Forum: Kultur
"Hart aber fair" übers Schulsystem: Des Googles Kern
ARD

Schüler zu Effi-Briest-Lektüre zwingen oder sie fit machen für die Börse - was soll Schule leisten? Die Talkrunde bei Frank Plasberg brachte zu diesem Streitthema erstaunlich viele Erkenntnisse. Und am Ende gab's Zensuren.

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kritischer-spiegelleser 05.05.2015, 09:33
10. Kultur vermitteln oder fit fürs Leben machen?

Das ist wohl die entscheidende Frage. Und man sollte gleichgewichtig die Ausbildung aufteilen. Und solche Experimente wie das Schreiben nach Gehör vergessen. Solange es eine Rechtschreibung gibt. Sonst gibt es am Schluss auch noch ein Rechnen auf Verdacht!

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Koda 05.05.2015, 09:35
11. Was ist ein Mietredner? Ein angeheuerter Redner?

Aus dem Artikel: zitiert: "Was dem Tausendsassa und Mietredner "
Oder sollte es "Mitredner" heißen?
Gleich im ersten Absatz.

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l.augenstein 05.05.2015, 09:36
12.

Zitat von robin-masters
Plasberg: "Das höre ich hier zu jedem Thema jede Woche". Man hat irgendwie verlernet aus dem bestehenden das Beste zu machen. Alle schreien nach mehr Geld und bekommen den Hals nicht voll - meist in Branchen die eh schon gut verdienen (Piloten, Lokführer und im Verhältnis zu anderen Pflegekräften auch Kindergärtnerinnen) Traurig wie mittlerweile Geld als Allheilmittel gesehen wird und wie einfach man es sich damit machen will.
Lokführer, Pflegepersonal und Kindergärnterinnen verdienen ja nun wirklich nicht gut! Das zu behaupten zeugt von einer beeindruckenden Realitätsferne und Missachtung gesellschaftlich enorm wichtiger Berufe.

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Dumme Fragen 05.05.2015, 09:37
13. Hocken an der Börse...

Also, wie Wirtschaft und Gesellschaft funktionieren, sollte man schon lernen. Auch, was es an Anlagestrategien gibt, wie man sich absichert u.ä. könnte ruhig an Schulen gelehrt werden. Das hat auch was mit Allgemeinbildung zu tun. Und, auch wichtig: wie eine Gesellschaft darüber entscheidet, wie das knappe Geld verteilt werden kann...

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rst2010 05.05.2015, 09:38
14. 'fit machen für die börse'

blödsinn. mba's, die die wirtschaft ruinieren, gibts wie sand am meer, zocken oder glücksspiel muss man nicht lernen, das gilt als suchtrisiko. aktuell macht das system nicht den eindruck, als ob die menschheit damit noch lange überleben wird. zuwas also so was noch etwas lehren und pflegen, dem wir die selbstausrotting verdanken werden?

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toxic 05.05.2015, 09:40
15.

Zitat von ginger_collins
Der Wissensdurst, der Jugend, ist riesig. Die wunderbaren Werkzeuge werden beim gehen und stehen fast Überall genutzt. Selbst während des Autofahrens sehe ich viele die sich weiterbilden.
Bei jeder Gelegenheit wird das Wissen der Menschheit begierig aufgesaugt. Es ist wirklich wunderbar.

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firefly 05.05.2015, 09:41
16.

Warum sollen in der Schule Details vermittelt werden, die später keiner mehr brauch? Weil die Kinder lernen müssen sich intensiv mit einem Thema im Detail zu beschäftigen. Ich würde sogar sagen, dass die meisten Dinge in der Schule zu oberflächlig sind. Hat man gelernt, wie man sich im Detail mit einem Thema beschäftig, dann weiß man wie man sich Detailinformationen beschaft, z.B. Buch, Google, youtube etc. Dann hat man auch keine Probleme mit einem Mietvertrag.
Es ist doch eher anders herrum, die Kinder können sich heute überhaupt nicht mehr auf eine Sache konzentrieren, deshalb brauchen sie auch diese 15 Minuten-Kurzfilme.
Es ist vielleicht richtig, dass viele Menschen Mathematik nicht brauchen, dass liegt aber daran, dass die Menschen die Mathematik beherrschen, im Prinzip die moderne Welt zur Verfügung stellen, die die anderen konsumieren.

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Berg 05.05.2015, 09:44
17.

Zitat von ricson
Der Dreisatz ist ein schönes Beispiel dafür wie Schule eben nicht sein soll. Der Dreisatz ist das auswendig lernen eines Lösungsweges, ohne dabei zu verstehen was man eigentlich genau macht. Das ist das genaue Gegenteil von Mathematik. Ich habe in der Schule ebenfalls vom Dreisatz nie etwas erfahren. Als mir dann während der Ausbildung ein Buchhalter voller Stolz darüber das er jetzt nachholen dürfe was die Schule versäumt habe den Dreisatz erklärte, ist mir erstmal das Gesicht eingeschlafen. Gibt es tatsächlich Menschen die so ungebildet sind, dass sie für das lösen einer simplen Verhältnisgleichung eine Eselsbrücke brauchen? Bildung ist eben relativ. Während für manche der Dreisatz unverzichtbar ist, ist es für mich der Beweis dafür das jemand das eigenständige Denken aufgegeben hat. Schule ist dafür da Grundlagen zu vermitteln, die später helfen Spezialwissen zu verstehen. Das Problem das sich daraus im Alltag ergibt ist, das viele jüngere nur Grundlagenwissen und kaum Spezialwissen haben. Viele Ältere wiederum haben nur noch Spezialwissen, und die Grundlagen längst vergessen. Wenn diese beiden in der Berufsausbildung aufeinander prallen, kracht es eben mitunter. Vielleicht sollten sich die Ausbilder einfach mal näher damit befassen, was die jungen gelernt haben. Da werden sie oftmals auch etwas mitnehmen können, die Welt hat sich die letzten 30 Jahre ja weiter gedreht.
Jeder Koch, der ein Rezept für 10 Personen hat, aber für 17 Personen kochen soll, braucht die Umrechnung: das IST der Dreisatz. - Doch: nicht JEDER braucht im Leben ALLES. Aber Schule in Mitteleuropa soll den Kindern einen Überblick über das Wissen der Welt vermitteln, damit jeder sich daraus entnehmen kann, was er als Erwerbstätiger, als Vater, als Hobbyfreund, als Ehemann daraus für sich verwendet. Vielleicht sollte man da und dort auf Zensuren verzichten - nicht auf Leistungskontrollen. Die ewige Wiederholung "das brauche ich nicht" ist eine Binsenweisheit.

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quabah 05.05.2015, 09:44
18.

Zitat von sargeantangua
Na gut, was da lernt, ist zumindest der kritische Umgang mit Quellen (wenn man sich die Mühe macht, und nicht blos die erste Fundstelle nutzt). Wenn man mal alles gefundene vergleicht (englische vs. deutsche Wikipedia!), kommt man schon mal auf den Gedanken, das es doch Paralleluniversen gibt .... Wär vielleicht mal ein Schulfach, Umgang mit dem Internet. Aber sonst? Mathe kompliziert? Vielleicht gibts mal Schüler, die ein naturwissenschaftliches Studium anstreben. Sollen die an der Uni dann mit dem kleinen 1*1 beginnen? An den Musikhochschulen beispielsweise werden ja auch keine Anfänger aufgenommen, gewisse Voraussetzungen müssen da schon erfüllt sein. Oder Deutsch - es stimmt schon, die WhatsApp/SMS-Generation schreibt oft nur noch verhunztes Deutsch, oder irgendwas Denglisches. Letzthin hörte ich den saucoolen Satz: "Die waren schon ziemlich open-minded". Devil, too. Und ausserdem kann man der Jugend beibringen, dass es sich doch lohnen könnte, mal ein Buch in die Hand zu nehmen. Da stehen oft interessante Dinge drin, ehrlich .... Und was Mietverträge und Steuererklärungen angeht - erstens sollte ein Abiturient in der Lage sein, so was zu verstehen, und zweitens ändert sich die Rechtslage eh ständig. So was kann man im Internet recherchieren. Geschichte? Find ich wichtig, vielleicht nicht nur deutsche, sondern auch internationale. Würde einem helfen, manche aktuelle Entwicklung zu verstehen. Kurz: für einen Abiturienten, der ja mal zur tragende Säule der Gesellschaft gehören soll, ist Allgemeinbildung schon vonnöten, meiner Meinung nach. Und als Vorbereitung aufs Studium müssen eben gewisse Grundvoraussetzungen gelegt werden.
Also ich hatte nach dem Abitur keine Probleme mit Mietverträgen oder Versicherungen und einen Dispo habe ich als Studentin nicht bekommen.
Ich habe aber auch neben Bravo und VIVA, den Wirtschaftsteil der Tageszeitung gelesen und Ratgeber Recht in der ARD geschaut. Man kann ja auch mal einen 10er in ein Ratgeberbuch investieren und dafür mal einen Joint weglassen. Wiki ist meist auch ganz gut.

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MrBrutus 05.05.2015, 09:47
19. Effi Briest...

... war wirklich der reine Horror zu lesen (bei mir noch damals in den 90ern) und natürlich fragt einen im ganzen Leben nie mehr jemand danach.
Die Geschichte war so langwierig, ich habe damals die Technik versucht, nur jede zweite Seite zu lesen.

Nachdem der Pöbel sich zunehmend dem Konsum von Film und Fernsehen hingab, wurde Romane Lesen eben mehr und mehr als Zeitvertreib der gebildeten Schicht angesehen.
Letztenendes ist Romane Lesen aber eben auch nichts anderes als Konsum ohne intelektuelle Eigenleistung!

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