurück, dass viele Inländer ebenfalls von Rassismus betroffen sind. Beispiel: Max bekommt eine bessere Note als Murat, nur weil Max ein Deutscher ist. Sofort kommt zurück: Deutsche werde aber auch von Ausländern als "Kartoffeln" bezeichnet. Bei der Diskriminierung von Deutschen handelt es sich aber nicht um eine Minderheit, sondern um eine Mehrheit und daher wird die deutsche Bevölkerung von dieser Bemerkung wahrscheinlich nicht sonderlich getroffen (obwohl solche Bemerkungen natürlich trotzdem falsch und schlecht sind). Mich beispielsweise trifft die Bezeichnung als Kartoffel überhaupt nicht. Wir haben aber ein Problem mit Rassismus und das müssen wir aufgreifen und dürfen es nicht durch geringere Probleme verharmlosen. Das ist genau wie in der Feminismus-Debatte: Frauen werden in Deutschland strukturell benachteiligt. Das wird thematisiert und sofort kommt von einigen Männern zurück: "Wir werden auch benachteiligt". Damit wird das größere Problem von einem kleineren Problem zur Seite geschoben und bagatellisiert, anstatt diskutiert.

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phg2 28.08.2018, 13:51
29.

Zitat von cezanne123
Das ist ja genau das, was im Fernsehbeitrag angesprochen wurde. Häufig, wenn von Rassismus bei Ausländern die Rede ist, kommt sofort zurück, dass viele Inländer ebenfalls von Rassismus betroffen sind. Beispiel: Max bekommt eine bessere Note als Murat, nur weil Max ein Deutscher ist. Sofort kommt zurück: Deutsche werde aber auch von Ausländern als "Kartoffeln" bezeichnet. Bei der .....
Wenn mich jemand "Kartoffel" nennt halte ich die Person erstmal
für einen potentiellen Rassisten. Jemand, der von "Kanaken" schwafelt auch. In der Regel ist beides nicht nett gemeint, kann aber durchaus sein.

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