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"Hart aber fair" übers Schulsystem: Des Googles Kern
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Schüler zu Effi-Briest-Lektüre zwingen oder sie fit machen für die Börse - was soll Schule leisten? Die Talkrunde bei Frank Plasberg brachte zu diesem Streitthema erstaunlich viele Erkenntnisse. Und am Ende gab's Zensuren.

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francoilgatto1! 05.05.2015, 09:13
1.

Schüler dürfen ruhig zu etwas gezwungen werden. Wenn es denn stimmt, dass man für das Leben lernt, und nicht für die Schule, gehört es dazu, ihnen diese Erfahrung beizubringen. So gesehen, ist eine Gedichtanalyse nicht verkehrt. Allerdings in einer Sprache oder in zwei. Das Wissen über Verträge und Gesetze kam schon zu meiner Zeit zu kurz, obwohl es eigentlich dem Verständnis dient, wo und wie wir leben - in einer Gemeinschaft nämlich. Vielleicht meinte die Schülerin ja diesen goldenen Mittelweg.

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ricson 05.05.2015, 09:16
2.

Der Dreisatz ist ein schönes Beispiel dafür wie Schule eben nicht sein soll. Der Dreisatz ist das auswendig lernen eines Lösungsweges, ohne dabei zu verstehen was man eigentlich genau macht. Das ist das genaue Gegenteil von Mathematik. Ich habe in der Schule ebenfalls vom Dreisatz nie etwas erfahren. Als mir dann während der Ausbildung ein Buchhalter voller Stolz darüber das er jetzt nachholen dürfe was die Schule versäumt habe den Dreisatz erklärte, ist mir erstmal das Gesicht eingeschlafen. Gibt es tatsächlich Menschen die so ungebildet sind, dass sie für das lösen einer simplen Verhältnisgleichung eine Eselsbrücke brauchen? Bildung ist eben relativ. Während für manche der Dreisatz unverzichtbar ist, ist es für mich der Beweis dafür das jemand das eigenständige Denken aufgegeben hat. Schule ist dafür da Grundlagen zu vermitteln, die später helfen Spezialwissen zu verstehen. Das Problem das sich daraus im Alltag ergibt ist, das viele jüngere nur Grundlagenwissen und kaum Spezialwissen haben. Viele Ältere wiederum haben nur noch Spezialwissen, und die Grundlagen längst vergessen. Wenn diese beiden in der Berufsausbildung aufeinander prallen, kracht es eben mitunter. Vielleicht sollten sich die Ausbilder einfach mal näher damit befassen, was die jungen gelernt haben. Da werden sie oftmals auch etwas mitnehmen können, die Welt hat sich die letzten 30 Jahre ja weiter gedreht.

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quabah 05.05.2015, 09:20
3. Schreiben nach Gehör?

Auf Bayrisch oder auf Platt? Gibt es schon entsprechende Übersetzungsbüros? Obwohl ich mir einen Strafbefehl auf Sächsisch ganz süß vorstelle!
Eigentlich lernt man doch über die richtige Schreibweise Hochdeutsch oder wird das auch abgeschafft?

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robin-masters 05.05.2015, 09:20
4. Bester Satz!

Plasberg: "Das höre ich hier zu jedem Thema jede Woche".
Man hat irgendwie verlernet aus dem bestehenden das Beste zu machen.

Alle schreien nach mehr Geld und bekommen den Hals nicht voll - meist in Branchen die eh schon gut verdienen (Piloten, Lokführer und im Verhältnis zu anderen Pflegekräften auch Kindergärtnerinnen)
Traurig wie mittlerweile Geld als Allheilmittel gesehen wird und wie einfach man es sich damit machen will.

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heike0508 05.05.2015, 09:23
5.

Dieses "Schreiben nach Gehör" ist der letzte Sch... Wie haben wir es denn gelernt? Wir mussten schreiben, wie es richtig war. Sind wir daran zerbrochen? Lieber einmal richtig lernen als zweimal von vorne anfangen. So einen Schwachsinn gibt es doch nur bei uns. Und übrigens : ich möchte ganz bestimmt nicht, dass mein Kind in der Schule lernt, wie man einen Versicherungsvertrag ausfüllt. Demnächst gibt's wohl noch Beratung vom Lehrer, welche Versicherung die beste sei. Natürlich ganz neutral. ..

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sargeantangua 05.05.2015, 09:24
6. Auweia, google und co....

Na gut, was da lernt, ist zumindest der kritische Umgang mit Quellen (wenn man sich die Mühe macht, und nicht blos die erste Fundstelle nutzt). Wenn man mal alles gefundene vergleicht (englische vs. deutsche Wikipedia!), kommt man schon mal auf den Gedanken, das es doch Paralleluniversen gibt ....
Wär vielleicht mal ein Schulfach, Umgang mit dem Internet.
Aber sonst? Mathe kompliziert? Vielleicht gibts mal Schüler, die ein naturwissenschaftliches Studium anstreben. Sollen die an der Uni dann mit dem kleinen 1*1 beginnen?
An den Musikhochschulen beispielsweise werden ja auch keine Anfänger aufgenommen, gewisse Voraussetzungen müssen da schon erfüllt sein.
Oder Deutsch - es stimmt schon, die WhatsApp/SMS-Generation schreibt oft nur noch verhunztes Deutsch, oder irgendwas Denglisches. Letzthin hörte ich den saucoolen Satz: "Die waren schon ziemlich open-minded". Devil, too. Und ausserdem kann man der Jugend beibringen, dass es sich doch lohnen könnte, mal ein Buch in die Hand zu nehmen. Da stehen oft interessante Dinge drin, ehrlich ....
Und was Mietverträge und Steuererklärungen angeht - erstens sollte ein Abiturient in der Lage sein, so was zu verstehen, und zweitens ändert sich die Rechtslage eh ständig. So was kann man im Internet recherchieren.
Geschichte? Find ich wichtig, vielleicht nicht nur deutsche, sondern auch internationale. Würde einem helfen, manche aktuelle Entwicklung zu verstehen.
Kurz: für einen Abiturienten, der ja mal zur tragende Säule der Gesellschaft gehören soll, ist Allgemeinbildung schon vonnöten, meiner Meinung nach. Und als Vorbereitung aufs Studium müssen eben gewisse Grundvoraussetzungen gelegt werden.

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ginger_collins 05.05.2015, 09:25
7.

Der Wissensdurst, der Jugend, ist riesig. Die wunderbaren Werkzeuge werden beim gehen und stehen fast Überall genutzt. Selbst während des Autofahrens sehe ich viele die sich weiterbilden.

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omop 05.05.2015, 09:28
8. Fit machen für das Spekulieren an der Börse?

Bei einigen fragt man sich in der Tat was im Kaffee war. Wie wärs mit einem neuen Schulfach "Zocken an der Börse"? Scheint aber im Trend zu sein...unselbständige Kinder,die gerne alles vorgesetzt bekommen haben wollen und Eltern, die sich nicht mehr selber, sondern die Schule bei alltäglichen Aufgaben in der Pflicht sehen.

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edelvollmilch 05.05.2015, 09:29
9. Wahre Bildung?

Zumindest Herr Frank kann uns also sagen, was "wahre" Bildung ist... wenigstens einer! Als Lehrer kann ich nur feststellen, dass Schule, wie sie heute funktioniert, sowohl an einem Großteil der Schüler als auch an den Anforderungen des heutigen Lebens völlig vorbei geht. Es liegt an uns, diesen Diskurs ernst zu nehmen und in gemeinsamer Anstrengung zukunftsfähige Themen und Methodik zu finden!

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