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"Hart aber fair" übers Schulsystem: Des Googles Kern
ARD

Schüler zu Effi-Briest-Lektüre zwingen oder sie fit machen für die Börse - was soll Schule leisten? Die Talkrunde bei Frank Plasberg brachte zu diesem Streitthema erstaunlich viele Erkenntnisse. Und am Ende gab's Zensuren.

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bruderlaurentius 07.05.2015, 10:19
140. Krass

Zitat von Helga13
Ich bin 19 Jahre alt und Schülerin der Q11 eines Gymnasiums in Bayern. Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig, dass SchülerInnen allgemein bildende Dinge, wie beispielsweise Effi Briest lesen, lernen und verstehen. Jedoch ist es außerdem nötig, für das Leben nach der Schule zu lernen und das kommt viel zu kurz. Ein weiteres Problem ist das sogenannte "Bolemie-Lernen". Man lernt auswendig, gibt es in Arbeiten und Ausfragen wider und vergisst es. Das geht sehr vielen meiner Schulkameraden so. Des weiteren ist am Schulsystem der enorme Druck, der auf teilweise 16-jährigen Schüler und Schülerinnen lastet, zu kritisieren. Es wird einem ständig vorgehalten, wie wichtig der Notendurchschnitt ist und wie wichtig es ist, nicht zu versagen. Ich habe 4 mal die Woche bis um 4 Uhr Schule, wohne ein wenig außerhalb und bin deshalb erst um halb 6 zu Hause. Danach muss noch für jedes einzelne Fach des nächsten Tages und für Klausuren gelernt werden. Vor 22:00 werde ich selten fertig. Somit bleibt wenig bis gar keine Zeit für Freunde, Hobbys oder auch die Familie. Das Leben macht auf diese Weise wenig Spaß. Man kämpft sich Tag für Tag durch den Schulalltag und sehnt sich nach dem Ende der 12. Klasse. Ich finde, dass dagegen etwas unternommen werden muss. Ein Zeichen dafür, dass nicht nur ich diese Meinung vertrete ist das Projekt M+. Dies ermöglicht ein zusätzliches Jahr in der Mittelstufe. Aus der Jahrgangsstufe eines Gymnasiums aus meiner Nähe entschieden sich 48 von 60 SchülerInnen und Eltern für dieses Zusatzjahr. Ich finde, es muss etwas passieren. LG Helga13
Hallo Helga!
Krass, wann fangt ihr denn mit dem Unterricht an? 4 mal bis 4 Uhr nachmittags ist echt ziemlich heftig!
Welche Fächer habt ihr?
LG

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Untertan 2.0 07.05.2015, 10:39
141.

Zitat von Harald Schmitt
Es gibt so viel Wissen, so viele möglichkeiten und die Menschen wollen alles vorgekaut serviert ohne jeglichen Mühen, das ist echte Armut sich nicht selbst mal zu bewegen und nur auf Hilfe von anderen zu warten.
Es geht weniger darum, dass es keine anderen Möglichkeiten gäbe, sondern eher darum, die voreschriebene Schulzeit sinnvoll zu nutzen. Seit G8 leisten Schüler beinahe das Stundenpensum eines Vollzeitjobs ab. Natürlich könnten sie Abends auch noch in die Bibliothek gehen, Beratungsstellen aufsuchen, oder Online-Fortbildungen machen. Sinnvoller wärs allerdings das Vormittags zu erledigen, anstatt Müllwissen zu pauken. Dann bleibt vielleicht auch noch sowas wie Freizeit übrig.

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möbius46 07.05.2015, 13:59
142. Universitäten?

Fast an jeder Uni gibt es Lehrstühle für Methodik, Pädagogik, Didaktik - wie kann es da regionale Bildungsunterschiede geben, wenn es sich doch um Wissenschaft handeln sollte? Alle diese Lehrstühle schließen und jedem Lehrer überlassen, wie er was wem beibringt...

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chrissi-e 10.05.2015, 16:00
143. Liebe/r Nonvaio01.

Zitat von Nonvaio01
was wir dann haben sind ungebildete Menschen die einen beruf ausueben. Die schule wird dann nur noch nach der wirtschaft ausgerichtet. Einige wenige werden dann Bildung erhalten das beruehmte 1%, der rest ist nur arbeitsvieh, genau so stellt man sich das in einigen Kreisen vor, und das unterstuetzten Sie auch noch? Natuerlich muss man Arbeiten, aber erstmal sollte man sich bilden, mit 18 weiss eh keiner was er werden will
Entschuldigen Sie die späte Rückmeldung. Ich habe auch keinen "höheren" Bildungsabschluss und empfinde mich nicht unbedingt als "ungebildet". Es geht doch nicht darum, dass die Schule nach der Wirtschaft ausgerichtet wird. Sondern darum, dass Menschen eine Aufgabe bekommen, die von der Gesellschaft tatsächlich benötigt wird und Ihnen somit ein Auskommen sichert. Da sehe ich eher die Politik gemeinsam mit der Wirtschaft in der Verantwortung.

Sie sollten auch bedenken, dass in unserem Gesellschaftssystem Arbeit (in welcher Form auch immer) die allgemein akzeptierte Form der Deckung der Lebenskosten ist.

Und natürlich setze ich voraus, dass darunter die Allgemeinbildung nicht leiden darf, aber wie ich aus eigener Erfahrung weiß, hat das viel mit Erziehung und auch dem nötigen Willen zu tun, beides nicht unbedingt Dinge, für die ich in erster Linie den Staat in der Verantwortung sehe.

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